beyerdynamic M160 Testbericht

3
SHARES
beyerdynamic M160 Testbericht

beyerdynamic M160 Testbericht


anzeige


Was ist es?

Beim beyerdynamic M 160 handelt es sich um ein dynamisches Bändchenmikrofon, um genau zu sein ist es ein Doppelbändchenmikrofon. Nach Aussagen des Herstellers eignet sich dieses Modell besonders gut mit seiner Richtcharakteristik Hyperniere (!) für die Aufnahme von Saiteninstrumenten oder Saxophonen. Weltweit bekannt wurde es allerdings durch die Verwendung als Mikrofon für die Schlagzeugaufnahme, mehr dazu weiter unten. Als weiteres Einsatzgebiet ist das Abnehmen von Gitarrenverstärkern in jüngster Zeit in Mode gekommen.

Das M 160 bringt gerade einmal 156 Gramm auf die Waage, als Übertragungsbereich gibt der Hersteller 40 Hz bis 18 kHz an. Der aktuelle Straßenpreis für das hier getestete Modell liegt bei 429,- Euro.

beyerdynamic M160 Testbericht

Nachfolgend findest Du den beyerdynamic M160 Testbericht auf delamar

 

beyerdynamic M160 Testbericht

Erster Eindruck

Wenn ein Mikrofon seit den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts produziert und im Fachhandel angeboten wird, muss das einen guten Grund haben. Das beyerdynamic M160 gehört ohne Zweifel zu den Legenden unter den Studiomikrofonen, auch wenn es nicht ganz so bekannt wie einige andere wurde. Dieses Modell ist auf so vielen bekannten und beliebten Scheiben zu hören wie nur wenige andere. Ein David Bowie setzte es als Vocal-Mikrofon ein, Produzent und Audio Engineer Eddie Kramer soll es auf fast jeder Aufnahme von Jimi Hendrix genutzt haben und mir selbst war es bekannt als das Mikrofon, das für den (sagenumwobenen) Drumsound auf »When The Levee Breaks« von Led Zeppelin verantwortlich zeichnet.

Bändchenmikrofone nutzen ein dynamisches Wandlerprinzip und sind dafür bekannt, einen warmen und sehr natürlichen Klang zu produzieren. Bei dem hier getesteten Modell war ich zunächst über seine kleinen Abmessungen erstaunt. Es ist zwar mit knapp 16 Zentimetern genausolang wie viele andere Modelle, doch im Durchmesser kommt es beim chromfarbenen Kopf auf gerade einmal 38 Millimeter – also so breit wie schon der Schaft bei Handhelds. Das geringe Gewicht stellt zudem keine großen Ansprüche an das Mikrofonstativ.

In der Verpackung befinden sich neben dem beyerdynamic M160 selbst noch eine Mikrofonklemme aus Kunststoff und eine Tragetasche aus Kunstleder, in der alles schön Platz findet. Das mag zwar nicht gerade luxuriös anmuten, ist dafür aber schön funktional.

 

Details

Öffnet man den Mikrofonkorb (bei unserem Modell bereits von einem Vornutzer geschehen), so kommen zwei Bändchen zum Vorschein, die einen Abstand von gerade einmal 0,5 Millimeter zueinander haben und (sofern ich mich noch richtig erinnern kann) manuell in der Fabrik des Herstellers verdrahtet werden. Die beiden sorgen dafür, dass dieses Bändchenmikrofon mehr Output als so manch anderes Modell auf dem Markt hat. Ein gern gesehenes Features, da dieser Typ von Mikrofon ohnehin eine Menge Vorverstärkung benötigt und damit ein sehr guter Preamp mit entsprechend gut ausgestatteten Ressourcen notwendig wird, um unnötiges Rauschen in den Aufnahmen zu verhindern.

Weiterhin auffällig dürfte die Richtcharakteristik in Form einer Hyperniere bei diesem Modell sein, denn normalerweise kommen Bändchenmikrofone mit einer Acht – nehmen also gleichsam vorne und hinten auf. Dieses Merkmal prädestiniert das hier getestete Modell durchaus auch für solche Einsätze, bei denen es darauf ankommt, möglichst wenig Übersprechungen von den Seiten zu erhalten. Der seitliche Lautstärkeabfall ist in den Klangbeispielen übrigens deutlich zu hören, die Verfärbung hält sich dabei in Grenzen.

 

In der Praxis

Klanglich haben meine Testaufnahmen tatsächlich das natürliche Ergebnis hervorgebracht, das für ein Bändchen zu erwarten war und mir bestens gefällt. Die Auflösung des beyerdynamic M160 ist sehr gut, die Aufnahmen glänzen oben drauf mit viel Wärme und Charakter. Auch die Sprach- oder Gesangsaufnahmen klingen mit diesem Mikrofon besser, als ich im Vorfeld erwartet hatte, wobei ich hier vermutlich dennoch auf ein anderes Modell ausweichen würde. Der Nahbesprechungseffekt ist ohnehin ausgeprägt und bringt mehr Körper und Fülle in die Aufnahme, die sonst eher mittig klingt.

Die bei etwa 1,5 kHz beginnende Anhebung im Frequenzgang findet ihr Maximum irgendwo zwischen 4 und 6 kHz, was sich bei der Abnahme einer Snare Drum oder in der Verwendung als Overhead-Mikrofon sehr gut macht. Die eher eng klingende Hyperniere bleibt allerdings Geschmackssache, wenn es um Overheads geht, ich präferiere hier etwas mehr Raum.

Eine sehr gute Figur macht das beyerdyamic M160 vor einem Gitarrenverstärker, wo es sehr gut mit anderen Mikrofonen gemischt werden kann und eine Menge Mitte sowie Wärme in die Klangqualität mitbringt. Das soll jetzt aber nicht heißen, dass der Klang nicht auch allein stehen könnte – das kann er nämlich bestens. Dabei kann sehr gut genutzt werden, dass es nur wenig Raumklang aufnimmt.

Der Hersteller empfiehlt dieses Modell auch für die Abnahme von Saiteninstrumenten oder Bläsern, wobei ich diesen Einsatz leider nicht selbst überprüfen konnte (mit Ausnahme von akustischer Gitarre, was gut gelungen ist). Der Vollständigkeit halber sei das aber an dieser Stelle erwähnt.

 

Klangbeispiele

Sprache

Akustische Gitarre

Gitarre mit M160

Gitarre mit SM57


Mehr zum Thema:
    

EXZELLENT

beyerdynamic M160 Testbericht am 22.10.2012

Produkt:      beyerdynamic M160
Hersteller:  

Preis:  429,00 Euro
UVP:    489,00 Euro

Kurzfazit

Bezahlbares Bändchenmikrofon. Legendäres Bändchenmikrofon für den besonderen Sound bei Bläsern, Gitarrenverstärkern oder Drums.

Für wen

Fortgeschrittene bis Experten, die ein gutes Allround-Mikrofon suchen.

Wichtige Merkmale
  • Bändchenmikrofon
  • Richtcharakteristik: Hyperniere
  • 40 Hz – 18 kHz
  • Instrumentenabnahme

 


Sag uns deine Meinung!

EMPFEHLUNGEN