Avid Pro Tools Quartet Testbericht

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Avid Pro Tools Quartet Testbericht

Einsatzbereit zum Avid Pro Tools Quartet Testbericht auf delamar ...


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Was ist es?

Das Avid Pro Tools Quartet ist ein USB Audio Interface für den Studiotisch, mit dem Du Aufnahmen von max. 24 Bit & 192 kHz machen kannst. Es lässt sich am Windows-Rechner oder an einem Mac nutzen – im Gegensatz zum nahezu gleich gebauten, ausschließlich für Mac OS und iOS verwendbaren Apogee Quartet. Neben den analogen Audio-Ein- und Ausgängen für das simultane Recording von vier Kanälen finden sich zwei digitale Inputs (max. acht Kanäle) sowie ein WordClock-Output. Das Gerät fungiert auch als Monitor-Controller, an dem sich bis zu drei Lautsprecherpaare anschließen lassen. Über eine separate USB-Buchse besteht die Möglichkeit, MIDI-Keyboards, DJ-Controller und andere Geräte mit MIDI via USB zu verbinden.

Der große, multifunktionale Drehregler sowie diverse berührungsempfindliche Druckpunkte dienen zur Steuerung der Ein- und Ausgangspegel und einigen benutzerdefinierten Funktionen. Viele weitere Funktionen (etwa das Umschalten Mic auf Line oder Hi-Z) sind nur über die Kontrollsoftware zugänglich.

Das Interface ist im Paket mit der DAW-Software Avid Pro Tools zum Straßenpreis von 1.749,- Euro (inkl. MwSt.) im deutschen Fachhandel zu haben.

 

Avid Pro Tools Quartet Testbericht

Erster Eindruck vom Avid Pro Tools Quartet

Gut verarbeitet zeigt sich das mattschwarze Gehäuse, über dessen Display eine durchsichtige, Folie zum Schutz des Bedienpaneels klebt. Die sechs Klinkenbuchsen für die Studiomonitore sind mit Manschetten stabilisiert und fest an die Gehäuserückwand geschraubt. Die XLR-Eingänge lassen sich verriegeln. Eben alles profigerecht.

Avid Pro Tools Quartet Testbericht

Die gut ausgestattete Rückseite

Unter Windows ist die Treiberinstallation sehr schnell erledigt, wobei kein Neustart nötig ist und die Treiberstandards ASIO, WDM und MME unterstützt werden. Am Mac ist das Gerät wie üblich schon nach dem Anstecken einsatzbereit, allerdings bietet der Treiber zusätzliche Mischfunktionen. Gut, dass seit dem Mac-Treiber 2.10.2 die drei aktuellsten Versionen von OS X unterstütz werden, also 10.8 (Mountain Lion), 10.9 (Mavericks) und 10.10 (Yosemite).

In der Praxis

Dank der direkten Touch-Anwahl der zu verstärkenden Ein- oder Ausgänge ist der Drehregler zügig bedienbar. Standardmäßig dient ein Druck auf den Drehregler zum Stummschalten der Hauptausgänge, bei Bedarf kannst Du aber auch andere Funktionen damit triggern, was in der Software einstellbar ist. Zum Beispiel das Umschalten zwischen mehreren angeschlossenen Lautsprecherpaaren. Für größere Studios ist diese Monitor-Controller-Funktionalität sehr zu begrüßen.

Die Konfiguration der Eingänge (Line vs. Hi-Z vs. Mic) musst Du per Software erledigen – das ist meines Erachtens vertretbar, denn das Recording-Setup wechselt ja in der Regel nicht so häufig, dass das auffallen würde.

Avid Pro Tools Quartet Testbericht

Die einfach gestaltete Software, hier mit den zuweisbaren Funktionen für die Touch-Buttons

Die Displays punkten mit einer hohen Auflösung, klarer Bildsprache und kleiner, aber gut lesbarer Schrift. Es könnte allerdings mit mehr Leuchtkraft aufwarten – in taghellen (Home-)Studios oder unter freiem Himmel wird es langsam schwierig, etwas zu erkennen.

