Korg electribe Testbericht

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Korg electribe Testbericht

Das moderne mausgraue Gadget, einsatzbereit für den Korg electribe Testbericht auf delamar ...


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Was ist es?

In den Worten des Herstellers ist der Korg electribe eine Produktionsstation für Dance-Musik. Es ist eine Mischung aus Sampler, Synthesizer, Drum Machine bzw. Groovebox und Effektgerät, mit der Du komplette Tracks produzieren kannst. Und zwar in elektronischer (Tanz-)Musik aller Art, aber auch Hip Hop und anderen beat-orientierten Musikrichtungen. Es ist ein Instrument auf Sample-Basis (408 Grundklänge sind ab Werk nutzbar) mit Filtern sowie etlichen, teils über das Touchpad steuerbaren Effekten und Modulationsmöglichkeiten.

Der integrierte Step-Sequenzer ist über die 16 Pads programmierbar. Reglerbewegungen und damit Automationen der meisten Klangparameter können innerhalb der Sequenzen aufgezeichnet werden.

Dazu kommen MIDI-In- und Output über die mitgelieferte Kabelpeitsche, ein Audioeingang zur Verarbeitung externer Klangquellen, Buchsen zur Synchronisation mit anderen Korg-Instrumenten und mehr.

Das Instrument ist zum Straßenpreis von 449,- Euro (inkl. MwSt.) im deutschen Fachhandel erhältlich.

 

Korg electribe Testbericht

Erster Eindruck vom Korg electribe

Das vorherrschende Mausgrau mag manchem trist erscheinen, andererseits hat es auch etwas unscheinbar Vornehmes. In Kombination mit den mehrfarbig beleuchteten Bedienelementen wird die Optik stimmig. Und dann gibt es noch die »LED-Lichtorgel« an der Unterseite der Vorderkante, die sich im Rhythmus des Beats aufblinkt. Nette Spielerei.

Korg electribe Testbericht

Die Oberfläche des Korg electribe ist klar genug strukturiert für guten Workflow

Stolze 1,6 Kilogramm vermeldet die Waage, was sich beim Transport klar bemerkbar macht. Andererseits schätze ich den kompromisslos stabilen Stand (auch dank der großen Gummiauflagen) und das kühle, unwahrscheinlich robuste Zinkdruckguss-Gehäuse.

Verarbeitung und Haptik

Die Potis laufen butterzart mit ausgewogenem Widerstand, einige rasten in ihrer 12-Uhr-Stellung leicht ein. Rings um die Drehregler und die in Soft-Touch-Manier angefertigten Knöpfe ist nicht allzu viel Platz. Dennoch geht die Bedienung mit etwas Fingerspitzengefühl gut von der Hand.

Die 16 Pads liegen in ihrer Größe zwischen MPC & Maschine einerseits und den kleinen Trigger-Buttons von Launchpad, APC & Co. andererseits. Für meine Begriffe ist das absolut ausreichend. Zudem trägt es dazu bei, dass der Korg electribe noch recht kompakt bleibt.

Das Display geht in Ordnung, da die Blickwinkelstabilität zufriedenstellend ausfällt, die Schriftgröße ausreichend ist und alle Infos in einer nachvollziehbaren Struktur angezeigt werden.

Oszillatoren – Die Grundklänge

Die Auswahl der Klänge reicht von klassisch (House, Techno, Trance, Electro, Drum ‚n‘ Bass und Jungle, klassischer Hip Hop etc.) bis zeitgenössisch (Dubstep, Trap, Complextro, Chiptunes, Hip Hop neuerer Schule). Die Qualität des Sounddesigns siedle ich hoch an. 200 ab Werk installierte Presets bezeugen die beachtliche klangliche Palette.

Korg electribe Testbericht

Die Synthese- und Effektsektion

In der Oszillatorsektion findest Du sowohl komplexe PCM-Klänge (Drums, Stimmensamples, Instrumentenklänge etc.) als auch einfache Wellenformen. Mit Letzteren kannst Du wie bei einem Synthesizer von Grund auf Klänge formen. Neben der Möglichkeit, den Audioeingang als Quelle für eigene Samples zu nutzen, gibt es 408 Grundsounds. Die setzen sich wie folgt zusammensetzen:

  • 56 Kick-Drums
  • 58 Snare-Drums
  • 16 Claps
  • 42 Hihats
  • 14 Becken
  • 16 Toms
  • 55 Percussion-Klänge
  • 16 Stimmen
  • 18 Synthesizer-FX
  • 18 Synthesizer-Hits
  • 16 Instrumenten-Hits
  • 55 Wellenformen
  • 28 Instrumente

Der Clou: Für jeden Grundsound ist je ein alternativer Klang bzw. eine Variation schnell anwählbar. Manchmal ist dieser nur leicht abgewandelt, manchmal doch recht andersartig (aber thematisch passend). Das erhöht die Variabilität in der Findungsphase beim Erstellen eines Patterns, gerade wenn Du schon eine fertige Sequenz ablaufen lässt. Bei vielen Sounds wird hier peu à peu Verzerrung hinzugemischt. Andere werden mit einem Chorus angereichert. Oder es öffnet/schließt sich ein Tiefpassfilter und dergleichen. Klasse.

