Pioneer RMX-1000 Testbericht

9
SHARES
Pioneer RMX-1000 Testbericht

Start frei für unseren Pioneer RMX-1000 Testbericht ↓


anzeige


Was ist es?

Das Pioneer RMX-1000 ist ein Multieffektgerät, das speziell DJs oder generell für den Live-Einsatz konzipiert wurde. Die vier großen Drehregler teilen sich in die klassischen drei Potis für den EQ und einen Poti für die Stärke des gewählten Effekts auf.

Ein berührungsempfindlicher Streifen mit fünf Abschnitten der zum Triggern der internen Drum Samples oder von bis zu 16 selbst aufgenommenen Samples dient, steht zur Verfügung. Weiterhin gibt einen kleinen Hebel zum Auslösen des sogenannten Release FX in verschiedenen Intensitätsstufen – das klassische schnelle Zurückwirbeln einer Platte, das Ausschalten des Plattenspielers oder ein Echoeffekt, der langsam ausblendet sorgen für dramaturgische Einschnitte im Mix.

Der RMX-1000 dient auch als Controller für das mitgelieferte Plugin, welches in den Schnittstellen VST & AU für Windows & Mac OS X daherkommt. Dieses bietet die gleichen Effekte und Steuerungsmöglichkeiten wie die Hardware. Zudem kannst Du mithilfe der sogenannten Remixbox (Software für Windows & Mac OS X) zahlreiche Effektparameter verstellen, die aus den angeschlossenen Zuspielern aufgenommenen Samples abspeichern sowie komplette Konfigurationen speichern, laden und synchronisieren.

Ein Cinch-Kabel, ein USB-Kabel, ein Netzstecker und eine SD-Karte mit 2 GB Fassungsvermögen sind im Lieferumfang enthalten.

Pioneer RMX-1000 Testbericht

Start frei für unseren Pioneer RMX-1000 Testbericht ↓

 

Pioneer RMX-1000 Testbericht

Erste Eindrücke & Verarbeitung

Die Benutzeroberfläche ist sinnvoll strukturiert – ganz oben die Anzeigen für die Eingangs- und Ausgangslautstärken nebst deren Reglern, gleich daneben die BPM-Anzeige mitsamt aller Tempokontrollen. So sind die Anzeigen und Bedienelemente der globalen klanglichen Aspekte nicht nur semantisch über allen anderen. Auch folgt das Layout dem Signalfluss (Input-Wahlschalter → 3-Band-EQ → Effektsektion → Release FX), was noch durch einen großen Pfeil in gebürsteter Silberoptik verdeutlich wird, wie Du auf den Produktfotos des Geräts deutlich sehen kannst. Weiterhin erwähnenswert, da es die Bedienung noch angenehmer macht, ist die sanft zu dir hin angewinkelte Oberfläche. Einzig die spiegelnde Oberfläche stört ein wenig, wobei es im Club jedoch nur selten zu wirklich irritierenden Reflexionen kommen sollte.

Lieber Leser, bitte entschuldige meinen Enthusiasmus, aber die vier großen Drehregler sind einfach fantastisch. Die gummierten und geriffelten, also sehr griffigen Poti-Kappen messen irre zwei Zentimeter im Durchmesser. Nicht zu vergessen: Sie sitzen felsenfest auf ihren Drehgebern, die für einen satten Widerstand und einen butterweichen Lauf sorgen. Auch der Zwischenraum zwischen den drei Potis, die für den EQ und weitere frequenzbandspezifische Effekte (siehe unten) da sind, fällt sehr großzügig aus; das gleichzeitige Regeln zweier Potis stellt nicht die geringste Hürde dar.

Details wie der deutliche weiße Kennstrich zur Anzeige der Reglerstellung und das sehr merkliche Einrasten in der Nullstellung (»auf 12 Uhr«) runden den hervorragenden Eindruck ab. Der Vollständigkeit halber: Auch die sechs kleineren Drehregler sind prima. Alles in allem habe ich stets das Gefühl, epische Effekt- und Filterverläufe beherrschen zu können. Gerade bei Effektgeräten zum Live-Schrauben ist die Haptik ja ungemein wichtig und hier kann der RMX-1000 die volle Punktzahl abstauben, wobei auch der Druckpunkt der Knöpfe sowie das Handling der Schalter und des kleinen Effekthebels überzeugen.

Als komfortabel, wenn nicht als essentiell zu bezeichnen ist die Möglichkeit, die Lautstärke der über Cinch und/oder die großen Klinkeneingänge eingespeisten Signale mit einem kleinen Drehgeber zu regeln. Das gilt ebenso für das Signal, das herausgeschickt wird, wofür erneut je ein Cinch- und ein Klinkenanschluss zur Verfügung stehen. Die großen, dreifarbigen Pegelanzeigen sind gut lesbar und weisen eine hohe Aktualisierungsrate auf.

Die Verarbeitung ist gut geraten; zwar bestehen das Gehäuse und das Bedienpaneel aus Kunststoff, doch wurden hier alle Komponenten akkurat zusammengefügt, ohne dass Zwischenräume klaffen oder irgendetwas klappert. Immer gut: Die Klinkenbuchen sind fest mit dem Gehäuse verschraubt, somit dürfte die Platine einiger Gewalteinwirkung seitens der Input- und Output-Wege widerstehen und lange unbeschadet überdauern. Schließlich sorgen vier kleine Gummifüße für einen rutschfesten Stand auf glatteren Oberflächen.

