Lexicon PCM Native Reverb Testbericht

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Lexicon PCM Native Reverb Testbericht

Aufgeräumte Oberfläche beim Lexicon PCM Native Reverb Testbericht


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Was ist es?

Unter dem Titel Lexicon PCM Native Reverb sind sieben Reverb Plugins für Windows (auch 64-bit) und Mac OS X versammelt – Chamber, Concert Hall, Hall, Plate, Random Hall, Room und Vintage Plate. Als Vorbilder dienten die erfolgreichen Hallgeräte Lexicon PCM96, Lexicon 224, Lexicon 480L sowie weitere Hardware des Herstellers.

Von den weiträumigen Halleffekten in Kathedralen und Konzerthallen über kleine Studioräume, die vor allem für Drums geeignet sind, bis hin zu Plattenhalleffekten sind alle Arten von Reverbs dabei, die in der Musikproduktion eingesetzt werden – ganz gleich, in welchem Genre Du dich bewegst.

 

Lexicon PCM Native Reverb Testbericht

Installation

Für diesen Testbericht haben wir uns die aktuelle Windowsversion 1.1.3 (welche übrigens schon seit September 2010 kein Update mehr erfahren hat) geschnappt. Die Setup-Datei ist gute 64 MB groß. Der Installationsprozess ist schnell erledigt. Zur Aktivierung der Plugins wird ein USB-Kopierschutzstecker (»Dongle«) des Typs iLok2 wird benötigt; das gilt auch für die Demoversion.

Ein Detail hätte man verbessern können: Erst als die Installation der RTAS-Plugins an der Reihe war, kam eine Fehlermeldung, dass Administratorrechte benötigt werden. Denn einige Dateien werden in ein Unterverzeichnis des Windows-Programmordners abgelegt, auf den Nutzer mit eingeschränkten Rechten keinen Schreibzugriff haben. Und da stets beide Plugin-Formate (VST und RTAS) installiert werden, musste ich die Setup-Prozedur nach der erwähnten Fehlermeldung stoppen und mit administrativen Rechten neu beginnen.

Lexicon PCM Native Reverb Testbericht

Aufgeräumte Oberfläche beim Lexicon PCM Native Reverb Testbericht

Presets

Für jedes Plugin gibt es zahlreiche Presets, die fast ausschließlich denen des herstellereigenen Hallgeräts PCM96 gleichen. Sie sind in Rubriken unterteilt, deren Benennung praktischerweise meist schon das bevorzugte Anwendungsgebiet verrät (Drums, Vocals etc.). Hier steht eine Fülle von sehr nützlichen Ausgangspunkten für die verschiedensten Instrumententypen und grundlegenden Raumtypen zur Verfügung. Vorbildich. Die Presets werden übrigens im XML-Format gespeichert.

Es erscheint es mir sehr sinnvoll, dass der Mix-Regler für die Gewichtung der Anteile von trockenem und verhalltem Signal beim Wechseln der Presets auf dem Wert verbleibt, den Du zuvor eingestellt hast.

Lästig: Die Plugins merken sich den modifizierten Status eines Presets nicht, wenn man zwischenzeitlich auf ein anderes Preset wechselt und dann wieder zu der Voreinstellung zurückkehrt, die man doch eigentlich abgeändert hatte. Als ähnlich störend empfinde ich, dass es keine Möglichkeit gibt, mit nur einem Klick schnell zum nächsten Preset zu wechseln. Kleine Vor- und Zurück-Buttons hätten das Zappen erleichtert.

 

Zur Sache

Alle Plugins bieten einen einheitlich gestalteten Kopfbereich, der die folgenden Elemente enthält: Felder zum Wechseln der Bänke und Presets, Pegelanzeigen für das Eingangs- und das Ausgangssignal, einen Bereich für drei verschiedene Visualisierungen der generierten Hallfahne bzw. der Hallimpulse sowie den Equalizer.

Letzterer bietet diese sechs Filterkurven: 2 x Tiefpass (ein- und zweipolig), 2 x Hochpass (ein- und zweipolig), Bandbreitenfilter mit variabler Flankensteilheit, Kerbfilter mit variabler Flankensteilheit. Eine ordentliche Auswahl, die dir viele Möglichkeiten lässt, zumal neben dem Regler für die Grenzfrequenz auch noch einer für die Gesamtanhebung/-absenkung der Filterkurve und ein zusätzlicher Kuhschwanzfilter vorhanden sind. Der Clou: Es gibt zwei unabhängige EQ-Einstellungen, einmal für die frühen Reflexionen und einmal für die Hallfahne.

