Wenn Du ein USB Audio Interface für das Recording kleinerer Bands oder Veranstaltungen benötigst, solltest Du dir unseren PreSonus AudioBox 44VSL Testbericht zu Gemüte führen. Hier klären wir, wie gut das Gerät in der Praxis funktioniert und ob es sein Geld wert ist.
Was ist es?
Beim PreSonus AudioBox 44VSL handelt es sich um ein Audio Interface zum Anschluss an den Computer per USB. Die verbauten Wandler arbeiten mit maximal 24-bit/96 kHz. Zur Verfügung stehen zwei kombinierte Eingänge für Mikrofone (auch Kondensatormikros) und Line-Quellen sowie zwei weitere für Mikrofone und hochohmige Instrumente wie E-Gitarre oder E-Bass.
Die Mixersoftware „Virtual StudioLive“ (VSL) bietet diverse Effekte auf jedem Kanal – Hochpassfilter, Noise Gate, Kompressor und Equalizer; zwei Effektbusse liefern zusätzlich Reverb und Delay. Im Lieferumfang ist die DAW-Software PreSonus Studio One Artist enthalten.
Die AudioBox gibt es in drei Ausführungen: Neben dem hier getesteten 44VSL, das sich zum Abmischen und Aufnehmen kleinerer Projekte eignet, gibt es auch das kleinere 22VSL (zwei Eingänge, zwei Ausgänge) für Sänger/Songwriter, Podcasts und dergleichen sowie das 1818VSL mit 18 Ein- und 18- Ausgängen für große Projekte.
PreSonus AudioBox 44VSL Testbericht
Eingänge
- 2 x Mikrofon/Instrument (XLR symmetrisch / 6,3 mm Klinke unsymmetrisch)
- 2 x Mikrofon/Line (XLR symmetrisch / 6,3 mm Klinke unsymmetrisch)
- MIDI (5-Pin DIN)
Ausgänge
- 6 x Line (6,3 mm Klinke symmetrisch)
- Kopfhörer (6,3 mm Klinke)
- MIDI (5-Pin DIN)
Erster Eindruck
Das Metallgehäuse des AudioBox 44VSL macht einen guten Eindruck. Es besteht zwar nicht größtenteils aus einem Stück, wie etwa die Avid Mbox Pro, aber alle Komponenten sind sauber aneinandergeschraubt, es gibt keine Lücken oder klappernden Einzelteile. Die XLR-Anschlüsse sind nicht fest mit dem Gehäuse verbunden, sondern mit einer Kunststoffplatte verklebt, die sich direkt hinter der Gehäusefront befindet. Keine optimale Lösung, aber immerhin.
Die Drehregler sind allererste Sahne – ebenfalls aus Metall, unerschütterlich fest im Gehäuse sitzend, geriffelt für eine griffige Bedienung, mit angenehmem Drehwiderstand und gerasterten Einstellpositionen. Ich habe selten so gute Potis in dieser Preisklasse unter meinen Fingern gehabt. Vier aufklebbare Gummifüßchen sind mit dabei, damit der Stand auf deinem Schreibtisch noch sicherer wird, als er durch das Gewicht von 1,2 kg ohnehin schon ist.
Der Packung liegt erfreulicherweise ein USB-Kabel bei. Die gedruckte Kurzanleitung informiert über die wichtigsten Dinge und dürfte den meisten eine Hilfe bei den ersten Schritten mit dem 44VSL sein. Außerdem gibt es von der PreSonus-Crew noch ein Rezept für lecker Jambalaya. ;)
Vorderseite
Vorne links bis zur Mitte sind die vier kombinierten XLR-/Klinkeneingänge untergebracht. Die ersten zwei sind für Mikrofone bzw. hochohmige Instrumente. Somit kannst Du immerhin zwei E-(Bass-)Gitarren gleichzeitig anschließen. Die Eingänge 3 und 4 schlucken Mikrofone bzw. Line-Quellen wie Synthesizer und Digitalpianos. Die Line-Eingänge sind symmetrisch, die Instrumenteneingänge natürlich unsymmetrisch ausgelegt.
Gleich neben diesen Eingängen befindet sich ein blau aufleuchtender Schalter, mit dem Du für alle Mikrofoneingänge zusammen die für Kondensatormikrofone notwendige Phantomspeisung aktivieren kannst. Das geht in Ordnung – separate Schalter für jeden einzelnen Mikrofon-Input sind in dieser Preisklasse nicht üblich.
