Rainger FX Dr. Freakenstein Fuzz Testbericht

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Rainger FX Dr. Freakenstein Fuzz Testbericht

Der Rainger FX Dr. Freakenstein Fuzz Testbericht mit allen Infos + Klangbeispiel


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Was ist es?

Von der Musikmesse kommt das Fuzz-Pedal Rainger FX Dr. Freakenstein Fuzz und sein kleiner Kumpel Igor; hier geht es um das aktuelle, deutlich aufgebohrte Modell mit der Bezeichnung DrFF-3. Es handelt sich um einen ausgefallenen Fuzz für aggressive, Lo-Fi-artige Sounds. Das Obertonverhalten lässt sich mit einem Oszillator beeinflussen, der per LFO moduliert werden kann.

Hier kommt Igor ins Spiel – eine kleines Zusatzpedal zur Echtzeitsteuerung der Parameter per Fuß. Das Gerät benötigt lässt sich per 9-Volt-Batterie bzw. Netzteil speisen (beide separat zu erwerben).

Rainger FX Dr. Freakenstein Fuzz Testbericht

Erstkontakt mit dem Rainger FX Dr. Freakenstein Fuzz

Auf der Website eines deutschen Händlers für Boutique-Effektgeräte konnten wir das Pedal mit seinem Gehilfen Igor zum Straßenpreis von 359,- Euro (inkl. MwSt. & Versandkosten) entdecken. Ansonsten findest Du über die Website des deutschen Vertriebs Cotton Musical Supply Musikläden in deiner Nähe.

 

Rainger FX Dr. Freakenstein Fuzz Testbericht

Konstruktion

Das Teil sieht wirklich so aus, als hätte es soeben Dr. Frankensteins Labor verlassen. Ein sehr stabiles Blechgehäuse in Schwarz schützt die Innereien. Auf der Oberseite des Pedals findest Du einen Volume-Regler, einen Modusschalter, einen Oszillator-Regler und einen Regler, der mit »Rate« beschriftet ist.

Dann gibt es noch einen Fußschalter mit True Bypass und einen Knifeswitch. Bitte? Ja, einen Knifeswitch, dieses Ding, das in 60er-Jahre-Horrorfilmen dazu verwendet wird, irgendwelche elektrischen Apparaturen einzuschalten und dabei diabolisch zu lachen. Des Weiteren findet sich ein analoges Messwerk für den Eingang. Das Teil ist auf jedem Fall ein Hingucker auf jedem Board.

Auf der Rückseite sitzen der Netzanschluss, ein Hi/Lo-Schalter, die Buchsen für Gitarre und Amp sowie zwei Anschlüsse für Igor, das druckempfindliche Piezopedal.

Rainger FX Dr. Freakenstein Fuzz Testbericht

Die Rückseite des Rainger FX Dr. Freakenstein Fuzz mit allen Anschlüssen

Funktionsweise

Flugs das Pedal angeschlossen und der Neugierde freien Lauf gelassen. Betätigst Du den Fußschalter, passiert erst einmal nichts, zusätzlich muss der Effekt per Knifeswitch scharfgeschaltet werden. Es folgt ohrenbetäubender Krach, vor lauter Schreck habe ich fast meine Strat fallengelassen. Also doch erstmal etwas vorsichtiger zu Werke gehen und die englische Gebrauchsanleitung lesen.

Der Hi/Lo-Schalter auf der Rückseite sorgt für die Intensität des Fuzz-Effekts. Durch den fühlt man sich direkt zurückversetzt in die 60er und 70er. Allerdings hat das Pedal auch ein sehr scharf eingestelltes Noise Gate mit an Bord, das nicht konfigurierbar ist. Es klingt dreckig und böse. Könnte ich mir gut für Black-Sabbath-artige Riffs vorstellen. Mit dem Volume-Regler stellst Du die Lautstärke am Ausgang ein, das Zeigerinstrument visualisiert den Input-Level auf einer Skala ohne Einheit.

Jetzt kommen wir zum interessanten Teil, dem Oszillator und dem Mode-Schalter. Schaltet man Letzteren ein, wird die Oszillation hörbar, die Frequenz des Effekts siehst Du am An- und Abschwellen der Meter-Hintergrundbeleuchtung. Der OSC-Regler steuert die Effektstärke, der Rate-Poti die Geschwindigkeit. Igor ist für die Fußjustierung der Intensität der Oszillation oder des Sweeps zuständig.

Rainger FX Dr. Freakenstein Fuzz Testbericht

»Igor« – das Rainger FX Dr. Freakenstein Fuzz hat einen treuen Gehilfen

Sound im Rainger FX Dr. Freakenstein Fuzz Testbericht

Direkt aus einem Labor der 60er und 70er, von der Hendrix- und Iommi-Fraktion…mit dem Oszillator und den vielfältigen Einstellmöglichkeiten kann man experimentieren, bis der Arzt kommt. Aus deiner Gitarre kannst Du damit schon sehr an Synthesizer erinnernde Sounds herausholen. Und das alles in ohrenbetäubenden Lautstärken.

Wenn die Gitarre ausklingt, bricht beim Unterschreiten des minimalen Arbeitspegels das Signal ab und verursacht ein Geräusch, das einen erstmal an einen defekten Röhrenverstärker denken lässt, bevor Stille einkehrt.

Igor verwandelt das Fuzz in eine Mischung aus Wah-Wah und Synthesizer, Du benötigst allerdings eine feste Unterlage und stabiles Schuhwerk, um genug Druck auf Igor ausüben zu können.

Es ist definitiv kein Pedal für die puristische Bluesfraktion. Ich habe mehrere Stunden damit zugebracht, alle Sounds des Dr. Freakenstein zu erkunden und mich da in klangliche Abgründe zu begeben, die ich meinem Equipment nie zugetraut hätte. Allein das und die Qualität der verbauten Komponenten rechtfertigen den relativ hohen Preis des Pedals.

Rainger FX Dr. Freakenstein Fuzz ft. Squier Telecaster, Tubemeister 36 & Redbox


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SEHR GUT

Rainger FX Dr. Freakenstein Fuzz Testbericht am 05.09.2014

Produkt:      Rainger FX Dr. Freakenstein Fuzz
Hersteller:  

Preis:  359,00 Euro
UVP:    399,00 Euro

Kurzfazit

Außergewöhnliches Fuzz-Pedal. Ein innovativer Fuzz-Effekt mit großem klanglichen Spielraum und willkommenen Modulationsmöglichkeiten per Zweitpedal.

Für wen

Soundtüftler und Fans der 60er- und 70er-Jahre-Bands bzw. von den White Stripes inspirierte Gitarristen.

Wichtige Merkmale
  • Fuzz mit Noise Gate
  • Strom (9V) via Batterie oder Netzteil
  • Piezopedal »Igor« zur Steuerung von OSC & LFO
  • Stahlblechgehäuse
  • Grundmaße: 130 x 133 mm

 


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