PreSonus FS Mobile Studio Testbericht


Was ist es?

Mit dem PreSonus FS Mobile Studio hat der Hersteller ein Komplettpaket für Einsteiger zu einem Straßenpreis von gerade einmal 299,- Euro zusammengestellt, das einen Blick wert ist. Käufer dieses Bundles können sofort mit dem Recording loslegen, da von Musiksoftware und Mikrofonen über Audio Interface bis zu den Kabeln alles Notwendige mitgeliefert wird.

Das eigentliche Herzstück des Pakets ist, wie der Name vielleicht vermuten ließe, das Audio Interface FireStudio Mobile. Softwareseitig hat PreSonus sein derzeitiges Flaggschiff, die DAW Studio One 2 eingepackt. Mit dem beigelegten Gutschein kann sogar (solange der Vorrat reicht) von der Version »Artist« zur »Producer« ein Update erworben werden.

Ebenfalls im Paket finden sich zwei Kondensatormikrofone (Kleinmembran) sowie eine Stereoschiene und die Kabel, die unter dem Markennamen PreSonus nur in diesem Paket zu haben sind. Abgerundet wird das Produkt mit dem ebenfalls von PreSonus entwickelten Kopfhörer HD7.

PreSonus FS Mobile Studio Testbericht

Darum ↑ geht’s in unserem PreSonus FS Mobile Studio Testbericht

 

PreSonus FS Mobile Studio Testbericht

Das Interface

Ich will hier nicht auf alle Details eingehen, da das Interface bereits im PreSonus FireStudio Mobile Testbericht auf delamar ausführlich beschrieben wurde. Vor allem für Einsteiger ist es wichtig zu wissen, dass das Gerät nur über FireWire mit dem Rechner verbunden werden kann. Da nicht jeder Rechner über einen solchen Anschluss verfügt, ist es für dich vielleicht notwendig, eine entsprechende Schnittstelle im Vorfeld anzuschaffen. Immerhin befinden sich gleich zwei Anschlüsse mit an Bord, so dass bis zu vier dieser Geräte kaskadiert oder eine externe Festplatte daran angeschlossen werden können.

Mit zwei Vorverstärkern und insgesamt sechs analogen Inputs, einer Samplerate von bis zu 96 kHz und einer Bittiefe von bis zu 24 Bit bei zwei Ausgängen dürftest Du nicht nur in der Anfangszeit, sondern auch lang darüber hinaus gut ausgestattet sein. Sowohl S/PDIF als auch Standard-MIDI-Anschlüsse stehen dir über ein Breakout-Kabel zur Verfügung.

 

Die Software

Die DAW-Software PreSonus Studio One 2 ist aufgrund des flüssigen Arbeitens und der gebotenen Features ein sehr gutes Argument, um mit dieser Musiksoftware in die Musikproduktion einzusteigen. Zwar brauchst Du entweder ein wenig Vorwissen oder etwas Zeit für die Bedienungsanleitung, um die ersten Schritte hier zu gehen, aber der ausgesprochen gute Workflow erspart dir auf lange Sicht so Einiges an Frustration. Und das über den Punkt hinaus, an dem viele andere bei Mitbewerberprodukten das Handtuch werfen.

Zwar musst Du in der hier beigelegten Version auf die hochgepriesene Integration von Melodyne verzichten, doch die anderen mitgelieferten Effekte sind jedoch sowohl klanglich als auch ergonomisch sehr gut und werden auch dem Semi-Profi noch guten Nutzen bringen.

Zu den Highlights gehören die mit 32 Bit arbeitende Audio Engine, unlimitierte Spuren, Gruppen und FX-Kanäle, automatischen Kompensation der Latenz, virtuelle Instrument & Effekte, Sampler und vieles mehr.

 

Mikrofone

Zwei Kondensatormikrofone mit Kleinmembran bieten einen Frequenzgang von 40 Hz bis 20 KHz. Für die meisten Situationen im Homerecording und für Einsteiger sollte die Klangqualität vollkommen ausreichen, allerdings solltest Du dir auch nicht zu viel versprechen. Sie sind für den Preis angemessen – nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Gute Aufnahmen sind damit sehr wohl möglich, irgendwann wirst Du aber vielleicht den Drang verspüren, die beiden mit anderen Mikrofonen zu ergänzen oder zu ersetzen. Die für die Mikrofone mitgelieferte Stereoschiene ist genau auf die Mikrofone angepasst und erlaubt es dir, eine X/Y-Mikrofonierung sehr schnell vorzunehmen. Dafür werden die Mics fest auf die Schiene geschraubt und können danach nicht verschoben, sondern nur gedreht werden. Genau das Richtige für Einsteiger und all jene, die sich nicht lang mit Experimentieren auseinandersetzen möchten.

Was ich jedoch wirklich vermisse, ist eine ausreichende Möglichkeit, die Mikrofone vor Staub und ähnlichem zu schützen. Deshalb lautet meine Empfehlung, entweder den mitgelieferten Windschutz auf die Mikrofone zu stecken oder den Originalkarton zur Aufbewahrung zu verwenden.

Klangbeispiel:

 

Kopfhörer

Wahrlich, für den geforderten Preis für das gesamte Paket sind keine Wunder zu erwarten – weder in puncto Tragekomfort noch bei der Klangqualität. Der mitgelieferte Kopfhörer kann je nach Träger auf Dauer unangenehm zu tragen sein. Neben der relativ zügigen Hitzeentwicklung drücken mir die Polster das obere Ende meiner Ohrmuschel ab, sodass sich das Blut relativ bald daraus verabschiedet. Glücklicherweise ist das Gewicht bei diesem Modell recht gering geraten, dennoch empfiehlt sich, den Kopfhörer immer mal wieder für einige Minuten abzusetzen.

