M-Audio Trigger Finger Pro Testbericht

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M-Audio Trigger Finger Pro Testbericht


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Was ist es?

Der M-Audio Trigger Finger Pro ist ein Controller zum Beats machen mit 16 Drum Pads und 16 Knöpfen + Transport-Buttons für den integrierten Step-Sequenzer. Es handelt sich um einen reinen Pad Controller wie die NI Maschine und die aktuellen MPC-Modelle von Akai. Klänge entstehen also erst im Computer oder in einem angeschlossenen Klangerzeuger. Zur Steuerung von Plugins und DAWs gibt es unter anderem je vier Drehregler, Fader und Knöpfe. Ein abnehmbarer Bügel winkelt das Gerät an, was die Arbeit auf dem Schreib- oder Studiotisch komfortabler macht. MIDI wird per USB oder den 5-Pol-Anschluss übertragen, während die Stromversorgung über USB oder ein optionales Netzteil läuft.

Als Software dient »Arsenal« zur Preset-Verwaltung sowie zum Mapping und Einbinden externer Plugins. Passend für Letzteres erhältst Du Lizenzen für den Drum Sampler »AIR Drums« und den virtuell-analogen Synthesizer »AIR Hybrid 3«. Es werden 8 GB Samples für elektronische Musik, Hip Hop, Urban und mehr geboten, u.a. mit Kreationen vom Sounddesigner von Timbaland.

M-Audio Trigger Finger Pro Testbericht

Der M-Audio Trigger Finger Pro ist zum empfohlenen Straßenpreis von 369,- Euro (inkl. MwSt.) im deutschen Fachhandel erhältlich.

 

M-Audio Trigger Finger Pro Testbericht

Erster Eindruck und Haptik

Das Gerät lässt sich mühelos transportieren, ist aber nicht so leicht, dass es schnell verrutscht oder seinen haptisch wertigen Eindruck einbüßt. Alle Bedienelemente sitzen fest, die Potis (übrigens exakt die gleichen wie bei den neuen Akai-Controllern) und Schieberegler weisen einen beträchtlichen Widerstand auf und sitzen wie eine Eins. Alle Knöpfe haben einen deutlichen, harten Druckpunkt.

Der im Lieferzustand schon angeschraubte Bügel sorgt für eine leichte Winkelung, was besonders dann angenehm ist, wenn Du beim Jammen an deinem Studiotisch sitzt; ein kleiner Inbusschlüssel liegt der Packung bei, um den Bügel an der anderen Seite zu befestigen oder ganz abschrauben. In letzterem Fall steht das Gerät dank Gummifüßen sicher auf deinem Tisch und schont dessen Oberfläche.

Nach der automatischen Einrichtung als USB MIDI Controller unter Windows oder Mac OS bist Du grundsätzlich startklar. Unter Windows ist noch eine Treiberinstallation nötig, um die Möglichkeiten des Geräts voll auszuschöpfen zu können. Download & Installation der Software verlaufen zügig; ein Wermutstropfen ist, dass die Erweiterungspakete für die Plugins AIR Drums & AIR Hybrid 3 (siehe unten) ungefragt auf Laufwerk C installiert werden.

 

Bedienung

Grundsätzlich gibt es die in der folgenden Liste beschriebenen vier Modi. Je nach Modus wechseln die Befehle im Display – die vier Drehregler und die vier Knöpfe daneben sind also multifunktional ausgelegt, was bei der Vielzahl der Funktionen unumgänglich ist.

  • Performance – Pads spielen, Potis + Fader + Tasten bedienen
  • Pad – Verhalten der Pads anpassen
  • Control – Zuweisung & Verhalten der Potis, Fader und Tasten anpassen
  • Sequence – Verhalten des Sequenzers und der Patterns anpassen

M-Audio Trigger Finger Pro Testbericht

Für die wichtigsten Features gibt es jedoch dedizierte Buttons, damit Du beim Produzieren und Jammen im Flow bleibst. Bei den Pads gibt es etwa »Roll«, z.B. für Snare-Salven, und »Fixed« zum Triggern von Samples in stets maximaler Lautstärke (nützlich auf der Suche nach Samples). Besonders praktisch sind in meinen Augen die dedizierten Buttons für den Sequenzer, über den Du auf der nächsten Seite mehr erfährst.