 

Installation & Dokumentation

Ein gedrucktes Handbuch oder wenigstens eine Schnellstartanleitung wird nicht mitgeliefert. Stattdessen stehen entsprechende PDF-Dateien zum Download bereit, allerdings nur in englischer Sprache. Bei Produkten dieser gehobenen Preisklasse lasse ich mich nicht gern mit digitalen Bedienungsanleitungen abspeisen. Für die Konfigurationssoftware Remixbox steht dann jedoch auch ein deutsches PDF-Handbuch bereit, das Du direkt aus dem Menü des Programmfensters aufrufen kannst. Gut, denn hier ist wohl am meisten Erklärungsbedarf vorhanden, wohingegen die eigentliche Bedienung des Geräts während der Performance ein Kinderspiel ist, wie ich später noch erläutern werde.

Die deutsche Website von Pioneer führt den RMX-1000 noch nicht im Produktkatalog, über die Suchfunktion fand ich das Plugin, die Remixbox und das Firmware-Update dennoch.

Die Treiber für den Betrieb als Massenspeicher- und MIDI-Gerät wurden unter Windows 7 automatisch installiert, ohne dass die Installationsroutine etwas zu meckern hatte. Fein. So konnte ich auch umgehend das Firmware-Update auf die beigelegte SD-Karte überspielen.

Der anschließende, im PDF-Handbuch ausreichend dokumentierte Aktualisierungsvorgang auf Version 1.20 verlief reibungslos. Auch das Setup des Plugins, das löblicherweise in Versionen für 32- und 64-Bit-Hosts vorliegt, bereitete keine Probleme, genauso wenig die Remixbox. Bis auf das fehlende gedruckte Handbuch ein sehr guter Start.

 

Tempokontrolle

Auf Wunsch steht eine automatische Geschwindigkeitserkennung zur Verfügung – Voraussetzung für beat-synchrone Effekte und Einstreuungen von Sample-Patterns (siehe unten) im richtigen Takt. Für Letztere lässt sich sogar der Startpunkt in kleinen Schritten nachjustieren (Plus- und Minustasten), um Asynchronizitäten zu bereinigen.

Bei meinen Tests mit Techno und ähnlich geradliniger Mucke wurde die BPM-Zahl jeweils nach knapp drei Sekunden angezeigt und dann nicht weiter von der Automatik nachjustiert. Hier stellte sich die Messung also als erwartungsgemäß idiotensicher heraus. Bei komplexeren Rhythmen dauerte es freilich länger, bis sich die korrekte BPM-Zahl einpendelte. Wenn mal gar nichts gehen sollte (kam bei unserer Prüfung mit zahlreichen Tracks verschiedener Geschmacksrichtungen nicht vor) oder Du dich einfach der Automatik widersetzen willst, hilft die manuelle Tempoeingabe, wofür ein Tap-Tempo-Knopf bereitsteht.

Wichtig: Im Handbuch wird nicht erwähnt, dass der BPM-Wert neben der Eingabe via Tap-Tempo auch mittels der oben erwähnten Plus- und Minus-Tasten in 1-BPM-Schritten geändert werden kann, wenn Du dabei die Tap-Taste gedrückt hältst. Was Pegelaussteuerung, Metering und Tempokontrolle angeht, wüsste nicht, was hier noch fehlen sollte.


Mehr zum Thema:
    

EXZELLENT

Pioneer RMX-1000 Testbericht am 01.07.2012

Produkt:      Pioneer RMX-1000
Hersteller:  

Preis:  699,00 Euro
UVP:    699,00 Euro

Kurzfazit

Effektgerät der Extraklasse. Toll bedienbare, höchst vielseitige Effekte in einem rundum gelungenen Paket.

Für wen

Profi-DJs und alle, die ein sehr eigenständiges, vielseitiges Effektgerät brauchen.

Wichtige Merkmale
  • Effektgerät
  • Vier sehr große Drehregler
  • 20 Effekte für das Input-Signal
  • Kontrollstreifen mit Looper/Roll
  • Mini-Sampler mit Overdubbing
  • BPM-Erkennung & Quantisierung
  • Eingänge: Cinch & Klinke
  • Ausgänge: Cinch & Klinke
  • Inkl. Cinch-Kabel & SD-Karte (2GB)

 


Lesermeinungen (3)

zu 'Pioneer RMX-1000 Testbericht: Imposantes Effektgerät für DJs'

  • Wirgefuehl   05. Jul 2012   12:52 UhrAntworten

    Klingt spannend, das Ding. Auch fuer uns als Produzenten. Aber bei dem Preis steht es erstmal in der Anschaffungsliste ganz unten... Wird bestimmt auch noch billiger.

    Klasse Bericht übrigens, fast schon eine Bedienungsanleitung :) Danke dafür!

  • Xox   14. Sep 2012   15:22 UhrAntworten

    Also na ja... Hab das Teil gerade ausgepackt und muss sagen, dass ich für 700 Euro mehr erwartet habe. Diese Effekte kann man auch ohne Probleme mit Plug Ins erstellen. Teilweise komische Latenzen bei dem build down Effekten... Vielleicht ändere ich noch meine Meinung, aber vom ersten Eindruck ziemlich enttäuscht.

  • Wirgefuehl   14. Sep 2012   16:46 UhrAntworten

    Kann man nicht fast jeden Effekt mit PlugIns kreieren?

    Wär auf jeden Fall cool, wenn Du Deine Erfahrungen hier teilst!

Sag uns deine Meinung!

EMPFEHLUNGEN