Harley Benton CST-24 Testbericht

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Harley Benton CST-24 Testbericht: Die PRS zum Sparpreis

Harley Benton CST-24 Testbericht - um diese günstige, gleichwohl adrette Gitarre im PRS-Stil geht es hier


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Was ist es?

Die Harley Benton CST-24 ist eine E-Gitarre im PRS-Stil. Unser Modell kam mit dem Finish »Paradise Amber Flame« daher. Der Korpus und der eingeleimte Hals bestehen aus Mahagoni, das Griffbrett aus Ebonol (weiter unten mehr dazu). Die Mensur beträgt 635 mm und 24 Bünde sind vorhanden. An Pickups kommen zwei offene Humbucker von Wilkinson zum Einsatz. Weitere Details findest Du im Infokasten.

Die Gitarre ist zum Straßenpreis von 189,- Euro (inkl. MwSt.) exklusiv beim Musikhaus Thomann erhältlich.

 

Harley Benton CST-24 Testbericht

Korpus, Hals und Griffbrett

Der Korpus besteht aus Mahagoni, der eingeleimte Hals ebenfalls. Korpus und Hals haben ein elfenbeinfarbenes Binding. Löblich: Die Lackierung ist ohne Macken, in dieser Preisklasse ist das nicht selbstverständlich. Die zweiteilige, gewölbte Riegelahorndecke ist auch genau in der Mitte zusammengefügt. Das bekommen nicht mal namenhafte Hersteller in höheren Preisklassen bei allen Modellen ordentlich hin.

Das Griffbrett besteht aus Ebonol, auf dem sich 24 einwandfrei abgerichtete Bünde befinden. Ebonol ist ein hochwertiger Kunststoff, der seit den 80er-Jahren auf Fretless-Bässen verbaut wurde. Er ist sehr widerstandsfähig und fühlt sich in der Tat an wie (völlig vertrocknetes) Holz, zur Säuberung genügt ein feuchtes Tuch. Als Einlagen wurden unspektakuläre Dots in Perloptik gewählt.

Das Gewicht ist moderat und ich könnte mir vorstellen, längere Gigs zu spielen, ohne Rückenschmerzen zu bekommen. Kopflastig ist sie auch nicht.

Harley Benton CST-24 Testbericht - um diese günstige, gleichwohl adrette Gitarre im PRS-Stil geht es hier

Hardware

Die gesamte Hardware ist in Chrom gehalten und passt super zur Optik der Gitarre. Auf der Kopfplatte befinden sich sechs einwandfrei funktionierende Mechaniken mit einer 15:1-Übersetzung. Sie sind weder zu leicht- noch zu schwergängig. Die Saiten laufen dann über einen Graphit-Sattel, was dafür sorgt, dass die Stimmung nicht durch ein Verrutschen der Saiten flötengeht.

Die Mensur der Gitarre ist mit 635 mm angegeben und der Sattel hat die gleiche Abmessung wie bei meinen Epiphone-Gitarren: 42 mm. Der Hals ist ab Werk bestens eingestellt.

Beim Steg handelt es sich um einen sog. Wrap Overbridge. Das bedeutet, dass die Saiten auf der Pickup-Seite durch die Brücke geführt werden, dann oben über die Brücke in Richtung Hals. Das hilft angeblich bei Bendings und soll für ein besseres Schwingverhalten der Saiten sorgen. Wir werden sehen.

Jedenfalls muss für eine saubere Intonation und Oktavreinheit an der Gitarre alles maßgerecht verbaut sein. G- und H-Saite mussten etwas nachgestellt werden. Die beiden Saiten besitzen den einzigen Saitenreiter. Solltest Du sonst in die Verlegenheit kommen, die Oktavreinheit einstellen zu müssen, gibt es an der Brücke zwei Inbusschrauben für diesen Zweck; passende Inbusschlüssel werden mitgeliefert. Saiten vom Typ D’Addario 010-046 sind aufgezogen.

Elektronik

Mein erster Griff geht immer zur Klinkenbuchse, denn die sitzt gerne mal etwas locker. Die hier verbaute sitzt hingegen bombenfest.

