Propellerhead Reason 6 Testbericht

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Reason 6 Testbericht

Der Mixer im Reason 6 Testbericht


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Was ist es?

Bei dieser Musiksoftware des schwedischen Herstellers Propellerhead handelt es sich um eine so genannte „Digital Audio Workstation“ (DAW). Mit diesem Musikprogramm lässt sich Audio digital aufnahmen und wiedergeben, MIDI bearbeiten, sie dient weiterhin zum Mixing und Mastering und kommt mit virtuellen Instrumenten und Effekten.

Reason 6 kann auf einem Windows-Rechner oder einem Mac betrieben werden. In beiden Fällen wird eine Internetverbindung vorausgesetzt und ein freier USB-Port für den Lizenz-Key (Dongle).

 

Propellerhead Reason 6 Testbericht

Installation

Ohne Registrierung geht bei Reason 6 nichts mehr. Dazu bedarf es des mitgelieferten Dongles, eines Accounts auf der Homepage des Herstellers und der Nutzung eines mitinstallierten Programms namens „Authorizer“. Jenes nutzt eine notwendige Internetverbindung um die Lizenz auf den Stick zu übertragen. Mit der Lizenz auf dem Dongle kann Reason 6 auch mobil auf dem Laptop ausgeführt werden (zum Beispiel im Proberaum).

Für den Stick muss jedoch ein USB-Anschluss geopfert werden. Bei Laptops mit wenigen USB-Eingängen ist diese Form der Sicherheitsabfrage ungünstig, kann dann allenfalls mit einem zusätzlichen USB-Hub kompensiert werden. Alles in allem dauerte die Installation und die Freischaltung Online rund 15 Minuten. Getestet wurde übrigens mit einem Octacore i7.

 

Mischen wie die Profis

In meinem vorherigen Test habe ich die Audiofunktionen von Balance und Reason Essentials (Propellerhead Balance Testbericht) näher betrachtet. Und schon beim ersten Öffnen einer wahlweise leeren Session scheint alles beim Alten geblieben zu sein. In einem maximierbaren Fenster erscheint der typische Aufbau. Oben befindet sich das Mischpult, mittig das Rack (hier kommen später Instrumente und Effekte hinein) und der Sequenzer im unteren Teil. Alle drei Teilfenster lassen sich beliebig in der Größe einstellen.

Reason 6 Testbericht

Der Mixer im Reason 6 Testbericht

Die Ausstattung sowie Aufteilung des virtuellen Mischpultes ist, wie schon in Record 1.5, an die legendäre Konsole SuperAnalogue XL9000 K angelehnt. Schon hier zeigt sich die nun komplette Symbiose aus Reason 5 und Record 1.5: Der Hersteller hat die Audiofunktionen einfach in Reason 6 übernommen.

Mit acht Send/Returns, dem SSL-EQ, einem Hoch-/Tiefpassfilter, Sidechain und Filter, Kompressor, Limiter und Gate ist der geneigte Nutzer gut ausgestattet. Die gesamte Oberfläche lädt Produzenten geradezu ein, sie zu verwenden. Die Schaltzentrale verfügt über acht FX-Returns, die global (also je Kanal) verwendet werden können. Die Zumischung der Effekte wird dabei in jedem Kanal einzeln justiert.

In der Sektion „Master Insert“ befinden sich vier via MIDI ansteuerbare Regler für die MClass Master Effekte. Auch hier regele ich die Grundeinstellungen zunächst global. Dazu stehen je ein Poti und ein Taster zur Verfügung für Loudness Curve plus Stereo Imager, EQ Boost Frequenz, Compression sowie Master Gain und Punch.

Subgruppen sind grundsätzlich möglich, wobei sich für mich einen separater Kanal im Hauptmischpult als beste Lösung herausgestellt hat. Ich fülle dazu ein Rack mit einem weiteren Mixer und verbinde dessen Ausgang mit dem Eingang des vorhandenen. Auf diese Weise lässt sich nicht nur eine Gruppe routen, sondern gleichzeitig auch ein vorgeschaltetes Mischpult für den Pre-Mix damit verbinden.

 

Bearbeitung von Audiodaten

Mit der „Stretching“-Funktion, die bereits im nunmehr mit Reason verschmolzenen Record zur Aktion kam, können Audiodaten blitzschnell verlängert oder verkürzt werden. Das Schöne dabei: Die Bearbeitung ist nicht-destruktiv. Natürlich ist es ebenso möglich, Audiodateien zu schneiden, zu bearbeiten oder gar kleine Knackser mit einem Fade-Out zu versehen. Die Bearbeitung dieser Daten findet dabei im Fenster des Sequencers statt, wo wir auch die so genannten Blocks aus der Vorgängerversion wiederfinden.

