iCON iStage Testbericht

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iCON iStage Testbericht

Klein und fein? Unsre iCON iStage Testbericht wird’s zeigen...


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Was ist es?

Das iCON iStage ist ein kompakter Pad-Controller mit 48 anschlagsdynamischen Pads. Diese werden je nach Status und Modus rot oder blau hintergrundbeleuchtet. Dazu kommen 17 weitere Tasten, ein großer drückbarer Endlosdrehregler und ein kleiner Fader.

Es gibt vier Modi: DJ (Abfeuern von Clips bzw. zum Triggern diverser Funktionen in der DJ-Software deiner Wahl), DAW (Steuerung der wichtigsten Parameter deiner DAW-Software), Effector (Steuerung von Effektparametern) und Drummer (klassisches Triggern von Drum Samples).

Die Stromversorgung geschieht allein per USB-Kabel. Es besteht weiterhin die Möglichkeit, mehrere Controller aus der »iSerie« des Herstellers per USB zu kaskadieren, also miteinander zu verketten.

Mitgeliefert wird die DAW-Software Samplitude 11 Silver, die hier nur kurz als nette Dreingabe erwähnt, im Testbericht aber nicht weiter behandelt werden soll.

iCON iStage Testbericht

Klein und fein? Unsre iCON iStage Testbericht wird’s zeigen…

 

iCON iStage Testbericht

Erster Eindruck & Verarbeitung

Wie vom Hersteller gewohnt begrüßt mich das Kleingerät minimalistisch gestaltet und kompakt, nachdem es aus der Packung purzelt. Genau wie schon beim iCON iDJ bin ich über das hohe Gewicht von knapp 900 Gramm erstaunt – und erfreut, denn ich kann diese magersüchtigen, schnell mal verrutschenden Gadgets nicht ausstehen. À propos: Kleine Gummifüßchen verhindern weitgehend, dass das Gerät auf der Aufstellfläche wegschlittert. Das Gehäuse besteht zwar nicht aus Metall, doch das sollte keinen Anlass zur Sorge geben. Alles ist gut ineinander eingepasst und sauber gearbeitet.

Die kleinen Pads sitzen ebenfalls fest und sehr passgenau in den Aussparungen des Gehäuses, wobei mir auffällt, dass sehr gleichmäßig gearbeitet wurde. Die LEDs leuchten sehr hell und farbstark – genau richtig auch für recht helle Tonstudios oder Arbeitsplätze. Der kleine Fader und der Drehregler mit seinen gerasterten Einstellpositionen sehen nicht wirklich chic aus, fühlen sich jedoch zuverlässig an, was sich über den Testzeitraum bestätigte.

 

Firmware-Update und Dokumentation

Dank Class Compliance werden die Treiber unter Windows XP, Vista (32 Bit), Windows 7 (32 & 64 Bit) und Mac OS X automatisch und ohne weiteres Zutun installiert. Soweit, so gut.

Die Update-Prozedur für die Firmware ist vergleichsweise umständlich und wird uneinheitlich in PDF-Anleitung und Update-Programm erklärt. Schließlich habe ich die Hoffnung aufgegeben, das Update erfolgreich beenden zu können, nachdem der Fortschrittsbalken sich auch nach etlichen Minuten noch keinen Millimeter weiterbewegt hatte.

Eine gedruckte Anleitung wird leider ebenfalls nicht mitgeliefert. Damit muss man sich wohl so langsam mal abfinden, denke ich mir und schaue auf die Website des Herstellers. Die dort angegebenen Links zu PDF-Handbüchern in englischer und deutscher Sprache führen zum Zeitpunkt des Schreibens dieses Artikels ins Nichts. Lediglich beim Link zur PDF-Schnellanleitung hatte ich Glück. Glücklicherweise erinnerte ich mich daran, dass ja noch eine CD in der Packung steckt. Dort ist dann auch das vollständige Manual auf Deutsch zu finden. Uff.

 

Einsatz als DAW-Controller

Wie im PDF-Handbuch beschrieben wird, muss der iStage in deiner DAW zunächst als Mackie Control eingerichtet werden. In Studio One und Ableton Live funktionierte das in meinem Test, während auch die meisten anderen DAWs über eine MIDI-Voreinstellung für das populäre Protokoll verfügen sollten. Ohne dieses Protokoll triggern die Pads im DAW-Modus einfach verschiedene MIDI-Noten, während der Fader die Funktion eines Pitch-Bend-Rädchens ausfüllt.

