Mojave MA-201fet Testbericht

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Mojave MA-201fet Testbericht

Das ist der Kandidat im Mojave MA-201fet Testbericht auf delamar - wir waren sehr gespannt und hier sind unsere Erkenntnisse inklusive Klangbeispiele


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Was ist es?

Das Mojave MA-201fet ist ein Kondensatormikrofon mit Großmembran und Nierencharakteristik. Versprochen wird ein warmer, voller Sound für Vocals und Instrumente – man möchte klanglich in die gleiche Kerbe schlagen wie altbewährte Klassiker dieses Mikrofontyps. Dank niedriger Verzerrung bei hohem Schalldruck eigne sich das Modell zur Abnahme von Kick-Drums, Bass-Amps u. dgl. Eine Mikrofonspinne wird mitgeliefert.

Dieses Mikrofon ist zum Straßenpreis von 699,- Euro (inkl. MwSt.) im deutschen Fachhandel erhältlich.

 

Mojave MA-201fet Testbericht

Erster Eindruck

Mojave MA-201fet Testbericht

Der kleine Koffer enthält das Mojave MA-201fet und eine Spinne. Nach meinem Ermessen ist das Mikrofon über jeden Zweifel an der verarbeitungstechnischen Güte erhaben. Gleiches gilt für die sehr schlanke und somit immer bestens positionierbare Mikrofonspinne mit ihren dicken schwarzen Gummischnüren.

Nur der Koffer hätte hochwertiger sein dürfen, aber das ist ein Nebenschauplatz, auch weil eines der wichtigsten Kriterien – gute Polsterung – erfüllt wird.

Verarbeitung und Ausstattung

Zum Einsatz kommt eine von Hand auserlesene Membran im üblichen Durchmesser von einem Zoll. Goldbedampft, versteht sich, und zwar in einer Stärke von drei Mikrometern. Der verbaute Feldeffekttransistor wurde vom Hersteller mit dem Attribut »military-grade« versehen, was einen sehr hohen Fertigungsstandard kennzeichnet. Die Widerstände sollen das Eigenrauschen niedrig halten – im Anschluss an das Klangkapitel weiter unten überprüfen wir das.

Ein Blick ins Innere offenbart eine sauber und übersichtlich aufgebaute Elektronik. Hier bürgt unter anderem der Übertrager aus dem Hause Jensen für hohe Qualität.

Mojave MA-201fet Testbericht

Nicht ungewöhnlich für das gehobene Preissegment: Beim Mojave MA-201fet lässt sich keine Vordämpfung (»Pad«) zuschalten, um im Falle der Abnahme extrem lauter Quellen den Eingangspegel abzusenken. Der Proband verkraftet mit seiner festen Einstellung jedoch sehr hohe Schalldrücke, zudem kommen viele Mikrofonvorverstärker mit einer gesonderten Vordämpfung.

Die Reduzierung aufs Wesentliche äußert sich weiterhin in der Absenz eines Hochpassfilters zur Abschwächung bzw. Eliminierung von Trittschall und anderen tieffrequenten Störklängen.

Auch hier kann man entspannt abwinken, denn im gut organisierten Tonstudio wird das kaum eine Rolle spielen und auf der Bühne wird selten ein solches Mikrofon eingesetzt. Zudem kann auch das über entsprechend ausgestattete Preamps bzw. Interfaces genutzt werden.

Klang des Mojave MA-201fet

Eindrücke aus der für meinen Geschmack idealen Entfernung von etwa 20 Zentimetern: reichhaltig, ohne zu sehr gesättigt zu wirken, dabei luftig und offen sowie extrem reaktionsschnell beim Einfangen der Transienten. Letzteres ist insbesondere für Drums willkommen. Sibilanten erscheinen so deutlich und »süß« wie nötig, zischen aber praktisch nie über das natürliche Maß hinaus. Es stellt sich eine gewisse Seidigkeit ein, die man bei Kondensatormikrofonen erst bei Modellen von gehobener Qualität erwarten darf.

Insgesamt ist das Frequenzspektrum leicht veredelnd abgestimmt, keine Seltenheit in dieser Preisklasse. Der Bass erhält einen leichten Wärmeschub und die Präsenzanhebung für mehr Sprachverständlichkeit und Durchsetzungsfähigkeit im Mix ist aber subtiler als bei vielen Mitbewerbern in ähnlichen Preislagen. So lassen sich Klangquellen aller Art einfangen, wobei sich eher selten eine Nachbearbeitung per Equalizer aufdrängt.

Kurz gefasst: Der Sound wirkt nie steril – natürlich anmutend, aber satt und mit einem Hauch von Funkeln.

Kaum Eigenrauschen

Das Datenblatt beziffert das Grundrauschen mit maximal 16 Dezibel. Das ist kein überragender Wert, aber mehr als gut genug, dass das Rauschen bei gewissenhaftem Recording und gutem Einpegeln nie zutage tritt. Der Nahbesprechungseffekt ist ziemlich deutlich ausgeprägt und sorgt bei Bedarf für einen sehr intimen, zur Genüge basskräftigen Sound. Gefällt mir ausgesprochen gut, siehe Klangbeispiel:

Für welchen Einsatz?

