Independence Pro Testbericht

10
SHARES
Independence Pro

Die Workstation Independence Pro mit einer 70 GB Soundlibrary im Test


anzeige


Was ist es?

Beim Yellow Tools Independence Pro handelt es sich um einen Sample Player oder Rompler, der mit einer mehr als üppigen Sample Library daherkommt. Seinerzeit war mir der Hersteller schon durch ein Plugin namens „Culture“ und dann durch die kostenlose Variante des hier getesteten Instruments, den Independence Free, positiv aufgefallen. Grund genug für diesen Independence Pro Testbericht.

In manchen Musikgenres kommt es maßgeblich darauf an, mit neuen, noch nicht dagewesenen Sounds zu beeindrucken. In anderen Musikstilen ist hingegen ein Grundstock an guten Klängen das Non Plus Ultra. Ich denke dabei beispielsweise an einen Scott Storch und seinen Alleskönner Yamaha Motif oder beispielswese an einen Timbaland mit seiner Korg Triton im Gepäck. Ein Blick hinter die Kulisse diverser HipHop-Produzenten lässt noch so manch anderen, populären Sample-Player als Basis aller Musik zum Vorschein kommen.

 

Independence Pro Testbericht

Installation

Während die Hardwareabteilung mit Sounds und Presets im Megabyte-Bereich daherkommen, schaufelt der Independence Pro satte 70 GB auf die Festplatte. Die Installation des Plugins geht schnell von der Hand. Danach wird die Library händisch von den DVDs in einen Ordner deiner Wahl kopiert. Bei 70 GB dauert das natürlich auch entsprechend lang.

Zum Betrieb von Independence Pro ist ein Yellow Tools USB Dongle oder ein so genanntes E-Licensing nötig. Ersterer liegt der Box nicht bei und muss separat erworben werden, dafür kann er auch für weitere Produkte des Herstellers eingesetzt werden! Die Installation des USB Dongles verlief ebenfalls reibungslos. Wer lieber ohne USB-Dongle arbeitet, kann die Library auch im E-Licensing verfahren aktivieren – muss dann aber 70 GB Content herunterladen. Das könnte sich etwas hinziehen…

Angemerkt sei noch, dass der Rechner, auf dem Independence Pro installiert wird, nicht zwingend über einen Internetanschluss verfügen muss.

Die Library des Independece Pro im Testbericht

Die Library ist ab Werk ganze 70 GB groß – das klingt zunächst gigantisch. Wenn wir jedoch einmal davon ausgehen, dass ein Piano Patch über 88 Tasten mit ausklingendem Release und in verschiedenen Velocity-Stufen gesamplet wurde, relativiert sich die Größe zumindest ein wenig. Der Independence Pro kommt mit sage und schreibe 3.000 Instrumenten-, Arrange- und Step-Sequencer-Patches daher – da sollte doch für jeden etwas dabei sein?

Du findest so ziemlich alles in diesen 3.000 Patches wieder: Pianos, Orgeln, elektrische und akustische Gitarren und Bässe, diverse Bläser, Percussion, Orchestrales und natürlich auch Synthesizer. Das ist nicht alles, sondern nur ein Ausschnitt.

Es finden sich auch Presets der anderen Yellow Tools Instrumente wie Candy (Saxophon), Culture (Percussion) und Majestic (E-Bässe) wieder. Die Ladezeiten sind human und dank dem Ram-Cleaner wird der wertvolle Speicher nicht überbelastet. Auf den ersten Blick sieht es so aus, als ob man eine komplette Produktion aus diesem Plug In herauskitzeln kann. Dieser Eindruck wird im Folgenden auch immer mehr bestätigt.

Der Independence unterscheidet zwischen Instrumenten-, Arrange- und Step-Sequencer Patches. Was meinen die damit? Das Instrument ist in einem so genannten Layer enthalten. Diesem Layer kann der Nutzer neben einem eigenen MIDI-Kanal auch ein separater Audio-Ausgang zugewiesen werden.

Arrangepatch

Ein Arrangepatch ist quasi als Loop aus einzelnen Samples zu sehen. So kann zum Beispiel ein Percussionlayer mit unterschiedlichen Sounds über eine Oktave verteilt sein. Der passende Arrangepatch ist dann eine Zusammenstellung dieser Percussioninstrumente und bietet einen fertigen Loop auf einer Taste. Es ist also ein eigenes kleines Arrangement – daher der Name. Besonders bei den orchestralen Percussions und Taikos sind, dadurch einige wirklich gut klingende Sachen dabei.

