Nowsonic Chorus Testbericht

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Nowsonic Chorus Testbericht


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Was ist es?

Das Nowsonic Chorus ist ein Kondensatormikrofon mit doppelter Großmembran. Es nimmt in der Richtcharakteristik Niere auf und Du kannst eine Vordämpfung und/oder einen Hochpassfilter zuschalten. Zum Betrieb ist Phantomspannung von 48 Volt nötig. Alle sonstigen Informationen zu Ausstattung und technischen Daten findest Du wie immer im Infokasten hier auf der rechten Seite. Dieses Großmembranmikrofon ist zum Straßenpreis von 179,- Euro (inkl. MwSt.) im deutschen Fachhandel erhältlich und könnte damit gerade für Projektstudios sehr interessant sein.

Nowsonic Chorus Testbericht

 

Nowsonic Chorus Testbericht

Lieferumfang und Verarbeitung

Das Nowsonic Chorus wird in einem Koffer geliefert, der auf Aluminiumstreben aufbaut und innen mit Schaumstoff gepolstert wurde. Praktisch zur Aufbewahrung und für den sicheren Transport, zudem findet darin das mitgelieferte Zubehör (Mikrofonspinne & Wind-/Popschutz) Platz. Zur Befestigung an einem Mikrofonstativ ist alles da, Du brauchst nur noch ein symmetrisches Mikrofonkabel mit XLR-Stecker.

Die Verarbeitung des Studiomikrofons ist gut – der schützende Korb rings um die Doppelmembran ist stabil genug und wird von einem großen Bügel gerahmt. Das im Vintage-Stil gestaltete Gehäuse macht einen robusten Eindruck, so dass dieses Mikrofon sicher viele Jahre im geschäftigen Tonstudioalltag intakt bleibt. Die kleinen Stiftschalter für Pad und Filter sitzen erstklassig und sind so beschaffen, dass ein versehentliches Verstellen praktisch ausgeschlossen ist. Nicht unbedingt Standard für dieses Preissegment.

Nowsonic Chorus Testbericht

 

Ausstattung

Für Aufnahmen mit lauten Klangquellen kannst Du die Vordämpfung aktivieren, was eine Pegelabsenkung von -10 Dezibel zur Folge hat. Das ist stets eine praktische Option – vor allem bei diesem Modell, denn das Chorus lässt sich locker vor einen Gitarrenverstärker stellen, um bei maximal 145 Dezibel noch weitgehend unverzerrte Aufnahmen (0,5% THD bei 1 kHz) zu machen.

Zudem findest Du einen zuschaltbaren Hochpassfilter, der ab 160 Hz abwärts mit -6 dB pro Oktave greift – gut, um insbesondere Trittschall weitestgehend herauszufiltern. Das funktioniert wie erwartet und ergibt im Zusammenspiel mit dem Pad-Schalter eine Flexibilität, die man bei nicht wenigen teureren Mikrofonen vergeblich sucht.

Fest eingestellt ist hingegen die Richtcharakteristik Niere. Dadurch wird der Schall überwiegend von einer Seite aufgezeichnet, was speziell für Vocals, aber auch viele andere Klangquellen tauglich ist.

 

Klang

In seiner Preisklasse überzeugt die Abnahmequalität des Nowsonic Chorus. Die herstellereigene Angabe über das Eigenrauschen von 14 dB deutet an, was ich in der Praxis bestätigen konnte: Das Rauschen ist praktisch unhörbar, wodurch auch die subtilsten Passagen einer instrumentalen oder stimmlichen Performance klar aufgezeichnet werden.

Allzu kräftig ist der Bass nicht, wie ich aus meinen Aufnahmen für den Nowsonic Chorus Testbericht entnehme. Bei einer Tuba oder einem imposant brummenden Basssänger könnte daher vielleicht der letzte Zauber fehlen. Dafür zeichnet sich Dynamik in den tiefen Tönen sehr gut ab, genau wie in den höheren Lagen. Eine Präsenzbetonung ist klar vernehmbar, was der Sprachverständlichkeit und einer detaillierten Wiedergabe zugute kommt. Auch wird dadurch der sehr direkte, unmittelbare Klang dieses Mikrofons bestärkt.

Klangbeispiel Nowsonic Chorus

Hier und da rückt das »Füllige« des Klangs allerdings etwas in den Hintergrund zugunsten der hohen Mitten, wodurch die für einige Anwendungen gebotene Neutralität verlassen wird. Teilweise damit einher geht auch, dass Sibilanten (Zischlaute der Sprache) neben unserem Neumann U 87 Ai ein wenig schärfer wirken. Doch das bleibt für meinen Geschmack im Rahmen der charakterlichen Differenzen verschiedener Mikrofone und schränkt die Praxistauglichkeit nicht ein.

An der Akustikgitarre leistet das Modell feine Arbeit. Der angesprochene Fokus auf die Präsenz macht sich generell sehr gut bei der Abnahme dieser und anderer akustischer Saiteninstrumente und fängt deren Sound quicklebendig ein.

Was Vocals angeht, ist das Nowsonic Chorus ein guter Kandidat für das Homestudio sowie Projekt- und kleinere Tonstudios – wer vernünftiges Equipment in der Peripherie des Studiomikrofons verwendet und sich für gelegentliche Nachbearbeitungen per Equalizer nicht zu schade ist, kann zugreifen und Aufnahmen auf gehobenem Niveau machen. Im Einsatz an der unverstärkten Gitarre fällt meine Empfehlung noch stärker aus.


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SEHR GUT

Nowsonic Chorus Testbericht am 14.07.2014

Produkt:      Nowsonic Chorus
Hersteller:  

Preis:  179,00 Euro
UVP:    213,01 Euro

Kurzfazit

Kondensatormikrofon mit Großmembran. In seiner Preisklasse punktet dieses gut ausgestattete und verarbeitete Mikrofon vor allem bei akustischen Seiteninstrumenten, Gitarrenverstärkern und weiblichen Vocals.

Für wen

Einsteiger und Fortgeschrittene im Homerecording, für Projektstudios

Wichtige Merkmale
  • Kondensatormikrofon
  • Doppelte Großmembran (Ø 34 mm)
  • Richtcharakteristik: Niere
  • Frequenzumfang: 20 - 20.000 Hz
  • Empfindlichkeit: -38±2 dB
  • Impedanz: ≤200 Ω
  • Äquivalentrauschen: 14 dBA
  • Max. Schalldruck: 145 dB SPL (mit aktiviertem Pad, 0.5% THD)
  • Benötigt Phantomspeisung von 48 Volt
  • Low Cut (-6 dB/Okt. @ 160 Hz)
  • Pad (-10 dB)
  • Anschluss: XLR (3 Pins)
  • Mit Mikrofonspinne, Windschutz & Koffer

 


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