Miktek C1 Testbericht

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Miktek C1 Testbericht

Im Miktek C1 Testbericht kommt ein fortgeschrittenes Kondensatormikrofon unter die Lupe


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Was ist es?

Das Miktek C1 ist ein Kondensatormikrofon mit goldbedampfter Großmembran, das in der Richtcharakteristik Niere aufzeichnet. Es will – wie die meisten Mikrofone seiner Art – vor allem bei Sprach- und Stimmaufnahmen glänzen, aber auch Akustikgitarre und andere Musikinstrumente überzeugend abnehmen können. Ein Hochpassfilter sowie eine Dämpfung von -10 dB sind zuschaltbar.

Das Mikrofon ist derzeit zum Straßenpreis von 579,- Euro (inkl. MwSt. & Versandkosten) im deutschen Musikalienfachhandel erhältlich.

 

Miktek C1 Testbericht

Erster Eindruck und Verarbeitung

Das Miktek C1 und die Schwenkhalterung werden in einer schicken, gut gepolsterten Holzschatulle geliefert. Weiterhin findest Du einen Extrakarton mit einer gut konstruierten Mikrofonspinne, die aus Kunststoff gefertigt und entsprechend leicht ist. Das ganze Paket macht nicht nur auf den ersten Blick einen wirklich guten und verlässlichen Eindruck.

In dem ausschließlich englischsprachigen Handbuch liegt ein Blatt mit einem aufgedruckten Plot, der eine individuell für dein Exemplar angefertigte Messung des Frequenzgangs zeigt. Ein Zeichen für ein gutes Mikrofon, das mit Liebe hergestellt wird. Außerdem gibt es einen großen Abschnitt mit Know-How zum Recording verschiedener Instrumente und über zahlreiche Techniken zur Mikrofonierung. Sehr fein.

Das Mikrofon ist mit 740 Gramm überdurchschnittlich schwer, Du solltest das Miktek C1 also an einem entsprechend stabilen Mikrofonstativ befestigen. Der vernickelte Korpus glänzt nicht nur (matt) mit Unterstatement, sondern schützt nebenbei auch vor elektromagnetischen Einstreuungen. Der Mikrofonkorb ist außerordentlich stabil, ich konnte ihn keinen Millimeter weit eindellen. Alles in allem macht dieses Modell eine sehr gute Figur.

Ausstattung

Die Nierencharakteristik ist fest implementiert. Diese gebräuchlichste Richtcharakteristik ist bestens für das Vocal Recording einer Einzelperson geeignet. Natürlich auch für diverse Instrumente, bei denen der Schall aus einer Richtung und mit wenig Raumanteil aufgenommen werden soll.

Für mehr Flexibilität sorgen die Schalter für das Pad (die Vordämpfung der Lautstärke) und das Hochpassfilter des Miktek C1. Für ersteres stehen Einstellungen von 0 (keine Wirkung) und -10 dB zur Verfügung. Viele Instrumente mit hohen Schalldrücken können somit abgenommen werden, allerdings hätten -15 oder -20 dB Absenkung noch mehr Flexibilität gebracht.

Das Filter greift bei 100 Hz und weist eine Flankensteilheit von 12 dB/Oktave auf. Somit dürfte es die meisten unerwünschten Nebengeräusche wie Trittschall zuverlässig eliminieren, hier im Test funktionierte das jedenfalls gut.

Klang des Miktek C1

Die Klangfarbe des Miktek C1 ist über weite Strecken sehr ausgewogen und generell als angenehm zu bezeichnen. Die Frequenzkurve weist vom tiefsten Bassbereich bis etwa 1 kHz kaum eine Tendenz nach oben auf und so sind die Bässe und die tiefen bis moderaten Mitten angenehm neutral. Tiefe, kräftige Männerstimmen werden überzeugend eingefangen, und auch Instrumenten mit Tiefgang wird dieses Mikrofon gerecht. Zugegeben, bisweilen wird das durch die im Folgenden beschriebene Eigenschaft konterkariert.

Miktek C1 Testbericht

Oberhalb von 1 kHz wird der Anstieg nämlich deutlicher und führt zu einer Präsenzanhebung, die bei ca. 12 kHz ihr Maximum erreicht. Das ist beim Vocal Recording förderlich für die Sprachverständlichkeit und Detaildarstellung, auch Akustikgitarren steht das gut zu Gesicht. Dazu kommt, dass viele Musiker dieses Verhalten als sehr positiv empfinden.

