Cubase Artist 8 Testbericht

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Cubase Artist 8 Testbericht

Eine mehr als konkurrenzfähige DAW im Cubase Artist 8 Testbericht auf delamar


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Was ist es?

Bei Cubase Artist 8 handelt es sich um die leicht abgespeckte Version einer populären DAW-Software (»Digital Audio Workstation«). Sie dient zum Songwriting, zur Audioaufnahme und -bearbeitung sowie zum Arrangement, Mixing und Mastering.

Die hier getestete Version: 8.0.20.

Im anschließenden Kapitel bekommst Du einen Überblick darüber, wie gut dieses vergleichsweise schlanke Musikprogramm bestückt und für welche Art von Musikern/Produzenten es geeignet ist. Danach geht es vor allem um die wichtigsten Neuerungen gegenüber der Vorgängerversion Artist 7.

Diese Variante der DAW kostet 299,- Euro (inkl. MwSt.) und ist über den Fachhandel oder den Online-Shop des Herstellers erhältlich. Ein Update von Version 7 kostet 99,- Euro, während sich Version 7.5 für 49,99 Euro aktualisieren lässt.

 

Cubase Artist 8 Testbericht

Was kann Cubase Artist 8 und was kann es nicht?

Recht umfangreiche Produktionen auf professionellem Niveau sind auch mit der Artist-Version von Cubase möglich. Schließlich sind alle grundlegenden Werkzeuge zur Audio- und MIDI-Bearbeitung enthalten, zudem wurden sie über die Jahre perfektioniert und zählen zum Besten, was der DAW-Markt zu bieten hat. So ist die Mischsektion »MixConsole« fast unverändert enthalten und bietet alle klassischen Kanalzugeffekte (Equalizer, Gate & Co.), genau wie bei Cubase 8 Pro.

Zum Cubase Elements 8 Testbericht »

Mit HALion Sonic SE 2 steht ein Sample-Player und Synthesizer mit sehr vielen Klängen aller Art zur Verfügung. So kannst Du allein daraus Stücke basteln oder zumindest deine Projekte um bestimmte Klänge bereichern. Auch der Drum Sampler Groove Agent SE 4 ist an Bord – für Beats aller Art à la MPC oder Maschine.

Die mitgelieferten Effekt-Plugins decken alle klassischen Aspekte beim Abmischen von Klängen ab, 53 Stück sind es insgesamt – zahlreich und vielfältig für alle Szenarien und Genres. Für den Fall der Fälle kannst Du mit Plugins von Drittherstellern fehlende Effekte, virtuelle Instrumentenklänge und Sonstiges nachrüsten. Oft sehr günstig oder gar kostenlos in Form von Free VST Plugins.

In Cubase Artist 8 können stolze 64 Audio- und 128 MIDI-Spuren verwendet werden, zudem können maximal 32 Ein- und Ausgänge für Aufnahme bzw. Wiedergabe über ein Audio Interface genutzt werden. In 99,9% der Anwendungssituationen reicht das völlig aus, nicht nur Neulinge und Quereinsteiger brauchen keinerlei Bedenken zu haben.

Vergleichsweise ausgefeilte Techniken wie das Drum Replacement (Ersetzen einzelner Anschläge von Trommeln/Becken durch alternative Samples in einer einspurigen Schlagzeugaufnahme) sind ebenfalls der Pro-Version vorbehalten. Auch eine Handvoll der neuen Pro-Features wie die Verbesserungen bei der Automatisierung von Spuren sind nicht vorhanden. Den genauen Vergleich der Versionen findest Du auf der Website von Steinberg, allerdings leider nur auf Englisch.

Alles in allem taugt die Artist-Version tatsächlich für fast jeden ambitionierte Produzenten – sie ist bestens ausgestattet. Wer auf wirklich alles vorbereitet sein möchte, schaut sich den großen Bruder an.

Besseres Bouncen – Render in-place

Wenn Du dir einen einfacheren Weg zum Ad-hoc-Rendern bestimmter Teilstücke deines Projekts gewünscht hast, wirst Du mit Cubase Artist 8 bedient. Die Funktion »Render in-place« ermöglicht es, beim Bouncen einzelner MIDI- und Audio-Clips a) nur Audiodaten oder b) die Audiodaten mit den eingestellten Mixing- und Mastering-Effekten (bei Bedarf auch Master-FX) zu verarbeiten.

Cubase Artist 8 Testbericht

Render-in-place, endlich!