Die Gitarre hat ein Volume- und ein Tone-Poti, die sich mit zwei Wilkinson-Alnico-Humbuckern auseinandersetzen müssen. Sie liegen in offener Bauweise vor, weisen eine schwarze Frontplatte auf und sind federgelagert eingebaut mit elfenbeinfarbenen Kunststoffrahmen. Die Verdrahtung war meine größte Sorge, doch zu meiner Überraschung ist diese sehr ordentlich ausgeführt.

Trockentest, Bespielbarkeit

Abgesehen davon, dass neue Saiten immer gut klingen, kann ich sagen, dass die Gitarre einen sehr ausgewogenen trockenen Klang produziert und auch relativ laut ist.

Für meinen Geschmack war die Brücke etwas zu hoch eingestellt, also habe ich sie heruntergeschraubt. Ansonsten ließ sich die Gitarre einwandfrei spielen. Deadspots gibt es nicht. Vom Spielgefühl her kommt sie schon sehr an das Vorbild ran.

Unten findest Du die Klangbeispiele meines »Trockentests«.

Elektrisch

Ran an den JTM 45 und die Kiste mal richtig angerissen. Erstaunlich, die Wilkinson-Pickups machen keine schlechte Figur, was Ton und Rückkopplungsverhalten angeht. Die Gitarre produziert einen richtig schön singenden Ton, fast wie die deutlich teureren Paten.

Auch hier habe ich diverse Klangbeispiele aufgenommen, hier allerdings nicht per Mikrofonierung eines echten Amps, sondern mit AmpliTube 4 – die Rhythmusgitarren links und Rechts sind mit einem virtuellen Orange AD30 und die Lead-Gitarre mit einem MESA/Boogie Rectifier Solo Head plus 4x12er-Box aufgenommen. Die Clean-Gitarre ist ein DI-Signal ohne Amp-Simulation, trocken per Mikro und einem Fender ’65 Twin Reverb aufgenommen.

Zum Schluss musste sich die Gitarre noch dem Hardcore-Test stellen – im Proberaum mit einem Marshall Half-Stack (100 Watt). Kurzum: Test bestanden.

Die Tonabnehmer könnten in den unteren Mitten etwas straffer und differenzierter reagieren. Das macht sich bei richtig hohen Lautstärken bemerkbar. Ich würde sie entweder mit Exemplaren des Tesla PLASMA oder DiMarzios D Activator ausrüsten und eventuell den Tone-Poti mit einem anderen Kondensator ausstatten.

Klangbeispiele im Harley Benton CST-24 Testbericht


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SEHR GUT

Harley Benton CST-24 Testbericht am 03.02.2016

Produkt:      Harley Benton CST-24
Hersteller:  

Preis:  189,00 Euro
UVP:    189,00 Euro

Kurzfazit

E-Gitarre à la PRS für den schmalen Geldbeutel. Hammergitarre für den Wohnzimmer-Santana bis hin zum Proberaumrocker oder Live-Könner für weniger als 200 Euro. Unmöglich? Mitnichten. Diese Gitarre bietet dir eine hochwertige Optik, weitestgehend starken Sound und viele Möglichkeiten, dein Spiel bis in höchste Lagen zu bringen.

Für wen

Fortgeschrittene Anfänger, die eine (Zweit-)Gitarre für Gig und Proberaum suchen.

Wichtige Merkmale
  • Korpus: Mahagoni
  • Hals: Mahagoni, verleimt
  • Griffbrett: Ebonol
  • Mensur: 235 mm
  • Bünde: 24
  • Sattel: Graphit, 42 mm breit
  • Hardware: Chrom
  • Pickups: HH – 2 x Wilkinson WHHB Alnico Open Coil
  • Potis & Schalter: Volume, Tone, 3-Wege-Pickup-Schalter
  • Saiten: D'Addario 010 - 046

 


Lesermeinungen (10)

zu 'Harley Benton CST-24 Testbericht: Die PRS zum Sparpreis'

  • Rolfie   03. Feb 2016   16:57 UhrAntworten

    Naja über die Harley Benton E-Gitarren hab ich bis jetzt noch nichts gutes gelesen! mich würde eher ein Reviewtest zu den 200 € Jack & Danny Les Paul oder Strat E-Gitarren interessieren! da man da angeblich viel mehr für sein geld bekommt!!?

