Mit dem Audio-Technica ATH-M50 hat uns ein Kopfhörer erreicht, der sich laut Hersteller zum Monitoring eignet und darüber hinaus – jetzt kommt‘s – mit klapp-, dreh- und schwenkbaren Ohrmuscheln ausgestattet ist. In unserem Audio-Technica ATH-M50 Testbericht klären wir, wie gut dieser Kopfhörer wirklich ist, für welche Einsatzzwecke er taugt und ob er sein Geld wert ist.
Was ist es?
Der Audio-Technica ATH-M50 ist ein ohrumschließender Kopfhörer in geschlossener Bauweise. Aufgrund der niedrigen Nennimpedanz von 38 Ohm ist er auch beim Einsatz mit tragbaren Geräten wie MP3-Playern laut genug, ein Kopfhörerverstärker ist nicht nötig.
Ein weiteres hervorstechendes Merkmal: die klapp-, dreh- und schwenkbaren Ohrmuscheln, mit denen Du den ATH-M50 platzsparend transportieren und einseitig abhören kannst. Zusammen mit der hohen Außengeräuschdämpfung eignet sich dieser Kopfhörer also nicht nur zum Einsatz im (Homerecording-)Studio, sondern auch für DJs.
Das einseitig an der linken Ohrmuschel befestigte Spiralkabel ist im entspannten Zustand etwa 1,20 Meter lang, auseinandergezogen gut drei Meter. Der ATH-M50 wird zusammen mit einem schraubbaren vergoldeten Klinkenadapter und einem Schutzbeutel (Vinyl, innen mit Stoff beschichtet) ausgeliefert.
Audio-Technica ATH-M50 Testbericht
Verarbeitung & Tragekomfort
Der ATH-M50 ist sehr stabil gebaut, die Komponenten – größtenteils Kunststoff und einige Metallteile – sind fest miteinander verbunden. Auch die Gelenke, die das Einklappen und Drehen der Ohrmuscheln ermöglichen, sind so robust, dass Du voraussichtlich über viele Jahre hinweg Freude an diesem Kopfhörer haben wirst.
Der Bügel ist gepolstert, wie es bei den meisten Kopfhörern heute üblich ist. Die Ohrmuscheln lassen sich auf beiden Seiten etwa vier Zentimeter weit herausziehen. So kannst Du den Audio-Technica ATH-M50 an deine Kopfgröße anpassen.
Bei einem Gewicht von 284 Gramm kommt der ATH-M50 langsam in den kritischen Bereich, in dem ausgedehnte Sessions unangenehm werden können. Der Anpressdruck der Ohrmuscheln ist recht hoch. Durch die geschlossene Bauweise und die kunstledernen Ohrpolster staut sich die Wärme nach einiger Zeit merklich an.
Summa summarum könnte der Tragekomfort höher sein, liegt aber noch in einem erträglichen Rahmen.
Klang
Der Bass ist gut definiert, so sind beispielsweise die Anschläge einer Kick Drum einwandfrei zu erkennen. Es bleibt genügend Luft zwischen den Einzelschallereignissen, so dass kein Klangbrei entsteht. Leider sind die tiefen Frequenzen sehr prominent. Gut für den schnellen Kick beim Musikhören in den meisten Genres, aber hinderlich für das Abhören deiner Mixe. Zumindest anfangs, wenn Du dich noch nicht an die Headphones gewöhnt hast und diese Anhebung nicht bei deinen Abmischungen berücksichtigst.
Durch den starken Bass werden die Mitten teilweise maskiert – sie treten in den Hintergrund und es werden weniger Details enthüllt als wünschenswert wäre. Ansonsten ist kein Klirren zu hören und die Impulstreue ist gut gelungen.
Von den Höhen habe ich anfangs nicht den allerbesten Eindruck bekommen. Sie sind nicht ganz so fein aufgelöst wie beispielsweise die des beyerdynamic DT 770 PRO, eines vergleichbaren Kopfhörers in geschlossener Bauweise, den wir vor kurzem einem Test unterzogen haben. Im Vergleich neigt der ATH-M50 bei manchen Stücken zur Überbetonung der Sibilanten (Zischlaute) und klingt etwas »fusselig«. Das betrifft vor allem offene Hihats.
Andererseits sind die höchsten Höhen sehr brillant und wie feine Nadelstiche. Auch lassen sie sich gut orten und sind von der Lautstärke her nicht aufdringlicher, als sie sein sollten.
