Heavyocity Gravity Testbericht

11
SHARES
Heavyocity Gravity Testbericht

Im Heavyocity Gravity Testbericht kommt eine Library für dramatisches Scoring unter die Lupe ...


anzeige


Was ist es?

Bei Heavyocity Gravity – Nachfolger von Evolve, Damage, Aeon und DM-307 – handelt es sich um ein virtuelles Multi-Instrument für spannungsgeladene, dramatische und atmosphärische Musik sowie Soundeffekte und Klangteppiche in Filmen. Alternativ dient es zur Vertonung von Computerspielen, auch Installationen in Museen und Ausstellungen oder dergleichen sind denkbar.

Vor allem Science-Fiction sowie Action- und Horrorszenarien mit modernem Setting werden bedient – die Klänge sind fast immer elektronisch angehaucht, sehr imposant und komplex im Sounddesign.

Heavyocity Gravity Testbericht

Der Boxshot für den Heavyocity Gravity Testbericht auf delamar – es geht los…

Benötigt wird der Sampler Native Instrument Kontakt bzw. der kostenlose Kontakt Player, um auf das zugrundeliegende Sample-Material im Umfang von 12 GB und die zahlreichen Effekte zur Klangformung zugreifen zu können.

Das Produkt ist für 449,- US$ über die Website des Herstellers erhältlich. Als registrierter Nutzer eines Heavyocity-Produkts oder von Native Instruments Komplete Ultimate zahlst Du 80,- US$ weniger.

 

Heavyocity Gravity Testbericht

Erster Eindruck von Heavyocity Gravity

Download und Setup über die bereitgestellte Software verliefen angesichts des Umfangs von ca. 8,5 GB sehr schnell. Die Registrierung funktioniert sowohl in der erwähnten Downloader-Software als auch im Native Instruments Service Center mit derselben Seriennummer.

Die graphische Oberfläche von Heavyocity Gravity ist in der Hauptansicht ist eindrucksvoll durchgestylt (vor allem bei der Animation des zentralen Effekt-Drehreglers), was nur im ersten Moment vom Wesentlichen ablenkt. Die Unterteilung in die vier Hauptsektionen dient der Übersicht und ermöglicht es, alle Bedienelemente groß bzw. noch groß genug darzustellen, lediglich deren Beschriftungen sind zuweilen recht klein.

Heavyocity Gravity Video

Hits

Insbesondere bei den vier »Hits« strotzen die Patches nur so vor action- und spannungsgeladenen Momenten. Kein Wunder, denn wurden komplexe Klanggebilde aus vier Kategorien von Einzelsounds erstellt:

  • Sub – Tiefbässe und Drones am unteren Ende der Tonleiter
  • Impact – Einschläge und Anschläge, oft metallisch anmutend
  • Tail – Lange, komplexe und experimentelle Sequenzen verschiedenster Art
  • Whoosh – In der Lautstärke langsam anschwellende, dann abrupt abfallende Klänge

Bei den sogenannten Breakout-Patches der Hits kannst Du im »Designer« aus je zwölf Samples in jeder Kategorie wählen (auch einzeln triggerbar, siehe blaue und grüne Tastaturzonen auf dem Bild unten) und dir so einen eigenen komplexen Multiklang zusammen. Von diesen Gebilden lassen sich in einem Kontakt-Patch wiederum genau ein Dutzend erstellen, gemappt auf die dafür zur Verfügung stehenden Keyswitches (lachsfarbene Tastaturzone).

Für einige Situationen in modernem Popcorn-Kino oder Spielen der eingangs erwähnten Genres sind die Hits zweifellos passend. Zur bombastischen Inszenierung passen sie wie angegossen, man sollte es im Verlauf eines Films oder Spiels nur nicht übertreiben mit diesen überbordenden Klanggebilden. Hier ist eine kleine Auswahl:





Pads

Schön: Es gibt ein paar Pads, die genau dem entsprechen, was ich unter dem Begriff kenne: eher sanfte, erbauliche Synthie-Klänge für mehrstimmige Träumereien. Ein willkommener Kontrast zum düsteren, aggressiven Ton, der sonst vorherrscht – auch in der Kategorie der Pads. So gibt es gleichermaßen Stoff für Ruhiges (z.B. das glückliche Ende eines Films oder der Abspann, wo sich die Spannung löst) und für mächtige Drones mit bedrohlichen Obertönen und Verzerrung.

Im Lautstärkeverlauf triffst Du auf genau das, was man erwarten darf. Will heißen (meist) sanft anschwellende, dann bei gedrückt gehaltenen Noten mit vollem Sustain-Level gleichförmig weiterklingende Sounds, die nach dem MIDI-Note-Off schließlich langsam verebben. Sehr gut für überwiegend langanhaltende Untermalung einer Szenerie.