    • Merano   03. Feb 2016   18:56 UhrAntworten

      Ich hingegen hab bisher sehr viel gutes über HB Gitarren gelesen, dieser Testbericht ist nur einer, der Preis und Leistung in ein gesundes Verhältnis bringt.

      Was mich allerdings an Billig Hobeln immer stört ist das die tolle Optik nur aufgeklebt ist. (Papierschicht mit Lack drüber) Das wird bei Jack und Danny sicher nicht anders sein - die sind wahrscheinlich sogar aus der selben Fabrik nur unter einem anderen Label auf den Markt geschmissen. Aber wenn der Rest stimmt und bei dem Preis.
      Würde ich jung sein und mit Gitarre anfangen, dann wäre das ein ausbaufähiger Kandidat.

  • Buddha   03. Feb 2016   20:51 UhrAntworten

    ich habe mehrere HB Gitarren probiert, unter anderem auch das was hier getestet worden ist.Harley Benton CST-24 klingt recht dünn und ''seelenlos'' ich würde sie mir nicht kaufen.meine Favoriten in Niedrigpreissegment sind SX-Gitarren

    • Henry   04. Feb 2016   07:23 UhrAntworten

      Hi
      Das kann ich so definitiv nicht bestätigen.
      Strats klingen dünn und profillos.

      Ich hab mittlerweile andere Pickups da drauf geschraubt. Damit würde die Gitarre imsgesamt 360€ kosten.
      In der Preisklasse muss man sehr lange sichten, bis man eine Gitarre in der Optik und mit einem anständigen Sound findet.

      Ich denke, wenn man einen Blindtest mit diversen ähnlichen Gitarren macht, wird man wenig Unterschiede feststellen.
      Ich hab schon mit Hardcore Gibson Les Paul Fans zusammengesessen, die im Blindtest die Paula nicht von dem Epiphone-Gegenstück auseinanderhalten konnten.
      Eine Seele bekommen Instrumente erst, wenn mann sie spielt.

      Gruss
      Henry

  • Marty   04. Feb 2016   16:06 UhrAntworten

    Hallo,

    schließe mich voll und ganz Henry an, habe das so mit einer Bullet Strat gemacht: Steg Pickup neu und neue Tuner - Endpreis: ca. 220 euro. einfach eine gute Gitarre.

    Ich kann "billig" Gitarren jedem nur empfehlen sie wenigsten anzutesten. In unsere Band spielt der Lead Gitarist ne HB Les Paul. Seit über drei Jahren. Komischweise ist noch nie eine nach einem Gig zu uns gekommen und hat geasgt dass die Gitarre sch... klingt :) :)

    Grüße

    Marty

  • Buddha   07. Feb 2016   11:05 UhrAntworten

    ich habe NIE geschrieben dass ''Strats dünn und profillos klingen'' das ist deine interpretation.

    Ich hab mittlerweile andere Pickups da drauf geschraubt. (bringt auch nicht viel,sound der gitarre ist von viele andere faktoren abhängig und die sind bei CST-24 einfach nicht da!!

    Ich hab schon mit Hardcore Gibson Les Paul Fans zusammengesessen, die im Blindtest die Paula nicht von dem Epiphone-Gegenstück auseinanderhalten konnten.( und ich kenne viele die das können;)

    Eine Seele bekommen Instrumente erst, wenn mann sie spielt.(die seele bekommt sie von gitarrenbauer mit.
    (maschinell gefertigte pressholz schrott VS mühsam selektierte hölzer, viel liebe zum details und sehr viel handarbeit )= DIE SEELE

    der spieler weckt die seele der gitarre zum leben....wo keine bzw wenig seele ist hilft auch nicht der PU wechsel.

