Cubase 6 Testbericht

Testbericht

Was ist es?

Das Musikprogramm Cubase 6 ist eine so genannte DAW-Software, also ein Musikprogramm für die Digital Audio Workstation – die Software-Zentrale zum Musikmachen sozusagen. Es handelt sich hierbei um einen Sequencer, der mit MIDI-Daten umgehen kann und bestens für das Hard-Disk-Recording taugt.

In den zweiundzwanzig Jahren Entwicklung sind unzählige Funktionen hinzugekommen und bis heute dürfte dieser Sequencer zu den beliebtesten in Europa gehören.

 

Cubase 6 Testbericht

Einleitung

Das Hamburger Unternehmen Steinberg hatte uns zur NAMM die aktuellste Version seines Musikprogramms, Cubase 6, vorgestellt. Pünktlich im Zweijahresrhythmus wird jeweils eine neue Version auf der amerikanischen Messe präsentiert und mit neuen Funktionen und Verbesserungen versehen.

Da diese DAW-Software zu den beliebtesten am Markt gehört und die meisten unserer Leser schon die Grundfunktionalität kennen, werde ich im Rahmen dieses Artikels, dem Cubase 6 Testbericht, hauptsächlich auf die Neuerungen eingehen.

Cubase 6 Testbericht

Der neue Look bei Cubase 6 Testbericht

Vorneweg sei noch erwähnt, für wen das Programm überhaupt interessant sein dürfte. Positioniert wird es am Markt zwischen den kleineren Versionen für Einsteiger und Fortgeschrittene sowie dem großen Bruder Nuendo, welcher für professionelle Zwecke und die Post Production dienen soll. Finanziell liegt es aktuell noch bei knapp 570,- Euro, also in der Preisliga von Pro Tools. Letztgenanntes ist vor allem bei Profis beliebt und seit Version 9 nicht mehr durch herstellereigene Hardware gedongelt. Weitere Optionen in dieser Liga wären Ableton Live, Sonar oder Logic.

 

Was ist neu an Cubase 6?

Einige der Neuerungen in der aktuellen Version dürften das Upgrade für diverse Nutzer sehr schmackhaft gemacht haben. So steht nun ein Plugin für die Emulation von Gitarrenverstärkern und Bodentreter zur Verfügung (VST Amp Rack), VST Expression 2 wurde eingeführt und die neue Quantisierungsfunktion für Audiospuren sowie eine Group-Editing-Funktion gehören zu den Highlights der neuen Version.

Eine weitere Änderung gab es im Lieferumfang, denn bei diesem wurde nun gänzlich auf die Dreingabe eines ausgedruckten Benutzerhandbuchs verzichtet. Für mich war das immer eines der fühlbaren Zeichen von Wertigkeit. Vor allem aber war es auch ein Zeichen, das diese Software von den anderen abzuheben wusste. Der Hersteller geht hier aber nun den Weg, den auch schon andere in der Branche gegangen sind und der bereits mit Wavelab 7 eingeschlagen wurde. Sehr schade, denn beim Erlernen neuer Funktionen war ein neben dem Audio Computer liegendes Handbuch für viele User durchaus ganz nützlich.

Cubase wird auf sechs DVDs ausgeliefert, auf denen neben dem eigentlichen Programm auch Demoversion diverser Steinberg-Instrumente und einige Video Tutorials vorzufinden sind. Hier verlasse ich mich mal auf die Aussage eines Mitarbeiters von Session in Frankfurt, denn ich selbst habe nur einen 7 GB großen Download sowie die Video Tutorials für den Test zur Verfügung gestellt bekommen.

Die Video Tutorials stehen mir übrigens in englischer Sprache zur Verfügung, auf der DVD werden diese sicherlich übersetzt worden sein. Sie geben einen Einblick in das, was Cubase 6 zu bieten hat und einen guten Einstieg für Anfänger.

Cubase kann auch so aussehen

Grafische Benutzeroberfläche

Sei es Gewohnheit oder Geschmack: Die grafische Oberfläche dieses Sequencers sagt mir bereits seit Version 4 bestens zu. Auch beim Wechsel zur aktuellen Version hat es einige Änderungen gegeben, so zum Beispiel am Inspector. Dieser sieht mit den abgerundeten und optisch abgesetzten Elementen nun übersichtlicher aus als noch beim Vorgänger.

