elysia mpressor Testbericht

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elysia mpressor

Das Kompressor-Plugin elysia mpressor von Universal Audio bei uns im Test

Was ist es?

So so, wieder ein analoger Kompressor der auf die digitale Ebene portiert wurde. Gibt es da nicht schon genug Plugin Emulationen analoger Hardware? Vielleicht schon, jedoch steckt hinter dem elysia mpressor ein besonderes Konzept in Hinsicht auf seine Funktionsweise als Transistor-Kompressor mit Class-A Schaltung. Schlägt er doch den Bogen zwischen Standard Aufgaben aus dem Bereich Mixing, Recording und kreativer Klanggestaltung mit ungeahnten Dynamikergebnissen.

Da elysia eigentlich Hersteller von sehr hochwertigem analogen Studioequipment ist, steht der mpressor jetzt nicht nur mehr den zahlungskräftigen Besitzern der Hardware mpressors (die übrigens mit schlappen 3999,- Euro zu Buche schlägt) zur Verfügung, sondern ist nun auch weitaus günstiger als Plugin erhältlich (349,- Euro). Hinzu kommt, dass die Plugin-Schmiede brainworx die originalgetreue Übersetzung der Hardware auf die digitale Ebene übernommen hat. Ein Unternehmen, das in seinem Metier genauso für hochwertige Qualität steht, wie elysia in ihrem.

Unter diesen Voraussetzungen haben wir bei dem elysia mpressor Testbericht mit einem HighEnd Kompressor-Plugin zu tun.


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elysia mpressor Testbericht

Einleitung zum elysia mpressor Testbericht

Da verspricht elysia doch, dass der mpressor als „Kreativ Kompressor mit Charakter“ zu überzeugen vermag und ebenso für den universellen Einsatz in anderen Anwendungsbereichen eines Kompressors! Features wie der spezielle GR Limiter zur Erhaltung der Dynamik bei starker Pegelreduktion, das Niveau Filter (um den Sound dunkel oder brillant klingen zu lassen), negative Ratio (für pumpende Grooves), die Anti Log Funktion (mit einem nicht linearen Verlauf der Release Zeit für auffälligere Kompression), oder die Auto Fast Funktion (die eine halbautomatische Verkürzung der Attack-Zeit erlaubt) tragen zum besonderen Konzept des mpressors bei.

Dies sind ohne Zweifel sehr gute Voraussetzungen für den hart umkämpften Plugin-Markt. Allein durch den Funktionsumfang kann sich der elysia mpressor schon absetzen – zumal viele Plugin-Hersteller eigene Lösungen für Kompressor-Emulationen mit Charakter anbieten (z.B. die unzähligen Emulationen des üblich Verdächtigen 1176 LN, um nur einen zu nennen).

elysia mpressor Testbericht – Die Details

Momentan steht der elysia mpressor in der Version 1.0.2, den Formaten VST, RTAS, AU und TDM zum Download bereit, benötigt aber einen iLok-Dongle zur Freischaltung der Lizenz. Die Installation des Plugins verlief ohne Probleme, wie erwartet. Wer schon einen iLok besitzt kann den elysia mpressor übrigens 14 Tage lang testen.

Erfreulicherweise ist der mpressor Sidechain-fähig und auch als VST3 Plugin programmiert worden (eine VST2 Version liegt bei). Beachtlich, hinken doch andere Firmen mit grösseren Namen hinterher, was diesen “neuen“ VST3-Standard betrifft. Die Mindestanforderungen für das System (entweder Mac oder PC) halten sich in Grenzen und können auf der Herstellerseite eingesehen werden.

Grafische Benutzeroberfläche

Die GUI des Kompressors elysia mpressor ist bei der Hardware optisch übernommen worden. Die übersichtliche und aufgeräumte Ansicht im Edel-Look macht sich auch in der Softwarevariante sehr gut. Ein kleiner Hingucker, wie ich finde. Eine Einarbeitungszeit braucht es nicht, die GUI ist logisch aufgebaut.

Mausrad Steuerung

Der mpressor kann mit dem Mausrad gesteuert werden, was sich als sehr komfortabel beim Editieren der Einstellungen herausstellt. Im Linear-Modus geschieht dies mit der Tastenkombination Alt + Mausrad und für das Feintuning steht die Kombi Shift + Mausrad bereit. Das leidige Gedrückthalten der Maustaste entfällt auf diese Weise.

Sidechainfunktion

Dank eines externen Sidechain-Eingangs steht groovebetonten und frequenzabhängigen Triggern durch andere Spuren und Instrumente nichts im Wege. (Mehr zum Thema Sidechaining).