Sobald Einstellungen geändert werden, leuchtet der »Save«-Knopf auf und eine Meldung auf dem Display informiert darüber. Diese und andere kleine Hilfestellungen erleichtern die Zugänglichkeit des Geräts.

Der Bildschirm kommt als bewährtes Segment-Display daher, was es dem Hersteller möglich macht, den Trigger Finger Pro so günstig anzubieten. Grundsätzlich ist das zum Arbeiten vollkommen ausreichend. Die Kehrseite der Medaille: Der Kontrast wird schon bei vertikalen Blickwinkeln ab ca. 30% eingeschränkt und bei den vielen Buchstaben/Zahlen in niedriger Auflösung verliere ich schnell den Überblick.


Mehr zum Thema:
      

SEHR GUT

M-Audio Trigger Finger Pro Testbericht am 19.06.2014

Produkt:      M-Audio Trigger Finger Pro
Hersteller:  

Preis:  369,00 Euro
UVP:    449,99 Euro

Kurzfazit

Pad Controller mit Sequenzer. Ein gut verarbeiteter Controller, gut bestückt mit akkuraten Potis, Pads und Fadern. Der ausgefeilte Sequenzer mit seiner klassischen 4x4-Knopfleiste ragt in dieser Geräteklasse besonders heraus.

Für wen

Beat-Produzenten & Performer von elektronischer Musik, Hip Hop, Pop & Co., die Patterns direkt programmieren wollen.

Wichtige Merkmale
  • MIDI Controller
  • 16 Drum Pads & 16-Step-Sequenzer
  • 4 Drehregler, 4 Fader, 4 Knöpfe
  • Steuerkreuz zur DAW-Kontrolle
  • USB MIDI In/Out & 5-poliger MIDI Out
  • Strom via USB oder Netzteil
  • Bügel zur Winkelung des Geräts
  • Software »Arsenal« - Standalone/VST
  • Drum Sampler »AIR Drums« & Synthesizer »AIR Hybrid 3«
  • 8 GB Samples

 


Lesermeinungen (19)

zu 'M-Audio Trigger Finger Pro Testbericht: Pad Controller + Sequencer'

  • stromzaehler   19. Jun 2014   17:50 UhrAntworten

    Sehr lustig, dass ihr unter "Was ist es?" erstmal eine komplett falsche Aussage macht. Ihr habt wahrscheinlich das eigens eigebettete Video nicht angeschaut, sonst hätte man geschrieben, dass es sich um einen Stand-Alone-Step-Sequencer handelt (und nicht um einen REINEN Controller). Diese Aussage ist absolut verwirrend. Natürlich erzeugt ein Step Sequencer keine eigenen Töne (wie ein Masterkeyboard eben auch), aber mein Eindruck ist, dass der Fokus des Geräts eher auf dem Sequencer-Teil liegt als auf dem Controller (der eher Beiwerk zu sein scheint).

    • Felix Baarß (delamar)   19. Jun 2014   19:34 UhrAntworten

      Die Bezeichnung als reiner Controller ist darauf bezogen, dass es keine klangerzeugende Komponente gibt, anders als etwa bei MPC 5000, Beat Thang & Co.

      Weiterhin empfinde ich es eher als irreführend, das Gerät als Sequenzer mit untergeordneter Controller-Komponente zu bezeichnen - die umgekehrte Aussage ist zutreffender, denn die Controller-Funktionen rund um Pads, Potis und Fader sind genauso ausgereift und umfangreich wie bei Maschine und MPC. Dass soll nicht heißen, dass ich irgendjemandem absprechen möchte, das Gerät hauptsächlich wegen des Sequenzers zu kaufen oder den Fokus zuvorderst auf diesen zu legen.