Gerade in der Mixer-Ansicht macht sich die neue und etwas dunklere Optik bemerkbar. Hier wurden viele überflüssige Elemente einfach weggelassen und auch der ein oder andere 3D-Effekt ist nicht mehr da. Der Eindruck ist ruhiger und es macht mehr Spaß, mit der neuen Version zu arbeiten. Fein – und weiter geht es mit dem Cubase 6 Testbericht.

Group-Editing & Audio-Quantisierung

Das neue Bearbeiten von multiplen Spuren (gleich ob Audio oder MIDI) ist vergleichbar mit der Funktion „Gruppieren“, die sich in vielen anderen Programmen befindet (wobei eine solche Funktion auch hier noch zusätzlich verfügbar war und ist). Der eigentliche Clou besteht darin, dass jetzt mehrere Spuren markiert und hiernach einem Ordner zugeordnet werden können. Endlich! Der Ordner wird dann neu erstellt und die vormals markierten Spuren in diesem deponiert. Im selbigen wird dann noch der Button „Als Gruppe bearbeiten“ angewählt und schon lassen sich alle darin befindlichen Spuren gleichzeitig bearbeiten.

Wenn ein Part eine andere Länge hat (also einen anderen Start- oder Endpunkt) oder bereits bearbeitet wurde, bevor der oben erwähnte Button gedrückt wurde, wird dieser bei der Bearbeitung ignoriert. Das Programm weist mit einer entsprechenden Dialogbox darauf hin.


Cubase 6

Testbericht von delamar.de vom 23. Nov 2011 / Wertung: 4,5 von 5
Komplettes Paket für ambitionierte Musiker. Diese DAW-Software bietet ein komplettes Paket und kommt mit einer übersichtlichen GUI sowie einer benutzerfreundlichen Bedienung.


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Lesermeinungen (20)

zu 'Cubase 6 Testbericht: Lohnt sich das Upgrade?'

  • andy   23. Nov 2011   12:16 UhrAntworten

    Hi Carlos,

    Steinberg will ja laut Ankündigung im nächsten Jahr zumindest die Updatepreise deutlich anziehen. Daher überlege ich, noch auf V6 zu gehen. Allerdings arbeite ich nicht gerade mit der neuesten Hardware (WinXP Pro, 2x 2,5 Ghz Intel E5300, 2GB RAM). Kannst du was zum Leistungshunger der Version 6 sagen? Ich befürchte ein wenig, dass die vielen neuen Features meinen doch etwas betagteren Rechner in die Knie zwingen ;-)

    Vielen Dank im voraus

    Grüße
    Andy

    • Carlos San Segundo (delamar)   23. Nov 2011   17:31 UhrAntworten

      Hallo Andy, das kann ich leider gar nicht einschätzen. Auf meinen Rechnern lief alles sehr smooth und schnell. Allerdings habe ich hier auch einen i7 mit zwölf Kernen. Die Preise für die Updates werden sicherlich auch irgendwann wieder runtergehen - es entstehen ja keine neuen Kosten. Ich würde eher mal vermuten, dass man das Endjahresgeschäft aufpolieren will, um bessere Zahlen im Geschäftsbericht aufweisen zu können.

      • andy   24. Nov 2011   11:02 Uhr

        Dank´ dir für die schnelle Antwort. Ich werd´ es einfach mal mit der Trial-Version ausprobieren.
        Interessantes Konzept von Steinberg: Die meisten locken zum Endjahresgeschäft mit Rabatt-Aktionen...Steinberg "droht" mit Preissteigerung...und ich spring drauf an ;-)

  • Florian   23. Nov 2011   14:24 UhrAntworten

    Ich habe die Zugänglichkeit mit dem in Mac OS X 10.7 integrierten ScreenReader VoiceOver, der blinden Usern die Nutzung des Rechners ermöglicht, getestet, aber leider hat sich in Sachen Accessibility in Cubase 6 gar nichts positives getan.
    Wirklich sehr schade, dass dieses Thema von den Herstellern so wenig ernst genommen wird.