Oversampling

Um eine hochwertige Klangqualität zu gewährleisten, nutzt der elysia mpressor ein Oversampling in der internen Verarbeitung des Audiosignals. Durch dieses Oversampling kann das Audiomaterial genauer berechnet werden, da eine wesentlich feinere Abtastung des Signals möglich wird. Der mpressor arbeitet bei Sampleraten unter 50 kHz mit einem vierfachen Oversampling und bei Sampleraten unter 100 kHz mit zweifachen Oversampling. Dies führt zwar zu einer höheren Last bei der Verwendung, jedoch macht sich das auf aktuellen Systemen kaum bemerkbar.

Link Button

Im Link-Modus arbeitet der mpressor auf Stereospuren als True Stereo Kompressor. Beide Kanäle, links und rechts werden gleichstark über die Steuerspannung bearbeitet, während ohne aktivierten Link-Modus leicht unterschiedliche Steuerspannungen für linken und rechten Kanal herangezogen werden.

AutoFast

Während der Arbeiten zu diesem Testbericht fiel mir auf, dass der elysia mpressor sehr schnell zupacken kann. Er bietet Attackzeiten von 0,01 ms bis zu 150 ms. Nun ist es so, dass extrem kurze Attackzeiten bei sehr dynamischen Audiosignalen zu hörbaren Artefakten führen können. Und genau hier setzt die die AutoFast Funktion ein und wirkt dem entgegen.

Im AutoFast-Modus kann der Nutzer beruhigt auch höhere Attackzeiten einstellen, denn der elysia mpressor regelt in diesem Modus die Attackzeit bei schnellen Dynamikimpulsen automatisch runter, um die Transienten nicht durchlaufen zu lassen. Danach pendelt sich die Attackzeit wieder auf den zuvor eingestellten Wert ein. Sehr nützlich ist diese Funktion für Subgruppen, wo sich in der Regel ganz unterschiedliche Anforderungen an die Dynamik befinden.

Der elysia mpressor packt jedenfalls nur dann zu, wenn es nötig wird und das ohne hörbare Verzerrungen bei stärkerer Pegelreduktion.

AntiLog

Durch den Einsatz der nicht linearen Verlaufskurve der Release-Zeit im AntiLog Modus ist der mpressor in der Lage dem Signal schöne Kompressionseffekte hinzuzufügen. Die Verlaufskurve der Release-Zeit mit eingeschalteten AntiLog geht runter hält etwas länger und kommt dann schnell wieder nach oben. Der Kompressor fängt dadurch an zu pumpen und zu grooven – speziell für Produzenten elektronischer Musik eine Kompressionsart mit gewünschter Lebhaftigkeit. Bei den Release-Zeiten bietet der mpressor einen Regelbereich zwischen 5 ms und 1,2 Sekunden vor.

Negative Ratio

Die Einstellung von Negative Ratio dreht das Funktionsprinzip eines Kompressors auf den Kopf. Es werden nun nicht mehr leise Signale durch die Kompression lauter gemacht, sondern genau umgekehrt. Laute Signale werden nun leiser durch die Bearbeitung des Kompressors. Der mpressor birgt durch die Möglichkeit seiner negativen Ratios einen wunderbaren Fundus an Soundeffekten. Besonders im Zusammenspiel mit der AntiLog Funktion verformt der mpressor das Signal so weit, dass sogar Slapback Effekte zu Tage treten.

Gain Reduction Limiter

Der GR-Limiter beim elysia mpressor ist ein Limiter, der nicht, wie sonst üblich, im Audiopfad des Kompressors seine Arbeit vollrichtet, sondern einzig die Steuerspannung des Plugins limitiert. Das bedeutet, dass laute Signale, die über die Einstellung des GR-Limiters hinaus schießen, nicht weiter komprimiert werden.
Gerade bei Ducking-Effekten ist dies besonders gut einzusetzen, da die Dynamik des bearbeiteten Signals erhalten bleibt.

Niveau Filter beim elysia mpressor

Dieses Filter arbeitet nicht als Shelving oder parametrischer EQ, sondern hebt und senkt gleichzeitig um die eingestellte Frequenz an oder ab. Das Niveau Filter arbeitet wie eine Schaukel oder Waage um die eingestellte Frequenz herum und sorgt für mehr Charakter. Das Ergebnis klingt entweder etwas dunkler oder etwas heller.

Hebt man z.B. die Frequenz bei 80Hz an, wirkt der Schaukeleffekt auch auf die Frequenzen oberhalb der 80Hz und senkt diese ab. Der EQ-Gain kann um 6db angehoben oder abgesenkt werden, bei der EQ-Frequenz gibt es sogar noch die Möglichkeit alle Frequenzen um den Faktor 10 anzuheben. Somit steht dem Nutzer ein Bearbeitungsbereich von 26 Hz bis 22 kHz zur Verfügung.