  • Guido Laub   10. Feb 2016   22:38 UhrAntworten

    Hey,

    das halte ich für ausgemachten Blödsinn ! Wer heute noch glaubt das Gitarren aus Amerika kommen, sei´s jetzt "F", "G" oder whatever, dem ist nicht mehr zu helfen. Ca. 80% und mehr der auf dem Weltmarkt verfügbaren Gitarren kommen aus Asien. Aus Ländern die so niederpreisige Löhne haben, dass eine Produktion sich überhaupt lohnt.

    Und aus der gleichen Krabbelkiste aus der die "Großen Jungs" sich ihre Body´s und Hälse schießen, kommt auch das Zeug das hier für 150, 200 und 600 Euro angeboten wird. Aus den gleichen Werkshallen kommt auch dein selektiertes Holz von den teuren Marken und wir kaufen hübsch ein.

    Und warum? Weil´s geht!

    Das über Jahrzehnte, erfolgreich aufgezogene Image dieser Firmen, die beinahe Konkurrenzlos in den 40er-50er anfingen zu wildern, machte sie zu Legenden. Die Gitarrengrößen die wir heute vergöttern haben das Zeug groß gemacht und warum haben sie es gespielt ? Weil es so gut ist ? Nein, weil es einfach überall zu kaufen gab.

    Leo Fender hat mit Absicht Gitarren erstellen wollen die "billig" waren damit die breite Masse Gitarren spielen konnte. Ihm ging es um Absatz und seine Produktion in die Breite zu streuen und nicht mit Edelprodukten Lifestyle zu kreieren. Heute knien wir vor der 1954 Strat nieder. Eigentlich ist da ziemlicher Müll verbaut. Müll im Verhältnis zu den Möglichkeiten die die Firmen heute z.B. im Bezug auf Fertigungstoleranzen haben. Und Nein (!) die haben sich damals keine Birne gemacht aus welchem Holz sie denn nu die Strato bauen konnten, damit die Gitarristenwelt sie akzeptiert. Die haben sich überlegt, welches Holz kann man zu einem besonders günstigen Kurs einkaufen, lässt sich das hobeln, Sägen, Schleifen und hält der Lack da drauf.

    Wir Idioten heute glauben die hätten das damals als gnädiges Geschenk an der Menschheit hergestellt. Alles Quark mit Soße. Also Seele,....pffffff....Die Summe aller kleinigkeiten ergibt unterm Strich ein ganzes. Und wenn die Summe heißt"Für 200 Euro bekommst du eine Gitarre - fang an Musik zu machen" ist DAS ne richtig geile Ansage und mir tausendmal lieber, als das sich angehender Musikus dieses wunderschöne Hobby verkneifen muss und nicht anfangen kann, weil irgendwelche Menschen meinen, dass "gute" Gitarren unter 8000.- nicht zu bekommen sind.

    Und was macht Squier jetzt ? bauen die doch tatsächlich ne Tele aus Kiefer. Aus KIEFER ! Da hatte meine Oma nen Tisch raus und wir Blagen haben mit dem Fingernagel da Muster eingezeichnet. Selektierte Hölzer. Keiner kommt auf die Idee und jagt mal ne Kreissäge über seine LP um zu sehen ob die auch wirklich aus einem Stück ist oder ob der Body aus mehreren Teilen zusammengeleimt wurde. Ihr würdet euch wundern was da alles zu finden ist.

    Und was ist mit Alu Bodys ?! Klingen wie die Hölle ! und ? selektiertes Alu oder was ? Die Danelectro 59 aus Masonit, hat Geschichte geschrieben, ich bau daraus Küchen. Aber selektierte Küchen...Hä, vergesst mal bitte nicht, das wir hier über E-Gitarre sprechen und nicht über Akustische wo das Holz deutlich wichtiger ist und unsere Pickups eben bitte keine Mikrofone sind sondern reine Induktionsspulen. Wir hören was wir hören wollen und glauben was wir glauben wollen. Ist schon klar.

