Elektron Octatrack Testbericht

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Elektron Octatrack Testbericht

Das mächtige Gadget im Elektron Octatrack Testbericht


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Was ist es?

Der Elektron Octatrack ist ein Sampler mit 8-Spur-Sequenzer (jeweils mit maximal 64 Steps), der mit Echtzeit-Sampling, einem Sequenzer wie in einer Groovebox und zahlreichen Möglichkeiten zum spielerischen Umgang mit dem Audiomaterial aufwartet. Die vom Hersteller ausgerufenen Einsatzgebiete sind vielfältig, ob als Looper, als Werkzeug zur radikalen Klangformung, für Backing Tracks, als Schnittstelle und Mixer für Live-Setups mit anderen Klangerzeugern, Remix-Tool oder Effektgerät.

Die Anschlüsse rekrutieren sich aus einem USB-Port, einem Schacht zum Einschub einer Compact-Flash-Karte, drei fünfpoligen MIDI-Anschlüssen (In, Out & Thru), vier Eingängen, Cue- und Hauptausgang und einer Buchse für einen Kopfhörer, allesamt im großen Klinkenformat. Das Gerät lässt sich mit einem separat erhältlichen Kit in ein 19-Zoll-Rack schrauben und belegt darin vier Höheneinheiten plus eine weitere, damit Kabel hineingesteckt werden können.

Laut Entwickler soll der Elektron Octatrack seine Daseinsberechtigung dadurch erhalten, dass er dem Sampling als Kunstform zu neuem Glanz verhelfen soll. Ob das gelungen ist, möchte dir dieses Review näherbringen.

Elektron Octatrack Testbericht

Das mächtige Gadget im Elektron Octatrack Testbericht

 

Elektron Octatrack Testbericht

Erster Eindruck & Verarbeitung

Im Lieferumfang finden sich neben dem Elektron Octatrack eine Compact-Flash-Karte (4 GB), ein Netzteil, ein USB-Kabel (Typ B) zur Verbindung mit deinem Audio PC, ein gedrucktes Handbuch plus eine Kurzanleitung in englischer Sprache, diverse Sticker, ein dünnes Prospekt sowie ein Addendum mit den Neuerungen der Betriebssystemversion 1.1 (leider nur auf Englisch). Wir gehen davon aus, dass in den frisch versandten Paketen ein solches Addendum auch für die Version 1.2 beiliegen wird, schließlich handelt es sich um ein Update, das mit der sogenannten Pickup Machine ein wichtiges neues Feature bereithält – siehe weiter unten.

Das gebürstete, schwarze Metallgehäuse macht einen sehr widerstandsfähigen Eindruck. Das Gewicht dürfte in praktisch allen Situationen dafür sorgen, dass das Gerät standfest bleibt und im Überschwang der Live Performance durchaus mal malträtiert werden darf. Zudem sorgen vier Gummifüße für Rutschfestigkeit.

Erfreuliches Detail: Die schmale Öffnung, in der der relativ leichtgängige Fader hin und her saust, wird mit einem direkt unter der Frontplatte sitzenden, zerschlitzten Stück Stoff besser vor dem Eintritt von Staub geschützt. Die gummierte Fader-Kappe ist griffig und sitzt fest, während der Stift, auf dem sie sitzt, nur minimal in der Schiene wackelt. Fein.

Die ebenfalls gummierten Endlosdrehregler sitzen etwas eng beieinander, was manchmal dazu führte, dass ich an benachbarte Potis stieß und diese leicht verstellte. Die restlichen Taster sind für schnelles Tippen mit geringem Widerstand optimiert, was die Bedienung angenehm zügig macht. Gerade beim Editieren der Steps ist das von Vorteil.

Die Stutzen der Klinkenbuchsen sind – mit Ausnahme des Kopfhörerausgangs – zwar nicht klassisch von einer Manschette umgeben und sie ragen durch Aussparungen der rückseitigen Gehäusewand hinaus, doch dafür ist zwischen jedem Stereo-Buchsenpaar eine Schraube zu sehen, die für hinreichende Stabilität und somit Langlebigkeit sorgen dürfte.

Elektron Octatrack Testbericht - Arpeggiator

Die Anschlüsse an der Rückseite

 

Erste Schritte bei der Bedienung

Zunächst sei gesagt, dass alle im Folgenden beschriebenen Arbeitsschritte im Handbuch ausreichend dokumentiert werden. Schön ist auch, dass neben dem gedruckten englischen Handbuch eine deutsche Version im PDF-Format bereitsteht.

Nachdem ich mir die Klangdemos zu Gemüte geführt hatte, die auf der mitgelieferten CF-Karte enthalten sind, war es Zeit, eigene Samples auf die Speicherkarte zu hieven. Doch zunächst solltest Du ein neues Set kreieren, benennen und »mounten«, also dessen Nutzung aktivieren, zudem erstellte ich gleich noch ein neues Projekt. Das Set stellt die höchste Ebene dar. In diesem kann eine beliebige Anzahl von Projekten gespeichert werden. Zudem wird hier ein Audiopool, also ein Bestand von Samples abgelegt, der ausschließlich für die in diesem Set befindlichen Projekte zur Verfügung steht.

Nun muss der Massenspeichermodus für die USB-Verbindung aktiviert werden, was schnell erledigt ist – sogleich wurde die CF-Karte des Octatrack als Datenträger erkannt. In einem Verzeichnis mit dem Namen des Sets, das ich zuvor aus der Taufe gehoben habe, befinden sich zwei Unterordner – einer für das frisch erstellte Projekt und einer für den Audiopool des Sets, den wir nun mit Samples auffüllen werden. Einfach per Drag & Drop über den Dateimanager deiner Wahl kopieren und fertig.

