Elektron Analog Four Testbericht


Was erwartet dich?

Gleich zu Beginn ein Dämpfer: Der Elektron Analog Four bietet eben nicht, wie man vermuten könnte, eine vierfache Polyphonie, vielmehr gibt es vier unabhängige monophone Syntheseeinheiten mit je zwei Oszillatoren und Suboszillator. Eine kleines faules Ei, aber schauen wir erst einmal weiter. Die Signalwege sind von den Oszillatoren über die Filter bis hin zu den Outputs komplett analog, nicht aber die Modulatoren und die Effekte. Gut, das lässt sich noch verschmerzen, wie ich finde – Effekte empfinde ich bei Synthies sowieso eher als Beigabe.

Für die vier monophonen Sektionen wird jeweils ein dedizierter Step-Sequenzer geboten. Diese Sequenzer sind, wie von Elektron gewohnt, sehr mächtig. Hier kommt wieder die Parameter-Lock-Funktion ins Spiel. Damit kannst du auf jedem Step eigene Parameterwerte für die Synthesesektionen und die Effekte festlegen – irre komplexe, experimentelle Sounds sind möglich.

Die Sounds sind schon knackig, keine Frage. Zwei kleine Klangbeispiele haben wir für dich erstellt, da kannst Du selbst mal lauschen (siehe unten unter »Player«). Vor allem kernige Bässe und Leads sind drin, Pads aufgrund der fehlenden Polyphonie in der Performance-Praxis aber eher nicht.

Elektron Analog Four Testbericht

Der kernige Synthie im kompakten Elektron Analog Four Testbericht

 

Bei der Verarbeitung gibt es nix zu meckern, das Metallgehäuse macht einen guten Eindruck. Was mich aber schon immer hat rätseln lassen, ist die Entscheidung für die komplett glatte Oberfläche der Drehregler – etwas mehr Grip hätte ich klar bevorzugt. Gerade schnelles Schrauben an den Filtereinstellungen ist mühselig.

Die Bedienung ist – abermals typisch für die bisher produzierten Geräte des Herstellers – nicht sehr einsteigerfreundlich, aber auch Fortgeschrittene und Profis würden sich wohl über mehr Komfort und/oder mehr Übersicht freuen. Spätestens bei dem winzigen, nicht anwinkelbaren und niedrig aufgelösten Display zieht sich meine Stirn in Falten. Fesch sind dagegen die kleinen, an eine Ziehharmonika erinnernden runden Tasten in Schwarz und Weiß für das Spielen in einer chromatischen Oktave. Diese Taster sind nicht anschlagsdynamisch.

Fazit im Elektron Analog Four Testbericht

Der Sound des Elektron Analog Four kann überzeugen, allein die beiden Klangbeispiele machen viel Spaß. Die Möglichkeiten zur Modulation, die über die Parameter-Locks des Sequenzers eröffnet werden, sind gewaltig. Hier tun sich Welten auf, die es für Frickler zu erforschen gilt.

Die Verarbeitung ist gut, dafür ist die Bedienung jedoch sehr komplex. Ein winziges, nicht sonderlich gut lesbares Display und diverse Verrenkungen, um an gewisse Funktionen zu kommen, sind noch nicht der Gipfel der Ergonomie.

Was mich ebenso irritiert, ist die etwas verwirrende Auszeichnung der Features – das Gerät so zu bewerben und dann doch nur eine vierfache Monophonie zu implementieren, ist schon ein wenig frech. Dennoch: Alles in allem ein gutes Gerät, dessen Preis noch in Ordnung geht – es ist ein Profigerät, das zunächst etwas unzugänglich erscheint, doch Geduld wird belohnt.

Lesermeinungen (2)

zu 'Elektron Analog Four Testbericht: Analoger Synthesizer mit digitalen Extras'

  • miniak2012
    04. Mrz 2013 | 17:13 Uhr Antworten

    Ich bilde mir ein irgendwo gelesen oder gehört zu haben,
    dass Polyphonie in einem Update nachkommen könnte.

  • jonas
    08. Mrz 2013 | 16:11 Uhr Antworten

    Vom Sound her (und darauf kommt es letztendlich an) ist der A4 sicherlich gut. Was die Verwaltung der gespeicherten Sounds anbelangt, fühlt man sich jedoch auf den technischen Stand der 80er bzw. 90er Jahre zurück versetzt. Wer mehr als 128 reine Sound-Speicherplätze nutzen möchte, muss mit den anderen Kategorien des Speichers (KITS, PATTERNS) “tricksen”. Die Tatsache, dass die CV-Spur nicht auch als Midi-Out verwendet werden kann und die fehlenden Einzelausgänge sind jedoch ein klares Manko. Ob man sich hier nicht schon ein paar Features für ein MK2-Modell in der Hinterhand halten wollte…man weiß es nicht.

    Hoffe sehr, dass die Polyphonie noch komfortabel implementiert wird und per per Firmware-Update nachgereicht wird. Dann lassen sich auch die fehlenden Einzelausgänge leichter verschmerzen. Das im Vergleich zur Monomachine/Machinedrum/Octatrack kleinere Display macht wider Erwarten erfreulicherweise keine Probleme. Alle Parameter sind gut lesbar.

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