      • stromzaehler   24. Jun 2014   12:59 Uhr

        Ich finde, dass der Sequencer ein ziemlich wichtiges Alleinstellungsmerkmal in der aktuellen Controller-Landschaft ist.
        Natürlich kann es sein, dass auch die Controller-Funktionen sehr ausgereift sind (das sind sie bei meinem Kurzweil PC3K auch), sonst nützen die mir bei einem Step Sequencer ohne eigene Klangerzeugung nix. Aber es ist halt kein "REINER" Controller. Die Aussage ist schlichtweg falsch, auch wenn ihr mich jetzt als Erbsenzähler oder Korintenk..... bezeichnet.

      • Felix Baarß (delamar)   24. Jun 2014   17:38 Uhr

        Auch ich habe im Testbericht mehrfach geschrieben, dass der Sequenzer ein Alleinstellungsmerkmal im Controller-Bereich darstellt, noch dazu ist er für meine Begriffe gut umgesetzt worden. Und ich habe bereits in meinem vorigen Kommentar wiederholt, dass sich das »rein« darauf bezieht, dass keine Klänge erzeugt werden können.

      • stromzaehler   25. Jun 2014   16:11 Uhr

        Naja, wer sich für ein Gerät mit Sequencer interessiert und ließt "reiner Controller wie NI-Maschine und (die aktuellen?) AKAI MPC-Modelle" (welche genau? die sind nämlich sehr unterschiedlich), wird unter Umständen gleich den nächsten Artikel suchen. Weiß nicht, was so schlimm daran ist, sowas genauer zu formulieren.

  • Quickmix   20. Jun 2014   17:04 UhrAntworten

    Werde ich mir im Juli zulegen :)

  • Eskar   20. Jun 2014   17:18 UhrAntworten

    Das Konzept mit dem dedizierten Stepsequenzer und den im Vergleich zu anderen Geräten zusätzlichen Lauflicht-Buttons finde ich sehr gut.

    Was mir nur noch nicht so ganz klar ist: Wie bindet man das Ganze letztlich in ein Arrangement in seiner DAW ein? Kriegt man die damit erstellten Patterns auch als sichtbare MIDI-Sequenzen in die Timeline seines Gesamt-Arrangements exportiert?
    Kann man das dann als MIDI aufnehmen bzw. Patterns womöglich per drag&drop aus Arsenal "rüber ziehen" oder oder bleiben diese immer "unsichtbar" im Speicher des Trigger Finger Pro's verborgen und lassen sich nur live triggern?
    Das Programmieren in der Hardware ist super, aber irgendwann komme ich persönlich immer an einen Punkt, da will ich alles überblickmäßig und möglichst komplett in meinem Arrangement haben und sehen.

    Wie funktioniert diesbezüglich die Konkurrenz?

    • Felix Baarß (delamar)   20. Jun 2014   19:44 UhrAntworten

      Hallo Eskar,

      wie gehabt lassen sich ja die gerade abgespielten Sequenzen vom TFP via MIDI-Buchse und/oder USB in die DAW einspeisen und dort auf einer MIDI-Spur aufnehmen. Das natürlich nur der Vollständigkeit halber, dieses »Bouncen« in Echtzeit wäre ja nicht die komfortabelste Lösung…

      Jetzt zu Arsenal: Im TFP abgespeicherte Sequenzen kannst Du mithilfe von Arsenal als .tfpseq-Dateien auf deinen Rechner wuppen. Umgekehrt lassen sich solche Dateien wieder an den TFP exportieren.

      Update:

      Arsenal kann nur Import & Export dieser Sequenzdateien veranlassen - zu MIDI-Dateien, die sich in die DAW-Spuren ziehen lassen, können sie bisher leider nicht umgewandelt werden.

      Gruß,
      Felix

    • Felix Baarß (delamar)   23. Jun 2014   18:20 UhrAntworten

      So, hab meinen Kommentar aktualisiert - kurz: Es ist leider (noch) nicht möglich.

