MESA/Boogie Road King 2x12 Testbericht

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Mesa Boogie Road King 2x12 Testbericht

Mit dem Boogie Road King 2x12 krönen wir einen tourtauglichen Gitarrenbox-König - wie gut dieses Cabinet gebaut ist und welchen Sound es liefert, erfährst Du hier, inklusive einem guten halben Dutzend Klangbeispielen


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Was ist es?

Die MESA/Boogie Road King 2×12 ist eine Gitarrenbox, die insgesamt 150 Watt vom Gitarrenverstärker verträgt. Mit einem Straßenpreis von 999 Euro muss sie zur „High Class“ unter den Speaker Cabinets gezählt werden. Die Bezeichnung „Road King“ ist auf das dazugehörige, gleichnamige Top-Teil des Herstellers zurückzuführen: die beiden ergeben ein perfekt aufeinander abgestimmtes Pärchen.

Die Kernidee der amerikanischen Ingenieure war, ein möglichst flexibles Cabinet zu entwickeln, welches sich allen Situationen beweisen kann.

Es gibt diverse Variationen, die Du dir beim Hersteller gegen einen – mehr oder weniger saftigen – Aufpreis aussuchen kannst. Angefangen bei der einfachen Kunstlederausstattung unseres heutigen Probanden bis hin zu Mahagoni oder Bubinga Ummantelungen in Vollholz ist so ziemlich alles möglich. Auch gibt es die MESA/Boogie Road King Gitarrenbox als 4×12 Ausführung (wahlweise mit gerader oder abgeschrägter Front).

 

MESA/Boogie Road King 2×12 Testbericht

Konstruktion

Der Hersteller kombiniert die Vorteile offener und geschlossener Speaker Cabs und unterschiedliche Speaker. Die Rückseite der Box ist zur Hälfte geöffnet, zudem sind zwei verschiedene Speaker aus dem Hause Celestion verbaut.

Die geschlossene Hälfte ist mit dem legendären Celestion Vintage 30 Speaker ausgestattet, während durch die Öffnung ein Celestion Custom 90 zu sehen ist. Zwei Anschlüsse für die beiden gängigen Widerstände von 4 und 8 Ohm sorgen für große Flexibilität hinsichtlich Amp.

Gehäuse

Unsere MESA/Boogie Road King 2×12 Gitarrenbox besteht aus baltischem Birkensperrholz, welches ohne jedweden Makel verzahnt und verleimt wurde. Gezinkte Eckverbindungen sorgen für ausreichend Stabilität. Alle Wandstärken sind mit 15 mm angegeben, wobei die Rückwand mit 16 mm ein wenig dicker ist. Die Holzkonstruktion macht gleich auf den ersten Blick einen sehr soliden Eindruck.

MESA/Boogie Road King 2x12 Review

Die MESA/Boogie Road King 2×12 stellt sich vor – die Verarbeitung ist erste Sahne

Ähnlich sieht es beim Kunstlederbezug aus, dieser ist selbst an den Ecken und Kanten fehlerfrei gespannt. Die Übergänge zwischen den einzelnen Holzelementen sind für gewöhnlich eine ziemlich fehleranfällige Stelle, weil sich das Bezugsmaterial beim Zusammenstecken gerne mal verschieben kann, doch bei der Road King: keine Spur davon. Sehr geil!

Ebenfalls wurde die Frontabdeckung, die sich nicht abnehmen lässt, mit sehr großer Sorgfalt gefertigt und montiert. Sie besteht aus stabil wirkendem Gewebe, das auch nach langer Zeit weder ausfransen, noch einreißen dürfte.

Zum Schutz und gleichzeitig zur optischen Aufwertung sind die Ecken der Box mit schwarzen Metallkappen versehen worden, die sich wunderbar in das hochwertige Aussehen einfügen. Durch vier stabile Gummifüße auf der Unterseite findet die Box ausreichend Halt, auch auf glatten Oberflächen.

Transport

Mit Maßen von 760 x 425 x 357 mm und einem relativ satten Gewicht von ungefähr 30 kg kommt man beim Tragen des Speaker Cabinets schon mal ins Schwitzen. Gut, dass die MESA/Boogie Road King 2×12 mit so genannten 4 Trac-Loc-Schienen ausgestattet ist, an die mitgelieferte Rollen befestigt werden können. So lässt sich der Bühnenalltag gleich wesentlich einfacher gestalten.

Anschlüsse der MESA/Boogie Road King 2×12

Versehen ist die Gitarrenbox mit einem 4 Ohm Mono-Input und zum anderen mit einem separaten 8 Ohm Stereoeingang, durch den die Speaker einzeln angesteuert werden können. So kannst Du nur die geschlossene oder die offene Bauweise verwenden und beim Gitarrenbox aufnehmen unterschiedliche Sounds zu erhalten.

Daneben finden wir einen einfachen, parallelen Monoausgang für den Anschluss zusätzlicher Speaker – eine runde Sache.

MESA/Boogie Road King 2x12 Test

Die offene Rückseite – in diesem Fall gibt es nur eine Aussparung direkt hinter einem der LAutsprecher

Blick ins Innere

Innen setzt sich das gute Bild der Road King fort. Eine besonders gleichmäßig aufgetragene, dünne Schicht schwarzer Farbe schützt das Holz vor Feuchtigkeit und zeugt von Sorgfalt und Detailgenauigkeit der Handwerker im Hause Mesa.

Beide Speaker sind auf vorbildliche Art mit hochqualitativen Bolzen am Gehäuse befestigt, was einem Lockern sehr effektiv vorbeugt – auch bei langem Nutzen. Auch die Kabelverbindungen zwischen den einzelnen Lautsprechern und den rückseitigen Anschlüssen sind sauber angebracht und mit Steckverbindungen gesichert. Erstklassig.

