Focusrite Scarlett Studio Testbericht

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Focusrite Scarlett Studio Testbericht

Die Hauptdarsteller im Focusrite Scarlett Studio Testbericht


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Was ist es?

Das Focusrite Scarlett Studio liefert die wichtigsten Utensilien für angehende Musiker, Singer/Songwriter und Produzenten: ein Audio Interface, ein Mikrofon, einen Kopfhörer und ein Musikprogramm (DAW-Software). Du brauchst nur noch deinen Computer, deine Stimme und/oder deine Instrumente sowie gegebenenfalls ein Mikrofonstativ (plus Popschutz), um loszulegen.

Zwei Klangquellen beliebiger Art lassen sich mit dem Interface Focusrite Scarlett 2i2 gleichzeitig aufnehmen. Beim Scarlett Scarlett CM25 handelt es sich um ein Kondensatormikrofon mit Nierencharakteristik. Mit dem geschlossenen, ohrumschließenden Studio-Kopfhörer Scarlett HP60 hörst Du die eingespielten/gesungenen Klänge ab.

Focusrite Scarlett Studio Testbericht

Die Hauptbestandteile des Pakets im Focusrite Scarlett Studio Testbericht

Mit Cubase LE 6 steht schließlich eine relativ einfache, aber ausgereifte Software zum Aufnehmen, Arrangieren, Abmischen etc. bereit. Außerdem gibt es Effekt-Plugins vom Hersteller, den virtuellen Synthesizer Novation Bass Station und 1 GB Samples von Loopmasters.

Das Paket ist zum Straßenpreis von 229,- Euro (inkl. MwSt.) im deutschen Fachhandel erhältlich.

 

Focusrite Scarlett Studio Testbericht

Erster Eindruck & Lieferumfang des Focusrite Scarlett Studio

Im Paket sind alle Komponenten ausreichend gepolstert, einzeln in Kunststoffbeutel gehüllt und dennoch einigermaßen kompakt verstaut. Hier ist die gesamte Packliste:

  • Audio Interface Scarlett 2i2
  • Mikrofon Scarlett CM25
  • Kopfhörer Scarlett HP60
  • Mikrofonkabel (~3 m)
  • USB-Kabel (~1 m)
  • Mikrofonklemme für Stative (inkl. Gewindeadapter)
  • Lizenzcode für Software (DAW + Plugins)

Schön, dass dir das Mikrofonkabel mit rund drei Metern viel Freiheit bei der Platzierung des Equipments am Aufnahmeort lässt. Das USB-Kabel ist mit knapp über einem Meter hingegen recht kurz geraten, so dass Rechner und Interface nah beieinander stehen müssen.

Auf focusrite.de als größtenteils eingedeutschtem Ableger der Hersteller-Website ist leider kein deutschsprachiges PDF-Handbuch zu haben (ein gedrucktes liegt der Packung nicht bei). Auch ist gibt es keine Schnellstart-Anleitung in deutscher Sprache, zumindest diese hätte vielen englischunkundigen Einsteigern (schneller) auf die Sprünge helfen können.

Das Audio Interface

Dank Phantomspeisung und die für beide Eingänge separat schaltbaren hochohmigen Modi (für E-Gitarre & E-Bass) kannst Du alle Instrumente und Mikrofone aufnehmen. Dazu reicht die Stromversorgung per USB von deinem Computer.

Das weinrote, hübsch gebürstete Chassis schindet Eindruck – nicht nur optisch, sondern auch verarbeitungstechnisch, da es ohne jegliche Nahtstelle auskommt. Die rückseitigen Klinkenanschlüsse für deine Lautsprecher sind vorbildlich fest mit dem rückseitigen Paneel verschraubt und werden per Manschette stabilisiert. Die Drehregler sitzen ausreichend fest, allerdings geht es aufgrund der kompakten Maße gerade beim Regeln der Kopfhörerlautstärke etwas eng zu, auch für kleine Hände.

Focusrite Scarlett 2i2 Testbericht

Das Audio Interface Focsurite Scarlett 2i2

Für viele besteht die brennendste Frage wohl darin, wie hoch die Aufnahme und Wiedergabequalität des 2i2 ist. Kurz: sehr gut bis exzellent für seine Preisklasse. Die Mikrofonvorverstärker und Wandler leisten beste Dienste im Wettbewerb kompakter Interfaces und brauchen sich auch nicht vor denen von kostspieligeren Modellen verstecken.

Latenz beim Audio Interface

Die Latenz lässt sich gerade so gering halten, dass die Verzögerungen zwischen dem tatsächlichen Spielen/Singen und Abhörsignal beim Recording nicht auffallen bzw. kaum stören. Gerade bei Einsteigern dürfte das gar nicht auffallen.

Bei einer Sample-Rate von 44,1 kHz sind es mit der schnellsten Treibereinstellung gut 11 ms für die Summe aus Ein- und Ausgangslatenz. Bei 96 kHz (und naturgemäß höherer Prozessorbelastung) sind es sogar nur 8 ms. Dabei lassen sich moderat leistungshungrige DAW-Projekte ohne Aussetzer, Knacken oder andere Störgeräuschen fahren.

Der Treiber lief während des gesamten Testzeitraums stabil und zeigte keine Performance-Einbrüche oder sonstige einschränkende Verhaltensweisen. Fein.

