A. Heuwieser Modell II Testbericht

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A. Heuwieser Modell II Testbericht

Das gute Stück in der Gesamtansicht für unseren A. Heuwieser Modell II Testbericht


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Was ist es?

Herkömmliche Western- oder Konzertgitarren sind oftmals zu groß für die Hände von Schülern und Jugendlichen. Das hier unter die Lupe genommene Modell soll mit seinem 3/4 Korpus und der kurzen Mensur von 590 Millimetern die Bespielbarkeit für kleinere Hände verbessern.

Auf dem Ahornhals finden sich 18 Bünde auf dem Griffbrett, welches aus Akazienholz gefertigt wurde. Boden und Zargen bestehen aus Nussholz, die Mechaniken sind in Nickel gehalten. Im Infokasten findest Du alle Zahlen und Fakten auf einen Blick.

Früh übt sich, wer ein Meister werden will. Unter diesem Motto stehen alle Kindergitarren. Denn mit einer gewöhnlichen Western- oder Konzertgitarre, die teilweise die Körpergröße eines Kindes übersteigt, lässt es sich nur schwer üben. Schmerzende Finger, eine ungemütliche, ungesunde Sitzposition und das somit ausbleibende Erfolgserlebnis können zu Frustration und frühzeitiger Resignation führen.

Die Konzertgitarre vom Typ A. Heuwieser Modell II Fichte 3/4 NT (exklusiv bei session erhältlich) möchte hier Abhilfe schaffen und zu einem schönen Spielgefühl im jungen Alter beitragen.

 

A. Heuwieser Modell II Testbericht

Zu A. Heuwieser

Der Hersteller wirbt mit Gitarren, die ausschließlich aus europäischen Hölzern bestehen. Umweltfreundliche, ungiftige Lackierungen und Klebstoffe werden hier verarbeitet. Die Produktion in Rumänien und recht kurzen Lieferwege ermöglichen es, dieses Instrument so günstig anzubieten. Zum Preis von knapp 200,- Euro möchte man eher eine fernost-asiatische Herkunft vermuten.

Der Frage, ob das A. Heuwieser Modell II Fichte 3/4 NT wirklich so kindgerecht ist, wie der Hersteller es bewirbt, widmen wir uns jetzt.

Korpus der A. Heuwieser Modell II

So viel lässt sich vorab schon sagen, die „Kleine“ muss ihr Äußeres ganz und gar nicht verstecken. Boden und Zarge bestehen aus laminiertem Nussholz, das seine sehr kräftige Maserung vollends zur Geltung bringen kann. Verzichtet wurde auf eine schützende Lackierung, was dem Aussehen gut tut. In Kinderhänden könnte das jedoch sehr schnell zu Schrammen und Dellen führen.

Die Massivholzdecke besteht dagegen aus Fichte. Somit erscheint sie in klassischer, heller und einfacher Optik als Kontrast dazu. Um das Schallloch herum windet sich ein mit Ecken und Kanten ein dekorierendes Muster. Ein Hauch von Flamenco.

A. Heuwieser Modell II Testbericht

Die Rückseite der A. Heuwieser Modell II

Hals

Der sehr gut verarbeitete und unlackierten Hals aus Ahorn wurde auf ein Akaziengriffbrett geleimt. Auch der ebenfalls aus Akazie bestehende Steg bestätigt, dass wir alle genannten Holzarten bei einem ausgedehnten Waldspaziergang wiederfinden könnten.

A. Heuwieser Modell II Testbericht

Hals und Kopfplatte

Die sauber eingesetzten und abgerichteten Bundstäbchen garantieren ein schmerz- und verletzungsfreies Spiel. Zudem ermöglichen sie eine sehr gute Saitenlage. Das kommt gerade Kinderhänden sehr entgegen. Eine kleine Überraschung stellen die aus Knochen gefertigte Stegeinlage sowie der Sattel dar. Etwas, was in diesem Preisbereich für gewöhnlich nicht zu erwarten ist. Knochen ist im Gegensatz zu Kunststoff von Natur aus deutlich resistenter gegen Abnutzung und wirken sich positiv auf das Klangverhalten aus.

Mechaniken

Die Mechaniken bestehen aus widerstandsfähigem Nickel. Sie hinterlassen zwar einen eher fragilen Eindruck, sorgen aber trotzdem für eine akzeptable Stimmstabilität. „Akzeptabel“ aus dem Grund, da eine Mensur von 590 mm im Allgemeinen keine besonders gute Voraussetzung für eine einwandfrei intonierende Gitarre ist.

A. Heuwieser Modell II Testbericht

… und noch einmal die Rückseite

Das ursprüngliche Konzept der Gitarre war nie darauf ausgelegt, kleinere Versionen hervorzubringen. Dadurch stellt die Funktionalität viel mehr einen Kompromiss dar, um jungen Schülern das Lernen überhaupt erst zu ermöglichen.

Eine 3/4 Konzertgitarre wie diese hat als Zielgruppe Kinder im Bereich von etwa 8 bis 11 Jahren. Sie ist für eine Körpergröße von 120 bis 140 cm geeignet. Dabei sollte jedoch bedacht werden, dass diese Angaben nur ein Orientierungsmaß liefern kann. Lass deinen Sprössling am besten selbst entscheiden.

Klang & Praxis mit der A. Heuwieser Modell II

Trotz des etwas kleineren Korpus wird eine Lautstärke geboten, die sich durchaus mit einer gewöhnlichen klassischen Gitarre messen kann. Der Klang ist sehr klar und definiert. So ist das typische „Lagerfeuerschrammeln“ ebenso möglich wie das Spiel durchsetzungsfähiger Melodien.

Die Hölzer sind sehr gut aufeinander abgestimmt. Sie schwingen freudig mit jedem Anschlag vor sich hin, was am Oberkörper deutlich spürbar wird. Der deutlich schmalere Hals und die niedrige Saitenlage ermöglichen zudem ein müheloses Herunterdrücken der Saiten. Das gilt auch für etwas kleinere und schwächere Hände, wie sie Kinder nun mal haben.

Dank des ausgewogenen, neutralen Klangverhaltens wird eine sehr breite Palette verschiedener Stilistiken abgedeckt. Von klassischen Stücken über Flamenco und Latin-Jazz bis hin zu Volksliedern. Das ist natürlich gerade für Kinder, die noch keine genaue Vorstellung davon haben, in welche musikalische Richtung sie sich einmal bewegen werden, von großem Vorteil.


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SEHR GUT

A. Heuwieser Modell II Testbericht am 03.07.2015

Produkt:      A. Heuwieser Modell II
Hersteller:  

Preis:  199,00 Euro
UVP:    229,00 Euro

Kurzfazit

Eine leicht zu spielende und gut klingende Konzertgitarre für den Einstiegt mit einem fairen Preispunkt. Empfehlenswerte Einsteigergitarre für Kinder und Jugendliche mit massiver Fichtendecke und 3/4 Korpus.

Für wen

Schüler und Jugendliche, die eine gute Konzertgitarre zum Einstieg suchen.

Wichtige Merkmale
  • Massive Fichtendecke
  • Ahorn-Hals mit Akazieholz-Griffbrett
  • Boden und Zargen aus Nussholz
  • Sattelbreite 45 mm
  • Mensur 590 mm
  • Korpus 3/4 Konzertgitarre
  • 18 Bünde

 


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