Native Instruments Komplete 8 Ultimate Testbericht

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Native Instruments Komplete 8 Ultimate Testbericht

Darf's ein bisserl mehr sein? Native Instruments Komplete 8 Ultimate Testbericht


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Was ist es?

Native Instruments Komplete 8 Ultimate umfasst bis auf »Maschine« sämtliche Software des Berliner Unternehmens, die bis dato erschienen ist – mehr als 50 virtuelle Instrumente und Effekte mit 240 GB an Sample-Material. Das umfangreiche Paket für professionelle Musiker, Produzenten und Sound-Designer liefert Sampler, Synthesizer, authentisch gesampelte Instrumente verschiedenster Art und zahlreiche neue Effekte.

Darunter sind etwa der populäre Sampler Kontakt 5 und die Gitarreneffekt-Suite Guitar Rig 5 Pro sowie die Synthesizer FM8, Absynth und Massive. Gegenüber der Summe aller Einzelprodukte bietet Komplete 8 Ultimate eine üppige Ersparnis.

Die Installation erfolgt über eine im Lieferumfang enthaltene externe USB-Festplatte, auf der alle Daten gespeichert sind.

 

Native Instruments Komplete 8 Ultimate Testbericht

Vorbemerkung

Da es unmöglich ist, alle Komponenten und Klangbibliotheken dieses riesigen Pakets in einem einzigen Testbericht angemessen ausführlich zu bewerten, setze ich hier den Fokus hauptsächlich auf die Neuerungen, die in den einzelnen Komponenten von Komplete 8 Ultimate Einzug gehalten haben.

Native Instruments Komplete 8 Ultimate Testbericht

Darf's ein bisserl mehr sein? Unser Native Instruments Komplete 8 Ultimate Testbericht.

Kontakt 5

Bei der Benutzeroberfläche gibt es keine Änderungen in Version 5. Dafür stehen zahlreiche neue Effekte zur Verfügung:

Der »Solid G-EQ«, ein 4-Band-Equalizer, ist eine Nachbildung eines klassischen Studioeffektgeräts und bietet voll parametrische Mittenbänder sowie umschaltbare Filtertypen für das höchste und tiefste Frequenzband (Kuhschwanz <> Glockenfilter). Solide.

Mit dem »Solid Bus Comp«, der wie der Solid G-EQ auch als eigenständiger Effekt zu haben ist, gibt es die Nachbildung des berüchtigten Bus-Kompressors von SSL. Damit kannst Du den Sound brauchbar zusammenkitten, was gerade bei den mitgelieferten Drums recht gut klingt.

Dank des »Transient Master« lassen sich die perkussiven Anschläge der Sounds umformen und das Ausklangverhalten voluminöser gestalten, was wiederum vor allem für Drums gut geeignet ist. Hier wurde die Bedienung sehr einfach gehalten – nur zwei Regler für die prozentualen Lautstärkeanteile von Attack und Release stehen zur Verfügung, wobei die Zeitwerte abhängig von den Hüllkurven der analysierten Sounds automatisch berechnet werden. Das klappt in den meisten Fällen recht gut, allerdings offenbart sich in manchen Situationen eine Schwäche bei der musikalisch sinnvollen Regulierung des Einschwingverhaltens.

Mit dem »Tape Saturator« kannst Du die Sättigungs- und Kompressionseffekte von Bandmaschinen nachstellen, um dem Sound etwas mehr Wärme zu verpassen. Bei höheren Einstellungen kommt Verzerrung in’s Spiel. Klingt prima.

37 neue Filter, ersonnen von den Entwicklern des »Massive«, machen die Klanggestaltung deutlich variabler. Von klassischen Tiefpassfiltern bis hin zu avantgardistischen Formantfiltereffekten ist alles dabei. Bei jeweils drei Typen der Tief-, Band- und Hochpassfilter kommt die neue Technologie der adaptiven Resonanz zum Einsatz. Dabei wird die Resonanz entsprechend der Amplitude des Eingangssignals reguliert (bei hohen Pegeln wird sie reduziert). So werden unangenehme Peaks vermieden. Feine Angelegenheit.

Mit den Vintage-Sampling-Modi kannst Du den Klangcharakter der MPC60 und der SP1200 von Akai nachempfinden.

Der neue Effekt Time Machine Pro für das Source-Modul von KONTAKT 5 liefert eine verbesserte Klangqualität bei Time Stretching der Samples. Das kommt nicht von ungefähr, schließlich zeichnet zPlane für die Entwicklung verantwortlich.

Das Beste kommt noch: Mit dem neuen 16-kanaligen Bussystem und seinen integrierten Insert- & Send-Effektsektionen stehen dir neue Routing-Möglichkeiten zur Verfügung, wobei Du innerhalb eines Instruments verschiedene Effektketten nutzen kannst. So bist Du beispielsweise in der Lage, der Bassdrum, der Snare und der Tom eines virtuellen Drum-Kits jeweils eigene Effekte zuzuweisen. Am Ende versammelt sich wieder alles am Stereo-Masterkanal.

