PreSonus StudioOne 2 Testbericht

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PreSonus Studio One 2 Professional

Die Mixer-Ansicht in PreSonus Studio One 2 Professional


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Was ist es?

PreSonus Studio One 2 Professional ist eine DAW-Software für Windows (wahlweise für 64-Bit-Systeme) und Mac OS X. Es handelt sich um die umfangreichste Variante des Programms, alternativ stehen die Standardvariante »Producer« und die abgespeckte Version »Artist« zur Verfügung.

Die Professional-Edition, die uns zum Test zur Verfügung stand, zeichnet sich unter anderem durch eine 64-Bit-Engine, die Integration der Tonhöhenkorrektur Celemony Melodyne essential, eine integrierte Mastering-Sektion und 19 GB Sample-Material aller Couleur aus.

 

PreSonus StudioOne 2 Testbericht

Einleitung

Die Philosophie von PreSonus war und ist, ein Programm zu entwickeln, das erstens einfacher, zweitens schneller bedienbar und drittens alles bieten sollte, was in den bekannten DAWs zu finden ist. Mit diesen Grundgedanken begannen sie, eine komplett neue Engine zu schreiben.

Als die Version 1.0 der Fachpresse und dem Publikum vorgestellt wurde, ging ein erstauntes Raunen durch die Reihen der Musiker und Produzenten, denn was dieses Programm zeigte, ließ sich zwar auch mit arrivierten DAWs wie Logic oder Cubase realisieren, aber nicht mit einem derart reibungslosen Workflow. Leider fehlten noch einige wichtige Features, um mit der etablierten Konkurrenz mithalten zu können. Daher blieben die meisten bei ihrer gewohnten Arbeitsumgebung.

In Berlin sah ich Studio One 2 zum ersten Mal und war begeistert, wie sich die Software in den letzten Jahren entwickelt hat. Mein größter Kritikpunkt war immer, dass keine Audiobearbeitung geboten wurde, wie ich es von Logic gewohnt war. Daher verfolgte ich die Entwicklung nur nebenbei und Studio One stellte für mich keine Alternative im täglichen Studioalltag dar. Diese Lücke der nicht vorhandene Audiobearbeitung wurde aber nun vollends geschlossen – Studio One 2 bietet jetzt genau das, was ich damals vermisste. Ob es aber nicht nur gut auf dem Papier klingt, sondern ob das Programm jetzt mit den Platzhirschen mithalten kann, wird dieser Test zeigen.

PreSonus Studio One 2 Testbericht

Die Mixer-Ansicht in PreSonus Studio One 2 Professional

In diesem Artikel werde ich mich auf die prominentesten Neuerungen konzentrieren, die in der zweiten Version des Programms Einzug gehalten haben. Die Funktionen, die mir am interessanten erscheinen, werde ich in gebührendem Umfang erläutern und gegenüber den Basics eine größere Aufmerksamkeit zukommen lassen.

 

Installation

Für diesen Test stellte uns PreSonus die Downloadversion von Studio One 2 Professional zur Verfügung. Für den Test nutzte ich einen Mac Pro mit 10 GB Arbeitsspeicher. Nach der Registrierung unserer Version bei PreSonus ging das Laden und Installieren sehr schnell von der Hand.

Um mit dem Programm arbeiten zu können, muss es aktiviert werden. Für diesen Prozess bietet Studio One zwei Varianten an, online oder offline. Ich entschied mich für Ersteres. Einige Sekunden später war Studio One aktiviert. Bis zu diesen Punkt ging alles sehr schnell und ohne langes Warten.

Was mir besonders an Studio One gefällt, ist die Tatsache, dass man die Programmumgebung sehr selten verlassen muss. So auch um den Content zu laden, der auf den Servern von PreSonus für deine Version bereitsteht – beträchtliche 16 GB für die Variante Studio One 2 Professional. Häkchen machen, Installieren drücken und der Content wird auf deine Festplatte übertragen. Sehr schön.

PreSonus Studio One 2 Testbericht

Die Installation von Sample Libraries und sonstigem Content ist komfortabel

In der Auflistung der verfügbaren Zusatzinhalte findest Du auch die Versionen von Celemony Melodyne Essential und Native Instruments Komplete 8 Elements. Leider gib es hier keine Möglichkeit von Studio One aus, diese zu registrieren und zu aktivieren. Du musst also auf die Webseiten beider Hersteller gehen und dort, falls noch nicht vorhanden, ein Benutzerkonto anlegen, um die Software freizuschalten.

