Eigenharp Pico Testbericht

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Eigenharp Pico

Das Eigenlabs Eigenharp Pico im Test - Was die Mischung aus Musikinstrument und Controller kann, erfährst Du hier im delamar-Testbericht.

Was ist es?

Wir von delamar haben für dich letztes Jahr zur Musikmesse 2010 eines der Innovativsten Ideen entdeckt, die die Musikmesse zu bieten hatte. Die Firma Eigenlabs stellte dort erstmalig ihre komplett neue Produktreihe vor. Dieses Produkt wird fälschlicher Weise sofort als reiner Controller wahrgenommen, welches definitiv nicht richtig ist. Es handelt sich tatsächlich um ein neuartiges Instrument, dessen Besonderheit darin besteht, das jeder Musiker, egal von welchem Instrument er her kommt, dieses hier in recht kurzer Zeit erlernen kann.

Natürlich sind die Musiker im Vorteil, die von einem Blasinstrument her kommen. Eigenlabs ist sich durchaus bewusst, dass das Spielen der mitgelieferten Klangbibliotheken mit einem Breath Controller die höchstmögliche Performance bietet. Schon in den 90er Jahren waren einige Breath Controller auf den Markt gekommen. Und nebenbei bemerkt: Die Idee für dieses Instrument stammt aus dem Jahre 1992, auch wenn es erst letztes Jahr das Licht der Welt erblickte.

Dieser Eigenharp Pico Testbericht möchte dieses neuartige Musikinstrument vorstellen und prüfen, was es kann. Der Testbericht soll dir einen Eindruck vermitteln, ob der Controller deine Musik bzw. Musikproduktion bereichern kann.


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Eigenharp Pico Testbericht

Einzigartig – Eigenharp Pico Testbericht

Die Version, die wir hier vorstellen wollen, ist das kleinste Modell: Das Eigenharp Pico. Das nächst größere Instrument aus der Produktreihe heißt Eigenharp Tau und das größte Modell Eigenharp: Alpha.

Das Modell Eigenharp Pico kommt in einem tragbaren stabilen Karton, der das Instrument, einen 8 GB USB Stick für die Software, einen kleinen Tragegurt, ein Ersatzmundstück, sowie ein USB Kabel beinhaltet.

Beim Entnehmen des Musikinstruments spürt man schon, dass es sich um ein sehr gut verarbeitetes Stück Musik Equipment handelt, was heutzutage leider nicht mehr so ganz selbstverständlich ist. Den Tragegurt habe ich direkt ausgetauscht, da er für mich zu kurz war und keinen besonders stabilen Eindruck macht. Das trübt den ersten sehr positiven Eindruck nicht, denn schon die Beigabe eines Tragegurts ist nicht selbstverständlich.

Die Firma Eigenlabs unterstützt softwareseitig Windows 7 sowie die Mac-Plattform.
Es werden regelmäßig Updates für die Software angeboten. Daher sei jedem geraten, der sich das Eigenlabs Pico anschafft, sich immer die neueste Version des Browsers herunter zu laden. Die aktuelle Version zum Zeitpunkt des Schreibens für diesen Testbericht ist Version 1.2.14 für die Mac Plattform, mit der ich auch die Klangbeispiele gemacht habe.

Klangbeispiele Eigenharp Pico Testbericht

Akustik Loops

Bass Performance

Electronic Beats

Drummer Loop

Installation & erster Start – Eigenharp Pico Testbericht

Ist die etwa 6 GB große Software installiert, musst Du nur noch das Eigenharp Pico mit dem mitgelieferten USB Kabel an deinen Audio Computer anschließen. Erst daraufhin öffnet sich das Programm, genannt Eigenbrowser. Hier findest Du alles um die angebotenen Parameter und die Sound Library aufzusuchen und zu editieren. Das Programm ist so angelegt, das Du kein einziges Mal die Computermaus bemühen musst. Das ist vielleicht vergleichbar mit dem Konzept des Controllers Native Instruments Maschine. Das Musikinstrument selbst dient hier als Dongle für die Software.