Die schnellste Methode zum Zuweisen der Samples zu meinem Projekt: Ein doppelter Druck auf eine der acht Tasten für die Spuren. Daraufhin erscheint eine Liste mit 128 noch leeren Slots, die wir nun mit unseren eben auf die CF-Karte kopierten Samples füllen.

Die Navigation ist recht bequem, wobei die Ordnerstruktur im bewährten Breadcrumb-Schema (Überordner > Unterordner > …) angezeigt wird.

Dabei fand ich es etwas allerdings unbequem, dass es keine Funktion gibt, mit der die Samples beim Durchscrollen durch den Audiopool automatisch abgespielt werden. Stets muss eine Tastenkombination zum Vorhören des gerade selektierten Samples gedrückt werden. Einfach mal durch eine große Library mit Drum Samples stöbern und genau den passenden Sound suchen gestaltet sich dadurch leider etwas holprig.

Schade, dass solche Basics oft vernachlässigt werden. Hier darf der Hersteller gerne noch eine Schippe drauflegen.


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SEHR GUT

Elektron Octatrack Testbericht am 20.06.2012

Produkt:      Elektron Octatrack
Hersteller:  

Preis:  1.149,00 Euro
UVP:    1.240,00 Euro

Kurzfazit

Sampler, Groovebox und Effektgerät. Dieses Gerät bietet ungeahnte Möglichkeiten beim Jonglieren mit Samples, Grooves, Loops und Effekten – immer im Takt.

Für wen

Fortgeschrittene Musiker, die einen live-tauglichen, Sample-basierten Tausendsassa suchen

Wichtige Merkmale
  • Sampler, Groovebox & Effektgerät
  • Acht Spuren
  • 4 Inputs
  • Master Out & Cue Out
  • Kopfhörerausgang
  • MIDI In/Out/Thru
  • USB
  • CompactFlash
  • 2 GB Samples

 


Lesermeinungen (9)

zu 'Elektron Octatrack Testbericht: Sampler, Groovebox und Effektbatterie'

  • diggnity   20. Jun 2012   14:02 UhrAntworten

    Für den Preis habe ich mir mehr von Elektron gewünscht - es bleibt die NI Maschine als günstigere Alternative. Hier muss zwar ein PC/Laptop für die Nutzung zur Verfügung stehen (kein Standalone) - aber heutzutage haben die meisten Musiker einen Laptop dabei.

    • Wolfram Hasch   03. Sep 2013   22:45 UhrAntworten

      Was meint das Wort NI Maschine ? Ein Sampler von Native Instruments?

      • Carlos San Segundo (delamar)   03. Sep 2013   22:51 Uhr

        Genau, es handelt sich dabei um die Hardware/Software von Native Instruments.

  • Wolfram Hasch   03. Sep 2013   23:11 UhrAntworten

    Wie heisst die denn genau ?

    • Felix Baarß (delamar)   03. Sep 2013   23:25 UhrAntworten

      Native Instruments Maschine. :)

  • Wolfram Hasch   04. Sep 2013   00:36 UhrAntworten

    Kann mir jemand mitteilen, ob die beiden Geräte (Octratrack und NI Maschine) auch interne Werksounds haben oder reine Sampler sind, also ohne Fütterung mit externen Sounds nichts zu hören sein wird.
    Im Voraus Danke

  • snuffles   09. Sep 2013   10:27 UhrAntworten

    Auf der mitgelieferten Speicherkarte sind einige sounds vorhanden. Wenn man beim einschalten eine Tastenkombination drueckt kommt man in einen Demo modus, wo schon einige Pattern mit scenes etc. vorgebaut sind, mit denen man auch erstmal spass haben kann. Da man aiff und wave audio schnipsel laden kann sollte es auch nicht das Problem sein sich aus dem Netz einige der milliarden Gratis Samplesets runterzuladen und loszulegen.
    Die lernkurve ist nicht ganz ohne Anfangs, das stimmt, aber nach einiger Einarbeitungszeit flutscht das, und die möglichkeiten sind echt überwältigend. Meiner Meinung nach das lustigste Gerät von Elektron. Wenn man waveforms lädt kann man ihn als Synthesizer misbrauchen oder mit drumsamples als Drumcomputer. Dazu noch 8 Spuren die als Midi sequenzer für anderes Gerät herhalten müssen.

    Also bei mir hat er sich vom reinen looper / sampler zum mittelpunkt meines "studios" hochgearbeitet.

  • Aldo   12. Sep 2013   09:26 UhrAntworten

    Na ja, die Machine kann kein Time Stretching. Die Loops müssen also auf der entsprechenden BPM Zahl aufgenommen sein. Tolles Werkzeug aber für Samplen leider ein K.O. Punkt (für mich).

    Der Sequencer von Elektron ist schon einmalig. Ein vergleichbarer von Sequentix liegt bei ca. 1500 munteren E's...

    Meiner Meinung nach eine wirklich beeindruckende Kiste. Alter Schwede.... :-)

  • Wolfram Hasch   26. Sep 2013   22:49 UhrAntworten

    Lassen sich ganze Sampel-Sammlungen (von Festplatte, CD, Stick)in das Gerät einspeisen/rüberladen oder muß man mühsam jedes Sampel abspielen und beim Anspielen dann aufnehmen ?

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