 

Erster Start

Nachdem alles geladen, installiert und registriert war, konnte ich anfangen, Studio One unter die Lupe zu nehmen. Ein Feature, was mir in Version 1.5 schon gefallen hat, war die Startseite. Nach dem Start des Programms landest Du stets als erstes auf dieser Seite. Hier findest Du alle Einstellungen für sein System, kannst ein Profil anlegen und eine Liste von allen Songs und Projekten einsehen, mit denen Du kürzlich gearbeitet hast.

PreSonus Studio One 2 Testbericht

Einladend: Die Startseite in PreSonus Studio One 2

Sollte dein Studiorechner online sein, werden alle Neuigkeiten über Studio One angezeigt. So erfährst Du, ob es neue Updates gibt, wann neue Soundsets erhältlich sind und dergleichen mehr. Feine Angelegenheit, denn bei anderen Programmen bist Du gezwungen, in gewissen Abständen die Website der Hersteller zu besuchen, um auf dem Laufenden zu bleiben.

 

ARA & Celemony Melodyne essential

ARA steht für »Audio Random Access«, die neue Schnittstelle von PreSonus und Celemony. Die Idee ist aus der Not heraus entstanden, denn PreSonus suchte für Studio One 2 nach einer Lösung zur Tonhöhenkorrektur, um anderen DAWs in nichts nachzustehen. Einige Varianten wurden getestet und wieder verworfen, da PreSonus die an sich selbst gestellten Ansprüche nicht erfüllt sah. Schließlich richteten die Entwickler eine Anfrage an Celemony, um vorzuschlagen, Melodyne in Studio One zu integrieren. Celemony fanden diese Idee sehr gut, doch es stellte sich heraus, dass Schnittstellen wie VST und AU nicht wirklich geeignet sind, um Melodyne in eine Host-Software einzubinden. So wurde die ARA-Technologie entwickelt.

Diese Schnittstelle ist so tief in die Software eingebettet, dass sie ein Teil der DAW wird. Der Vorteil: Die lästige Melodyne Bridge entfällt. Darüber hinaus wurde ARA als offenes Format entwickelt, wodurch auch andere Hersteller die Möglichkeit haben, ARA in ihre Software einzubinden.

Nach der intensiven Arbeit an ARA ist PreSonus besonders stolz auf die Integration in Studio One. Egal, wo man auf einen Mitarbeiter von PreSonus trifft, haben sie bei diesem Thema ein Lächeln auf den Lippen. Verständlich, denn Melodyne in die Programmstruktur der Host-Software einzupassen, war nicht einfach. Dafür ist sie jetzt so einfach zu bedienen wie praktisch alles in Studio One.

PreSonus Studio One 2 Testbericht

Melodyne ist in PreSonus Studio One 2 Professional integriert

Zunächst musst Du eine Audiodatei auswählen, woraufhin Melodyne die Datei analysiert und das Editorfenster öffnet. Hier kannst Du nach Herzenslust Tonhöhenkorrekturen vornehmen. Gleichzeitig legt Melodyne auch MIDI-Noten an, die es bei der Analyse anhand der Transienten errechnet hat. Die Ergebnisse klangen in meinem Test sehr gut, so wie ich es von den Melodyne-Algorithmen kenne.

Mit der beiliegenden Essential-Version von Melodyne lassen sich lediglich monophone Audiodateien bearbeiten. Wer polyphon pitchen möchte, benötigt Melodyne Studio.


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SEHR GUT

PreSonus StudioOne 2 Testbericht am 07.02.2012

Produkt:      PreSonus StudioOne 2
Hersteller:  

Preis:  349,00 Euro
UVP:    379,00 Euro

Kurzfazit

DAW mit frischen Ideen. Diese DAW-Software glänzt vor allem mit ihrem intuitiven Workflow.

Für wen

Musiker und Produzenten, die eine gut ausgestattete DAW Software preiswert suchen.

Wichtige Merkmale
  • DAW-Software
  • Windows & Mac OS X
  • Celemony Melodyne essential integriert
  • Mastering-Sektion
  • 16 GB an Soundsets

 


Lesermeinungen (14)

zu 'PreSonus Studio One 2 Testbericht: Was ist neu in der Version Professional?'