Freundlicherweise ist die Beschriftung des iCON iStage auch auf den DAW-Modus ausgerichtet, denn links neben den Zeilen der Pads stehen, von oben nach unten, die kleinen Beschriftungen »Pan«, »Volume«, »Solo« und »Mute«. Dem gewitzten Leser dürfte nun klar sein, dass sich hiermit das Panning (die Stereo-Balance einer Spur von ganz links nach ganz rechts) und die Lautstärke sowie der Solo-Modus und die Stummschaltung der Spuren eines Projekts kontrollieren lassen. Im Falle des vorliegenden Geräts kannst Du acht Spuren steuern, was auch durch die Hintergrundbeleuchtung der Pads visualisiert wird.

Nachdem Du eines der Pads für Panning oder Lautstärke gedrückt hast, musst Du den großen Drehregler betätigen und schon verstellt sich der entsprechende Parameter. Prima: Währenddessen blinkt das gewählte Pad zwischen rot und blau, um anzuzeigen, woran Du bist.

Nur am Rande, da es nichts mit dem Gerät selbst zu tun hat: In REAPER (und möglicherweise auch in anderen DAWs) kannst Du auch mehrere Spuren gleichzeitig anwählen, um dann deren Panning-Werte oder Lautstärken auf einmal zu justieren. Feine Sache.

Vier der acht rot beleuchteten Pads am rechten Rand der Matrix dienen zur Transportsteuerung. Hier kannst Du also Stop, Play, Loop an/aus und Record triggern. Die vier übrigen Pads sind zum Blättern durch die Kanäle gedacht, damit Du mehr als die ersten acht anwählen kannst. Wie so vieles habe ich das erst nach geduldigem Experimentieren und Überprüfen herausbekommen, da die Kanalauswahl nicht sofort, sondern erst beim nächsten Triggern der ersten acht Pads weiterspringt und weil das Handbuch diese Tastenbelegungen nicht erklärt. Man kann das dem Nutzer wesentlich einfacher machen, lieber Hersteller.

In allen DAWs, die ich mit dem iCON iStage steuerte, kam es zu einem merkwürdig sprunghaften, unvorhersehbaren und »störrischen« Verhalten bei der Betätigung des Mini-Faders, der für die Regulierung der Master-Lautstärke gedacht ist. Nur bei seeehr langsamer Fader-Fahrt geht alles glatt. Für mich ist das keine Katastrophe, da ich diesen Regler so gut wie nie von der Normalstellung wegbewege, doch ganz geheuer ist mir die Sache nicht.


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GUT

iCON iStage Testbericht am 30.07.2012

Produkt:      iCON iStage
Hersteller:  

Preis:  79,00 Euro
UVP:    79,00 Euro

Kurzfazit

Kompakter Controller für DAW, DJ-Software und Co. Ein robuster kleiner Controller für viele Szenarien, aber mit einigen Kinderkrankheiten.

Für wen

Produzenten, die einen flexiblen und mobilen Controller suchen.

Wichtige Merkmale
  • Pad Controller
  • 48 Pads (anschlagsdynamisch, beleuchtet)
  • 17 weitere beleuchtete Knöpfe
  • Drückbarer Drehregler, Mini-Fader
  • Stromversorgung per USB
  • Klassenkonform für Windows & Mac OS

 


Lesermeinungen (3)

zu 'iCON iStage Testbericht: Kompakter Pad Controller für alle?'

  • Uwe   01. Aug 2012   22:27 UhrAntworten

    Ich benutze das I Stage sehr gern. Im DAW Mode kann man aber 16 Kanäle steuern, mit den 2 Pads in der obersten Reihe das 2. und 3. Pad von rechts kann man umschalten zw Kanal 1-8 und 9-16, zumindest in Reason geht das. Für das Geld ist das Teil schon verdammt gut und sehr vielseitig. Auch beim Clips triggern in Ableton oder beim Auflegen mit Traktor macht das I Stage echt Spass. Ich benutze das I Stage zusammen mit nem BCR 2000 für mich die sinnvollste und vielseitigste Kombination.

    MfG Uwe

  • peter venus   04. Aug 2012   13:07 UhrAntworten

    Ich habe mir den iStage zugelegt um eine, vom Format her günstige Ergänzung zu meinem Monome zu basteln. Leider musste ich die Erfahrung machen, dass es nicht wirklich möglich ist, über midi-feedback die LEDs im Gerät anzusteuern, sodass sie mir Informationen über den Status meines Patches geben. Zum einen mache ich dafür die fehlende Midi-Dokumentation verantwortlich, zum anderen, dass die Entwickler wohl diese Zielgruppe, also Max bzw. PD-User nicht wirklich im Auge hatten. Von der Verarbeitung her stimme ich mit dem Autor des Tests vollends überein.
    cheers, peter

  • felix   06. Nov 2014   21:17 UhrAntworten

    Bei mir hat das Firmware update ebenfalls nicht funktioniert. es scheint als gäbe es ein fehler beim beschreiben des geräts...

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