Klangqualität des Avid Pro Tools Quartet

Weit hervor ragt die Qualität der Digital-Analog-Wandlung. Sie ist besser als bei unserem bewährten RME Fireface 800 und vielleicht auch höher als die unserer RME Fireface UCX. Die klangliche Transparenz ermöglicht eine punktegenaue Ortung einzelner Schallereignisse, wobei alle Klänge eindeutig voneinander separiert erklingen und ein sehr »greifbares« Gesamtbild ergeben. Sehr akkurat ist zudem die Impulstreue, was etwa die Anschläge einer Kick Drum herrlich trocken und tight erklingen lässt. Alles in allem ist der Klang des Avid Pro Tools Quartet außergewöhnlich gut und gehört definitiv zu den besten Geräten dieser Preisklasse, die wir bisher in unserer Redaktion testen konnten.

Um Hörergebnisse zu untermauern, verwende ich gerne die Analysesoftware RightMark Audio Analyzer (RMAA). Sie spuckte beim Test mit 24 Bit & 44,1 kHz in neun von neun Kategorien das Ergebnis »Exzellent« aus – dem ist nichts hinzuzufügen.

Latenz

In Pro Tools kannst Du den Puffer zwischen 64 und 1024 Samples verstellen. Bei 64 Samples lassen sich komplexe, für den Prozessor deines Rechners anspruchsvolle Projekte ohne spürbare Latenz beim Abhören der eingespeisten Signale betreiben. In meinen Tests gab es hier sowohl mit 44,1 als auch mit 96 kHz keine Störgeräusche, Aussetzer, Knackser oder sonstige Ungereimtheiten.

Mit dem Windows-Treiber 1.0.9 lässt sich der Puffer mittlerweile auch über die Kontrollsoftware des Avid Pro Tools Quartet regulieren. So kommst Du in den Genuss, nicht nur Pro Tools, sondern jede beliebige DAW mit niedrigen Latenzen zu nutzen. Zum hervorragenden Klang kommen also noch gute Werte bei der Latenz hinzu. Klasse.

Pro Tools – die DAW im Bundle

Die Vollversion von Pro Tools – eine Lizenz dafür befindet sich auf dem mitgelieferten iLok – soll in diesem Avid Pro Tools Quartet Testbericht nicht ausführlich besprochen werden. Stattdessen folgt nun eine kompakte Einschätzung dieser Bündelung aus Interface und DAW.

Avid Pro Tools Quartet Testbericht

Das Audio Interface kommt im Paket mit der DAW-Software Pro Tools daher

Nach den weitestgehend positiven Ergebnissen dieses Reviews lässt sich eines klipp und klar sagen: Wenn Du noch keine voll ausgereifte, tausendfach bewährte Musiksoftware für Recording, Editierung, Mixing und mehr besitzt (oder wechseln möchtest), ist dieses Angebot höchst attraktiv.

Für alle, die mit ihrer DAW glücklich sind und es auf absehbare Zeit sein werden, weist dieses Bundle naturgemäß ein weit weniger gutes Preis-Leistungs-Verhältnis auf. Ich selbst suche nach einem feinen Interface für Windows, doch das Avid Pro Tools Quartet (oder in meinem Fall eher das kleine Duet) fällt für mich aus diesem Grund aus.


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SEHR GUT

Avid Pro Tools Quartet Testbericht am 10.07.2015

Produkt:      Avid Pro Tools Quartet
Hersteller:  

Preis:  1.749,00 Euro
UVP:    1.749,00 Euro

Kurzfazit

Mittleres Audio Interface für hohe Ansprüche. Exzellente Vorverstärkung und Wandlung, eingängige Bedienung und stabiler Betrieb im Paket mit einer umfangreichen, ausgereiften DAW-Software.

Für wen

Fortgeschrittene & Profis, die auf analogem Weg bis zu vier Instrumente/Stimmen aufnehmen wollen und gleichzeitig einen einfachen Monitor-Controller suchen.

Wichtige Merkmale
  • Audio Interface
  • USB 2.0
  • 24 Bit / 192 kHz
  • Für Windows & Mac OS X
  • Eingänge: 4x Mic/Line/Hi-Z (XLR/6,3 mm)
  • Ausgänge: 6x Line (6,3 mm)
  • Kopfhörerausgang: 6,3 mm Stereo
  • Digitaler Eingang: 8x ADAT/SMUX (TOSLINK)
  • WordClock-Output (BNC)
  • USB-Buchse für MIDI-Geräte
  • Maße: 258 x 81 x 151 mm
  • iLok 2 & USB-Kabel im Lieferumfang

 


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