Weiterhin stehen ein Low-Cut sowie High-Cut beim Niveau Filter zu Verfügung, mit denen sich der Klang nochmals mehr in Bewegung bringen lässt. Um einen der Filter zu aktivieren musst Du einfach den Regler für „EQ Gain“ ganz nach links für einen High-Cut, respektive ganz nach rechts für einen Low-Cut drehen.

 

Hörbeispiele elysia mpressor Testbericht

Drums clean

Big Drums

Negative Ratio

Percussion

Limiter

Drums clean 2

Rev FX no EQ

Rev FX+EQ

Rev FX

Übersicht elysia mpressor Review

PRO

  • Soundqualität des mpressors steht für sich
  • unterschiedlichste Kompressionseffekte möglich
  • Spaßfaktor beim Arbeiten mit dem mpressor
  • universell einsetzbar

CONTRA

  • Benötigt einen iLok, zusätzliche Kosten

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Fazit zum elysia mpressor Test

Zugegeben, gespannt war ich schon, wie der elysia mpressor sich so im Testbericht schlägt, da ich seit jeher ein Freund von heftiger Kompression bin. Dem Quellsignal eine neue Hüllkurve aufdrücken, gelegentlich färben und dadurch eine Art eigenen Charakter zu erschaffen. Dies und ein kreativer Umgang mit dem Audiosignal, ein Einsatz schon fast als Instrument und gleichzeitig den alltäglichen Bedarf „normaler Kompression“ zu decken, das vermögen nur ganz wenige Kompressoren in der Softwarewelt.

Ein Kompressor, der das gut beherrscht ist der AM-Track aus der AM-Suite von Magix. Beim elysia mpressor hört es sich jedoch noch besser an. Das Versprechen von elysia ist für meinen Geschmack auf ganzer Linie bestätigt worden. Ich konnte jedenfalls kein Haar in der Suppe finden.

Allein der klare und saubere Sound beim elysia mpressor konnten mich begeistern. Als kreatives Tool zur Klangformung macht er eine außerordentliche gute Figur. Der mpressor hat mich mit seinen sehr interessanten Kompressionseffekten überzeugt. Ich gehe sogar so weit, den elysia mpressor zu meiner neuen Referenzklasse zu erheben. Er erledigt die Brot und Butter Kompression und ist gleichwohl ein Quell für experimentierfreudige Zeitgenossen – all in one!

Man merkt durch und durch, dass Ruben Tilgner sich bei der Entwicklung Gedanken zu neuen Ansätzen gemacht hat und in der Lage war, diese umzusetzen. Kein Wunder, hat er doch auch schon den Transient Designer für SPL entwickelt. Das junge Unternehmen elysia aus dem schönen Nettetal wird uns in Zukunft sicherlich noch mehr Freude bereiten, davon bin ich überzeugt. Mit dem elysia mpressor jedernfalls ist dem Unternehmen ein toller Start in die digitale Welt gelungen.

Inhaltsverzeichnis // elysia mpressor

  1. Was erwartet dich?
  2. Review
  3. Pro & Contra
  4. Fazit
  5. Wertung

Mehr zum Thema:
    

SEHR GUT

elysia mpressor Testbericht am 22.01.2010

Produkt:      elysia mpressor
Hersteller:  

Preis:  185,00 Euro
UVP:    185,00 Euro

Kurzfazit

Ein Kompressor-Plugin, das den Klang der gleichnamigen Hardware emuliert. Zur Klangformung stehen dem User ein GR-Limiter, ein Niveaufilter und eine Sidechain-Funktion zur Verfügung. Es besteht die Option einer negativen Ratio, die das Funktionsprinzip des Kompressors umdreht. Durch das Oversampling kann das Audiomaterial genauer berechnet werden, da das Signal feiner abgetastet werden kann.

Für wen

experiementierfreudige Mixing- und Mastering-Engineers, die einen ordentlichen Kompressor-Sound suchen.

Wichtige Merkmale
  • Auto-Fast Funktion
  • Audio-Filter
  • Negative Ratio
  • Gain-Reduction-Limiter
  • Oversampling
  • True Emulation
  • Sidechainfunktion
  • Niveau Filter
  • AntiLog
  • Mausrad-Support
  • für PC und Max (32 & 64 Bit)
  • unterstützt AAX DSP, AAX Native, AU, AAX AudioSuite, SoundGrid, Venue 32-bit, Venue AAX, VST2, VST3

 


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