  • Neil Ownash   23. Nov 2011   15:37 UhrAntworten

    Liegt wohl daran, dass blinde so gut wie nie alleine musik aufnehmen?

    • Maik   23. Nov 2011   17:22 UhrAntworten

      Hallo Neil,
      wie kommst du darauf, dass Blinde nicht alleine Musik aufnehmen würden?
      Ich bin selber blind und arbeite schon seit langer Zeit mit sonar und allen möglichen Plugins.

    • Florian   23. Nov 2011   20:12 UhrAntworten

      Interessant diese Behauptung.
      Die Realität sieht eher so aus, wie Maik sie beschreibt.

      • Thomas “thommytulpe” Nimmesgern   24. Nov 2011   16:44 Uhr

        Hallo!

        Mal neugierig gefragt: Woher weißt Du, wie "die Realität" aussieht?

      • Maik   24. Nov 2011   17:36 Uhr

        @Thomas
        Weil zum Beispiel Florian und ich in dieser Realität leben. ;)

  • Neil Ownash   24. Nov 2011   02:45 UhrAntworten

    Nicht falsch verstehen, ich meine damit, dass es ein Bruchteil eines Prozent ist.
    Natürlich wäre es gut, wenn beeinträchtigen Menschen die Nutzung erleichtert würde.
    Jedoch kann ich nachvollziehen, dass es für die Entwickler ein unverhältnismäßiger Mehraufwand wäre..
    Musiker sind "relativ" selten.
    Welche die aufnehmen noch mal seltener.
    Welche, die mit cubase arbeiten auch noch mal.
    Und wenn man es dann noch auf seh beeinträchtigte, die alleine songs produzieren (auch wenn vielleicht nicht professionell) reduziert, kann man die Anwender schon fast an den Zehen und Fingern abzählen..

    Tl;dr
    Wäre echt nett, aber unverhältnismäßig.

    Btw spiegelt das nur meine Meinung und Erfahrung wieder.
    Kann auch gut sein, dass die Zahl weit höher liegt..

    • Maik   24. Nov 2011   17:45 UhrAntworten

      Hallo Neil,
      nach außen hin kann es tatsächlich so aussehen, dass es nur 4 - 6 Männchen gibt, die Musik produzieren.
      Schau mal auf Delamar nach dem offenen Brief an die Hersteller, den wir vor einer Zeit veröffentlicht haben. Da wirst du dann auch die Antwort darauf finden, warum man von uns fast nichts hört. Denn die Zahl musik machender Blinder ist wesentlich höher, als man vermuten würde.

  • Thomas Pfau   24. Nov 2011   12:42 UhrAntworten

    Also bei mir hat das Ubgrade von Cubase 4.x studio zu Cubase 6.0 nicht ganz 200€ gekostet.
    Es lohnt sich auf jeden Fall

  • Mirco   07. Dez 2011   19:59 UhrAntworten

    Ein interessanter und recht ausführlicher Testbericht, danke Carlos!
    :-)

    Nur drei Dinge.

    - Du hast den neuen -> Timestretch-Algorithmus (!) überhaupt nicht erwähnt. Dieser arbeitet sehr sehr sauber und klingt hervorragend!

    - zum einen gibt es schon seit SX3 innerhalb einer Spur eine Take-Modus (!), welcher wirklich gut funktioniert. Man konnte dort mit Ebene arbeiten, und auch Schnitte setzen, die besten Takes zusammensetzen. Alles, wohlgemerkt, auch in einer Spur.
    Verstehe daher nicht denAufwand, den du vor C6 betrieben hast, von wegren für jeden Take eine eugene neue Audiospur(?) ;-)

    - zum guter Letzt mag ich es als Leser nicht, wenn man in Testberichten geduzt wird "...und Du findest vom Pad über das Klavier.."
    Tja, ist halt mein ganz persönliches Ding. Wir sind hier ja nicht beim Musikmaker oder Garagebandm usw. ;-)

    Fazit für mich: alleine die neuen -> Audio-Timestretch-Algorithmen (!) wie auch die einheitliche und sehr gelunge GUI-Optik ist einfach das Update auf C6 wert! Die neuen Amps und das Multi-DrumEditing sowieso. uvam.
    Gut gemacht, Steinberg!
    :-)

    P.S: die Updatepreise bleiben auch im nächsten Jahr bestehen, hörte ich aus zuverlässiger Quelle. Einzig die Updatepreise für ältere Versionssprünge wird man wohl angleichen, was aber absolut gerechtfertigt ist.