Das Mikrofon

Das Scarlett CM25 – ein Kondensatormikrofon mit Nierencharakteristik – ist etwas kleiner und leichter als andere Vertreter seiner Gattung. Dadurch lässt es sich potentiell besser in beengten Szenarien und praktisch mit jedem Stativ nutzen. Auch für das Mitnehmen zu einer Recording-Session bei einem Kumpel dürfte sich diese Kompaktheit als positiv erweisen.

Focusrite Scarlett Studio Testbericht

Das Mikrofon Focusrite Scarlett CM 25

Die Verarbeitung geht in Ordnung im Anbetracht des Möglichen. Absolute Glanzleistungen darf man bei diesem Preis nicht erwarten. Der XLR-Anschluss ist etwas schwergängig geraten – zumindest mit dem beiliegenden Kabel hatte ich bisweilen Bedenken, beim erforderlich-energischen An- und Abstecken etwas kaputt zu machen. Am Ende erwies sich diese Sorge als überflüssig, ging doch alles glatt bei rund einem Dutzend Probedurchgängen.

Klang des Mikrofons

Wie lässt sich die Klangfarbe charakterisieren? Ich empfinde sie noch als ausgewogen genug, mit deutlicher, aber (meist) nicht zu aufdringlicher Präsenzbetonung – die akzentuierten hohen Mittenfrequenzen sorgen dafür, dass sich Vocals und Gitarren sich im Mix sofort durchsetzen können, ohne dass ein Equalizer genutzt werden muss. Ich würde eher dann eine Absenkung im Mittenband vornehmen, wenn der erwähnt »helle« Sound zu vordergründig für das klangliche Gesamtbild meines Projekts wird.

Das vom Mikrofon produzierte Hintergrundrauschen ist so niedrig, dass es beim Abmischen praktisch nie zu entdecken sein wird – bei zur Hälfte aufgedrehter Vorverstärkung am 2i2 (üblicherweise wird für das CM25 nicht mehr benötigt) herrscht im besten Sinne Funkstille.

Abermals im Verbund mit dem Vorverstärker des 2i2 treten hier Details gut zutage und die Dynamik bleibt stets klar konturiert. Wirklich gut für so ein kleines Aufnahmeutensil in diesem Preisbereich.


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GUT

Focusrite Scarlett Studio Testbericht am 11.09.2015

Produkt:      Focusrite Scarlett Studio
Hersteller:  

Preis:  229,00 Euro
UVP:    279,00 Euro

Kurzfazit

Bundle aus Audio Interface, Mikrofon, Kopfhörer und Zubehör. Ein gelungenes Paket – das Interface ist hervorragend in seiner Klasse, das Mikrofon muss sich nicht verstecken und die Softwarebeigabe erfüllt viele Wünsche. Ein deutsches Handbuch liegt leider nicht bei und der Kopfhörer eignet sich mehr für Monitoring als für das Abmischen.

Für wen

Einsteiger ins Homerecording und andere Facetten der Musik- und Klangproduktion.

Wichtige Merkmale
  • Aufnahme & Musikproduktion für Einsteiger
  • Audio Interface
  • Mikrofon
  • Kopfhörer
  • Inkl. Mikrofonkabel, USB-Kabel & Mikrofonhalter für Stative
  • Lizenz für DAW-Software, Plugins und Samples enthalten

 


Lesermeinungen (3)

zu 'Focusrite Scarlett Studio Testbericht: Paket zum Einstieg'

  • petar   11. Sep 2015   19:32 UhrAntworten

    Ich benutze schon seit einiger Zeit das Focusrite Audiointerface Sapphire Pro 40 und bin damit sehr zufrieden. Ich denke, ich werde mir das Scarlet Studio für mobile Anwendungen anschaffen. Bei dem Preis und dem Testergebnis kann man nichts falsch machen.

  • Michael   11. Sep 2015   20:33 UhrAntworten

    Ich habe die Erfahrung gemacht das die Focusrite Wandler, in dieser Preisklasse, im Vergleich zu denen von Presonus deutlich schlechter klingen. Also an alle Einsteiger, wenn es euch möglich ist, vergleicht verschiedene Interfaces und ihr werdet um so länger Spaß am Gerät/Klang haben.

  • oboe   15. Sep 2015   14:50 UhrAntworten

    Nutze auch das Sapphire Pro 40 und bin begeistert von dem internen Mixer, den Preamps und dem Handling und der Zuverlässigkeit allgemein.
    Einziger Wermutstropfen: die WDM-Treiber z. B. bei M-Audio lassen den Zugriff auf die Einzelausgänge zu, bei Focusrite sind die nur rudimentär, hier klappt der Einzelzugriff nur sauber mit ASIO.

    Den Vergleich mit Presonus finde ich sehr überraschend: ich fand die Preamps von Presonus als Rauschgeneratoren gegenüber denen von Focusrite. Das StudioLive z. B. scheint mir für Recording und als Abhöre Zuhause völlig ungeeignet, für so ein paar Live-Gigs mit bereits verstärkten Instrumenten mag es ja gehen.

    Bei Focusrite allerdings muss man vorsichtig sein, und sollte nicht an der 0 dBFS-Schwelle kratzen: bereits ab -6dB steigt der Klirr unglaublich an. Wenn man das weiß und genug Headroom lässt - was bei den Preamps m. E. kein Problem ist - kann man damit sehr gut leben :-)

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