Native Instruments Komplete 8 Ultimate Testbericht

Die neuen Effektbusse in Kontakt

Der MIDI-File-Player öffnet MIDI-Dateien, um komplette Grooves und Patterns abzuspielen. So bist Du schneller startklar, ohne dass Du deine eigenen MIDI-Noten setzen musst. Im Zuge des in Komplete 8 Ultimate enthaltenen Studio Drummer (siehe weiter unten) erhältst Du beispielsweise 3.500 Beats und Fills in Form von MIDI-Dateien, die Du mit dieser neuen Funktion in Kontakt einsetzen kannst.

Vor allem das neue Times Stretching und das Bussystem sind tolle Neuheiten, die die Vormachtstellung von Kontakt im Bereich der Software-Sampler festigen.

 

Guitar Rig 5 Pro

Beim Guitar Rig, der Sammlung von virtuellen Gitarrenverstärkern und Effekten, sind in Version 5 Pro zwei neue virtuelle Verstärker hinzugefügt worden: »Van51« (wahrscheinlich in Anlehnung an Van Halen’s Platte „5150“) ist besonders für tiefergestimmte Gitarren geeignet, während »Hot Solo+« einen handverdrahteten Klassiker emuliert.

Die »Container«-Funktion macht das Erstellen eigener Multieffekte einfacher. Hier kannst Du die wichtigsten Parameter auf acht Makro-Regler legen. Das funktioniert prima und ist, wie der Hersteller selbst schon richtig sagt, vor allem für Live-Auftritte praktisch.

Guitar Rig 5 Pro hat sechs neue Effekte zu bieten. »Fast Comp« ist ein Vintage-Kompressor, der besonders gut auf cleane Sounds gestülpt werden kann. »Vintage Verb« vereint acht klassische Halleffekte, ob Federhall oder Plattenhall. Der »Little Reflektor« ist ein Faltungshall mit immerhin acht Impulsantworten nebst Reglern für die Ausklangzeit und einen Hochpassfilter. »Stereo Tune« lässt dich das Stereopanorama erweitern und verstimmen. Ein 8-Band-Filter sorgt für starke Verfremdungen und Resochord generiert Akkorde aus einzelnen Noten. Alle Effekte sind durchaus sinnvolle Ergänzungen und stellen eine willkommene Erweiterung der klanglichen Ausdrucksmöglichkeiten dar.

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Einer der neuen Verstärker nebst passendem Cabinet in Guitar Rig

Beachtliche 130 neue Presets stehen bereit. Auch der »Control Room Pro« wurde deutlich aufgebohrt: Nun gibt es acht verschiedene, beliebig modifizierbare Setups auf einmal. Jede Spur des 8-Kanal-Mixers beherbergt separate Einstellungen für Cabinet und Mikrofon. Zur Verfügung stehen 27 Cabinets und 16 Mikrofone (auch Raummikros) in ein bis drei verschiedenen Positionen. Overkill – in der Theorie klingt das gut und schön, aber komplett ausreizen wird das wohl niemand.

Interessant ist die Erweiterung der Modifier und Kompressoren um einen Sidechain-Eingang. Erwähnenswert: Die Hardware »Rig Control« ist nicht im Lieferumfang von Komplete 8 Ultimate enthalten, sondern separat erhältlich.

 

Reaktor 5.6

Bei Reaktor 5.6 wurde an der Programmarchitektur gearbeitet, so dass die Software jetzt mit 64-Bit-Unterstützung aufwarten kann, sowohl für Windows als auch Mac OS X. Sehr schön.

Das Handling der sogenannten Snapshots wurde vereinfacht. Mit den Snapshots kannst Du die Sounds eines Instruments speichern und laden. Die Navigation konnte verbessert werden – es ist nun einfacher, sich innerhalb der Oberflächenstruktur zu bewegen.

Die sogenannte Breadcrumb-Navigation ermöglicht das direkte Springen zu den einzelnen Hierarchieebenen. Die Strukturansicht und die Audio-Engine wurden verbessert.

Neue Module für additive und modale (nicht modulare) Synthese stehen zur Verfügung. Diese kommen bereits in den neuen Reaktor-Instrumenten »Lazerbass« und »Prism« zum Einsatz. Die Sammlungen klassischer Reaktor-Instrumente »Electronic Instruments 1 & 2« (17 Synthesizer, Drum Machines und Effekte) sind nun standardmäßig implementiert.

Neben »Prism« und »Razor« sind noch drei weitere Instrumente bzw. Effekte an Bord – der Synthesizer »Spark«, der per Audiosignal gesteuerte Synthesizer/Effekt »The Mouth« und der Multieffekt »The Finger«.

Der »Spark« ist ein ziemlich seltsamer Synthesizer – so ist etwa eine Cabinet-Simulation eingebaut – der mit zahlreichen Modulationsoptionen, einem Waveshaper sowie einem Reverb aufwartet und böse grummelnde Sounds erzeugt.

