Hagstrom Super Viking Testbericht

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Hagstrom Super Viking Testbericht

Was der kurvenreiche, besaitete Vikinger so alles auf der Pfanne hat, erfährst Du im ausführlichen Hagstrom Super Viking Testbericht auf delamar ... mit einigen Klangbeispielen (Clean & Overdrive)

Was ist es?

Semiakustische E-Gitarre im mittleren Preissegment mit Korpus aus laminiertem Ahorn, Ahornhals und zwei splitbaren Humbuckern. Die 22 Bünde wurden auf einem Griffbrett aus Resinator-Wood untergebracht, die Mensur beträgt 648 Millimeter – wie bei einer Strat.

Der aktuelle Straßenpreis dieser Semiakustik liegt bei 829 Euro.


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Hagstrom Super Viking Testbericht

Hintergrund

Mit dem Import und später mit der eigenen Herstellung von Akkordeons beginnt 1928 die Geschichte der schwedischen Firma Hagstrom. Das perlmuttüberladene Design dieser traditionellen Instrumente prägte auch die Optik der Bässe und Gitarren des Herstellers, viele bekannte Musiker der 50er und 60er Jahre präsentierten sich gerne und oft mit Instrumenten von Hagstrom in der glitzernden Welt des Showbiz.

Doch die Zeiten und die Geschmäcker änderten sich und so endete das Kapitel Hagstrom im Jahre 1983 – vorerst. Der Neustart erfolgte im Jahre 2004 und seitdem wird das gesamte Programm des Traditionsherstellers in Fernost gefertigt, so auch die Semiakustik-Gitarre Hagstrom Super Viking, die wir uns nun mal näher betrachten wollen.

Hagstrom Super Viking Testbericht

Die Hagstrom Super Viking gibt’s auch in Rot (»Wild Cherry Transparent«), Blau, Tobacco Sunburst und mehr.

Ausgepackt

Ja schade, das nämlich nur aus einem Karton. Trotz des Verkaufspreises von knapp unter 1.000 Euro wird die Hagstrom Super Viking nämlich ohne einen Gigbag oder eine Tasche ausgeliefert. Nur wenig erinnert noch an den Prunk vergangener Tage. Der Einsatz von Perlmutt hält sich bei der Viking wirklich in Grenzen. Lediglich die Ränder der typisch geformten Kopfplatte und die Inlays auf dem Griffbrett haben davon etwas abbekommen, was dem Instrument aber ausgesprochen gutsteht.

Korpus

Für den Korpus wurde rundherum laminiertes Ahorn verwendet, dessen aufgesetztes Furnier eine sehr schöne Flammung aufweist. Das Finish unserer Testgitarre trägt den Namen „Dandy Dandelion“, was auf nichts anderes als eine nahezu unbehandelte, nur mit einem Klarlack-Finish versiegelte Oberfläche hinweist, die das Ganze dann in einem goldgelben Ton schimmern lässt.

Ein cremefarbenes Binding umrandet die Kanten des kompletten Korpus, zusätzlich dient ein weißes Pickguard zum Schutz der Decke vor Kratzern, die durch einen exzessiven Einsatz des Plektrums dann und wann zwangsläufig entstehen.

Strahlende Hardware

Alles ohne Zweifel nett anzuschauen, aber den optischen Höhepunkt der Hagstrom Super Viking stellt sicher das pompöse, verchromte Tailpiece dar. Dieses ist mit dem Hagstrom-Emblem besetzt, dient zur Aufnahme der Saiten und wurde zusammen mit dem Gurtendknopf stabil an der Unterseite verankert.

Auch die gesamte übrige Hardware erstrahlt in hellem Chrom, angefangen von der ToM-Bridge, über den Dreiwegeschalter und die Potiknöpfe bis hin zu den mutig designten Mechaniken der Kopfplatte, die mit einer ordentlichen Qualität überzeugen können. Es sind zwar keine Locking-Tuner, dennoch halten sie das Instrument stabil in Stimmung und lassen sich zudem widerstandsfrei drehen.