Davon abgesehen kannst Du mit dem gebotenen Klang durchaus zufrieden sein. Er klingt recht ausgewogen, vielleicht etwas zu stark auf der hellen Seite. Allerdings lassen die Kopfhörer nicht zu viel Tiefenstaffelung erkennen und die Betonung der Höhen führt bei mancher Musik zu unangenehmem Kratzen (was andererseits natürlich vorzüglicher als warnender Indikator durchgehend könnte).

Nützlich ist der schraubbare Klinkenadapter, mit dem Du im Handumdrehen den Anschluss von großer zu kleiner Klinke ändern kannst und so für alle Anwendungen flexibel bleibst.

Lesermeinungen (7)

zu 'PreSonus FS Mobile Studio Testbericht: Homerecording kompakt'

  • crist beats
    30. Okt 2012 | 12:24 Uhr Antworten

    Hahaha, ”Abgerundet wird das Produkt mit dem ebenfalls von PreSonus entwickelten Kopfhörer HD7.”

    Sucht mal nach ‘Superlux HD681′
    War bei meinem Interfacebundle auch dabei…
    Ist der gröste Schrott das Teil…

    Ich bin der Meinung, dass es allemal lohnt sich immer Einzelkomponenten anstatt Bundles zu kaufen. Man vermeidet dass man ständig mit dem steigenden Anspruch zusammen ‘aufrüstet’. Ganz zu schweigen vom besseren Wiederverkaufswert…

    • Felix Baarß (delamar)
      30. Okt 2012 | 17:03 Uhr Antworten

      Leave Superlux HD681 alone! *schluchz* Ernsthaft, das Teil hat ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, wer bei 15 – 20 Euro (ich habe glaub ich damals 18 Euro auf eBay geblecht) mehr verlangen würde, hätte ziemlich verzerrte Erwartungen.

      Und wie von Lukas schon schon geschrieben, taugt das Teil zumindest als erstes Einsteigergerät, bzw. als Ersatzabhöre oder extrem erschwingliches Zweitgerät.

  • crist beats
    30. Okt 2012 | 17:20 Uhr Antworten

    ja stimmt schon! aber weder zum musikhören (unbequem wie sau) noch zum mucke machen (unbequem wie sau) ist es für mich brauchbar… wenn man recordet, ok… und stimmt, der klang is für den preis nicht schlecht.

    • tom
      31. Okt 2012 | 17:01 Uhr Antworten

      @ crist beats:
      Ich persönlich benutze den Kopfhörer auch und kann dein Pauschalurteil “Ist der gröste Schrott das Teil…” überhaupt nicht bestätigen.

      Ich nutze ihn zum Recorden, Musik machen und zum Konsumieren…

      Ich finde es sehr gefährlich mit solchen “platten” und unfundierten Aussagen über Geschmacksachen zu urteilen. Denn sowohl der Tragekomfort als auch das persönliche Hörempfinden sind absolut subjektiver Natur.

      Darüber hinaus sollte man die Kirche im Dorf lassen und das Preis-/Leistungsverhältnis betrachten.
      Wie Lukas geschrieben hat, handelt es sich in erster Linie um ein Einsteiger-Set und sollte auch als solches bewertet werden. Imho macht es hier eine gute Figur.

      Außerdem kann ich das Argument bzgl. des Wiederverkaufswerts nicht nachvollziehen. Prozentual wird dieser sicherlich mit dem des Einzelgerätes identisch sein. Wenn du allerdings Einzelteile weglässt verschiebt sich das Bild allerdings. Logisch oder?

      • crist beats
        31. Okt 2012 | 17:38 Uhr

        Ich mache doch nichts anderes als du, ich gebe meine subjektive meinung wieder ;-)
        Und ich finde den Kopfhörer nicht gut!

        Naja, die gefahr ist das man sehr viel doppelt kauft…
        Interface ohne bundle – billiger
        wenn die mic’s einem nicht mehr reichen – neu kauf
        Kopfhörer ist unbequem oder enspricht nicht mehr den ansprüchen – neukauf

        wenn ich mir aber ein interface/kopfhörer/mic kaufe das in einer höheren preisliga steht bin ich länger zufrieden = weniger neukauf und der wiederverkaufswert der einzelnen komponenten ist besser (falls das dann mal in frage kommt) denn ein kopfhörer der mal 100 euro gekostet hat bringt später prozentual mehr als einer der nur 20 gekostet hat…

        aber klar, für einen einsteiger mag so ein bundle ansprechend sein.

        das ist MEINE subjektive meinung ;-)

  • testo
    31. Okt 2012 | 07:28 Uhr Antworten

    Der Kopfhörer schaut mir sehr nach SuperLux HD681 aus

  • Laney Anders
    16. Nov 2012 | 19:56 Uhr Antworten

    Hmmm, hab mir dieses Bundle mal zugelegt weil ich ein kleines Firewire Audiointerface benötigte für unterwegs.

    Finde das weder der Billigkopfhörer noch die Mics wirklich schlecht sind (angesichts des Preises), das Interface ist erste Sahne (3ms stabile Latenz auf MacBook Pro) und S1 2 Producer ist eine nette Homerecording DAW Software.

    Ein tolles, preiswertes Bundle, mit dem man sofort loslegen kann, 5 von 5 Punkten.

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