Independence Pro

Die Ansicht der Workstation Independence Pro

Aufbau des Independence Pro (Testbericht)

Quick Edit

Die Quick Edit Seite bietet immer Zugriff auf die wichtigsten Parameter, wie z.B. Lautstärke, Panorama und Pitch. Dazu steht dem Nutzer eine frei definierbare Regeleinheit, bestehend aus 32 Potis und 32 Knobs, genannt Custom Control, zur Verfügung. Daneben findest Du auf der Quick Edit Seite des Independence Pro noch zwei Effektslots. Diese Ansicht bietet dir die wichtigesten Parameter auf einen Blick – zum schnellen Editieren.

Independence Pro

Quick Edit in Independence Pro

Modules

Im Bereich Modules wird dem Sound so richtig das Leben eingehaucht. Hier findest Du beispielsweise einen Multimode Filter mit insgesamt drei verschiedene Filtertypen. Wie gedacht: Lowpass, Highpass und Bandpass. Jeder dieser Filter bietet drei unterschiedliche Flankensteilheiten mit 12 dB, 24 dB und 36 dB.

Als nächstes befindet sich hier eine einfach und leicht verständlich aufgebaute Modulationsmatrix. Diese besteht aus mehreren Modulen. Pro Modul kann eine Modulationsquelle und ein Modulationsziel festgelegt werden. Ein übliches Beispiel wäre das Filter per Modwheel zu öffnen bzw. zu schliessen. Über den Knopf „Modifier“ in der Ansicht Modules beim Independence Pro können weitere frei konfigurierbare Module eingeschleift werden – zum Beispiel frei gestaltbare Hüllkurven, welche als Modulationsquelle dienen. Besonders die Synth-Sounds machen regen Gebrauch hiervon. Nahezu jeder Parameter kann moduliert werden.

Stichwort Automation

Bei der Automatisierung von Parametern, geht der Independence Pro einen etwas anderen Weg: Mit einem Strg-Rechtsklick auf den gewünschten Parameter erscheint ein Pop-Down Menü, in welchem sich der Eintrag „Host Ctrl“ findet. Dort lässt sich dem gewählten Parameter eins von 127 Midi CC’s zuordnen, die wiederum im Sequencer ausgewählt werden können. Zudem stehen dem Nutzer ganze acht frei definierbare Drehregler zur Verfügung. Oft für die Automation verwendete Parameter sind so einfach zu überblicken.

Des Weiteren findest Du im Bereich „Modules“ eine AHDSR (Attack/Hold/Decay/Sustain/Release) Hüllkurve, die mit einigen Presets den typischen Verlauf eines Pianos, einer Orgel, von Strings, Brass, Pad skizzieren.

Der Effekt Slot ist dann schliesslich der interessanteste Teil in diesem Bereich. Mit diesem lassen sich dem Sound auf direkte Weise eigene Effekte zuweisen. Zur Auswahl stehen hier die selben Effekte wie im Mixer, auf die wir später noch zu sprechen kommen. Der Independence Pro versteht diese übrigens als Insert-Effekte, die jedoch nicht im Plugineigenen Insert FX Slot des Mixers zu finden sind.


Mehr zum Thema:
      

SEHR GUT

Independence Pro Testbericht am 19.02.2010

Produkt:      Independence Pro
Hersteller:  

Preis:  299,99 Euro
UVP:    299,99 Euro

Kurzfazit

Eine virtuelle Sampler-Workstation mit einer 70 GB Soundbibliothek. Independence Pro ist sowohl als für Live- als auch für Studio-Zwecke geeignet. Sie zeichnet sich besonders für die niedrige CPU-Auslastung aus. Um in das Programm reinzuschnuppern, ist eine kostenlose Version zum Download für Windows und Mac verfügbar.

Für wen

fortgeschrittene Musiker/Produzenten im Studio- und Live-Betrieb

Wichtige Merkmale
  • Independence Software Suite, Independence Live & Independece FX inkl.
  • 70 GB Sound Library
  • Instrumente: Drums, Percussion, Gitarren, Bässe, Pianos, Orgeln, Bläser, Synthesizer und viele mehr
  • Mindestsystemanforderung: Mac OS 10.6, Windows XP
  • AU, VST, RTAS oder Standalone

 


Sag uns deine Meinung!

EMPFEHLUNGEN