Phonic IS16 Testbericht

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Phonic IS16 Testbericht


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Was ist es?

Das Phonic IS16 ist ein digitales Mischpult und bietet 16 Mono-Kanalzüge, jeweils mit Inserts und Phantomspeisung, die auf 8 Subgruppen und 8 AUX-Wege geroutet werden können. Unter anderem stehen 8 symmetrische Einzelausgänge und digitale AES/EBU-Schnittstellen zur Verfügung. 17 Motorfader mit 100 mm Laufweite sind an Bord. Das integrierte Audio Interface wandelt mit maximal 24 Bit & 96 kHz. Zwei Effektprozessoren sowie Werkzeuge zur Dynamikbearbeitung stehen zur Verfügung. Ein Monitor lässt sich via VGA und eine Maus via USB anschließen.

Die meisten Funktionen werden über den farbigen Touchscreen gesteuert. Die Fernsteuerung kann via WiFi mit einer hauseigenen iPad App realisiert werden.

Im Lieferumfang enthalten sind unter anderem zwei anschraubbare Schienen zum Einbau in ein 19-Zoll-Rack, ein WiFi-USB-Stick sowie ein USB- und ein FireWire-Kabel.

Phonic IS16 Testbericht

Darum dreht sich’s um Phonic IS16 Testbericht auf delamar

Der durchschnittliche Straßenpreis im deutschen Musikalienhandel beträgt 1.499,- Euro (inkl. MwSt.).

In diesem Review werde ich nicht sämtliche Features abklappern, die schon auf der Produktseite des Herstellers, im PDF-Manual oder bereits auf dem Foto des Pults ersichtlich sind. Vielmehr bekommst Du einen ausführlichen Einblick in das, was man nur ertasten oder während der Einrichtung und Bedienung erfahren kann.

 

Phonic IS16 Testbericht

Verarbeitung

Das Paneel ist aus angenehm aufgerautem Metall, die Aussparungen für die Buttons sind exakt ausgestanzt und die Kunststoffseitenteile sitzen fest. An Gummifüße gegen das Verrutschen wurde auch gedacht.

Die Klinkenbuchsen sind standesgemäß fest verschraubt und Stecker rasten hervorragend ein. Die XLR-Buchsen sind jeweils doppelt mit dem Paneel verschraubt. Die Buttons sind gut bedienbar; dank der Hintergrundbeleuchtung ist zudem sofort ersichtlich, ob der entsprechende Knopf gedrückt wurde oder nicht.

Die Gain-Potis sind gerade griffig genug. Die Kappen könnten etwas fester auf den Drehgebern sitzen, auch der Drehwiderstand ist deutlich geringer, als ich es für angenehm und bedientechnisch sinnvoll halte.

Bei den Fadern ist alles in Butter. Sie wackeln nur geringfügig, laufen weich und mit ausreichend Widerstand, zudem sind die Schlitze durch Filzlamellen gut geschützt. Alle Fader sind mit zwei Schrauben am Paneel befestigt, der Austausch ist gewährleistet.

Phonic IS16 Testbericht

Die Rückseite

Weitere Auffälligkeiten in puncto Verarbeitung: Fader Numero 9 unseres Testgeräts »schleift« hör- und spürbar mehr als die anderen, die tadellos laufen. Auch sitzt die USB-Buchse der Erweiterungs-Steckkarte ziemlich wackelig. Nun gut, immerhin wurde die Signalstabilität auch bei moderaten Rucklern am Kabel nicht beeinträchtigt.

 

Display und Bedienung des Touchscreens

Die horizontale Blickwinkelstabilität des Displays ist hoch, auch bei flachen Blickwinkeln sind die GUI-Elemente noch gut zu sehen und der Kontrast ist gegeben. In der Vertikalen ist das nicht mehr ganz so exquisit, aber immer noch so gut, dass die Lesbarkeit alles in allem stets gegeben sein dürfte. Die Helligkeit ist bei maximaler Einstellung auch für helle Räume tauglich.

Die Berührungssteuerung reagiert exakt und schnell, auch bei sanftem Fingertippen. Sobald Du jedoch das Hauptmenü mit seinen großzügig bemessenen Icons verlässt und in ein Untermenü gelangst, gibt es oft sehr kleine Bedienelemente mit kaum größeren Trefferzonen. Das lässt sich eben nicht vermeiden, wenn so viele Informationen in kompakter Form dargestellt werden sollen. Ansonsten ist die Menüführung schnell erfasst, auch ohne dass Du ins Handbuch schauen müsstest.

Um einen virtuellen Drehregler oder Fader zu verstellen, berührst Du diesen zunächst (alternativ stehen vier physische Navigationsknöpfe zur Verfügung) und drehst dann am Jog-Wheel rechts neben dem Bildschirm. Das klappt gut, allerdings ist die Verzögerung, bis der Bildschirm den errichten Parameterwert schließlich anzeigt, ist mit etwa einer halben Sekunde sehr spürbar. Das Bediengefühl ist somit eher indirekt. Die Visualisierungen der Fader in der »Meter«-Sektion reagieren da schon wesentlich schneller.