    • Carlos San Segundo (delamar)   07. Dez 2011   20:34 UhrAntworten

      Hallo Mirco,
      vielen Dank für dein Feedback. Es hätte noch viel mehr gegeben, was gut in den Cubase 6 Testbericht hineingepasst hätte - irgendwo muss man aber die Grenze ziehen. Bei mir eben vor dem Time-Stretching ;)
      Den Modus mit den Takes kannte ich sehr wohl - er war einfach unpraktisch für meine Zwecke und lange nicht so ausgereift wie die neue Methode. Für mich persönlich wäre das schon ein Grund, auf die aktuelle Version umzusteigen.
      Und zu deinem dritten Punkt: So ist das hier auf delamar, wir sind alle per Du - gefühlt schon immer, und für immer :)
      Herzliche Grüße
      Carlos

  • Steve Lecaro   15. Dez 2011   12:41 UhrAntworten

    Hallo liebe Delamaris,

    heute (15.12.2011) bietet Steinberg in der Zeit von 17 - 18:00 Uhr das Upgrade von Cubase Artist auf die Vollversion für 149,- Euro an. Das ist doch mal ein Klasse Angebot.

    Liebe Grüße
    Steve Lecaro

  • Maz Mackie   12. Mrz 2012   23:35 UhrAntworten

    Ich hab mir die Kommentare zu den Blinden mal durchgelesen...
    Ich habe richtig Respekt vor Menschen mit einschränkungen die sich trotzdem so durch das Leben kämpfen, ich kenne das auch aus dem privaten Umfeld.
    und ich finde man sollte solchen Menschen die Benutzung von DAW's leichter gestallten.

  • Carlos San Segundo   13. Mrz 2012   01:39 UhrAntworten

    Keine Panik, kommt alles noch...bin erst aus Berlin wieder im Land angekommen.

  • Torsten M. Roth   13. Mrz 2012   01:23 UhrAntworten

    Hey Carlos, natürlich toll das der Testbericht nochmal den Weg hierher findet. Hatte mich letztes Jahr eh schon gewundert wiso Steinberg...ach, egal ;)
    Aber, Du hast doch noch neue Testberichte (Zaunpfahl, draufschlag)...die auch gelesen werden wollen ^^

  • Torsten M. Roth   13. Mrz 2012   01:44 UhrAntworten

    Ahh...Du alter Messengänger ;)

  • Stefan Möller   08. Jul 2012   13:42 UhrAntworten

    Hallo Delamarer,

    hätte da mal 'ne Frage: Gibt es eine Faustregel für Cubase 6 Elements 64 Bit, wie viel VST-Instrument-PlugIns man gleichzeitig nutzen kann wie z. B.: beim Dual-Core 5 oder Quad-Core 10 oder 2 GB zwei mehr oder 4GB 6 mhr oder so ähnlich? Oder muss man das einfach ausprobieren? Hätt's gern gewußt, bevor mir die VST-Bridge abkackt.
    Habe einen Intel Core2Quad Q9400 mit 4x 2,66 GHz, 4 GB RAM DDR2-800 von Transcend, Win 7 Home 64 Bit, aber nur den OnBoard-Soundchip vom ASUS P5QD Turbo - ich befürchte, daß der den Streß macht.
    Wenn dem so ist, weiß ich nicht, welche Soundkarte ich mir da reinschrauben soll; allerdings habe ich nicht unbegrenzte finanzielle Mittel. Wollte auch kein digitales Tonstudio aufmachen; gibt es was um die 100,- €, was für 'n kleinen Schub im System sorgt?

    Wäre für jeden Tip dankbar!

    Gruß
    SM

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