    Wenn man dir lange genug einredet, das deine 1851,47 teure Fender, die du dir vom Mund abgespart hast, aus der gleichen Butze kommen soll, aus der auch HB, J&D oder SX kommen soll, würde sich bei mir auch der Magen umdrehen. Das würde ja im Umkehrschluß bedeuten, dass man dich um 1600Euro abgezockt hat. Also getreu dem Motto :"weil nicht sein kann, was nicht sein darf" Na gut, deine wird bestimmt wirklich besser klingen aber 9 mal besser ? Ist der Bass 9 mal präsenter ? lösen die Pickups 9 mal höher auf ? hält das Volumen Poti 9 mal länger ? und kann es mal sein, das man sich im laufe seines Musikerdasein´s verändert und nach 5 Jahren "F" auf einmal feststellt das man eigentlich das große "I" bevorzugt ? Also wieder 4300 zusammensparen ?

    Und selbst wenn, was bringt mir ne Gitarre von 2500 Takken wenn ich nicht auch nen wirklich guten Amp habe und VORALLEM eine gute Box. DA (!) wird de Sound gemacht. Btw,....die Box kann man übrigens auch aus selektierten Hölzern bauen. Oder lassen...Das gleiche gilt für die Hardware. Eine Handvoll Hersteller bieten unterschiedliche Lines. Label XY entscheidet dann, dass alles an Hardware wo Label XY draufsteht, anders eingetütet wird und pickelchen im Chrom nicht akzeptiert werden.

    Das gleiche Teil gibt´s dann für 1/4 weniger Kosten bei Label 123. Was lesen wir im Internet,...:"Ich hatte früher einen Sattel von Label 123, der war soweit auch gut, aber seitdem ich Label XY fahre hat meine Klampfe Obertöne wie noch nie. Einen unendlichen Sustain und stimmt sich von alleine, sie hat jetzt eine selektierte Seele!" Genauuuu......

    • Raphael   12. Feb 2016   09:17 UhrAntworten

      *Applaus* du sprichst mir aus der (selektierten) Seele : )

      Ich habe mal eine ausführliche E-Mail an Thomann geschrieben, weil mich interessiert hat, ob und wie stark der "Klang des Korpusholzes", der im Ratgeber E-Gitarren so ausführlich beschrieben wird, tatsächlich Auswirkungen auf den Sound der Gitarre hat, der ja hauptsächlich durch die induzierte Spannung in den Pickups erzeugt wird.

      Die kurze und knappe Antwort:
      "Auch wenn keine Resonanzkammer vorliegt wirken sich die klanglichen Eigenschaften der verschiedenen Hölzer auf den Klang aus."

      Mit anderen Worten: Frag nicht und kauf einfach!

  • Guido Laub   12. Feb 2016   14:13 UhrAntworten

    ...und sie haben meiner Meinung nach absolut Recht. Das Holz wirkt sich tatsächlich auf das Schwingungsverhalten der Saiten aus und beeinflussen den Ton. Aber sie machen den Ton nicht und sie entscheiden nicht über Sieg und Niederlage. Ob 20 oder 2000 Leute deine Musik gut finden. Das was mir so sauer aufstößt ist, dass wir Gitarreros uns selber und untereinander immer Ammenmärchen verkaufen. Uns über Holz und Lack unterhalten. Der Preamp, die Speaker, Gehäusegröße, Interface, Pickups´s von mir aus auch Kabel sehe ich als wichtige Faktoren. Nicht ob das Holz aus Buxtehude kommt wo bekanntlich die Spinnen Hoden tragen. Neben bei,...z.Zt. bietet ein Gitarrenhersteller aus dem wahrscheinlich größte Online-Auktionshaus, eine Gitarre nach NAMM zur Hälfte des Preises an. Mit unter mit dem Satz "....keine billige Presspappe oder rechtes Holz..." Da hab ich mir überlegt,...:"oh, kacke....die letzte "billig" Klampfe die ich mir besorgt habe, ist die im Kern also vielleicht feucht ?!" Flux das Fertigkeitsmessgerät ausgepackt und mal an der ein oder anderen Stellen in den Body gebohrt. (Also unter den Pick´s und im Elektrofach. Leider kann ich hier ja keine Bilder anhängen aber 10% Feuchtigkeit. Das gilt somit als Furztrocken....(schon wieder ein Argument zerstört ;)

  • Henry   22. Apr 2016   21:41 UhrAntworten

    Uhi - da hab ich ja eine Grundsatzdiskussion losgetreten.
    Guido - da pflichte ich dir zu 100% zu. Und sowas kommt nicht oft vor.

