Optoma NuForce HEM4 Testbericht

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Optoma NuForce HEM4 Testbericht

Im Optoma NuForce HEM4 Testbericht unter der Lupe: Extrem leichte In-Ears mit analytischem Klang - erfahre jetzt, welche Qualitäten diese Ohrhörer haben (und welche nicht)


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Was ist es?

Der Optoma NuForce HEM4 ist ein In-Ear-Kopfhörer, umgangssprachlich auch »Ohrhörer« oder »Ohrstöpsel« genannt. Er richtet sich an Musikkonsumenten mit gestiegenen Ansprüchen, aber auch Musiker sollten mal reinhören.

So viel sei schon verraten: Jeweils zwei sogenannte Balanced-Armature-Treiber sorgen hier für einen breiten Übertragungsbereich und einen souveränen, weitgehend neutralen Sound. Die Kabel werden über dem Ohr entlanggelegt. Ein sehr reichhaltiger Lieferumfang erwartet dich – unter anderem mit Hardcase und Minitasche, zwei Kabeln und Passstücken für verschiedene Ohren.

Das Paket ist zum Preis von rund 300 Euro (inkl. MwSt. & Versandkosten) im Elektronikfachhandel erhältlich.

 

Optoma NuForce HEM4 Testbericht

Optoma NuForce HEM4 Review

Der stattliche Lieferumfang der Optoma NuForce HEM4

Aufbewahrung

  • Große Pappschachtel mit Klettverschluss
  • Wasserdichtes Hardcase aus durchsichtigem Kunststoff
  • Kleine Stofftasche mit Reißverschluss

Letztere ist so groß und so geformt wie ein gutes altes Klapphandy der Jahrtausendwende. Es passt in jede Hosentasche, bietet genug Schutz und fasst neben dem Optoma NuForce HEM4 auch Kabel, Adapter & Co. – sehr schön!

Ohrpassstücke

  • 6 Paar aus Silikon – Größen XS bis XL
  • 2 Paar aus Schaumstoff aus dem Hause Comply – Größen M & L

Die S- bzw. M-Ausführungen passen mir sehr gut. Sie dichten gut bis sehr gut ab und ihre Qualität entspricht der von vergleichbaren In-Ears (siehe etwa Shure SE425 Testbericht oder RHA T20 Testbericht).

Und sonst? Neben dem obligatorischen Klinkenadapter Adapter von 3,5 auf 6,3 mm (steckbar) finden sich noch ein Kabelclip zum Anheften ans Revers und eine kleine Bürste zur Reinigung der Ohrstöpsel. Hier wurde an alles gedacht, prima.

Verkabelung & Fernbedienung

Prima: Die Verkabelung ist modular – bei einem Defekt des Klangleiters ist der Optoma NuForce HEM4 sofort wieder einsatzbereit, schon allein weil zwei Kabel (je knapp 1,4 m lang) mitgeliefert werden. Ihre Ummantelungen und die schlanken, vergoldeten Winkelstecker machen einen guten Eindruck. Die Anbindung an die Ohrstöpsel geht über vorbildlich fest steckbare Anschlüsse mit je zwei Pins.

Das geflochtene Kabel macht nicht nur mit seinem adretten Erscheinungsbild auf sich aufmerksam. Es hat auch den handfesten Vorteil, dass es deutlich weniger zum Verheddern neigt. Sehr angenehm im Alltag.

Das flache Kabel hat dafür eine Fernbedienung inklusive Mikrofon – für Play/Pause, Track vor/zurück, Anrufentgegennahme und Freisprechen. Schade, dass der Schalter recht klein ist und undefinierte Druckpunkte aufweist. Ich habe mich öfter verdrückt, als es mir lieb war.

Design & Verarbeitung

Optik ist Geschmackssache. Ich finde das mattglänzende Purpurblau ganz nett, zudem ist die Form recht ansprechend, ohne dass es mich vom Hocker haut.

Wichtiger ist für mich, dass die beiden Stöpsel des Optoma NuForce HEM4 extrem leicht sind: 5 Gramm sind außerordentlich wenig. Im Verbund mit dem erwähnten Komfort der Passstücke merkt man so praktisch gar nicht, dass man In-Ears trägt. Anders als etwa bei den ebenfalls schon erwähnten RHA T20 (die ich ansonsten sehr schätze, später mehr dazu).

Das hier verbaute Kunststoffchassis ist nicht aus einem Stück gefertigt, sondern dreiteilig und hat somit zwei kleine Nahtstellen.

Optoma NuForce HEM4 Testbericht

Die Optoma HEM4 im Klangtest – Butter bei die Fische!

