LD Systems Maui 11 Mix Testbericht

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LD Systems Maui 11 Mix

Mit der LD Systems Maui 11 Mix steht ein kompaktes, erschwingliches Säulen-PA-System zur Verfügung - wie es klingt und was sie zur Beschallung von Veranstaltungen bietet, erfährst Du hier ...


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Was ist es?

Eine kompakte und mobile PA-Anlage mit einer Array-Säule auszustatten ist zwar keine einzigartige, aber immer noch recht neue Idee. Die LD Systems Maui 11 Mix des hessischen Herstellers erweitert diese Bauart um eine weitere Variante.

Sie ist die kleine Schwester der Maui 28 Mix aus gleichem Hause und mit dem Ziel gebaut, noch kompakter, noch einfacher und noch preisgünstiger zu sein. Dabei sollen Sound und Leistung nicht auf der Strecke bleiben. Das hören wir uns gerne genauer an.

Der Straßenpreis liegt derzeit bei 549,- Euro (inkl. MwSt. & Versandkosten)

 

LD Systems Maui 11 Mix Testbericht

Aufbau

Die hier getestete mobile PA-Anlage kommt als Zweiteiler daher. Auf ein 17 kg schweres Subwoofer-Gehäuse aus robustem 15 mm starkem Sperrholz, in dem neben den Chassis auch die Endstufe sowie das für alle Steuerfunktionen zuständige DSP verbaut sind, wird eine 1,3 Meter lange Aluminiumsäule gesteckt. Allein diese wiegt 6,6 kg.

Diese PA-Anlage ist gut zu transportieren, wirkt mit den stabilen Frontgittern sehr robust und ist auch für Nicht-Veranstaltungstechniker in weniger als einer Minute betriebsbereit aufgebaut. Allerdings ist sie mit über 23 kg Gewicht nicht gerade ein Federgewicht und dass man die Säule nicht teilen kann, könnte für Kleinwagenfahrer schon mal zum sperrigen Problem werden.

Aber zum PA-Aufbau: Einfach die Säule mit den stabilen Stahlstiften in den dafür vorgesehenen Flansch stecken (Gesamthöhe 1,95 Meter), das mitgelieferte Kabel für die Stromversorgung anschließen und es kann losgehen.

Chassis

Bevor wir den On-Schalter betätigen, schauen wir auf die Bestückung der Mini-PA und ihre Leistungsdaten. Der Subwoofer ist mit zwei 6,5 Zoll Chassis mit Ferrit-Magneten ausgerüstet. Die sollen einen Frequenzbereich von 50 bis 180 Hz bedienen.

Die aufgesteckte Array-Säule ist mit acht Mitteltönern und einem Hochtöner bestückt, wobei der untere Teil der Säule leer bleibt – sozusagen baulich nur die sonst übliche Distanzstange ersetzt. Die unteren vier der 3-Zöller arbeiten im Bereich zwischen 180 Hz und 1.500 Hz. Die nächsten vier gehen sogar hoch bis 7000 Hz. Ganz oben in der Säule wohnt schließlich der Spezialist für die Höhen: Ein 1-Zoll-Treiber bedient hier die Frequenzen zwischen 7.000 und 20.000 Hz.

Verstärker

Zusammen erzeugen alle Chassis der LD Systems Maui 11 Mix einen mit 114 dB angegebenen kontinuierlichen Schalldruck, was ein ordentliches Pfund ist. Die dafür nötige Energie erzeugt eine digitale Endstufe, die auf drei Wegen 200 Watt RMS für den Subwoofer und jeweils 70 Watt RMS für Mitten und Höhen bereitstellt. Den Leistungsdaten nach zu urteilen arbeitet die Mini-PA also mit einem guten Wirkungsgrad.

DSP-Controller

Die richtige Dosierung der Leistung für die einzelnen Frequenzbereiche, die Steuerung der Frequenzweichen sowie Equalizer-, Kompressor- und Limiter-Funktionen werden durch einen digitalen 24bit-Sound-Prozessor mit einer Samplingrate von 48 Hz übernommen. Dieser regelt außerdem die Schutzfunktionen bei Überlast.

