Camel Audio Alchemy Testbericht

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Camel Audio Alchemy Testbericht

Der Advanced-Mode im Camel Audio Alchemy Testbericht


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Was ist es?

Der Camel Audio Alchemy ist ein Software-Synthesizer für Windows & Mac OS X, der fast alle gängigen Syntheseformen beherrscht. Eine seiner Stärken ist die Granularsynthese, die es ermöglicht, Audio-Samples vielfältig zu manipulieren. Dank umfangreicher Modulationsmöglichkeiten, diverser Wellenformen und 31 unterschiedlicher Filtertypen steht Dir ein großes klangliches Spektrum zur Verfügung. Neben der Musikproduktion ist der Camel Audio Alchemy dank der Möglichkeit zum Import von Multisamples im .sfz-Format und der internen Effekte bestens für Filmmusik und Effektsounds geeignet.

Weiterhin sind acht frei zuweisbare Kontrollen vorhanden, die einen schnellen Zugriff auf die wichtigsten Parameter erlauben und sich in ihrer jeweiligen Einstellung auf acht Remix-Pads als Snapshot speichern lassen, vorhanden. Auch der Einsatz von bis zu 16 Hüllkurven und LFOs trägt entscheidend zum großen Potenzial dieses Plugins bei.

Für den schnellen Einstieg erhältst Du 675 Presets, die sich deutlich von den Werksounds anderer Klangerzeuger unterscheiden. Der Alchemy ist für die gängigen Schnittstellen VST, AU und RTAS verfügbar, eine Standalone-Version wird indes nicht angeboten.

Camel Audio Alchemy Testbericht

Der Advanced-Mode im Camel Audio Alchemy Testbericht

 

Camel Audio Alchemy Testbericht

Der erste Eindruck

Nachdem man sich einen User-Account bei Camel Audio angelegt und den Alchemy gekauft hat, steht er zum Download bereit. Zum Plugin werden zusätzlich mehr als 5,5 GB an Samples mitgeliefert. Die Installation des Alchemy und der Soundbänke lief problemlos ab.

Die Oberfläche ist in zwei Kategorien geteilt; den Simple- und den Advanced-Mode. Im Simple-Mode sind die wichtigsten Parameter zugänglich. Im Advanced-Mode stehen Dir alle Funktionen des Alchemy zur Verfügung. Auf den ersten Blick könnte man den Synthesizer unterschätzen, denn auch der Advanced-Mode ist sehr übersichtlich und zu weiten Teilen selbsterklärend, sodass man sich nur schwer vorstellen kann, all die versprochenen Funktionen auf dieser verhältnismäßig kleinen Oberfläche zu finden. Die Bedienung ist logisch und ermöglicht es Dir, Vorkenntnisse vorausgesetzt, auch ohne Manual sofort einsteigen zu können. Auch der Workflow könnte kaum effektiver sein.

Camel Audio Alchemy Testbericht

Hier ist der Simple-Mode zu sehen, der dem kostenlosen Alchemy Player gleicht

Laut Hersteller wurde der Alchemy von einem Team von sechs Programmierern und 25 Sounddesignern über einen Zeitraum von vier Jahren entwickelt. Bei so einer langen Entwicklungszeit wurden natürlich auch kleinere Features wie der eigene Name unter dem Alchemy-Logo sowie drei unterschiedliche Skins eingebaut. Diese Features sind eigentlich unnötig, geben mir aber ganz klar den Eindruck, dass der Alchemy bis ins letzte Detail durchdacht ist.

 

In der Praxis

Das 144 Seiten lange Manual lässt schnell erahnen, dass dieser Synthesizer sehr viele Funktionen bereitstellt, die sicherlich nicht alle erwähnt werden können. Aus diesem Grunde gehe ich im Folgenden nur auf die wichtigsten Funktionen ein.

Die Verwaltung der Presets ist sehr userfreundlich. Zuerst wählst Du die Soundbank aus, dann eine Kategorie wie »Arpeggiator«, »Bass«, »Lead« etc. und schließlich bleibt noch der Sound auszuwählen. Pro Patch stehen Dir vier Layer zur Verfügung. Diese können sowohl aus Einzelsamples, Multisamples oder aus jeweils einer der 49 verfügbaren virtuell-analogen Wellenformen bestehen.

Wer schon einmal probiert hat, einen gescheiten Supersaw-Sound zu programmieren, wird sich über die Unisono-Funktion freuen, welche bis zu 600 Oszillatoren simuliert.

 

 

Interessant ist die Spektralanalyse, für die sogar Bild-Dateien im PNG-Format geladen werden können. Darüber hinaus kann man mit einem Pinsel und einem Radiergummi – ähnlich wie in Photoshop – im Spektrum zeichnen und die Ergebnisse hörbar machen. Auf den ersten Blick ist das ein interessantes Feature, das jedoch selten zu brauchbaren Ergebnissen führt. Um die Spektralanalyse wirkungsvoll nutzen zu können, bedarf es viel Erfahrung.

In der additiven Synthese kann für jeden einzelnen der 600 Oszillatoren die Amp-, Pitch- und Pan-Hüllkurve separat bearbeitet werden. Jedem Layer können drei der 31 Filtertypen zugewiesen werden, bevor alle Layer durch die zwei »Main-Filter«, die stufenlos zwischen serieller und paralleler Schaltung eingestellt werden können, laufen. Sollten Dir die drei Filter pro Layer nicht reichen, kannst Du weitere Filter in der Effektsektion aktivieren. Pro Patch können fünf der 16 Effekte benutzt werden. Es finden sich zwei Reverbs, zwei Delays, Distortion, Filter und Modulationseffekte.


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SEHR GUT

Camel Audio Alchemy Testbericht am 26.06.2012

Produkt:      Camel Audio Alchemy
Hersteller:  

Preis:  199,00 Euro
UVP:    199,00 Euro

Kurzfazit

Mächtiges Tool zur Synthese und Samplemanipulation. Dieses virtuelle Instrument bietet fast alle gängigen Syntheseformen und ungeheuer viele Möglichkeiten zum Verfremden von Samples.

Für wen

Anspruchsvolle Sounddesigner, Filmmusiker und Musikproduzenten

Wichtige Merkmale
  • Virtueller Synthesizer
  • Windows & Mac OS X
  • VST, AU, RTAS
  • 675 Presets
  • Sampler und Samplemanipulation
  • Unisono (bis zu 600 Oszillatoren)
  • 49 virtuell-analoge Wellenformen
  • 31 Filtertypen
  • Max. 16 LFOs, Hüllkurven & Sequenzer

 


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