Klang des Optoma NuForce HEM4

Dieser In-Ear-Kopfhörer liefert ein analytisches, über weite Strecken nüchternes Klangbild. Einleitend ist noch zu erwähnen, dass die Ausgangsleistung sehr hoch ist – Du brauchst nur sehr wenig Verstärkung an deinem Ausgabegerät.

Frequenzgang

Der Bass reicht tief hinab in den Frequenzkeller und ist dort fast ebenso stark präsent wie in den Stockwerken direkt darüber. Bei meinen Tests mit Sinuswellen waren auch die 20 Hertz in praktisch demselben Maße wie die 25, 30 und 40 Hertz zu hören. Klasse!

Die Comply-Stöpsel aus Schaumstoff sind neben ihrer sehr hohen Schallisolierung auch basskräftiger als jene aus Silikon. Mir ist das etwas zu viel des Guten – durch die betonten hohen Bässe und tiefen Mitten geraten die angrenzenden Frequenzbereiche manchmal etwas in den Hintergrund. Mit den Silikonstöpseln ist der Sound schon viel näher am Studioideal eines neutralen Frequenzgangs.

Alles in allem schätze ich das Trockene, Gemäßigte am Optoma NuForce HEM4. Der Klangeindruck ist weit vom übertrieben Hi-Fi-typischen »Smiley«-Sound entfernt – manchmal vielleicht sogar zu weit, was den oberflächlichen Spaßfaktor abkühlt.

Uneingeschränkt positiv ist, dass Sibilanten (Zischlaute in Vocals) stets gezügelt bleiben. Das ermöglicht völlig entspanntes Hören über mehrere Stunden hinweg (hierbei hilft auch der erwähnte Komfort).

Raumbild

Ich habe in dieser Preisklasse (und darunter) schon In-Ears mit einem etwas breiteren Stereopanorama gehört. Es ist alles andere als eng, aber etwas ausladender könnte es ruhig sein. Doch viel wichtiger ist dies: Die Separation einzelner Instrumente und Klänge ist über weite Strecken sehr gut. Ich konnte alle Elemente eines Mixes klar auseinanderhalten, die meisten davon sofort und ohne gespitzte Ohren.

Allerdings ballen sich die Elemente, die nicht allzu weit von der Monomitte entfernt sind, für meinen Geschmack etwas zu sehr zusammen. Das macht den Sound insgesamt etwas dichter, als ich es mir gewünscht hätte. Sicher, das ist Kritik auf hohem Niveau, aber bei 300 Euro halte ich das schon für angebracht. Letztendlich ist dieser Aspekt so moderat ausgeprägt, dass er auch Geschmackssache ist.

Impulstreue

Der Bass ist wunderbar trocken. Hier gibt es kein Wummern und keine künstliche Sättigung. Kick-Drum-Anschläge klingen pünktlich aus. Auch die Transienten in den Höhen sind sehr akkurat. Das führt wiederum zu ermüdungsfreiem Hören. Diese Impulstreue trägt maßgeblich transparenten, neutralen, analytischen Sound des Optoma NuForce HEM4 bei.


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GUT

Optoma NuForce HEM4 Testbericht am 10.01.2017

Produkt:      Optoma NuForce HEM4
Hersteller:  

Preis:  299,00 Euro
UVP:    349,00 Euro

Kurzfazit

Fortgeschrittene In-Ear-Kopfhörer mit neutralem Sound. Diese In-Ears klingen analytisch und detailfreudig. Sie sind federleicht und sitzen felsenfest, auch beim Joggen. Außerdem überzeugt der Lieferumfang – alles in allem ein guter Kandidat und der Preis geht in Ordnung.

Für wen

Musiker und Musikhörer mit gestiegenen Ansprüchen, die einen neutral klingenden In-Ear-Kopfhörer suchen.

Wichtige Merkmale
  • In-Ear-Hörer
  • Balanced-Armature-Treiber
  • Impedanz: 38 Ω
  • Übertragungsbereich: 18 - 40.000 Hz
  • Empfindlichkeit: 110±3 dB
  • Kabel abnehmbar und mit 3,5-mm-Klinke
  • Kabel A: glatt, mit Kabelfernbedienung, 1.38 m
  • Kabel B: geflochten, 1.38 m
  • Steckadapter auf 6,3 mm (vergoldet)
  • Lieferumfang
    • Optoma NuForce HEM4
    • Wasserfestes Display-Case
    • Tragetasche mit Reißverschluss
    • Kabelclip
    • Reinigungsbürste
    • 2 Kabel + Adapter (siehe oben)
    • 5 Paar Silikon-Ohrpassstücke
    • 2 Paar Schaumstoff-Ohrpassstücke von Comply
  • Gewicht: 5 g pro Ohrstöpsel

 


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