»The Finger« ist ein unorthodoxer Effekt, der sich prima für Live-Performances und Remixe eignet. Mit deinem MIDI-Keyboard kannst Du Effekte triggern, wobei sich sechs Klangbearbeiter live verketten lassen. Summa summarum gibt es in The Finger 40 Effekte – Echtzeit-Sampler/Bearbeiter (Looping, Reverse, Neu Neuarrangement, »Scratchen«, granulare Effekte und mehr), Ringmodulation, Gate, Filter, Hall, Delay, Verzerrung, Waveshaping und und und. Dabei lassen sich meist jeweils zwei Parameter via Anschlaghärte oder Modulationsrad beeinflussen. Natürlich kannst Du diese Effekte auch mit dem Tempo deiner Host-Software synchronisieren. Das Ganze ist ein bisschen viel für meine Nerven, aber durchaus spaßig bei Live-Sessions.

Native Instruments Komplete 8 Ultimate Testbericht

Der quirlige Multieffekt »The Finger« für Reaktor

Bei »The Mouth« kannst Du aus beliebigem Audiomaterial in Echtzeit Harmonien erzeugen. Schicke einen Drum Loop oder Vocals hinein und hinaus kommt ein Synthie-, Bass- oder Vocoder-Sound. Dank der eingebauten Autotuning-Funktion wird die Tonhöhe automatisch hingebogen. Schön, um trashige Vokaleinlagen oder Karaoke der etwas anderen Art zu veranstalten.

Uff: Das Benutzerhandbuch umfasst nun stolze 800 Seiten. Mehr als genug Lesestoff für Klangbastler.


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SEHR GUT

Native Instruments Komplete 8 Ultimate Testbericht am 31.01.2012

Produkt:      Native Instruments Komplete 8 Ultimate
Hersteller:  

Preis:  965,00 Euro
UVP:    999,00 Euro

Kurzfazit

Eine riesige Kollektion. Was der Hersteller hier an Instrumenten und Effekten bietet, ist erstaunlich und für den Preis einmalig.

Für wen

Vielbeschäftigte Produzenten und Komponisten.

Wichtige Merkmale
  • 50 Instrumente, Effekte & Libraries
  • Standalone oder Plugin-Betrieb
  • 240 GB Klangmaterial
  • Auslieferung auf USB-Festplatte

 


Lesermeinungen (6)

zu 'Native Instruments Komplete 8 Ultimate Testbericht: Alles und noch viel mehr'

  • Jürgen   02. Feb 2012   10:27 UhrAntworten

    ... und wo ist jetzt der Testbericht?
    Das hier ist lediglich eine Aufzählung der Features, die man auch auf der NI-Homepage nachlesen kann.
    Habe Komplete 8 seit Dezember 11 auf einem iMac 2,7 Quad-Core, also einem halbwegs aktuellen und leistungsfähigen Rechner.
    Von stellenweisem hohen Resourcen-Hunger habe ich bis dato noch nix bemerkt.
    Das hier ist eine professionelle Software, die auch adäquate Hardware verlangt, das sollte man nicht ausser Acht lassen.

    • Carlos San Segundo (delamar)   02. Feb 2012   11:37 UhrAntworten

      Hallo Jürgen, vielen Dank für dein Feedback. Da wir das Paket Komplete 8 Ultimate erstmalig bei delamar getestet haben, wollten wir einen Rundumschlag der wichtigsten Features/Neuerungen. Das ist dem Redakteur gelungen, wie ich finde.

  • Jürgen   03. Feb 2012   07:01 UhrAntworten

    Das stellt ja auch gar keiner in Abrede!
    Aber dann isses kein Test, sondern eine Produktvorstellung und sollte bitte als sloche bezeichnet werden. So hangelt man sich durch 4Seiten und wartet auf den Test. Vertane Zeit für Leute, die ein wenig mehr wissen wollen als das, was auch auf der NI-Homepage steht.

    • Carlos San Segundo (delamar)   03. Feb 2012   09:45 UhrAntworten

      Hallo Jürgen, ich kann dich verstehen. Eine Produktvorstellung (News) bei delamar hätte kein Fazit und keine Einschätzung, ob sich der Kauf für die Leser lohnt. Und dann hätte der Autor auch nicht immer wieder seine Einschätzung zu bestimmten Programmteilen gegeben. Ich weiss auch, dass das nicht dein Bier ist, sondern eine Frage, die sich nur uns stellt: Aber bei 50+ Effekten, virtuellen Instrumenten und Co. kannst Du nicht alles im Detail besprechen, ohne ein Buch darüber zu schreiben. Und welche pickst Du dir dann heraus?

      • harmagod   09. Feb 2012   20:52 Uhr

        da viele der produkte schon einige zeit am markt sind und dafür reichlich testberichte vorhanden sind, genügten wohl die entsprechenden neuen produkte.

        ansonsten nenne ich es eben nicht testbericht, oder feile VORHER ein bischen an der konzeption des artikels.

  • carlos cavaco   10. Jul 2014   12:10 UhrAntworten

    Also.... ich finde es ok !!!
    hab mir bei ebay nur das product ohne sereal gekauft ,
    und kann dan langsam eine nach den andere kaufen !!!
    je nach den was ich haben möchte , ohne das ganze von der Homepage zu herunterzuladen !!!

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