Nach der Installation scannt die Software sämtliche VST/ Audio Units. Dies kann unter Umständen recht lange dauern, je nachdem wie viele Instrumente und Dongles Du betreibst. Auf jeden Fall solltest Du beim Scanvorgang alles angeschlossen haben, um nicht zunächst auf etwaige Plugins verzichten zu müssen, mit denen Du das Eigenharp Pico betreiben wolltest.

Dieses Instrument erlaubt dir deine Lieblingsplugins innerhalb des Eigenbrowsers aufzusuchen und zu laden. Du kannst Sounds dann mit einem Effektplugin belegen oder im Eigenharp Pico editieren. Hier sind erste Anzeichen einer Live-DAW zu spüren, die sich über die Hardware ansteuern lässt.

Aufbau und Bedienung des Instrumentes

Am Kopf des Instruments befindet sich das Mundstück. In dieses kannst Du – wie bei einem Holzblasinstrument – nach dem Vorbild eines Fagotts oder Oboe, hinein blasen. Das Blasrohr sowie das Mundstück lassen sich ein- und ausklappen. Das ist sehr praktisch, damit es in der Performance nicht stört. Ein befreundeter Klarinettist bestätigte mir übrigens, dass dieses Mundstück professionellen Ansprüchen absolut gerecht wird. Das hat mir meinen Eindruck bestätigt, dass es sich bei Eigenharp Pico um eine ernst zu nehmende Hardware handelt.

Auf der Oberfläche des Instruments befinden sich 22 Buttons und ein – zu meiner Freude – sehr solide verarbeiteter Ribbon Controller. Diesen werde ich im weiteren Verlauf dieses Testberichts nur noch als Stripcontroller bezeichnen.

Mit dem Stripcontroller kannst Du ähnlich arbeiten wie beim Modulationsrad eines Synthesizers. Der Unterschied liegt darin, dass Du einen sensibleren Körperkontakt zu deinem Instrument bekommst, indem Du mit dem Finger darüber fährst.

Das einzige Unternehmen, das diese Art von Stripcontroller in einer gewissen Kontinuität bisher angeboten hat, war Kurzweil – und zwar in ihren Synthesizern der K-2000 Serie. Allerdings bestanden diese aus einer Art Tonbandmaterial und verschlissen recht schnell. Der Stripcontroller beim Eigenlabs Pico hingegen besteht aus festem Metall und ist für dauerhaften Betrieb ausgelegt. Fein.

Den Tragegurt hängst Du dir um den Hals. Auf der Rückseite des Instruments ist eine Schiene, die Du so einstellen kannst, dass eine angenehme Position für Daumen und Hand erreicht wird.

Der Browser beim Eigenharp Pico

Um es von vornherein klar zu stellen: Es handelt sich beim Eigenharp Pico um ein reines Performance-Instrument, das für den Live Einsatz gedacht ist. Das bedeutet, dass Du dich mit diesem Instrument wirklich auseinandersetzen musst. Noch besser wäre es, das Menü des Eigenharp Pico auswendig zu lernen.

Willst Du dir stattdessen die Menüführung per Try & Error erarbeiten, dauert es wesentlich länger. Es sorgt dann auch eher für Frustration denn Freude. Zu dieser Einsicht wirst Du aber schnell selbst kommen. Das Aneignen der Übersicht der Hardware geht dafür aber umso schneller, wenn Du dir den Quick Refrence Guide anschaust.

Sobald alles angeschlossen ist, kannst Du das mitgelieferte Programm starten. Der Anschluss des USB Kabels ist übrigens hervorragend stabil (auch keine Selbstverständlichkeit), und als Spieler hatte ich nie das Gefühl, dass es herausfallen könnte.

Startest Du den Browser, so erhältst Du zunächst ein sehr einfaches und nüchternes User Interface. Das gesamte Interface lässt sich im Übrigen komplett vom Eigenlabs Pico aus steuern.

Um einen Eindruck zu bekommen, um welch komplexes Instrument es sich beim Pico handelt, solltest Du dir mal beim Hersteller den Quick Reference Guide herunterladen. Es würde den Rahmen eines solchen Eigenharp Pico Testbericht sprengen, alle Details bis ins kleinste Detail zu erläutern.

