NI Heavyocity Damage Testbericht

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NI Heavyocity Damage Testbericht

Los geht´s mit unserem ausführlichen NI Heavyocity Damage Testbericht


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Was ist es?

Auf dem Schrottplatz ist die Hölle los. Busse werden dort aus fünf Metern Höhe im freien Fall zu Boden gestürzt, Autos in der Schrottpresse zermahlen und nebenan stehen Drummer, die mit Ihren Sticks auf alles einschlagen, was irgendwie einen Klang erzeugt: Vier Drum Sticks gegen Rio.

Ethnische Kits werden vermischt mit scheppernden Mülltonnen und Badewannen, ganz im Sinne des Musicalhits »Stomp«. The Big Drumbowski. Ob Filmvertonung oder Musikproduktion, Grund genug, den mit über 30 GB Samples fetten Brocken namens Heavyocity Damage einem Vitalitätstest zu unterziehen.

Der als Host fungierende (kostenlose) Sample Player Kontakt 5 bildet die Basis zu NI Heavyocity Damage. Die Library des Sample/Slice-Players umfasst über 30 GB an Loops und One-Shots (Kits). Diese setzen sich aus über 26.500 Samples in 44,1 kHz mit 24 Bit zusammen. Neben Filtern und Effekten sind noch weitere Features enthalten, um den Klang zu bearbeiten.

NI Heavyocity Damage Testbericht

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NI Heavyocity Damage Testbericht

Installation

Die Optik: innen wie außen ganz weit vorne. Schon beim ersten »Uffruppe« des Pakets war das edle Design der Verpackung ein Hingucker. Im Inneren finde ich eine zweite Klappbox mit den drei DVDs, ebenfalls schick verpackt, sowie eine Klebefolie die ich mir bei Bedarf auf mein Keyboard haften kann (Tasten C6-C7) um die MIDI-Funktionen im Blick zu haben.

DVD 1 installiert den Kontakt Player 5, DVD 2 und 3 sind allein Damage vorbehalten. Ein beiliegender Quick Guide erklärt die letzten Schritte vor dem Start und die Lizensierung, welche auf der Homepage von NI mittels simpler Eingabe der Seriennummer sofort durchgeführt wird. Fertig.

Erfreulicherweise wird kein Dongle benötigt. Bei meinen stets überbeladenen USB-Ports ein positiver Teststart.

 

Erster Eindruck

Rost und Schmutz haben auf der Oberfläche angesetzt. Die gelb-roten LEDs wirken beim Zuschalten der jeweiligen Funktion geradezu bedrohlich. Schwache Glanz- und Lichteffekte tragen ebenso zur Stimmung bei. Musiker mit einem Fable für Computerspiele erinnern sich ungewollt an den Pip-Boy aus der Fallout-Serie. Allerdings hat Damage eine ganze Menge mehr unter der Rosthaube versteckt. Im weitesten Sinn sind es nämlich nahezu zwei verschiedene Programme, die ich bekomme. Doch dazu später mehr.

 

Die Library

Heavyocity punktet schon bei der Sampleauswahl sehr deutlich. Die Namensgebung der Samples ist bildhaft und verhindert somit lange Suchwege. Beginnend erhalte ich zwei Methoden, die Sounds aus der Library zu locken. Mir bleibt es überlassen ob ich die »Rhythmic Suites« oder »Percussive Kits« nutzen will. Wie sich später herausstellen wird, ist diese Wahl von wichtiger Bedeutung, dazu muss ich die Wesen des Soundkatalogs näher vorstellen.

Unter »Rhythmic Suites« finde ich zwei weitere Zweige. Die »Loop Menus« sowie die Rubrik »Single Loops«. In beiden Fällen werden nun die Kategorien »Epic Organic«, »Epic Tech«, »Industrial« und »Mangled Pop« ausgerollt. Alle vier Kategorien besitzen eine Full Version, sowie je drei Unterkategorien, »Elements« genannt.

NI Heavyocity Damage Testbericht

Die Library

Die Elements jeder Sektion bieten, wie der Tree schon zeigt, abgewandelte bzw. abgeschwächte Loops des Full-Segments. Loops sind einige Takte lang und werden automatisch an die herrschenden BPM der DAW angepasst. Dies funktioniert natürlich durch Slices, welche in Folge abgespielt werden. Möchte ich nun einzelne Slices nutzen wollen, wechsle ich in der Library zur Kategorie »Single Loops«.