Dieses kleine Wunderteil soll vor allem dafür sorgen, dass die LD Systems Maui 11 Mix jederzeit die optimale Versorgung der verbauten Chassis sicherstellt und so verzerrungsfreien Sound über das gesamte Frequenzband anbietet. Durch die spezielle Anordnung und die differenzierte Ansteuerung der Treiber in der Säule soll ein besonders ausgeglichenes Abstrahlverhalten erzielt werden, das einen homogenen Sound breitflächig transportiert.

Der durchschnittliche horizontale Abstrahlwinkel ist denn auch beachtliche 120 Grad weit.

LD Systems Maui 11 Mix Review - Oberseite mit Mischreglern

Die Mischregler an der Oberseite der LD Systems Maui 11 Mix

Mischeinheit

Für all diese Gelegenheiten bietet die übersichtlich gestaltete Mixereinheit auf der Rückseite des Subwoofers reichliche Eingänge, die alle mit einem Lautstärkeregler für den Mix versehen sind. Der erste Kanal ist mit einem Mikrofoneingang (ohne Phantomspeisung) in XLR/Klinke-Kombi ausgeführt.

Ein zweiter Kanal ist mit einer 3,5 mm und einer 6,3 mm Klinkenbuchse für MP3 Player und Gitarren ausgerüstet, wobei beide praktischerweise gleichzeitig belegt werden können. Schließlich gibt es noch einen dritten Kanal mit der klassischen Line-In Stereo-Auslegung in 2x XLR/Klinke-Kombi oder wahlweise 2x Cinch-Buchsen. Alle drei Kanäle werden in der Summe über einen Master-Lautstärkeregler zusammengefasst (Main Level).

Als Ausgang stehen zwei Buchsen mit XLR/Klinke-Kombi zur Verfügung. Hier liegt das Mix-Signal der drei Kanäle an, unabhängig vom Main Level. Dadurch wird es möglich, das einmal gemischte Signal direkt an eine weitere LD Systems Maui 11 Mix weiterzugeben und so praktisch die Anlage modular zu erweitern. Natürlich lässt sich das Ausgangssignal auch anderweitig verwenden, zum Beispiel für Aufnahmen.

Klangregelung

Die 3-Kanal Mischeinheit ist in das Subwoofer-Gehäuse integriert. Der Hersteller ist vom Sound-Management seiner Mini-PA-Anlage so überzeugt, dass man an dieser zwar viele Regler findet, aber keinen einzigen, um in den Sound eingreifen zu können. Ein manueller EQ ist schlicht nicht vorgesehen. Was sich regeln lässt, ist das Lautstärkeverhältnis zwischen Subwoofer und Array-Säule. So kann man zumindest grobe Voreinstellungen für den Einsatz zum Beispiel als kleine Live-PA, als Disco-Anlage oder für den Redner in einer Veranstaltung manuell vornehmen.

Wichtig zu wissen: Diese PA verbindet intern Stereosignale zu einem Monoklangbild. Als Einzelanlage funktioniert sie genauso wie beispielsweise ein normaler Aktiv-Lautsprecher. Es ist deswegen leider nicht möglich, mit einem System einen Stereo-Raumklang zu erzeugen. Auf das räumliche Erlebnis von Phantom-Schall oder die Wiedergabe eines Stereoeffektes vom Keyboard muss also verzichtet werden. Wahlweise kann man das Setup durch eine Maui 11 erweitern, die ohne Mischer preisgünstiger zu haben ist.

Höreindruck

LD Systems Maui 11 Mix Testbericht - Die Rückseite mit den Eingängen

Die Eingänge hinten

Die LD Systems Maui 11 Mix ist schnell mit dem Rechner verkabelt. Wir rücken ihr gleich mit ausgewachsenen Wav-Dateien auf den Pelz und loten die Dynamik mit fetten HipHop Beats aus. Ich bin positiv überrascht. Die Chassis gehen willig mit und ein ausgeglichener Sound zwischen Subwoofer und Array ist schnell gefunden.

