Mu Technologies Mu Voice Testbericht

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Mu Technologies Mu Voice Testbericht

Das GUI im Mu Technologies Mu Voice Testbericht


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Was ist es?

Mu Technologies Mu Voice ist Vocal Processing Tool – direkt übersetzt kann man damit Gesang bearbeiten, im besten Fall veredeln. Die Software lässt sich als Plugin über die Schnittstellen VST, AU und RTAS in eine DAW-Software einbinden. Sie läuft unter Windows und Mac OS X und unterstützt die gängigen Sampleraten zwischen 44,1 und 192 kHz. Als Kopierschutz dient eine Lizenz auf einem iLok, der erfreulicherweise auch gleich mitgeliefert wird.

Innerhalb des Plugins sind diverse Effekte integriert. Das Fundament bilden dabei ein Werkzeug zur Tonhöhenkorrektur und ein Harmonizer. Über Formantenkontrolle, Humanizer, Filter und EQs können Vocals noch weiter bearbeitet werden. Aufgrund der niedrigen Prozessorlast und einer recht bescheidenen Verzögerung von 5,8 Millisekunden, die Mu Voice produziert, kann das Plugin auch live genutzt werden und zum Beispiel über ein MIDI-fähiges Keyboard gesteuert werden.

 

Mu Technologies Mu Voice Testbericht

Installation

Wir haben Mu Voice auf einer CD-ROM erhalten. Dabei sind noch ein zwanzigseitiges Benutzerhandbuch und ein iLok. Die Installation verlief anfangs jedoch noch erfolglos. Auf der CD befinden sich die Versionen 1.1.2 und 1.2.0 als DLL-Datei. Diese beiden verschob ich in mein VST-Verzeichnis, steckte den iLok ein und dachte, dass es nun losgehen würde. Ich musste mich noch etwas gedulden.

Nach Versuchen mit verschiedenen Versionen von Cubase und Ableton auf einem Windows-64-Bit-System, die alle mit einem Einfrieren der DAW und Zwangsbeendung durch Windows endeten, habe ich mir die Version 1.3 aus dem Netz gezogen. Diese kommt dann auch mit einer Installationsroutine daher, die sich per EXE-Datei starten lässt. Diese Version funktionierte schließlich mit meinem Cubase 6.

 

Aufbau

Begrüßt werde ich von einer graugrünen, etwas kontrastarmen Oberfläche. Das Parameterwirrwarr macht im ersten Moment nicht unbedingt einen aufgeräumten Eindruck auf mich, stellt sich jedoch später als praktikabel heraus.

Mu Technologies Mu Voice Testbericht

Das GUI im Mu Technologies Mu Voice Testbericht

Auf der linken Seite finden sich Akkord-Bedienfelder, die den Harmonizer steuern. Auf der rechten Seite das Analyse-Bedienfeld und die Harmonisierungskanäle, über die die Effekteinstellungen geändert werden können. Zusätzlich befindet sich rechts oben das Preset-Bedienfeld, in dem bei Version 1.3 aus 43 fertigen und 17 selbst erstellbaren Presets gewählt werden kann. Das Schöne an der Oberfläche ist, dass bis auf die MIDI-Kontrollfunktionen alles darauf versammelt ist. Nach Einstellungen zu suchen, ist nicht notwendig, da Du alle wichtigen immer im Blick hast.

 

Akkordsteuerung

Die Steuerung der Akkorde kann auf verschiedene Arten erfolgen, Plugin-intern oder extern über die DAW bzw. ein Masterkeyboard.

Im Plugin besteht die Möglichkeit, ein Akkordschema zu erstellen. In diesem können Akkord, Tonart, Preset und Zeit/Takt in einzelnen Steps eines Patterns festgelegt werden. Dass auch ein Preset in den einzelnen Steps hinterlegt werden kann, eröffnet großen Spielraum. So kannst Du dir zum Beispiel ein Schema erstellen, welches beim Einsingen mitläuft. Darin könntest Du dann die Strophen mit einem Solo-Preset und den Refrain mit einem Trio aufnehmen. So arbeitest Du schon bei der Aufnahme mit einem sehr variablen und perfekt getimten Harmonizer.

Die Erstellung eines Schemas erfolgt über einen festgelegten Ablauf: Harmonie und Tonart auswählen, anschließend ein Preset über die Einfügen-Taste wählen und schließlich einen Zeit-Code über einen kleinen roten Pfeil in einen Step eintragen. Klingt einfach, kann aber dauern, bis man drauf kommt.