Diese dienen dem Musikanten zur Einteilung eines Songs in Strophe, Refrain, Bridge, Break etc. Blocks markieren einfach einen bestimmten Songpart und dienen dazu, auf schnelle Weise ein Arrangement umzustellen oder neu zu erstellen. Wer es lieber klassisch möchte, nimmt die aus anderen Sequencern gewohnte Song-Ansicht.

 

Das Rack

Das Rack ist in zwei nebeneinander liegenden Ebenen aufgeteilt. Das vereinfacht die Verkabelung auf den „Geräterückseiten“ und die Übersicht immens (mittels Tab-Taste wird die Ansicht um 180 Grad gedreht). Ich erinnere mich an frühere Versionen von Reason, die mein Mausrad geradezu ins Nirwana scrollen ließen, da alle Geräte in nur einem Rack „verbaut“ wurden. Mit der Dual-Rack-Ansicht lassen sich die Module endlich besser anordnen und verkabeln.

Gleichzeitig wird auf jedem Port via Mouse-Over angezeigt, wohin das jeweilige Kabel führt (gab es auch schon in früheren Versionen). Bei exotischem Routing erhöht auch das die Übersicht. Ich würde mir nur wünschen, dass der Hersteller mir die Option gibt, Kabel farblich zu markieren. So würde auch bei großen Projekten der Verlauf des Routings schon mit den Augen erkennbar werden. Bisher hat der Hersteller dies jedoch nicht im Programm implantiert.

Reason 6 Testbericht

So sieht das Rack mit der Verkabelung aus - Reason 6 Testbericht

Der Alligator

Alligator ist ein ausgefuchstes Gate, das selektiv mit Frequenzen arbeitet und damit rhythmische Modulation ermöglicht. Ich wähle zunächst die Auflösung meiner Gates (bis drei Stück möglich), stelle den Filter über die Parameter LFO, Frequenz, Resonanz und Envelope ein, dann wähle ich aus den drei Modulationsarten Drive, Phaser oder Delay. Die Parameter Pan und Volume werden pro Gate eingestellt, wahlweise auch in Summe. Das trockene Signal wird separat dazu gemischt.

Reason 6 Testbericht

Bissiger Zeitgenosse, der Alligator

Die Auswirkungen greifen massiv ins Klangbild ein. Gleich ob Pads mit Akkorden oder komplexe Beats – die Gates zerstückeln alles bis ins Detail und laden zum Experimentieren ein. Das Gerät selbst wirkt dabei übersichtlich und durchdacht aufgebaut.

Eine Auflösung von 1/8tel bis 1/32stel halte ich für dieses Modul als ausreichend. Ebenso die neun unterschiedlichen Wellenformen, mit denen der LFO (wahlweise mit Sync) gefüttert wird. Dub-Step Produzenten werden den Alligator lieben. Aber auch alle anderen bekommen ein tolles Werkzeug zur rhythmischen Destruktion von Sequenzen.


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GUT

Propellerhead Reason 6 Testbericht am 23.12.2011

Produkt:      Propellerhead Reason 6
Hersteller:  

Preis:  379,00 Euro
UVP:    429,00 Euro

Kurzfazit

Geschlossenes Musikprogramm mit vielen Optionen. Komplette Umgebung zur Musikproduktion mit zahllosen Effekten und virtuellen Instrumenten, aber ohne VST.

Für wen

Alle, die einen guten Workflow suchen und auf die VST-Schnittstelle verzichten können.

Wichtige Merkmale
  • Stand-Alone Musikprogramm
  • Effekte & virtuelle Instrumente
  • 64-bit

 


Lesermeinungen (2)

zu 'Reason 6 Testbericht: Wie aus einem Guss'

  • Gernot Hummer   20. Jun 2012   12:51 UhrAntworten

    Schöner Testbericht. Mit 6.5 hat sich das VST Thema jetzt ja etwas geöffnet für Reason - Nutzer. Natürlich war der Aufschrei groß, weil man sich VSTs, die man eigentlich schon besitzt, eventuell als Rack Extension noch einmal kaufen muss.

    Bezüglich der Dongle-Problematik wollte ich noch sagen, dass das für mich kein großes Problem darstellt, ich arbeite hauptsächlich (zu mehr als 90%) mit der Internet - Authentifizierung. Damit bleiben meine USBs frei. Reason bietet immerhin die Möglichkeit, auch ohne Dongle zu laufen, man muss dann halt online sein...

  • moofi   11. Nov 2012   16:26 UhrAntworten

    es kann noch hinzugefügt werden, dass das Rack in beliebig viele nebeneinanderliegende Leisten gegliedert werden kann.

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