    Ja, Pickups haben Einfluss auf das was am Ende aus den Lautsprechern kommt. Ein Gitarrenton ist die Summe aller Komponenten, die an der Klangerzeugung beteiligt sind. Wenn du dir unser Tutorial zum Umbau von aktiven auf passive Pickups anschaust und dir die Klangbeispiele anhörst, dann wird das sehr deutlich, wie gross der Unterschied ist. Wenn man passive Tonabnehmer gegen Passive tauscht, ist der unterschied nicht ganz so riesig. Ich hab da jetzt welche drauf, die für diese Gitarre gewickelt wurden. Tone und Volumepotis habe ich auch getauscht. Und ja, der Ton hat sich verändert. Und ja, die Microphonie ist auch weniger geworden.

    Bei einer akkustischen Gitarre würde ich auch ohne weiters beipflichten, was Holz und die Fertigkeiten des Gitarrenbauers angeht. Bei den Standard EGitarren Modellen aller Hersteller werden die Gitarren mit CNC Technik gefräst. Nix mit Gitarrenbauer. Fertig! Das ist Massenware. Grade bei den ganz Grossen der Branche. Da zählt, wie überall: Profit.

    Meiner Erfahrung nach passiert ab einem Preis von ca.1000€ klanglich nicht mehr viel. Das ist alles Esotherik. Spielkompfort als Mehrwert rechtfertigt Preise über 1000€ auch nicht. Vielleicht, wenn das Holz ganz besonders teuer war, was auch immer. Wenn jemand meint, seine Gitarrenwelt fängt erst bei 1000€ an, ok fein. Hau rein.
    Ich mach mir um solchen Schnulli ehrlich gesagt nicht so eine Platte. Ich spiel lieber. Ich hab meinen Ton gefunden. Und da ists ehrlich gesagt Wurscht, was man mir für eine Klampfe in die Hand drückt. Das einzige, wo ich unterschiede mache ist Tuningstabilität und Bespielbarkeit. Ich find meinen Sound gut und ich finds gut vor meinem Marshall Fullstack zu stehen und Gas zu geben. Das kommt doch darauf an zu rocken! Da interessiert es ehrlich gesagt kein Schwein, ob eine Gitarre aus Presspappe oder aus Edelholz ist, oder ob alleine die goldene Hardware 400€ kostet. Es interessiert ehrlich gesagt bei der Lautstärke auch kein Schwein ob die Tele mit Blechreitern ein bisschen drahtiger klingt. Bei den 20 Effektpedalen, die manche vor ihren Amp schnallen, reden wir mal nicht dadrüber, ob der facettenreiche Klang einer Edelpaula da so richtig was reisst.

    Wenns nicht rockt, ists halt Mist. Da kann die Gitarre 10Kilogeld kosten, es wird nicht helfen.

    Solche putzigen Details lassen wir uns gerne vor die Nase halten um zu rechtfertigen, warum irgendwas nicht funktioniert. Klingt es nicht, wird vermutlich das Holz schuld sein und nicht die billigen Kabel oder die vielen vielen Bodentreter, oder die vermockten Saiten, die schon seit 5 Jahren nicht mehr gewechselt wurden, weil man Angst hat, dass bei der 8000€ Les Paul sich der Hals verzieht, wenn man die mal am Stück runtermacht.

    Leute spielt lieber, und wenn ihr mit einem Hobel der eben nur 200€ gekostet euren Sound hinbekommt, ists doch völlig ok - hauptsache ihr habt die Zeit eures Lebens, wenn ich Auftritte mit eurer Band macht, oder den Proberaum rockt. Geht raus und spielt eure Musik. Und ich will dann auch mal was hören!

    Rock on.
    Henry

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