Dieses Schema, das alle Akkorde und Einstellungen eines ganzen Songs enthalten kann, kannst Du dann als XML-Datei speichern und an Bandkollegen weitergeben. Das XML-Format vereinfacht die Portierung auf andere Systeme.

Mu Technologies Mu Voice Testbericht

Akkordsteuerung

Extern kann das Plugin über die DAW oder ein angeschlossenes Masterkeyboard live gesteuert werden. In einer DAW weist Du das Plugin einer Vocal-Spur oder einem Soloinstrument als Insert-Effekt zu. Dann brauchst Du nur noch eine Spur, deren Ausgang Du in das Plugin routest. Wenn Du schon eine Spur mit Begleitinstrumenten hast, kannst Du natürlich auch diese doppeln und deren Ausgang einfach in das Plugin schicken. Schon bekommt dein Vocal einen neuen, maßgeschneiderten Anstrich.

Gewundert habe ich mich allerdings über die Umsetzung der Harmonien. Teilweise werden Harmonien so umgesetzt, wie ich es erwartet hätte. Im Hintergrund läuft ein Algorithmus mit, der ein Solo-Vocal analysiert und am Ende eine Harmonie des Gesangs ausgibt. Allerdings hat er mir bei einer MIDI-Einspeisung eines G-Dur-Akkords in den Harmonizer aus dem Quellton C einen C-Dur-Akkord gebaut, d.h. C-E-G. Ich hätte eher erwartet, dass er das C auf eine Auswahl der G-Dur-Töne G-H-D transponiert.

Auf Nachfrage wurde mir das mit einem komplexen Algorhythmus erklärt, der auf sich verändernde Vocals abgestimmt ist. Ein Sinuston, der über mehrere Takte unverändert auf einem C-Ton durchläuft, entspricht keinem realen Gesang und liefert daher evtl. unerwartete Ergebnisse. Zugegeben, mit Gesang als Trägersignal klang es, was Harmonien betrifft, schon sehr gut, auch wenn ich den Eindruck hatte, hier und da ein paar schiefe Töne zu hören.

Mu Technologies Mu Voice Testbericht

Einstellungen für die Bedienung per Masterkeyboard

Zu guter Letzt ist auch eine Live-Steuerung des Plugins über ein MIDI-Keyboard möglich. Dazu wird die Tastatur in mehrere Bereiche unterteilt. Über die Bereiche kannst Du das Plugin mit Akkorden füttern, Presets auswählen und auch im Schema durch verschiedene Steps navigieren. Das heißt ohne Hand an eine Tastatur, eine Maus oder sonstiges zu legen, kann man nur über ein Masterkeyboard fast alles steuern. Klingt spannend. Du musst dazu natürlich wissen, welches Preset auf welcher Taste liegt, sonst stehst Du vielleicht ungewollt zu dritt auf der Bühne.


Mehr zum Thema:
          

BEFRIEDIGEND

Mu Technologies Mu Voice Testbericht am 25.04.2012

Produkt:      Mu Technologies Mu Voice
Hersteller:  

Preis:  219,00 Euro
UVP:    249,95 Euro

Kurzfazit

Umfangreiche Stimmenbearbeitung. Plugin mit zahlreichen Effekten wie Harmonizer, Tonhöhenkorrektur, Formant und anderen zur Verfeinerung von Gesang und Soloinstrumenten.

Für wen

Alle, die ein umfassendes Tool zur Bearbeitung von Vocals suchen

Wichtige Merkmale
  • Plugin zur Stimmenbearbeitung
  • Windows & Mac OS X
  • 4-stimmiger Harmonizer
  • Live-Einsatz möglich
  • Automation über Akkordschemata

 


Lesermeinungen (1)

zu 'Mu Technologies Mu Voice Testbericht: Vocal Processing Tool zum Live- oder Studioeinsatz'

  • VocalMeister   09. Aug 2014   00:24 UhrAntworten

    3 Punkte?
    Also da wollen die so viel kohle haben für so ein schrott.
    Habe es getestet, und muss sagen, einen vernünftigen Chor kann man nicht damit basteln.
    Da bietet Antares schon viel mehr. Für mich gerade mal 2 Punkte.

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