Risers

Mit einem sogenannten Riser soll die Spannung bis zum Siedepunkt gebracht werden. Für die Momente, in denen Du dich im Polster der Sitzlehne (oder im Unterarm des Nachbarn) festkrallst und die Augen aufreißt. Besser als mit dem folgenden Riser kann man das kaum untermalen:

Kennzeichnend sind fast immer eine langsam ansteigende Tonhöhe und eine zunehmend dramatischer werdende Klangkulisse. Die zur Verfügung gestellten Riser dauern entweder 15 oder 30 Sekunden, jeweils abzüglich der Ausklang-Parts und ggf. des Nachhalls. Wie bei einer Unterkategorie der Hits ist auch hier zuweilen die Zusammenstellung einzelner Samples zu einem vielschichtigen Gebilde möglich.

Stings

Ein Sting ist nicht so flächig wie ein Pad, aber auch nicht so punktuell wie ein Impact. So gibt es meist eine Klimax sowie ein An- und/oder Abschwellen. Insgesamt ist diese Kategorie ein Sammelsurium aus Hits, Whooshes, Reverses und Sweeps. Wie immer herrscht ausgefeiltes Sounddesign vor, durchgängig in düsterer Horror- und Science-Fiction-Stimmung.


Mehr zum Thema:
      

SEHR GUT

Heavyocity Gravity Testbericht am 23.06.2015

Produkt:      Heavyocity Gravity
Hersteller:  

Preis:  ca. 400,00 Euro
UVP:    ca. 400,00 Euro

Kurzfazit

Umfangreiches Kontakt-Instrument für Filmmusik, Scoring für Spiele etc. Vielfältiges virtuelles Multi-Instrument mit unzähligen modernen und futuristischen Klängen für Filme, Spiele und mehr – das Sounddesign ist genial und die Bearbeitungsmöglichkeiten sehr zahlreich.

Für wen

Fortgeschrittene und Profis im Sounddesign bzw. beim Scoring von Filmen, Spielen und mehr.

Wichtige Merkmale
  • Virtuelles Multi-Instrument für Kontakt
  • Für Sounddesign, Filmmusik und mehr
  • 1.500 Kontakt-Patches aus 2.220 Samples
  • 1.200 zusätzliche Snapshots von Kontakt-Instrumenten

 


Lesermeinungen (4)

zu 'Heavyocity Gravity Testbericht: Multiinstrument für Filmmusik & mehr'

  • Tim Heinrich   02. Jul 2015   21:25 UhrAntworten

    Der Gravity Testbericht ist kein Testbericht. Das Anspielen von ein paar Sounds reicht nicht. Ich selber teste es gerade und der Bericht wird dem Produkt nicht gerecht. Es gibt den Punish und Twist-Regler. Hit-Designer, Effekte wie Reverb, Chorus, Distortion, Trigger-FX, Motion, ADSR-Hüllkurve, Filter (Lowpass, Vowel...), EQ, Pads (die bestehen aus 3 Pads), Pads modulieren, Advanced Sequencer bei Trigger FX, Längen der Hits...

    • Felix Baarß (delamar)   03. Jul 2015   09:12 UhrAntworten

      Hallo, Herr Heinrich, danke für den Kommentar.

      Ich bin nicht der Auffassung, dass eine komplette Beschreibung aller Funktionen Stoff für einen Testbericht ist. Es handelt sich nicht um ein Handbuch. Es geht darum, die Funktionalität in ihrer Gesamtheit, die Qualität der Effekte insgesamt (und teils im Speziellen, wie es im Test geschehen ist), den Workflow und den Sound einzuschätzen sowie von allen Klangkategorien Audiodemos zu erstellen. Das ist hier erfolgt.

      Gruß,
      Felix Baarß

  • Tim Heinrich   02. Jul 2015   21:26 UhrAntworten

    Weiterhin fehlen mir Bilder und evtl. Filme

    • Felix Baarß (delamar)   03. Jul 2015   09:08 UhrAntworten

      Hallo nochmal, Herr Heinrich. Bilder sind zur Genüge enthalten, zumindest auf Seite 2 (auf Seite 1 sind keine Screenshots, da diese in den Kapiteln zu den Klangkategorien nicht zielführend sind). Ein Video ist eingebunden. Selbst erstellte Filme wären wohl ein Bonus, doch ich halte sie bei einem solchen Produkt nicht wirklich für essentiell, zudem standen uns dafür nicht die nötigen Ressourcen zur Verfügung.

Sag uns deine Meinung!

EMPFEHLUNGEN