  • Mic-L   08. Feb 2012   13:49 UhrAntworten

    Stimmt schon soweit, ein echt tolles Programm - aber es gibt noch weitere "Mängel" zu berichten:
    - Keine Bitbridge enthalten
    - importierte Loops werden nicht automatisch dem Songtempo angepasst
    - Ein Monokanal ist immer ein Monokanal, d.h. wenn man Stereoinserts benötigt, muss man entweder auf eine(neue)Subgruppe routen, oder einen neuen Stereokanalzug erzeugen, die Objekte von der Monospur herüberziehen und einige der insertierten Plugins kopieren, etc. Das ist genauso unpraktisch wie bei Cubase...
    - Die Farbe von Subgruppen / Effektkanalzügen lässt sich nicht ändern
    - An die - meiner Ansicht nach - überflüssigen Inputkanäle (wie bei Cubase) kann man sich gewöhnen - aber es stört den Workflow. Das ist z.B. in Samplitude und anderen DAWs besser gelöst...man merkt halt aus welchem Hause die Programmierer stammen.

    Aber ich bin mir sicher, man wird diese wenigen Dinge auch noch verbessern.

  • Jürgen   14. Feb 2012   11:27 UhrAntworten

    Ein hervoragender Test, der dem Produkt gerecht wird.
    Hier merkt man, dass sich der Autor mit dem Programm auseinander gesetzt hat.
    Beide Daumen hoch.

    • Felix Baarß (delamar)   14. Feb 2012   11:44 UhrAntworten

      Vielen Dank, Jürgen! Wenn Jens hier nicht eh schon mitliest, werden wir das an ihn weiterleiten.

      Gruß,
      Felix

  • RayBeats   01. Okt 2012   17:36 UhrAntworten

    Für mich die beste daw und lang nicht so teuer wie cubase usw und macht echt fun

  • Dr.Beatrump   05. Nov 2012   01:17 UhrAntworten

    Habe schon lange eine alternative zu Logic gesucht, da nach den ganzen Betriebssystem Umstellungen immer mehr Fehler auftraten. Ich glaube auch nicht das sich Logic noch gross weiter entwickelt wird. Seid 4 Wochen arbeite ich nun mit Presonus und bin einfach nur erstaunt, wie schnell ich mich in diese Daw eingearbeitet habe. Presonus zeigt, wie es auch schnell gehn kann, Änderungen vorzunhemen. Beste Workflow ever.
    Ich glaube Presonus wird noch sehr gross werden !!!

  • Sönke Clausen   10. Dez 2012   12:11 UhrAntworten

    Habe schon länger nach einem Workshop für Einsteiger gesucht. Warum muss ich mit jeder Sortware das Rad von vorn erfinden? Handbücher lesen ist nicht Sache von Jedermann. Erstaunlich, für solche Veranstaltungen gibt es offensichtlich keinen Markt. Ich wäre gern bereit, dafür auch etwas Geld zu investieren.
    Jetzt probiere ich es einmal mit Eurem Tutorial. Danke!

  • Jörg   10. Jan 2013   10:07 UhrAntworten

    Hallo an alle. Also ich habe keinen Plan wie man , wenn man jetzt ein drumset auf einer spur hat und mit NInstruments zb. kontakt 4 arbeitet , wie man das auf die einzelne spuren überträgt damit man bei einzelnen Druminstrumenten zb. Lautstärke und Panorama ändern kann. Bei mir ändert sich immer zb. bei Base und Snare, also bei allen , alles zugleich.
    Ich persönlich tu mir schwer. Bei EZ Drummer glaube ich ist das besser gelöst wie man in Videos sieht.
    Und die Deutsche Unterstützung ist absolut mies bzw. gibt es keine Tel.Nr. um Fragen zu stellen.
    Bin etwas enttäuscht über Presonus.
    Auch findet man bei Youtube kaum Deutsche Videos. Ausser vielleicht diese Öden ein Minuten Videos, eigentlich unglaublich.
    Aber ansonsten eine gute DAW meine ich, auch wenn wie gesagt kaum Hilfe geboten wird.