  • Eskar   21. Jun 2014   14:49 UhrAntworten

    Super, bin gespannt, danke!

  • schon ok   22. Jun 2014   22:49 UhrAntworten

    Zum Thema Anleitungen für die DAW-konfiguration mag folgende Lektüre nützlich sein:
    http://www.noterepeat.com/products/m-audio/usb-midi-controllers/trigger-finger-pro
    Leider ohne Reaper....

  • Jay   23. Jun 2014   10:20 UhrAntworten

    Bin zwar nicht der Padfreak und hab da wenig Erfahrung mit, aber der Testbericht klingt interessant. Eskar hat recht, wär cool, wenn ihr nochwas zu der Dateiumwandlung etc. nachreichen könntet.

    • Felix Baarß (delamar)   23. Jun 2014   18:21 UhrAntworten

      Hi Jay, hab meine bestehende Antwort auf Eskars Kommentar oben aktualisiert - kurz: Es ist leider (noch) nicht möglich.

  • Alexander   24. Jun 2014   11:05 UhrAntworten

    Hallo,
    ich benutze ausschliesslich Hardware Synths wie MS-20, Minibrute, Rocket etc. Leider haben alle diese Synths keinen eigenen Sequenzer und ich bin auf der Suche nach einer zentralen Lösung, die keinen Computer braucht. Kann der Trigger Finger mehrere externe Geräte gleichzeitig über DIN-Midi mit jeweils eigenen Sequenzen ansteuern? Und kann ich den Sequenzen auch jeweils einen eigenen Midikanal zuordnen?

    Viele Grüße
    Alexander

    • schon ok   24. Jun 2014   18:45 UhrAntworten

      @alexander:
      Das Teil hat nur einen DIN-Midi-out, damit geht das natürlich nur mithilfe einer Midi-patchbay (bzw. über den Umweg durch die DAW).

      Die Pads können über Midi auf individuelle Kanäle geroutet werden, somit geht auch das Ansteuern von bis zu vier Kanälen.
      Die sind dann alle unabhängig sequenzierbar.

    • stromzaehler   25. Jun 2014   16:22 UhrAntworten

      Notfalls kannst Du auch den MIDI-Thu-Anschluss (falls vorhanden) deiner Hardware-Synths benutzen. Damit "schleifst" Du den einen MIDI-Port einfach durch alle Geräte und sprichst diese mit unterschiedlichen MIDI-Kanälen separat an.
      Dazu müssen natürlich die Hardware-Synths das Konfigurieren des MIDI-IN-Kanals ermöglichen.
      Dann kannst Du, wie "schon gut" bereits schrieb, die Pads auf individuelle MIDI-Kanäle routen und bis zu 4 MIDI-Kanäle gleichzeitig ansteuern und darüber auch Sequenzen senden.

  • Axel   10. Jul 2014   14:37 UhrAntworten

    Leider kann man für eine eingegebene Sequenz nicht die Tonhöhe einzelner Steps ändern. So ist das tonale Sequenzieren immer etwas umständlich, da man für jede Tonhöhe eine eigene Stepsequenz anlegen muss. Wenn man nur über die DAW geht und das umfangreiche Controllerrouting nicht benötigt ist ist der SparkLE von Arturia eine Alternative!

    • schon ok   15. Jul 2014   04:44 UhrAntworten

      Zumindest das Transponieren einer gesamten Bank soll nachgereicht werden, siehe:
      www.residentadvisor.net/review-view.aspx?id=15255
      In dem Zusammenhang wäre ein Pitch-setting per Pad doch eine feine Ergänzung. Hat übrigens auch gerade jemand im Supportforum von M-audio angefragt.

  • Qno Strato   06. Dez 2015   10:54 UhrAntworten

    Hallo,
    ich Finde das Ding überflüssig wie ein Kropf, Arbeite mit Cubase 8, kann mit der Start und Recordtaste am Triggerfinger Cubase nicht mal starten, für mich ein weiteres Stück hochgelobten Elektroschrott in meiner Sammlung. Am ehesten als Klopfer zu verwenden-

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