So viel aber sei gesagt: Schon die mitgelieferten akustischen und elektronischen Drum Loops klingen erstklassig. Ehrlich, ich habe selten so gute gehört. Diese müssen von guten Musikern ausgewählt worden sein, anders kann ich mir diese durch die Bank weg hervorragenden Loop-Zusammenstellungen nicht erklären.

Nach all den Softwareupdates über das vergangene Jahr hinweg, läuft die Software inzwischen recht stabil. Du solltest dich erst einmal an den mitgelieferten Inhalt halten und erst später Plugins von Drittanbietern nutzen, um das meiste aus diesem Musikinstrument herauszuholen.

Das Hauptmenü im Eigenharp Pico Testbericht

Nach dem Start der Software hast Du ein Piano auf den Tasten des Eigenharp Pico. Von vorne betrachtet beginnt die Tonfolge auf der linken Seite. Nach dem vierten Knopf (aufwärts gespielt) musst Du auf die rechte Seite wechseln. Nach weiteren vier Knöpfen wieder auf die linke Seite, dann weiter unten spielen. Und schließlich nach vier Tönen wieder auf die rechte Seite wechseln. Mit den zwei runden Knöpfen am unteren Rand kannst Du auf und ab oktavieren.

Bedienung Eigenharp Pico (Testbericht)

Bedienung Eigenharp Pico (Testbericht)

Auf der linken Seite leuchtet zunächst der Knopf für das Metronom in roter Farbe auf. Betätigst Du ihn, startet ein akustischer Drum Loop.

Schon als ich zum ersten Mal zum einem Loop hinzugespielt habe, war ich über die Sensibilität der Hardware beim Eigenharp Pico schlichtweg begeistert. Ich kenne keine Hardware, die sich auch nur annähernd so sensibel spielen lässt wie diese!! Hier schon einmal ein großes Lob an den Hersteller.

Betätige ich den Mainbutton, so kann ich zwischen acht unterschiedlichen Instrumenten auswählen. Das ausgewählte Instrument leuchtet dann grün auf. Zu Beginn steht ein schönes Ambient-Synthpad, dann ein Bass und dann ein Klavier. Das vierte verfügbare Instrument ist eine Lightversion des Alchemy von CamelAudio.

Es geht weiter mit einem Cello und einer Klarinette. Letztere aktiviert sich erst, wenn Du in den Breath Controller hineinbläst.

Mit dem vorletzten Knopf von rechts unten aktivierst Du den MIDI-Port des Eigenharp Pico zum Gebrauch innerhalb einer DAW. Zur Auswahl der Parameter hast Du generell, und wie auf dem Schaubild zu sehen, die Scroll Buttons.

Jedes auf der rechten Seite aufgelistete Feature besitzt ein komplett eigenes Menü, welches wiederum diverse Parameter beinhaltet, die sich auf die 18 schwarzen Buttons verteilen.

Allein daran kannst Du schon erkennen, um was für ein unglaublich komplexes Instrument es sich hier letztendlich handelt. Was sich genau hinter diesn versteckt, kannst Du im Quick Reference Guide erfahren.

Hier geht es weiter mit dem Eigenharp Pico Testbericht

Was kann ich mit dem Eigenharp Pico anstellen?

Um dir einen Eindruck zu vermitteln, was Du alles mit diesem neuartigen Musikinstrument und Controller anstellen kannst, liste ich hier einige Funktionen des Produkts auf:

  • Du kannst jedem der acht Instrumente bis zu zwei Effekte gleichzeitig spendieren, wenn dein Rechner die nötige CPU-Last bewältigen kann.
  • Du kannst bis zu sechs Drum Loops auf Tasten legen und sie aktivieren bzw. wieder abschalten. Jedem Loop kannst Du ein eigenes Tempo, Lautstärke und Panning zuweisen.
  • Du kannst mit zwei Tönen in gegensätzlichen Richtungen Pitchbends erzeugen. Ich wüsste keinen anderen Controller, der das kann!
  • Du kannst den Buttons unterschiedliche Parameter zuweisen und sie parallel aktivieren. Sie lassen sich nach links, rechts, oben und unten belegen. Gerade für experimentelle Klangtüftler dürfte dies eine wahre Freude sein.
  • Die Kombination von Stripcontroller und der Breathpipe erlaubt dir, deinem Spiel den nötigen Ausdruck zu verleihen.
  • Du kannst bis zu 32 Takte eigenes musikalisches Material aufnehmen, mit zwei Effekten belegen und dazu improvisieren.
  • Dir stehen 88 unterschiedliche Intonationsysteme zur Verfügung. Darunter „hungarian gypsy“, Algerien, mongolische und natürlich die üblichen Verdächtigen wie Dur, Moll, sogar natürliches Dur und Moll.

Die Nutzung als Controller für die DAW – Eigenharp Pico Testbericht

Sowohl Logic 9 als auch Digital Performer 7.22 erkennen den Eigenharp Pico auf Anhieb, so dass ich ihn als MIDI-Controller sofort nutzen kann. Derzeit funktioniert die MIDI-Kommunikation nur einseitig in die DAW hinein. Das heißt, dass die mitgelieferte Sample Library nicht in der DAW genutzt werden kann. Schade.

Muss sie vielleicht auch gar nicht, denn als reiner Controller kann dieses Instrument alles in den Schatten stellen, was bisher auf dem Markt ist.

Aufgrund der Komplexität des Eigenharp Pico ist die MIDI-Anbindung auf das Wesentliche reduziert. Das alternde MIDI-Protokoll reicht nicht mehr aus. Allerddings sind Bemühungen im Gange, hier eine bessere Lösung für die Zukunft zu finden.

Übersicht Eigenharp Pico Review

PRO

  • Innovatives Konzept
  • Tolle Klangbibliothek
  • Umfangreiche Dokumentation
  • Stabilität der Software wird immer besser

CONTRA

  • hoher Preis
  • Anbindung an die DAW könnte besser sein

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Fazit zum Eigenharp Pico Test

Der Hersteller hat mit dem Eigenharp Pico ein Produkt zur Marktreife gebracht, welches gerade die Musiker interessieren dürfte, die sich abseits des Mainstreams bewegen wollen. Großes Potenzial dürfte es bei avantgardistischen Musikern haben.

Für den Hobbymusiker und den durchschnittlichen Homerecording Produzenten dürften dieses Musikinstrument trotz NUtzungsmöglichkeit als Controller schon aufgrund des Preises nur bedingt passen. Das Eigenharp Pico kostet etwa 525,- Euro, das Tau 2282,- Euro und die größte Variante, das Eigenharp Alpha, satte 4668,- Euro.

Nun, Qualität hat ihren Preis, denn die gebotene Hardware ist top und die mitgelieferte Software wird zunehmend stabiler. Wer mehr über dieses Instrument erfahren möchte, sollte die Herstellerseite aufsuchen.

Inhaltsverzeichnis // Eigenharp Pico

  1. Was erwartet dich?
  2. Review
  3. Pro & Contra
  4. Fazit
  5. Wertung

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GUT

Eigenharp Pico Testbericht am 08.05.2011

Produkt:      Eigenharp Pico
Hersteller:  

Preis:  526,00 Euro
UVP:    526,00 Euro

Kurzfazit

Eine Mischung aus Musikinstrument und MIDI-Controller für Hobbymusiker und durchschnittliche Homerecording-Produzenten. Mit diesem einzigartigen Controller kann man jedes Instrument oder jeden Sound über USB anspielen. Das Eigenharp Pico kommt mit einer 6 GB Software, 18 Tasten, einem Strip-Controller und einem Blasrohr.

Für wen

Hobby-Musiker und experimentierfreudige Produzenten

Wichtige Merkmale
  • 18 druckempfindliche Tasten
  • ein Blasrohr
  • ein Strip-Controller
  • 4 Mode-Switches
  • Stromversorgung über USB
  • Tragriemen inklusive

 


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