Du kannst bis zu neun beliebige Parameter deiner Wahl in eine Hauptsektion (»Soft Row«) packen; dieser Abschnitt ist standardmäßig mit wichtigen Stellschrauben ausgefüllt, etwa für die Nachhallzeit, das Pre-Delay, den Mix (Dry/Wet) und dergleichen. So kannst Du zunächst schnelle Anpassungen an den Presets vornehmen, um dann tiefer in die Materie einzutauchen. Jedes Plugin bietet sehr viele, je nach Halltyp unterschiedliche Parameter zur komplexen Klanggestaltung ganz nach deinen Vorstellungen. Derartig umfassende Möglichkeiten wirst Du bei vielen anderen virtuellen Halleffekten vergeblich suchen. Als Sahnehäubchen lassen sich alle Parameter automatisieren, wobei bei meinem Test keinerlei Störgeräusche auftraten.

Sehr schön, dass die Oberfläche recht geräumig gestaltet wurde und alle Regler in gebührendem Abstand voneinander angeordnet sind. So lassen sich die Plugins gut bedienen.

An dieser Stelle möchte ich anmerken, dass ein Großteil der nun folgenden Kritikpunkte im Lichte der hohen Erwartungen an eine Plugin-Sammlung zu sehen sind, für die Du weit über 1.000 Euro hinlegen musst. Viele der von mir gewünschten Funktionen fehlen auch in Konkurrenzprodukten, doch diese sind allesamt günstiger zu haben.


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GUT

Lexicon PCM Native Reverb Testbericht am 19.01.2012

Produkt:      Lexicon PCM Native Reverb
Hersteller:  

Preis:  1275,00 Euro
UVP:    1599,00 Euro

Kurzfazit

Hall-Plugins von Lexicon. Feine Hallalgorithmen für alle Lebenslagen und geringem Leistungshunger.

Für wen

Alle Gutbetuchten, die eine vielseitige, fein klingende Sammlung von Halleffekten brauchen.

Wichtige Merkmale
  • Sammlung algorithmischer Reverbs
  • 7 Arten von Halleffekten
  • Plugins für Windows & Mac OS X
  • iLok2 benötigt

 


Lesermeinungen (11)

zu 'Lexicon PCM Native Reverb Testbericht: 7 algorithmische Halleffekte'

  • sixtyfourandtwo   19. Jan 2012   15:19 UhrAntworten

    Einfach ein großartiger Hall! Und ein guter Testbericht, ich finde es jedoch ein Unding, ausgerechnet den RandomHall unkommentiert zu lassen, der mM nach die anderen Algorithmen richtig blass aussehen lässt.
    Und es ist zwar ein teures PlugIn, aber es kann auch problemlos und sogar mit Vorteilen jeden Hardware-Hall ersetzen, vielleicht ausgenommen den echten Lexicon PCM. Also für ein größeres kommerzielles Studio in jedem Fall lohnenswert!

  • Maik   20. Jan 2012   21:34 UhrAntworten

    Also ehrlich gesagt, gefällt mir der Klang dieses Plugins überhaupt nicht. Der Concert Hall z.B. hat wirklich nur Ähnlichkeiten mit seinem Vorbild. Diesen Zuckerwattehall bekommt er aber nicht hin.
    Übrigens würde ich niemanden das LX480 empfehlen, da es schon seit Ewigkeiten kein Update mehr bekommen hat und anscheinend auch nicht mehr weiterentwickelt wird.

  • Tomfant   30. Jan 2012   14:44 UhrAntworten

    Ich hatte das Plugin neulich getestet, bin vom Klang und auch von der geringen Prozessorauslastung ziemlich angetan.
    Das Einzige was mich gestört hat: auf meinem Windows-7 / 64bit-System lief das Bundle nur "ge-bridged" (mit jBridge), und jedes Mal, wenn ich das Plugin nach dem Schließen wieder neu geöffnet habe, ist es eingefroren. Gibt es inzwischen eine tatsächlich "native" 64-Bit-Version?