Auf der rechten Seite findest Du die sieben Drehregler, deren Verarbeitungsqualität und Bedienkomfort ich bereits sehr gelobt habe. Die untere Reihe stellt vier Drehregler für die Eingangsverstärkung der vier kombinierten Eingänge. Dabei reicht die Spanne der Verstärkung für Mikrofone von -15 bis +65 dB, für hochohmige Instrumente von -30 bis +50 dB und für Line von -20 bis +20 dB. Neben allen Drehreglern findet sich eine kleine LED, die aufleuchtet, wenn ein übersteuertes Signal (über 0 dBFS) anliegt.
Die obere Reihe besteht aus drei Reglern. Mit dem Mixer-Regler kannst Du die Mischung aus den analogen Inputs und den vom Computer kommenden Audiosignalen bestimmen; in der 12-Uhr-Position sind beide Signale theoretisch gleich laut. Daneben folgt der Main-Regler für den Ausgangspegel der Main-Out-Buchsen. Schließlich gibt es noch den Phones-Regler, mit dem Du die Lautstärke des rückseitig angebrachten Kopfhörerausgangs bestimmen kannst. À propos: Der Kopfhörerausgang ist schön laut– so kannst Du auch Kopfhörer mit hohen Impedanzen verwenden, ohne dass Du die Ohren spitzen musst.
Rückseite
Nun zur Rückseite, erneut von links nach rechts betrachtet. Zunächst ist hier der Netzteilanschluss für die Stromverbindung des Presonus 44VSL. Schade, dass es keinen An/Aus-Schalter gibt. Weiter geht’s mit dem USB-2.0-Port (ein USB-Kabel wird mitgeliefert) und den zwei Buchsen für MIDI In und MIDI Out.
In der Mitte ist eine ziemlich verlassen wirkende Freifläche, die mich daran erinnert, dass der Hersteller dem Gerät durchaus noch eine S/PDIF-Verbindung hätte spendieren können.
Im rechten Bereich sind schließlich die Klinkenbuchsen zu finden: zwei für den Hauptausgang (linker und rechter Kanal), vier Line-Ausgänge und ein Kopfhörerausgang. Alle Line-Ausgänge sind symmetrisch ausgelegt. That’s all, folks – nicht wirklich viel in Anbetracht des geräumig gestalteten Gehäuses.



24. Jan 2012 | 12:30 Uhr
…die Klangbearbeitung läuft doch über einen DSP. Ich bin davon ausgegangen, dass die Latenz für diese (!) Einstellungen IMMER gering ist, da sie nicht den Weg über USB und zurück geht. Sprich: Etwas Kompression und Hall für den Sänger/-in macht die AudioBox.Ebenso die Kopfhörer Mmixes für den Rest der Band (Vielleicht wichtiger beim großen Bruder mit den 18 I/Os). Das ist ja schon mal ein großer Pluspunkt und in der Preisklasse nicht alltäglich.
Das Monitoring des Playbacks aus der DAW ist natürlich wieder mit einer Latenz behaftet…
Mir ist noch nicht klar, ob ich diese Effekte auch innerhalb der DAW nutzen kann?
25. Jan 2012 | 13:01 Uhr
wie sieht es aus mit der Stabilität der Latenz? variiert es beim Ein/ausschalten? Beim OS restart? Habt Ihr ein Loopbacktest durchgefürt, wenn ja im welcher Bereich (z.B. im Samples bei 44.1kHz Aufnahme) war die Schwankung? e.g. Tascam US 1641 schwankt hier mit zu bis +/- 200 Samples!
25. Jan 2012 | 15:19 Uhr
Wir haben keine großen Schwankungen beobachten können. Beim Loopback mit 44,1 kHz waren es etwa +/-1 Millisekunden.
26. Jan 2012 | 13:38 Uhr
So ein Latenztest bringt nur etwas, wenn angegeben wird mit welcher Rechnerhardware getestet wurde.
26. Jan 2012 | 16:43 Uhr
Intel Core2 Quad Q6600 mit 2,4 GHz pro Kern
4 GB RAM
Windows 7 (64 Bit)
PreSonus Sudio One 2.0.4.17496
RightMark Audio Analyzer 6.2.3 PRO