Hals, Bünde & „Resinator“

Ebenfalls aus Ahorn besteht der eingeleimte Hals mit seinen 22 Bünden, die unfühlbar in das Griffbrett eingelassen wurden. Beim Material des Griffbretts verlässt sich der Hersteller auf den Einsatz von so genanntem „Resinator Wood“ – Holzblättchen, die unter hohem Vakuum verleimt werden und durch ihre Steifigkeit dem Hals zusätzliche Stabilität verleihen.

Weiterhin sorgt die nahezu glatte Oberfläche dieses Materials auch dafür, dass im Endeffekt weniger Schmutz haften bleibt. Rein optisch betrachtet, kommt dieses Material mit seiner schwarzen Färbung dem des Ebenholzes sehr nahe.

Wie sich das auf den Klang der Gitarre auswirkt – darüber dürfen sich gerne die Fachleute streiten.

Pickups & Schaltung

Die zwei in ihren weißen Kunststoffrahmen eingesetzten Humbucker stammen aus eigener Fertigung und tragen die Bezeichnung „Custom HJ-50C“. Beide Tonabnehmer lassen sich durch Anheben auf den entsprechenden Tone-Poti auch im Coil-Split-Modus betreiben, was die Klangvielfalt der Hagstrom Super Viking noch einmal deutlich erweitern sollte.

Angewählt werden sie über einen Metallswitch, der in drei Stufen schaltbar ist und griffgünstig in das untere Cutaway eingesetzt wurde. Neben den beiden Tone-Potis sorgen je ein Volume-Poti pro Pickup für die Lautstärke, alle vier Regler laufen sauber auf ihren Achsen und auch der Metallschalter verdient ein Sonderlob ob seiner robusten Ausführung.


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Akustischer Grundsound

Die Konstruktion mit dem Ahornkorpus und dem Ahornhals ließ es ja fast schon erahnen: die Hagstrom Super Viking besitzt einen verdammt knackigen Grundton. Pickings werden ohne Verzögerung kraftvoll umgesetzt und auf der anderen Seite wartet ein kraftvolles Sustain darauf, Akkorde möglichst lange ausklingen zu lassen.

Das Frequenzspektrum zeigt sich ebenso ausgeglichen, mit einer leichten Überbetonung des Bassbereichs, was bei einer halbakustischen Konstruktion in der Natur der Sache liegt und ja auch so gewollt ist – das wird jeder Jazzspieler bestätigen können. Auch das Mittenbild ist genügend ausgeprägt, um der Gitarre auch innerhalb einer Band genügend Luft zu verschaffen.

Hagstrom Super Viking Testbericht

Bespielbarkeit

Die Bespielbarkeit ab Werk bietet ebenfalls keinen Grund zur Kritik, die Saitenlage war bei unserem Testinstrument vernünftig eingestellt. Ebenso verhielt es sich mit der Oktavreinheit – auch hier alles im grünen Bereich.

So lässt sich der Hals prima bespielen, nichts setzt der linken Hand irgendeinen Widerstand entgegen. Lediglich die letzten Lagen am Halsfuß sind leider etwas schwieriger zu erreichen, was dem zu knapp ausgesägten Cutaway angelastet werden darf.

Elektrischer Klang

Dieser erste positive Eindruck nach dem Umschnallen der Hagstrom Super Viking setzt sich auch beim Anschließen der Gitarre an einen Verstärker nahtlos fort. Mit den beiden verbauten Tonabnehmern hat der Hersteller wahrlich ein glückliches Händchen bewiesen, denn die zwei Humbucker harmonisieren schlichtweg perfekt mit der akustischen Grundkonstruktion des Instruments und liefern dabei einen cremigen, vintage-lastigen und sehr dicken Ton.