    • Carlos San Segundo (delamar)   30. Jan 2012   16:12 UhrAntworten

      Soweit ich das verstehe, handelt es sich hier nicht um native 64-bit Versionen.

  • Audiodesign   07. Apr 2012   15:59 UhrAntworten

    PCM Lexicon Native Reverb Plugin mit JBridge funktioniert, wenn man bei den JBridge Einstellungen “prevent main host control when the GUI window is closed” auswählt.
    Dies ist die Lösung, damit das Plugin bei 64bit nicht ständig abstürzt.

  • Igor   30. Okt 2012   13:20 UhrAntworten

    Also ich habe das Lexicon PCM Native Bundle ausgiebig getestet. Wer einmal aber zum vergleich einen Hardware Hall zum gehört hat, wird sofort feststellen dass das PCM Native Bundle lächerlich ist. Ich hab mal aus meinem Liverack den Lexicon MX 200 angeschloßen und spätestens da war ich froh dass es eine DEMO Variante von PCM Native Bundle gibt. Ich hätte mich Grün und Blau geärgert wenn ich das sündhaft teure Plug In gekauft hätte. Es ist eine Frechheit was Lexicon unter dem Namen PCM Native Bundle verkauft. Das kommt an den Lexicon Wolkenklang nicht heran. Tut mir leid aber da schneiden viele Hersteller wie z.B. 2caudio besser ab als Lexicon.

    • Maik   30. Okt 2012   18:12 UhrAntworten

      Ich habe zwar noch im Januar das Gegenteil behauptet, doch muss ich mich mittlerweile berichtigen. Der Concert Hall steht seinem Vorgänger in nichts nach. Deneinzigen Fehler, den man nicht machen darf ist, einfach nur die Presets zu laden. Der Chorous, der einen wirklich riesigen Einfluss hat, ist nämlich fast komplett ausgeschaltet. Einfach mal das Concert Hall Preset laden, Chorus level auf 10 stellen, Chorus Type auf Random, Chorus depth auf 27 und fertig! Er klingt vielleicht etwas moderner was aber nichts macht. Mein PCm80 hab ich seit dem nicht mehr angestellt.

  • John Encore-Doe   09. Sep 2013   15:02 UhrAntworten

    Mit der "Mutter aller Raumsimulatoren und Halleffekte" verglichen (damit meine ich die Hardware-Version Lexicon 224) bringt die Software-Variante zugegeben etwas weniger räumliche Tiefe - vergleicht man den Preis des PCM Native Bundles mit dem seiner Mutter, muss man die Software definitif als billig bezeichnen. Die Soundqualität des PCM-Bundles ist in meinen Ohren in jeder Hinsicht allen Software-Hall-Konkurrenten so weit überlegen, dass sich eine Preisdebatte von selbst erledigt.

    • Maik   09. Sep 2013   17:31 UhrAntworten

      Weniger räumlich kann ich zumindest bei dem Concert Hall Algorithmus nicht bestätigen. Wenn man ein wenig mit den Parametern rumspielt, kann der Concert Hall, der ja dem 224 entspricht, unheimlich tief klingen.

  • John Encore-Doe   10. Sep 2013   10:40 UhrAntworten

    @Maik: Ich gebe Dir Recht - habe mich nicht ganz präzise ausgedrückt. In meinen Ohren klingt das 224 eine Spur "plastischer" im Sinne von "subtiler räumlicher Darstellung", ohne dass man den Hall in diesem Sinne "hört" bzw. wahrnimmt. Aber das ist selbstverständlich eine sehr subjektive Wahrnehmung.

    • Maik   10. Sep 2013   13:36 UhrAntworten

      @ John
      OK, das ist was anderes. Da gebe ich dir vollkommen recht. Ich habe hier ja auch die 224 Emulation für die UAD 2 und die klingt schon echt anders. Der Ausklang ist auch noch etwas weicher als von der PCM Version. Man muss ihn auch deutlich weiter aufdrehen um ihn so wahrzunehmen wie die PCM Variante. Klingen beide auf ihre Art aber echt gut und unterschiedlich. Und das, obwohl es in der Theorie der selbe Algorithmus ist.

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