Ferner bestimmst Du, ob die Ausgabe ein- oder mehrspurig sein soll und die Quellspur(en) nachträglich gelöscht werden sollen. Die entstandenen Clips werden dann auf neu erstellte Spuren gelegt, natürlich genau am Zeitstempel der Ursprungsdaten.

Render-in-place ist praktisch, wenn bei komplexem Effekteinsatz Rechenleistung gespart werden soll. Oder zum kreativen Sounddesign, etwa mit der Zerstückelung des entstandenen Samples. Klassiker wie ein umgedrehter Halleffekt lassen sich in Cubase Artist 8 also auch schnell zaubern.

Akkordhilfen – Chord Pads, Proximity Chord Assistant etc.

Die Chord Pads ermöglichen einen spielerisch-kreativen Umgang mit Akkorden. Bei der Eingabe per MIDI-Keyboard gibt es diverse Echtzeitparameter zur Improvisation.

Cubase Artist 8 Testbericht

Chord Pads

Der Proximity Chord Assistant liefert Vorschläge für passende Akkorde, ausgehend von einem Referenzakkord. Dabei werden verschiedene Regeln der Harmonik angewandt. Die angezeigte Entfernung zum Referenzakkord verdeutlich die komplex (und ggf. überraschend/von Hörgewohnheiten abweichend) der jeweils vorgeschlagene Akkord ist. Ein Quintenzirkel ist an Bord.

Cubase Artist 8 Testbericht

Chord Assistant

Es gibt Modi für Pianisten und Gitarristen – Erstere spielen ja im Vergleich weniger Töne gleichzeitig als Letztere. Eigens kreierte Voreinstellungen können gespeichert und dann (natürlich auch in anderen Projekten) schnell abgerufen werden.

In Sachen Improvisations- und Kompositionshilfen baut Cubase seinen Vorsprung damit noch etwas weiter aus – insbesondere für Songwriter ist der Routinier auf dem DAW-Markt also mit am interessantesten.


Mehr zum Thema:
          

EXZELLENT

Cubase Artist 8 Testbericht am 30.06.2015

Produkt:      Cubase Artist 8
Hersteller:  

Preis:  299,00 Euro
UVP:    299,00 Euro

Kurzfazit

Software zur Musikproduktion. Cubase bietet auch in seiner aktuellen abgespeckten Variante viele interessante Neuerungen. Attraktiv für die meisten Musiker und Produzenten, die keine exorbitanten Riesenprojekte mit mehr als vier Dutzend Audiospuren erstellen wollen.

Für wen

Ambitionierte Einsteiger, Fortgeschrittene und Profis, die eine umfangreiche DAW für bis zu 64 Audiospuren suchen.

Wichtige Merkmale
  • DAW Software
  • Für Windows & Mac OS X
  • Für 32 & 64 Bit
  • Für Komposition, Recording, Editing, Arrangement, Mixing & Mastering
  • Mit virtuellen Instrumenten, Effekten und Samples
  • USB-Dongle vom Typ eLicenser nötig

 


Lesermeinungen (2)

zu 'Cubase Artist 8 Testbericht: Schlanke und fähige DAW'

  • oboe   01. Jul 2015   10:02 UhrAntworten

    Als eingefleischter Samplitude-Nutzer muss ich sagen: schicke Optik! Den Quintenzirkel aber vor allem die Bounce-Funktionen (dry-wet) hätte ich in dieser komfortablen Form auch gerne! Natürlich kann man mit Sam auch die Effekt-Kette bearbeiten und mit und ohne Effekte rendern, aber nicht in einem so komfortablen Menü zusammengefasst. Was die Optik angeht: Funktion und akustisches Produkt sind zwar die entscheidenden Kriterien, trotzdem muss ich sagen, dass mir die Optik anhand der Screens sehr gut gefällt. Es ist gut, wenn die Mitbewerber auch mal was vorlegen, dann muss Magix sich mal wieder ins Zeug legen ;-)

  • gaswerk-music   05. Jul 2015   17:27 UhrAntworten

    Selten, dass über die Artist-Version von Cubase 8 geschrieben wird. Gut, dass wenigstens delamar das macht. Danke!

    Ich habe schon davor nur die Artist- bzw. die Essential-Versionen gekauft und noch nie - also in den letzten 6 Jahren - hat mir hier was Wichtiges gefehlt.

    Ganz im Gegenteil. Sogar die Cubase 8 Elements-Version kann vermutlich mehr als die früheren Cubase 4 und 5 Essential-Versionen und die Cubase 6 Artist-Version. Würde ich heute wieder bei "knapp über Null" anfangen, würde ich mit der Elements-Version beginnen und mich damit vertraut machen.

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