 

In der Praxis

Ich möchte ausdrücklich positiv erwähnen, dass das IS16 über Motorfader verfügt, die auch noch tadellos funktionieren. Dem weiter unten in anderen Aspekten zum Vergleich herangezogenen Mischpult StudioLive 16.4.2 von PreSonus fehlt dieses Feature. Und wenn ich beispielsweise einen beliebigen Fader eines per Stereo-Link verbundenen Kanalpaares verschiebe, rattert der andere nach einer unerheblichen Verzögerung automatisch hinterher.

Der Vorteil des Touchscreens: Es bleibt viel Platz für die physischen Bedienelemente. Alle Buttons sind klar angeordnet und jederzeit bestens erreichbar.

Das Speichern und Laden von »Szenen«, also kompletten Sätzen von Parametereinstellungen kann sehr differenziert geschehen – Im Preset-Menü kannst Du völlig frei bestimmen, welche Kanäle, welche AUX-Busse, welche Gruppen und welche Multis gesichert bzw. abgerufen werden sollen. Und für alles in einem Rutsch gibt es »Select all«. Sehr gut.

Das Arbeiten gestaltet sich anders als bei herkömmlichen Mischpulten, die mit dedizierten Potis für EQs, Kompressoren etc. auf allen Kanälen aufwarten. Hier läuft nämlich alles über eine Kommandozentrale à la »Eine für alle« – zunächst wird ein Kanal, ein AUX-Weg per »SEL«-Knopf selektiert, dann werden die Effekte und sonstige Einstellungen im Signalfluss auf dem Bildschirm vorgenommen.

In der Erinnerung an meinen PreSonus StudioLive 16.4.2 Testbericht für delamar hat mir jedoch etwas besser gefallen, dass es dort wenigstens eine Handvoll Potis für die Effektkontrollen gibt, nachdem der gewünschte Kanal gewählt wurde. Beim Phonic IS16 läuft bis auf Pad (-20 dB), Gain und Lautstärke wirklich alles über den Touchscreen.

Das Mitbewerbermodell von PreSonus bietet darüber hinaus auf jedem Kanal einen Knopf, mit sich die Signaleinspeisung aus den DAW-Kanälen aktivieren lässt. Beim IS16 müssen diese Schleusen erst über ein Menü auf dem Touchscreen geöffnet werden.

 


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GUT

Phonic IS16 Testbericht am 29.08.2013

Produkt:      Phonic IS16
Hersteller:  

Preis:  1.499,00 Euro
UVP:    1.784,00 Euro

Kurzfazit

Netzwerkfähiges digitales Mischpult. Ein für die Preisklasse sehr gut ausgestattetes Mischpult, das durch den Fokus auf den Touchscreen und die Verzögerungen etwas indirekt zu bedienen ist.

Für wen

Bands, die für wenig Geld ein sehr gut bestücktes Mischpult suchen und sich mit der verzögerten Touchscreen-Bedienung arrangieren können.

Wichtige Merkmale
  • 16 Kanalzüge
  • 8 AUX-Wege, 8 Gruppen
  • 8 Einzelausgänge
  • AES/EBU Input & Output
  • Motorfader
  • Farbiger Touchscreen
  • Bildschirm, Maus & Lampe anschließbar

 


Lesermeinungen (3)

zu 'Phonic IS16 Testbericht: Digitales Mischpult mit 16 Kanälen'

  • Reinhard   29. Aug 2013   23:24 UhrAntworten

    Motorfader, aber keine speicherbaren Gains ! Ich weiss nicht was der behringer producer kosten wird, aber dagegegen hat es der IS16 doch recht schwer, oder ?
    Der kann Stageboxen, monitoring Hardware und kann bis 40 Kanäle...
    Der IS16 lässt sich ja eigentlich gar nicht erweitern...

  • Berthold   13. Jul 2016   16:59 UhrAntworten

    "Das Mitbewerbermodell von PreSonus bietet darüber hinaus auf jedem Kanal einen Knopf, mit sich die Signaleinspeisung aus den DAW-Kanälen aktivieren lässt. Beim IS16 müssen diese Schleusen erst über ein Menü auf dem Touchscreen geöffnet werden."

    Auch beim IS16 gibt es diesen Schalter direkt bei der Kanalbearbeitung auf dem Touch für jeden angewählten Kanal

    • Felix Baarß (delamar)   13. Jul 2016   23:24 UhrAntworten

      Hallo Berthold,

      ja, wie im Testbericht geschrieben - via Touchscreen und nicht direkt mit jederzeit erreichbaren physischen Buttons. Zugegeben, dramatisch ist das keineswegs, auch wenn es in Testberichten manchmal so klingen mag, wenn man sich einen Aspekt herauspickt.

      Gruß,
      Felix

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