Zusammenfassend kann ich dem Mojave MA-201fet folgendes Eignungsprofil aussprechen: Vocals, Vocals, Vocals, aber sehr wohl auch die Overhead- oder Kick-Drum-Mikrofonierung, Abnahme von Pianos und akustischen Instrumenten und mehr.

Wie unschwer zu erkennen ist, bin ich sehr angetan. Einen Qualitätsunterschied zu unserem bewährten Referenzmikrofon Neumann U87 Ai kann ich kaum erkennen, lediglich einen etwas anderen, weniger bauchigen Charakter. Bemerkenswert für den geforderten Preis.


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EXZELLENT

Mojave MA-201fet Testbericht am 05.05.2015

Produkt:      Mojave MA-201fet
Hersteller:  

Preis:  699,00 Euro
UVP:    853,00 Euro

Kurzfazit

Gehobenes Kondensatormikrofon mit FET-Schaltung. Dieses puristische Mikrofon ist klanglich fein und stets souverän, vielseitig einsetzbar ist es obendrein. Hier gibt es erstaunlich viel Sound fürs Geld.

Für wen

Fortgeschrittene und Profis in Tonstudios, beim Homerecording mit gehobenen Ansprüchen sowie für Voice-Overs und im Broadcast-Bereich.

Wichtige Merkmale
  • Kondensatormikrofon
  • Membran: Ø 1″, goldbedampft (3 µm)
  • Richtcharakteristik: Niere
  • Übertragungsbereich: 20 – 20.000 Hz
  • Empfindlichkeit: -39 dB re. 1V/Pa
  • Max. Schalldruck: 125 dB SPL
  • Klirrfaktor: 1% @ 120 dB SPL / 3% @ 134 dB SPL
  • Eigenrauschen: 14 dB nominal / 16 dB(A) maximal
  • Impedanz: 550 Ω, trafosymmetriert
  • Phantomspeisung mit 48 Volt, Stromstärke 0,68 mA
  • Maße: 194 x 51 mm
  • Gewicht: 450 g
  • Koffer und Spinne im Lieferumfang

 


Lesermeinungen (4)

zu 'Mojave MA-201fet Testbericht: Kondensatormikrofon für feine Aufnahmen'

  • Metaphor   05. Mai 2015   14:58 UhrAntworten

    Würde hier wieder einmal dem Audio-Technica AT4040 den Vorzug geben. Als ich mir dieses zugelegt habe, hatte ich auch das Mojave in der engeren Auswahl, ebenso das Neumann TLM 102. Die Verabeitung ist wirklich erstklassig, das kann ich nur bestätigen. Im direkten Aufnahmevergleich musste ich mit einem Kumpel nach Gegenhören der Vocal-Aufnahmen (in unserem Falle Rap) feststellen, dass uns das AT4040 am Besten gefiel. Das Mojave klang uns in den Höhen dann doch etwas zu spitz, gleiches galt auch für das TLM102, wobei das im Bassbereich zudem noch sehr dünn klang und wir es eher für Gitarren oder Percussions als passend empfanden.

    Was mir bei euren Tests in letzter Zeit negativ aufgefallen ist: Weshalb gibt es keine Sound-Beispiele mehr? Das sollte doch gerade eure Aussagen über das jeweilige Produkt unterstreichen, insbesondere, was Hardware angeht!

    Nicht jeder hat die Möglichkeit, Eqquipment vor Ort zu testen oder sich z. B. gleich mehrere Mikros zu ordern, um zu Hause Probeaufnahmen machen zu können. Auch wäre es gut, wenn ihr angebt, durch welches Interface etc. ihr dann recordet habt und ob der Raum akustisch optimiert ist.

    Thx!

    • Felix Baarß (delamar)   05. Mai 2015   15:04 UhrAntworten

      Hallo Metaphor,

      besten Dank für deine Einordnung und den Vergleich. Hmm, die zwei Klangbeispiele werden nicht angezeigt bei dir? Mit welchem Browser auf welchem Betriebssystem schaust Du die Seite an? (Nur der Vollständigkeit halber: Stell ggf. auch sicher, dass keine Addons die Anzeige der eingebetteten MP3-Dateien verhindern).

      Zu Interface und Raum: Das gute, alte RME Fireface 800. Der Raum ist nicht akustisch optimiert.

      Gruß,
      Felix

    • Metaphor   05. Mai 2015   15:47 UhrAntworten

      Liegt an meinem Rechner @ work! Wurde wohl seitens der EDV so eingestellt, dass ich die Sound-Files nicht abspielen kann. Sehe nur den Abspielbalken kommt aber kein Sound ;)!

      Alles gut, liegt definitiv nicht an eurer Page.

  • Jay   06. Mai 2015   21:42 UhrAntworten

    Ich mach zwar keine Vocalsounds, aber die Klangbeispiele kommen sehr gut rüber. Sehr ausgewogen alles. Müsste man natürlich im Vergleich hören, aber der erste Eindruck ist sehr positiv.

Sag uns deine Meinung!

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