Genelec 8010A Testbericht


Was ist es?

Der Genelec 8010A ist ein kleiner Monitorlautsprecher, der auf die mobile Nutzung und die Verwendung in kleinen (Home-)Studios oder Post-Production-Studios, in Ü-Wägen, an Videoschnittplätzen, im Rundfunk und dergleichen mehr konzipiert wurde. So durchmisst der Tief-/Mitteltöner gerade einmal drei Zoll (76 mm), während der Tweeter 0,75 Zoll (19 mm) klein ist. Ein Einzelexemplar des Genelec 8010A ist zum Straßenpreis von 299,- Euro (inkl. MwSt.) im deutschen Fachhandel erhältlich.

Genelec 8010A Testbericht

 

Genelec 8010A Testbericht

Erster Eindruck

Wie knuffig! Der Genelec 8010A misst gerade einmal etwa so viel wie eine Packung H-Milch und mit dem ab Werk installierten Iso-Pod ragt er auch nur 195 mm hinauf. À propos: Beim Iso-Pod handelt es sich um einen unterseitig auf einen Schlitten schiebbaren Gummifuß, der für die akustische Entkopplung von der Aufstellfläche sorgen soll. Das funktioniert gut.

Die Verarbeitung ist gut, wobei das Aluminiumgehäuse und vor allem die Gitter vor dem Tweeter UND dem Tief-/Mitteltöner positiv hervorzuheben sind. Sie bieten Schutz für eines der vom Hersteller intendierten Anwendungsszenarien – den größtmöglich mobilen Einsatz.

 

Ausstattung

Audiosignale können lediglich per XLR eingespeist werden. Das entspricht dem Standard in Tonstudios, Regieräumen und Ü-Wägen und es wäre verdammt schwierig, wenn nicht unmöglich gewesen, diesem kleinen Lautsprecher noch einen Cinch- oder Klinkeneingang zu spendieren.

Genelec 8010A Testbericht

Zur Anpassung der Eingangsempfindlichkeit, zum (De-)Aktivieren der Standby-Funktion und zur Anpassung des Frequenzgangs per Filter stehen Dip-Switches bereit. Das sind kleine Schalter, die am besten mit einem Streichholz, Schlüssel o.Ä. bedient bzw. umgelegt werden können. Das mag nicht allzu benutzerfreundlich erscheinen, verhindert aber ein versehentliches Verstellen. Außerdem ist erneut zu betonen, dass die winzigen Abmessungen des 8010ers dies erforderlich machen.

Die Filter im Detail: »Desktop« senkt bei 200 Hz um 4 dB ab, während für die Abschwächung ab 100 Hz abwärts zwei Schalter bereitstehen, die um 2 bzw. um 4 dB absenken. Damit ist eine ausreichende Flexibilität bei der Anpassung an die Raumakustik gewährleistet.

Dem modernen Standard gemäß findet sich eine Standby-Funktion, dank der sich der Lautsprecher nach einer Stunde Leerlauf automatisch abschaltet. Sobald dann ein anliegendes Signal erkannt wird, wird der Lautsprecher wieder »aufgeweckt«. Bei Bedarf lässt sich diese Automatik deaktivieren. Für meinen Geschmack ist eine Stunde etwas zu großzügig bemessen, doch es ist besser, als wenn das Intervall zu hektisch ausfallen würde.

 

Klang

In Relation zur Größe produziert das Gerät einen durchaus voluminösen Sound und wie angekündigt können recht hohe Lautstärken erzielt werden, bevor die Verzerrungen zu stark werden. Das Grundrauschen ist bis zu einer Entfernung von etwa 50 cm zu hören und damit vernachlässigbar.

Ab ca. 80 Hz ist der Bass voll ausgeprägt, darunter fällt die Kurve relativ steil ab und erreicht bei 67 Hz die -6 Dezibel. Für einen 3-Zoll-Woofer ist das aller Ehren wert und der Sound ist voller, als ich angesichts der Größe erwartet hatte. Durch die respektable Impulstreue werden die mittleren und hohen Bassanteile von Kickdrums recht knackig wiedergegeben, ohne zu verschwimmen.

Bei den Mitten ist das Klangbild naturgemäß unbeeinträchtigt von der Größe des Tieftöners, es kommt durchsetzungsfähig, aber unaufdringlich daher. Dabei sind keine Maskierungen der unteren Mitten durch die hohen Bässe festzustellen. Höhen kommen crisp, aber nicht zu scharf daher, Sibilanten bleiben im Zaum. Die meisten Details einer Mischung werden schonungslos offengelegt. Oberhalb der bauartbedingt eingeschränkten Bässe ist alles in Butter.

Die Ortung einzelner Klänge in einem Mix gelingt gut, vor allem durch die breite Staffelung im Stereopanorama. Kritik auf hohem Niveau: Hier und da hätte der Tiefeneindruck differenzierter sein können, aber irgendwann kommen Miniaturlautsprecher eben an ihre Grenzen.

Genelec 8010A Testbericht

Mit dem Genelec 7050B steht ein Subwoofer bereit, der sich dafür eignet, aus den Mäuseboxen doch noch ein veritables Setup für die Musikproduktion mit Frequenztiefgang zu basteln. Meine Höreindrücke von dieser Kombination: Ich bin sehr angetan. Naturgemäß passen sie sehr gut zueinander und ergeben ein homogenes, nach unten stark erweitertes Klangbild. So wird eine aussagekräftigere Beurteilung eines Mixes geboten, als es 2- oder 3-Wege-Studiomonitore vermögen, deren Woofer nicht gerade 10 Zoll oder mehr durchmessen. Mehr zu diesem Sub von Genelec findest Du demnächst auf delamar in einem separaten Testbericht, stay tuned.

Lesermeinungen (1)

zu 'Genelec 8010A Testbericht: Lautsprecher & Studiomonitor'

  • Manfred Vandersee
    15. Aug 2014 | 06:04 Uhr Antworten

    Interessant wäre einmal der Vergleich zu den etwa gleich großen Audio-Engine A2, in denen ebenfalls ein 3 Zöller für den Tief-Mitteltonbereich zuständig.ist. Die Audioengone kostet mit 200 Euro pro Paar deutlich weniger, klingt jedoch meiner Meinung nach deutlich besser, vor allem im Bass und hat eine noch bessere Tiefenstaffelung und räumliche Abbildung des klanggeschehens.

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