    • Mic-L   10. Jan 2013   13:58 UhrAntworten

      Hallo Jörg
      Bin mir nicht sicher, ob ich Deinen Kommentar / Frage richtig verstanden habe...
      Stimmt, einige Dinge sind in S1 nicht so gelöst, wie man es erwartet. Aber es sind wenige.
      Möglicher Weise hilft dies:
      Zunächst musst Du Einzelausgänge im Mixer (Konsole) von S1 erzeugen (für die einzelnen Ausgangskanäle Deines VST Instruments, etwa Kontakt, Addictive Drums, etc.).
      Seltsamer Weise geht das nicht im Mixer selbst, sondern Du musst dazu das Plugin öffnen, das die neuen Einzelausgänge bekommen soll. Dort gibt es am oberen Rand, direkt unter den einzelnen Reitern für die verschiedenen VSTis ein kleines quadratisches Feld / Button namens "CH". Wenn Du dort draufklickst, öffnet sich ein Pulldown-Men (sofern es welche hat). Dort musst Du Haken setzen für die Kanäle, die Du als Einzelspuren im Mixer haben möchtest.

      Grundsätzlich kann es daran liegen, dass Deine einzelnen MIDI Spuren gruppiert sind...?

  • B. Rhinow   22. Okt 2013   17:47 UhrAntworten

    Im Vergleich zu anderen Programmen bleibt mir aktuell nur eine Möglichkeit: ... nämlich zeitnah StudioOne Pro zu ordern ;-)

  • Fulle   27. Nov 2013   15:38 UhrAntworten

    Die beste DAW zur Zeit .
    Man müsste nur noch Samples in Midi umwandel können !

  • ahmed   09. Dez 2014   00:52 UhrAntworten

    brauche hilfe bitte!
    habe prosonus mit einer e-mail adresse hochgeladen. nun hab ich einen neuen account mit neuer e-mail adresse erstellt. nun hab ich drum loops für 60.- gekauft und kann es nicht öffnen?

  • Stefan   16. Feb 2015   13:52 UhrAntworten

    Benötige Hilfestellung!
    Ich nutze zum Testen die StudioOne Free. Leider ist es mir nicht möglich, das USB-Keyboard von Akai LPK25 mit der StudioOne Free Software zu nutzen. Bei der Auswahl ist das LPK25 nicht hinterlegt.

    Hat jemand eine Idee?
    Beste Grüße,
    Stefan

  • Pascal   18. Mai 2015   08:19 UhrAntworten

    Hallo Stefan, Die Free und die Artist version lassen das nicht zu vielleicht die Artist ja , aber die Free ist gedacht damit man sich ein wenig in S1 einarbeiten kann. In der Pro version wird dein Problem dann überflüssig werden. auch schreiben welche hier das dies nicht geht das nicht geht, einer meiner Vorredner schrieb das er enttäuscht von Presonus sei, kaum Deutsche unterstützung. Ich kann jetzt nur aus Erfahrung mit Presonus Produkten sprechen und sagen das es Quatsch ist. Auf der Presonus orginal Seite gibt es ein Deutsches Forum wo sogar ein Programmierer manchmal auch Technische Fragen beantwortet, und es gibt jede menge S1 Facebook Gruppen wo man sehr schnelle hilfe bekommt, allerdings da ist es meistens auf Englisch gibt's aber auch auf Deutsch! S1 macht so einen Spass und Die Firmenvideo's und tutorials sind klasse die man bei youtube zu 1000 'enden gucken ich sage wirkliche 1000 Video's über studio one. so beliebt ist die Software...

  • Niels Dettenbach   06. Aug 2015   16:25 UhrAntworten

    Kleiner Fehler: für das Bearbeiten von polyphonem Audio benötigt man den "Melodyne Editor" - "Studio" ist eine Art eigene DAW für Mehrspurbearbeitung von Celemony, welche aber kein DNA (Direct Note Access) bietet. Den bietet nur der "Editor".

    Als Pro Tools User schiele ich gerade auf Studio One, da ich doch öfter "kreativ" mit MIDI und Hardware Synths hantiere und am Mac Book arbeite. Leider fand ich nichts zu Tracks Freeze (bietet das S1?) und wie gut das MIDI Routing ist (nicht nur zur Steuerung der DAW) und zB Latenzmanagement externer Geräte (MIDI/Audio). Hast Du dazu Details?

    Vielen Dank!

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