Speaker

Zur rechten Seite des MESA/Boogie Road King 2×12 Cabinets finden wir einen Speaker, der eigentlich keiner Vorstellung bedarf. Der legendäre Celestion Vintage 30 kam seit den 80ern millionenfach in den verschiedensten Boxen zum Einsatz. Ob der klassische Rock N’ Roll Sound á la AC/DC oder dichte, präzise Heavy Metal Verzerrung – es gibt kaum was, was der Vintage 30 nicht kann und wofür er nicht verwendet wird.

Durch die Positionierung auf der geschlossenen Seite eignet er sich gut, um präzise, gerichtete Klangkegel nach vorne zu drücken. In der Regel bestens für druckvolle Crunch- und Leadsounds.

Durch die offene Rückblende sehen wir links einen Celestion Custom 90 Speaker, der für satte und voluminöse Clean-Sounds beliebt ist. Durch die Öffnung verteilen sich die Schallwellen im gesamten Raum und ergeben einen natürlicheren Klang.

Die Gesamtleistung von 150 Watt setzt sich aus den beiden Teilleistungen von 60W beim V30 und 90W beim Custom 90 Speaker zusammen.

Wie klingt dieMESA/Boogie Road King 2×12?

Wir haben die Gitarrenbox unter anderem mit einem MESA/Boogie Mini-Rectifier Twenty-Five (Testbericht) zusammengespielt.

Die MESA/Boogie Road King 2×12 leistet auf der gesamten Frequenzbreite eine sehr detaillierte Wiedergabe des Clean-Sounds. Im Gegensatz zu einer voll geschlossenen Box weitet sich durch die halb offene Rückseite ein sehr voluminöser Klang im ganzen Raum aus und erreicht dadurch große Fülle und einen natürlichen Lautstärkenverlauf.

Durch den direkten Vergleich zwischen den beiden Seiten des Cabinets wird schnell deutlich, wie sich geschlossene Cabs im Vergleich zu offenen verhalten. Der Vintage 30er leistet alleine einen ebenfalls sehr aufgelösten und strammen Clean-Sound, verhält sich dabei allerdings wesentlich fokussierter. Erst wenn ich mich um einige Meter von der Gitarrenbox entferne, gewinnen meine Akkorde hörbar an Volumen. Allerdings nicht ansatzweise so viel wie durch den Custom 90, der sofort den Raum füllt.

Ich persönlich finde die etwas sterile und direkte Wiedergabe des Vintage 30 zur Mikrofonierung sehr interessant. Aufgrund des zielgerichteten Schallkegels kannst Du durch Close Miking eine im späteren Mixing-Prozess wandelbare und flexible Aufnahme erzeugen.

Crunch-Sounds

Wie zu erwarten, sieht es bei einem Crunch-Sound genau andersherum aus. Bei offener Rückseite stellt sich eine eher matschige und verwaschene Verzerrung ein, die bei Riffs eher undefiniert und wenig dynamisch reagiert.

Hier trumpft der Celestion V30 mit seinem druckvollen Schallkegel auf und bildet ein sehr detailliertes Klangbild, ohne in irgendeinem Frequenzbereich zu betonend zu wirken. Stramme, direkte Bässe, ein butterweicher doch trotzdem präsenter Mittenbereich und vor allem: sehr angenehme Höhen. Bei lang gehaltenen Noten punktet das nicht aufdringliche Obertonspektrum, ohne dabei zu dominant und überbetont zu klingen.

Beide Speaker gemeinsam

Beide Speaker zusammen schaffen den Spagat zwischen den verschiedenen Cabinet-Stilen.
Durch den separaten Input für die unterschiedlichen Speaker bietet sich auf der Bühne die Möglichkeit zum Bi-Amping – beispielsweise über eine DI-Box. So kann möglicherweise der Custom 90er nur für Clean-Parts verwendet werden, während der Vintage 30 für Zerr- und Lead-Sounds herhält.

Gemeinsam kombinieren beide jeweils ihre Stärken und erzeugen bei nur leicht angezerrtem Gitarrensound eine Klangfülle, die sich gewaschen hat. Solange man den Gain-Poti nicht bis in den Hard Rock und Metal Bereich dreht, ist das eben erwähnte Interferenzverhalten bestens.

Je mehr es in Richtung High Gain geht, desto mehr mag ich den Klang der Vintage 30 allein.


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EXZELLENT

MESA/Boogie Road King 2x12 Testbericht am 21.02.2017

Produkt:      MESA/Boogie Road King 2x12
Hersteller:  

Preis:  999,00 Euro
UVP:    1.199,00 Euro

Kurzfazit

Vielseitige Gitarrenbox mit fehlerfreier Verarbeitung. Die handgebaute Gitarrenbox MESA/Boogie Road King 2x12 kommt mit einer Celestion Vintage 30 und Custom 90 Bestückung, einer halboffenen Rückwand und zwei separaten Eingängen. Sie verspricht nicht nur Flexibilität, sondern einen ausgewogenen, kraftvollen Sound.

Für wen

Guten Box für Clean- und Zerrsounds.

Wichtige Merkmale
  • Gitarrenbox
  • Material: Baltische Birke
  • Speaker: Celestion Vintage 30 / Celestion Custom 90
  • Standard Bezug: Kunstleder
  • Gewicht: ca. 30 kg
  • Maße: 60 x 425 x 357 mm
  • Bauweise: Horizontal, halboffen (L geschlossen, R offen)
  • Leistung: 150 Watt (links 90 W / rechts 60 W)
  • Inputs: Mono & Stereo
  • Output: Paralleler Mono-Ausgang
  • Impedanz: 4 Ohm Mono / 8 Ohm Stereo
  • Inklusive Schienensystem mit Rollen

 


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