Und durch die Möglichkeit, beide Pickups unabhängig voneinander auch im Singlecoil-Modus zu betreiben, ergeben sich zusätzlich eine Unmenge an möglichen Klängen, die auch im Overdrive-Betrieb eine durchaus gute Figur abgeben. Besonders in der Mittelstellung des satt einrastenden Dreiwegeschalters und bei Aktivierung des SC-Mode des Halspickups entstehen so interessante Mischungen aus drahtigen Singlecoil-Sounds, die mit einem kräftigen Pfund Bass aus dem Stegpickup durch den Speaker gehämmert werden.

Auch neigen die beiden Pickups in keiner Position des Wahlschalters zum „Dröhnen“, was bei halbakustischen Instrumenten ja öfters gerne mal auftritt, zumindest wenn man es mit dem Gain-Regler übertreibt.

So übertragen sie den frischen und durchsetzungsfähigen Sound der Gitarre bestens und weitestgehend frei von Nebengeräuschen. Und machen sie somit zur perfekten Begleiterin für viele Stile, sei es nun Blues, Jazz, Rock, Pop oder Soul.

Übersicht Hagstrom Super Viking Review

PRO

  • Verarbeitung
  • Knackige Tonansprache (Attack)
  • Vielseitiger Sound
  • Gutes Sustain
  • Pickups sind splitbar zu Single Coils
  • Schöne Optik
  • Bespielbarkeit

CONTRA


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Fazit zum Hagstrom Super Viking Test

Die Hagstrom Super Viking präsentiert sich im delamar-Test als eine gut verarbeitete, ebenso gut klingende und nicht weniger gut bespielbare Semiakustik-Gitarre, bei der man Schwächen tatsächlich mit der Lupe suchen muss.

Die Verarbeitung der Hölzer, die verwendete Hardware mit dem schicken Tailpiece und nicht zuletzt die beiden hauseigenen HJ-50C Pickups funktionieren im Verbund sowohl klanglich als auch optisch wunderbar und machen die Super Viking daher zu einer Kampfansage an die Konkurrenz in der Preisklasse bis 1.000 Euro.

Dabei ist das Instrument keineswegs klangtechnisch limitiert oder nur im Jazz- oder Bluesbereich einzusetzen – selbst wenn die Optik das suggerieren möge. So sind neben voluminösen und vielseitigen Clean-Sounds auch ernst zu nehmende Overdrive-Sounds mit dieser Gitarre machbar. Und das, ohne dabei in einer undefinierbaren Rausch- oder Feedbackorgie zu versinken und stets mit der nötigen Portion Durchsetzungskraft.

Alles in allem komme ich daher auf sehr gute viereinhalb von fünf möglichen Punkten im Hagstrom Super Viking Testbericht. Schönes Teil.

Inhaltsverzeichnis // Hagstrom Super Viking

  1. Was erwartet dich?
  2. Review
  3. Pro & Contra
  4. Fazit
  5. Wertung

Mehr zum Thema:
  

SEHR GUT

Hagstrom Super Viking Testbericht am 19.10.2015

Produkt:      Hagstrom Super Viking
Hersteller:  

Preis:  829,00 Euro
UVP:    987,00 Euro

Kurzfazit

Diese Semiakustik-Gitarre ist durch ihren vielseitigen Klang und ihre tolle Bespielbarkeit in vielen Stilen zu Hause. Gut bespielbare Semiakustik-Gitarre mit Korpus und Hals aus Ahorn, zwei splitbaren Humbuckern und einer anmutig wirkenden Hardware-Ausstattung.

Für wen

Jazzer, Blueser und Rocker werden viel Spaß an dieser Semiakustik-Gitarre haben.

Wichtige Merkmale
  • Korpusform: Halbakustik
  • Korpusholz: Ahorn, laminiert
  • Hals: Ahorn, eingeleimt
  • Griffbrett: Resinator-Wood
  • Tonabnehmer: HJ-50C Humbucker aus eigener Fertigung
  • 22 Bünde
  • Mensur: 648 mm
  • 2x Volume
  • 2x Tone mit Push-Pull-Funktion
  • Dreiwege-Schalter aus Metall

 


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