Focusrite Scarlett 2i2 Testbericht: Kleines Audio Interface ganz groß?

Audio Interfaces für Einsteiger gibt es reichlich, doch es ist immer noch mehr als genug Platz für hochwertig verarbeitete und fein klingende Geräte in der niedrigen Preisklasse. In unserem Focusrite Scarlett 2i2 Testbericht erfährst Du, was die kleine rote Kiste leistet und ob sich die Anschaffung lohnt.

Was ist es?

Das Focusrite Scarlett 2i2 ist ein USB Audio Interface mit zwei kombinierten Eingängen für hochohmige Instrumente wie E-Gitarren und E-Bässe, Line-Quellen und Mikrofone – dank der zuschaltbaren Phantomspeisung mit 48 Volt kannst Du auch Kondensatormikrofone betreiben. Ausgangsseitig stehen zwei symmetrische Klinkenausgänge (6,3 mm) zur Verfügung.

Das Gerät wird ausschließlich per USB mit Strom versorgt, es ist kompakt und leichtgewichtig. So eignet es sich auch als Audio Interface für unterwegs.

Das Focusrite Scarlett 2i2 wird mit der DAW-Software Ableton Live Lite 8 und der Scarlett Plug-in Suite ausgeliefert. Letztere umfasst mit Kompressor, Reverb, Gate und Equalizer einige der wichtigsten Effekte zum Abmischen deiner Tracks.

 

Focusrite Scarlett 2i2 Testbericht

Erster Eindruck & Verarbeitung

Ziemlich schmuck, muss ich schon sagen…das Scarlett 2i2 kommt in einem schönem Rotton daher und überzeugt auf Anhieb mit dem aus einem Stück gefertigten eloxierten Aluminiumgehäuse mit gebürsteter Oberfläche. Mit 580 Gramm ist es sehr leicht – gut, dass die Unterseite mit vier großen runden Gummifüßen bestückt ist, denn so verrutscht es nicht so schnell auf deinem Schreibtisch.

Die kleinen Schalter für Hi-Z/Line und die Phantomspeisung machen nicht den wertigsten Eindruck (sie wackeln leicht), aber das ist angesichts des günstigen Anschaffungspreises des Scarlett 2i2 vertretbar.

Die gummierten Drehregler sind prima – der Drehwiderstand ist nicht zu fest und nicht zu locker, genau wie beim großen Monitor-Regler für die Lautstärke der angeschlossenen Lautsprecher und dem Drehregler für die Kopfhörerlautstärke.

Anders als die rückseitig angebrachten Klinkenausgänge ist der Kopfhöreranschluss ist nicht fest mit dem Gehäuse verschraubt, stattdessen ragt er lediglich aus einer Aussparung im Fronpaneel und ist wohl nur an der Platine befestigt. Beim Anstecken des Kopfhörers solltest Du entsprechende Vorsicht walten lassen. Er sitzt nicht fest, bei eingestecktem Kopfhörer lässt sich beobachten, dass die Buchse doch ziemlich deutlich hin und her wackelt. Das könnte aber daran liegen, dass unser Testgerät schon durch diverse Hände gegangen und unsanft behandelt worden ist.

 

Eingänge:
2 x Mikrofon/Hi-Z/Line (XLR symmetrisch / 6,3 mm Klinke unsymmetrisch)

Ausgänge:

  • 2 x Line (6,3 mm Klinke symmetrisch)
  • Kopfhörer (6,3 mm Klinke)

 

Vorderseite

An der Front links befinden sich die beiden Kombibuchsen aus dem Hause Neutrik, jeweils direkt daneben sitzt der Drehregler für die Eingangslautstärke. Mit kleinen Schaltern kannst Du die Anschlüsse vom Line-Pegel in den hochohmigen Modus versetzen, um deine elektrische (Bass-) Gitarre anzuschließen.

Rechts davon findest Du den Knopf zur Aktivierung der Phantomspeisung (48 Volt). Sie wird auf beiden Kanälen gleichzeitig zugeschaltet. Standard bei Einsteigergeräten wie diesem.

Darunter ist ein kleiner Schalter, mit dem Du eine Funktion aktivieren kannst, die die Eingangssignale ohne Umweg zum Monitor- und Kopfhörerausgang leitet. »Direct Monitoring« eben.

Focusrite Scarlett 2i2 Testbericht

Focusrite Scarlett 2i2 Testbericht - die Vorderseite

Rechts daneben sitzt der verhältnismäßig große Drehregler für die Monitorlautstärke. Er hätte etwas griffiger gestaltet werden können, zum Beispiel indem man ihn wie die Gain-Potis mit einer Gummischicht überzogen oder die Oberfläche geriffelt hätte. Aber im Grunde ist alles im Lot, der Regler sitzt fest und weist einen ausgewogenen Drehwiderstand auf. Schließlich gibt es am rechten Rand den Kopfhörerausgang und den dazugehörigen Lautstärkeregler. Hier hätte der Output ruhig etwas lauter ausfallen können, Kopfhörer mit hohen Impedanzen werden unter Umständen nicht ausreichend befeuert.

Damit Du auch im Halbdunkel vernünftig mit dem Scarlett 2i2 hantieren kannst, ist jeder Gain-Regler von einem LED-Ring umgeben, der in Abhängigkeit von der Pegelstärke verschiedenfarbig aufleuchtet – grün, sobald ein gut verwertbares Audiosignal (über -24 dBFS), orange, wenn es langsam knapp wird und rot, sobald Übersteuerungen erkannt werden. Sehr schön und auffällig gelöst, prima.

Focusrite Scarlett 2i2 Testbericht

Die Rückseite ist übersichtlich

Rückseite

Die Rückseite ist schnell abgehandelt. Hier gibt es lediglich drei Punkte, die von Interesse sind – eine Öffnung für ein Kensington-Kabelschloss, mit dem Du das Scarlett 2i2 an einem festen Gegenstand befestigen kannst, den USB-Anschluss (Typ B, USB 2.0) und die zwei symmetrischen Klinkenausgänge für das ausgehende Stereo-Line-Signal (linker und rechter Kanal).

Es wäre durchaus noch Platz für einen MIDI-Ein-/Ausgang gewesen. Allerdings sind die meisten modernen Controller in der Lage, MIDI-Signale über USB zu senden.

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