Filter

Das Filter des Korg electribe bietet die drei üblichen Kategorien Tief-, Hoch- und Bandpass. Mit jeweils mehreren Unterarten. So zum Beispiel einen Acid-typischen Modus, die Filtertypen des MS-20 und mehr. Es wird mehr als genug Flexibilität geboten, genau wie beim King Korg.

Dieses Multimode-Filter klingt in jeder Situation überzeugend. Und zwar ohne hörbare digitale Abstufungen, mit warmem, rundem Sound und zwirbelnder, peitschender Resonanz, die nie unmusikalisch harsch wird. Schön ist auch, dass die Hüllkurvenintensität sowohl positiv (12 – 5 Uhr im Uhrzeigersinn) als auch negativ (12 – 7 Uhr im umgekehrten Uhrzeigersinn) auf das Cutoff wirken kann.


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SEHR GUT

Korg electribe Testbericht am 16.07.2015

Produkt:      Korg electribe
Hersteller:  

Preis:  449,00 Euro
UVP:    475,00 Euro

Kurzfazit

Wollmilchsau 2.0. Reboot geglückt – das Teil ist äußerst robust, liefert starke, vielfältige Sounds mit und macht vor allem sehr viel Spaß beim Sequenzieren und Austoben mit Effekten.

Für wen

Fortgeschrittene, die einen allumfassenden Klangerzeuger für elektronische (Tanz-)Musik, Hip Hop und weitere moderne Genres suchen. Für die Bühne, unterwegs und (mit Abstrichen) das Studio.

Wichtige Merkmale
  • 24 Stimmen (pseudopolyphon)
  • 250 Patterns mit je 16 Parts
  • 409 Grundklänge
  • 16 Filtertypen
  • 72 Modulationstypen
  • 38 Insert-Effekte, 32 Master-Effekte
  • Sequenzer mit max. 64 Steps pro Part
  • 16 anschlagsdynamische Pads
  • Eingang: 3,5 mm Stereo
  • Ausgänge: 2x 6,3 mm (links/Mono & rechts)
  • Kopfhörerausgang: (3,5 mm Stereo)
  • MIDI I/O (2x 3,5 mm über die mitgelieferte Kabelpeitsche)
  • USB (Micro B) für MIDI
  • Sync I/O (2x 3,5 mm)
  • Speicherung der Einstellungen auf einer SD-Karte (max. 32 GB) möglich
  • Stromspeisung über den mitgelieferten Netzadapter oder 6 AA-Batterien
  • Maße: 339 mm x 189 mm x 45 mm
  • Gewicht: 1,6 kg
  • Inklusive Lizenz für Ableton Live 9 Lite

 


Lesermeinungen (5)

zu 'Korg electribe Testbericht: Kompakter Alleskönner'

  • Donald   25. Jul 2015   10:12 UhrAntworten

    Hallo, als ich den Artikel gelesen habe, dachte ich Hey, gibts jetzt nur noch eine Electribe, die nun Synth & Sampler vereint. Aber Nein, bei Thomann findet man den Electribe Sampler: http://www.thomann.de/de/korg_electribe_sampler.htm und den Electribe Synth: http://www.thomann.de/de/korg_electribe.htm für ca. 449 Eu. ...könnte man im Artikel ruhig erwähnen. Gruß - Donald

  • danold   16. Okt 2015   23:24 UhrAntworten

    der sampler ist eine synth sampler hybrid groove box mit einfachem synth
    die modelle sind sine triangle pulse und saw jeweils mit unisono und sync
    zusätzliche oktaven kann bei syncosc durch den osc edit gemacht werden .
    bei pulse regelt er eine saw stimme dazu .allerdings ohne detune dann .

  • danold   16. Okt 2015   23:40 UhrAntworten

    hy-die regler können cc werte an extern senden. nur die aufgezeichneten motion sequenzen (automationen) tun das nicht .

  • danold   16. Okt 2015   23:45 UhrAntworten

    die vordere padreihe liegt tiefer und in den rand hinein ! im rechtsoben ausen-pad ist die lücke zum gehäuse fast ein milimeter ! mann sieht das licht durch .

  • Sebastian.   08. Dez 2015   12:00 UhrAntworten

    Hallo. Ich hätte eine Frage zum sample Modell. Kann man diesen Electribe mit den kleineren MPC Modellen wie etwa der MPC 500 vergleichen was Samplebearbeitung (in diesem falle die Slicing Funktion) betrifft?
    Lg.

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