Mit der Taste C1 meines MIDI-Controllers höre ich alle Slices am Stück, also den jeweiligen Loop aus Full/Elements und finde von dort an auf den Tasten ansteigend je ein Slice pro Taste. Ich werde also keinen Gong auf MIDI-Basis künstlich in die Länge ziehen können, sondern muss mit diesem jeweiligem Slice arbeiten. Dafür aber ist es möglich, die Loops und Slices direkt in meine DAW zu ziehen, um sie dort nach Belieben zu arrangieren. Trotzdem sollte ich nicht zu weit von der Basis entfernt arbeiten. Einzelne, längere Slices stoppen nicht, wenn Sie auf den nächsten treffen. Z.B. klingen offene Hats aus, selbst wenn ich eine closed Hat dahinter lege. Will ich näher an die Dimensionen eines Drumcomputers pendeln, wechsle ich erneut die Library und beginne bei der zweiten nun folgenden Auswahlmöglichkeit.

Die hauseigenen Schlagzeuge nennen sich »Percussive Kits«. Fünf Kategorien mit einzelnen One-Shots warten dort auf mich. Von organischem Material über die Schrottpresse bis hin zu zersplitterndem Glas oder Hammer-auf-Amboss ist die Auswahl breit gefächert. Grundsätzlich gilt hierbei, dass trotz ausgeschalteten Effekten die Basissamples bereits von Haus aus bearbeitet sind.

Damit wird auch schnell klar, dass Damage kein Bastlertool sein will, sondern eher zur schnellen Pattern-Bearbeitung gedacht ist. Schneller Zugriff auf die Library und flinkes Einbinden der Elemente. Und zudem eine logische Einteilung aller Materialien auf dem MIDI-Keyboard von den tiefen Tasten zu den hohen, je nach Klang des Samples. Und der ist mannigfaltig. Allerlei Gegenstände aus dem Haushalt oder der Industrie sind bereits mit ursprünglichen Klangcharakteren wie Stand-Tom verbastelt und wüten in unterschiedlichster Art über die Tastatur.

Wer jedoch etwas mehr als einen Sampleplayer will, bekommt was für sein Geld. Denn nicht nur die Library ist unterschiedlich, aber sehr übersichtlich aufgebaut, auch die Oberfläche verändert sich je nach Auswahl des Klangkataloges.

 

Damage und der Januskopf

Wie erwähnt muss ich mir bereits im Vorfeld überlegen, wozu ich Damage benutzen will. Rhythmus oder Kit? Was bei anderen Samplern nicht unbedingt notwendig erscheint, ist hier essentiell. Daher muss ich die Oberfläche des Plugins gleich zweimal beschreiben.

Der Hersteller hat für jeden seiner Loops, One-Shots und Kits eine eigene Oberfläche entwickelt. In der Single-Loop-Sektion der »Rhythmic Suite« finden wir die Knöpfe Main, Loop, und EQ/Filter zur Auswahl.


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EXZELLENT

NI Heavyocity Damage Testbericht am 31.03.2012

Produkt:      NI Heavyocity Damage
Hersteller:  

Preis:  279,00 Euro
UVP:    299,00 Euro

Kurzfazit

Kraftvolle Library. Mit diesem Kontakt-Instrument sind mächtige Sounds zwischen Stahlwalzwerk und Hollywood im Handumdrehen erstellt.

Für wen

Filmvertoner und Komponisten für Computerspielmusik.

Wichtige Merkmale
  • Instrument für NI Kontakt
  • 30 GB Loops und One-Shots
  • 26.500+ Samples (24-bit/44,1 kHz)
  • Diverse Effekte integriert

 


Lesermeinungen (3)

zu 'NI Heavyocity Damage Testbericht: Hollywood, ick hör` dir trapsen'

  • sunny   13. Apr 2012   19:00 UhrAntworten

    Hmm...also optisch finde ich DAMAGE wirklich nicht besonders schön oder übersichtlich. Klar, die Optik des GUIs passt zum Sound, aber zum Arbeiten hätte ich mir eher eine klare einfarbige und schlichte Oberfläche gewünscht. So, wie bei EVOLVE oder den beiden MUTATIONS. Für 279 Euro Strassenpreis kommt man an DAMAGE aber einfach nicht vorbei, wenn es der krachende, bombastische Hollywoodsound sein soll...

  • Joe   23. Jul 2012   04:18 UhrAntworten

    Top, fairer Bericht. Das Ding ist der Hammer...

  • Robert   12. Mrz 2013   15:18 UhrAntworten

    Will gar nicht mehr Ohne...

    Ich nutze oft beim Beat bauen nur einzelne Sounds um eine Stelle besonders hervor stechen zu lassen.

    Es macht so viel spaß!!!!

    Effekte des Plugs sind ok, allerdings würde ich den Compressor und den EQ meiden, gibt bessere.

    Reverb und Delay hingegen sind gut geeignet.

    Sound Vielfalt ist defenitiv auch vorhanden, wem das noch zu langweilig ist: Evolve Mutations sind auch so in der Art!

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