Ferner klingen Sibilanten (Zischlaute) überwiegend natürlich – präsent, frisch und nur selten (im Vergleich mit unserer Referenz, dem Neumann U 87 Ai) über das Ziel hinausschießend. Das ist positiv zu vermerken.

Das Impulsverhalten des Miktek C1 ist gut für ein Großmembranmikrofon. So klingen Bässe schön knackig und die feinsten »Nadelstiche« im Klang verlieren nichts von ihrer Plastizität.

Sonstiges

Das Datenblatt gibt das Eigenrauschen mit 13 Dezibel an. Wie sich in der Praxis bestätigte, ist das Rauschen tatsächlich so niedrig, dass Du immer saubere Aufnahmen bekommst. Diese kannst Du im Mixdown auch locker vielfach übereinanderlegen, ohne zu einem Denoiser greifen zu müssen. Das setzt natürlich insgesamt eine gute Kette voraus mit entsprechendem Vorverstärker und sonstigem Equipment.

Wer das Miktek C1 aufschraubt, kann die Kapselvorspannung mit einem kleinen Schalter von +60 Volt (Standard) auf +48 Volt senken. So tendiert der moderne Klang eher in Richtung Vintage. Als Folge ist unter anderem die Dynamik nicht mehr ganz so hoch. Der Sound wirkt nun insgesamt weniger akkurat, aber unter Umständen angenehmer und »musikalischer«. Die Unterschiede sind sehr subtil, dennoch ist es eine interessante Option, die der Hersteller hier eröffnet. Und auch das ist wiederum positiv zu vermerken.


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EXZELLENT

Miktek C1 Testbericht am 13.10.2014

Produkt:      Miktek C1
Hersteller:  

Preis:  579,00 Euro
UVP:    712,81 Euro

Kurzfazit

Großmembranmikrofon mit Nierencharakteristik. Ein sehr fein und präsent klingendes Kondensatormikrofon mit guter Verarbeitung – bei diesem Preis eine exzellente Wahl für Vocals.

Für wen

Fortgeschrittene und Profis, die ein bezahlbares, technisch ausgereiftes Kondensatormikrofon mit leichter Präsenzbetonung suchen.

Wichtige Merkmale
  • Kondensatormikrofon mit Großmembran
  • Goldbedampfte 1“-Kapsel
  • Nierencharakteristik
  • Benötigt Phantomspeisung von 48 Volt
  • Hochpassfilter (100 Hz, 12dB/Okt.)
  • Pad (-10 dB)
  • Max. Schalldruck: 127 dB SPL
  • Frequenzgang: 20 – 20.000 Hz (±3 dB)
  • Empfindlichkeit: -29 dBV/Pa
  • Eigenrauschen: 13 dB
  • Dynamikumfang: 105 dB
  • Signal-Rausch-Abstand: 81 dB
  • Gewicht: 740 g
  • Lieferung in einer Holzschatulle inkl. Schwenkhalterung und Mikrofonspinne

 


Lesermeinungen (1)

zu 'Miktek C1 Testbericht: Feines Kondensatormikrofon'

  • Mex   13. Okt 2014   14:02 UhrAntworten

    In den unteren und oberen Bässen ist es relativ neutral und ausgewogen. Für (etwas dünner klingende) Frauenstimmen im Basskörper des Nahbesprechungsbereichs eine Spur zu dünn auf der Brust.

    Die unteren Mitten sind bei 300-500 Hz nur ganz leicht übertönt, es entsteht aber kein wummerndes Rumpeln, ist soweit alles in einem angenehmen Rahmen.
    Bei 1 kHz findet schon eine merkliche Anhebung statt, die sich aber nicht nachteilig auswirkt und das C1 bis hierhin insgesamt sehr direkt und transparent klingt.

    In den Höhen zwischen 6-10 kHz neigt das C1 dann aber für meine Ohren doch zur Schärfe und eine Art Zischeln. Subjektiv betrachtet mag das zu mehr Sprachverständlichkeit beitragen, objektiv betrachtet kann das im Mix aber auch schnell spitz und aggressiv klingen.

    In der Preisklasse von 599 Euro ist das Miktek C1 richtig aufgehoben, gehört aber nicht unbedingt zu meiner 1.Wahl, wartet in dieser Preisklasse mit dem Neumann TLM 102 bereits der Klassenprimus und Alternativen, die zudem auch ein paar Taler weniger kosten.

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