Der Subwoofer geht zwar nicht ganz in den Keller, der Sound ist aber trotzdem prima. Einen EQ vermisse ich bisher nicht. Allerdings befinden wir uns auch in einem recht neutralen Raum von ca. 100 qm Größe, der sehr wenig ungewollte Schallreflexionen oder unangenehm schwingendes Material zu bieten hat. Wäre das nicht so, gäbe es leider nur wenige Möglichkeiten, dagegen zu arbeiten. Das DSP jedenfalls, und sei es auch noch so leistungsstark, kann hier nicht reagieren.

In der Garage beispielsweise kriegen wir die hohen Mitten einfach nicht gebändigt. Und wenn wir jetzt das Mikrofon für eine kleine MC-Einlage anschließen, können wir zwar an der Lautstärke drehen, an der Klangfarbe der Stimme aber leider gar nichts machen. Mit weiteren Instrumenten wird uns das nicht anders ergehen.

Das ist schade, denn eine Kompakt-PA ist ja gerade dafür konzipiert, an unterschiedlichen Veranstaltungsorten mit unterschiedlichen Instrumenten und Playern zum Einsatz zu kommen. Einige Presets hätte der Hersteller dem DSP ruhig spendieren dürfen.

Klang im Raum

Bei guten räumlichen Bedingungen bildet die LD Systems Maui 11 Mix einen schönen, flächigen und homogenen Sound. Das ist schon einmal sehr gut. Befindet man sich zu nah am System, beginnt der Klang allerdings etwas auseinanderzufallen. Je nach Größe des Zuhörers werden dann entweder die Höhen recht aufdringlich oder die hohen Mitten zu dominant.

Erst ab etwa fünf Metern Abstand vom System realisiert sich die vom Hersteller angestrebte zylindrisch-kompakte Klangabstrahlung für den Zuhörer. Dann aber wirklich sehr schön transparent und ausgeglichen.

Das bedeutet, dass man immer darauf achten sollte, wie man diese PA im Veranstaltungsraum platziert, um alle ihre Vorteile nutzen zu können. Was außerdem gut gelöst wurde, ist die Belastbarkeit der Anlage. Erst im oberen Grenzbereich wird der Sound tendenziell anstrengend, ansonsten leistet das DSP saubere und stabile Arbeit.

Es bleibt klar: Die LD Systems Maui 11 Mix kann richtig Druck erzeugen und bewahrt dabei immer die Haltung.


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GUT

LD Systems Maui 11 Mix Testbericht am 28.07.2014

Produkt:      LD Systems Maui 11 Mix
Hersteller:  

Preis:  549,00 Euro
UVP:    699,00 Euro

Kurzfazit

Benutzerfreundliche und vielseitige Mini-PA, die solide Leistung mit einem fairen Preis verbindet. Mit einem fairen Preis und ihrem homogenen sowie flächigen Sound bietet sich diese kompakte PA-Anlage vor allem für kleinere Partyveranstaltungen sowie zur Beschallung kleinerer Gigs von Bands an.

Für wen

Kleinere Veranstaltungen bis 150 Leute sowie für Konferenzen und Vorträge.

Wichtige Merkmale
  • Aktive Säulen-PA
  • 3-Wege Class D Endstufe
  • Frequenzgang 50 - 20.000 Hz
  • Abstrahlwinkel 120° horizontal
  • Schalldruck 114 dB max
  • DSP: 48 kHz, 24 Bit
  • EQ, Limiter, Kompressor
  • Drei-Kanal-Mischeinheit
  • Gewicht 23,6 kg
  • Maße Subwoofer: 256 x 650 x 355 mm
  • Maße Array-Säule: 94 x 1.300 x 95 mm

 


Lesermeinungen (1)

zu 'LD Systems Maui 11 Mix Test: Mobile PA-Anlage'

  • Adam Konrad Martin   21. Feb 2015   16:00 UhrAntworten

    Ich verwende das LD System Maui11 Mix mit meinem Keyboard Yamaha PSR S 910. Ein unheimlicher Sound. Innerhalb von 10 Minuten aufgebaut. Leicht im PKW zu transportieren.
    Jedoch habe ich vom Musikhndler am 2.7.2014 mit Schutzhülle
    und Tasche 750,00 € bezahlt. Nach Ihrem Preis, habe ich zuviel bezahlt.

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