Drumagog 5 Platinum Testbericht

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Drumagog 5 Testbericht

Die Oberfläche beim Drumagog 5 Testbericht


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Was ist es?

Drumagog 5 Platinum ist ein Plugin, das für das so genannte Drum Replacement eingesetzt wird. Es ist eine Software, mit der Du einzelne Instrumente innerhalb einer Schlagzeugaufnahme nachträglich durch andere Klänge ersetzen kannst. Ganz so, als würde derselbe Drummer den gleichen Rhythmus spielen, dabei aber ein völlig anderes Schlagzeug benutzen. Auch zum Drum Layering ist das Plugin geeignet.

Mitgeliefert werden 6 GB an Samples. Drumagog 5 Platinum ist für Windows (ab XP) und Mac OS X (ab Version 10.4.11) verfügbar, wobei die Schnittstellen VST, RTAS und AU unterstützt werden.

 

Drumagog 5 Platinum Testbericht

Einleitung

Lange war Drumagog das einzige ernst zu nehmende Plugin, mit dem Du Drum Replacement betreiben konntest. Mittlerweile gibt es eine Handvoll ähnlich fähiger Software von anderen Herstellern und so musste der Hersteller WaveMachine Labs mit Drumagog 5 wieder eine Schippe drauflegen, um nicht in’s Hintertreffen zu geraten. So kommt die neueste Version nun noch besser mit schnellen, komplexen Aufnahmen zurecht und bietet (endlich!) eine aufgeräumte Oberfläche.

Sehr erfreulich ist auch, dass das Plugin mittlerweile eingedeutscht wurde und obendrein ein deutsches Handbuch beiliegt.

Drumagog 5 ist in drei Varianten erhältlich. In diesem Testbericht nehme ich die Platinum-Version genau unter die Lupe, welche mit zusätzlichen Effekten wie einem Faltungshall, authentischeren Samples mit Raumklang und der Funktion des Plugin-Hostings aufwartet. Weitere Details findest Du im Verlauf dieses Artikels „Drumagog 5 Testbericht“.

 

Installation

Die Installation verlief auf meinem Testrechner mit Windows 7 reibungslos. Im Gegensatz zur 5.0 Version kannst Du nun auch bestimmen, in welches Verzeichnis Du das Plugin und (!) die Drum Library auf deiner Festplatte installieren möchtest. Das schont die Festplatte mit der Windows-Installation und verringert die Größe der benötigten Backups. Die Autorisierung des Plugins kann sowohl per iLok als auch mithilfe einer Lizenzdatei erfolgen.

Drumagog 5 Testbericht

Die Oberfläche beim Drumagog 5 Testbericht

Auf zum Drum Replacement

Nach dem Laden des Plugins in einen Insert-Slot ist der nächste Bearbeitungsschritt das Festlegen der Eingangslautstärke. Bei leisen Signalen solltest Du sicherstellen, dass diese genügend verstärkt werden, um später mehr Spielraum bei der Bearbeitung zu haben. Allerdings muss auch darauf geachtet werden, dass keine Übersteuerung (Clipping) auftritt. Leider kannst Du anhand des eingebauten Pegelmessers im Plugin nicht erkennen, ob das der Fall ist – hier fehlen schlicht zwei kleine rote Leuchten zur Anzeige auftretender Übersteuerungen.

Sobald die Lautstärke vernünftig ausgesteuert ist, kannst Du dich mit dem Empfindlichkeitsregler (Sensitivity) beschäftigen. Dieser bestimmt den Schwellenwert, ab wann ein Schlag als solcher erkannt wird und dann ersetzt werden soll. Alles unterhalb des Schwellenwerts ist beispielsweise das Übersprechen anderer Spuren und darf getrost ignoriert werden.

Der Triggerverlauf-Parameter regelt das zeitliche Intervall, in dem die Erkennung stattfinden soll – praktisch, um auch schnellere Trommelwirbel und dergleichen korrekt zu ersetzen. Hier gibt es auch eine Automatik, die in den meisten Situationen meines Tests zuverlässig arbeitete.

Schiebe den Regler für die Transientendetails nach links, wenn Drumagog mehr Anschläge erklingen lässt, als es soll. Umgekehrt solltest Du die Details unbedingt aufdrehen, um subtile Zwischenschläge wie Ghost Notes in das Drum Replacement einzubeziehen. Die Grundregel lautet, dass Du zunächst alle Details erfassen solltest (Regler ganz nach rechts), um dann nach und nach den Beat luftiger zu machen und von störenden Elementen zu befreien.

Mit diesen grundlegenden Einstellungen kommst Du mindestens so weit, Kick Drums oder Snare Drums zu triggern bzw. zu ersetzen. Das klappt sehr gut und Du kannst den Sound in feinen Abstufungen regeln.

 

Fortgeschrittene Bedienung

Die Dynamik gemächlicher Rhythmen lässt sich mit Drumagog 5 sehr gut kontrollieren. Doch schnelle, komplizierte Beats überfordern das Plugin zuweilen. Gerade mit lauten Übersprechungen (Bleeding) kommt die Software nicht gut klar. Das ist aber angesichts der Komplexität solcher Signale auch nachvollziehbar und lässt sich dank der Trigger-Filter meistens weitgehend beheben.

Mit den Trigger-Filtern (Low-Cut, High-Cut, Bandpass) kannst Du bestimmte Frequenzbereiche des Eingangssignals abschwächen oder anheben – so kannst Du alle irrelevanten Anteile des Inputs außen vor lassen. Beispiel: Beim Ersetzen der Snare Drum filterst Du alle tieffrequenten Anteile der Kick Drum heraus.

Der Algorithmus Auto Align 2.0 sorgt dafür, dass die Samples genau zum richtigen Zeitpunkt abgespielt werden. In der Vorgängerversion war solch eine Phasenkorrektur nur manuell möglich. Das Überblenden der originalen Sounds mit den ersetzenden Samples funktionierte gut – alles erschien mir passend, ohne dass ich die Polarität oder die Phase ändern musste.
Es gibt einen Live-Modus mit einer festen Latenz von zwei Millisekunden. Dieser ist für den Einsatz auf der Bühne gedacht und soll das Eingangssignal nicht ganz so detailliert analysieren können. Ich habe das allerdings nicht weiter überprüfen können, sondern nur im Studio mit dem Plugin gearbeitet.

Im Stealth-Modus wird das originale Signal für kurze Zeit ausgeblendet, sobald ein Hit registriert wird. Der übrige Sound (Release & Bleeding) wird hingegen durchgelassen. So kannst Du allein die Transienten der Drums in einer Spur ersetzen, während der ganze Rest – also Übersprechungen und sonstige Nebengeräusche – nicht verändert wird und ungehindert passieren kann. Das könnte sich in einigen Situationen als sehr nützlich erweisen, um die Lebendigkeit der Aufnahmen zu erhalten.


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GUT

Drumagog 5 Platinum Testbericht am 17.11.2011

Produkt:      Drumagog 5 Platinum
Hersteller:  

Preis:  309,00 Euro
UVP:    309,00 Euro

Kurzfazit

Stark verbesserte Version der Drum Replacement Software. Diese Version überzeugt mit weitreichender Kontrolle über Artikulation und Dynamik sowie der Möglichkeit, externe Plugins einzubinden.

Für wen

Alle, die live oder im Tonstudio Drum Sounds nachträglich ändern wollen.

Wichtige Merkmale
  • Plugin zum Drum Replacement
  • Automatische Hihat-Erkennung
  • 6 GB (Multi-)Samples

 


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