Der Raumeindruck ist befriedigend. Hier wird nicht ganz die Tiefe oder Breite wie etwa beim AKG K 271 MK II oder beim beyerdynamic DT 770 PRO erreicht. Dennoch gibt es wenig Grund zur Klage – die Trennung der einzelnen Instrumente ist ausreichend.
Die Außengeräuschdämmung ist sehr hoch. Dabei erreicht der ATH-M50 beinahe das Niveau von Kopfhörern, die speziell darauf abgestimmt worden sind, wie beispielsweise der Sennheiser HD 25-1 II. Auch dringt wenig nach außen, so dass Du diesen Kopfhörer auch zum Vocal Recording nutzen kannst, ohne dass es zum Übersprechen kommt.
Abschließend stelle ich fest, dass mich der ATH-M50 in den meisten Punkten überzeugt hat. Das Klangbild ist bis auf die Überbetonung der Bässe hinreichend neutral und ausgewogen. À propos Bässe: Noch einmal sei gesagt, dass diese herrlich knackig daherkommen, einzelne Bass- oder Kickdrums stechen deutlich heraus. Das Fundament ist also gelegt, drängelt sich jedoch für meinen Geschmack etwas zu sehr vor die Mitten.
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29. Dez 2011 | 09:38 Uhr
Danke für diesen Bericht und deine tägliche Mühe Felix.
Liebe Grüße
Oli
29. Dez 2011 | 10:29 Uhr
Sehr gerne, Oli!
Liebe Grüße,
flx
21. Jan 2012 | 18:39 Uhr
Den ATH-M50 kann ich stundenlang auf dem Kopf haben ohne das er unangenehm wird.
Und daß der Beyer Dynamic eine bessere Höhenauflösung hat ist einfach falsch. Daß der M50 im Bassbereich sauberer ist hat er nicht gemerkt. Insgesamt ist der Test völlig überflüssig denn für mich entspricht er einfach nicht der Wahrheit um es vorsichtig auszudrücken.
21. Jan 2012 | 20:49 Uhr
Hallo Joscha, vielen Dank für dein Feedback. Ich konnte beide Kopfhörer ebenfalls hier in der Redaktion ausgiebig testen und muss dir daher widersprechen. Der M50 hatte verhältnismäßig viel Bass, besser war er dadurch nicht.
21. Jan 2012 | 21:02 Uhr
» Den ATH-M50 kann ich stundenlang auf dem Kopf haben ohne das er unangenehm wird. «
Freut mich. Jeder Schädel ist anders geformt – für meine Omme fühlen sich andere Kopfhörer besser an.
» Daß der M50 im Bassbereich sauberer ist hat er nicht gemerkt. «
Doch, habe ich. Wenn Du die Impulstreue meinst. Leider protzt er mir etwas zu sehr mit seinem überbetonten Bass, der noch deutlich stärker als beim auch schon nicht ganz zaghaften DT-770 PRO ausfällt.
21. Jan 2012 | 21:07 Uhr
Das der Bass zu sehr präsent ist kann ich auch bestätigen. Habe den ATH M 50 und AKG 241mk2 vor zwei Wochen getestet. Habe paar Referenz-Tracks beim abhören mitgenommen und kenne die Tracks sehr gut. Beim abhören war mein erster Gedanke direkt.. viel zu stark betonter Bass. Von der Verarbeitung her fand ich den M50 besser als den 241er, hab mich aber doch für den 241er entschieden wegen den verfälschten Bass.
23. Jan 2012 | 10:43 Uhr
“Tragekomfort durchschnittlich” als Negativpunkt im Gesamturteil aufzuführen ist aber schon nicht ganz fair, oder?
24. Jan 2012 | 12:35 Uhr
“Der Raumeindruck ist befriedigend. Du darfst allerdings nicht erwarten, eine ähnliche Tiefe oder Breite wie bei vielen anderen der von uns getesteten Kopfhörer dieser Preisklasse zu hören. Dennoch gibt es wenig Grund zur Klage – die Trennung der einzelnen Instrumente ist ausreichend.”
Dieses Statement könnte von einem unserer Herren in Berlin sein… schwammig und undefiniert!
Zudem:
Der M-50 liefert meiner Meinung nach eine detaillierte räumliche Abbildung. Ich habe den Kopfhörer im Studio für diverse Produktionen verwendet und hatte hier ebenfalls die Möglichkeit gegen Konkurrenz-Produkte zu vergleichen – der M50 punktet durch einen sauberen druckvollen Bass, vor allem im Vergleich zum 241/271, die in diesem Bereich eher schwächeln – bzw. im Subbass-Bereich gar nichts mehr bringen!
Alles in allem ein merkwürdiger, subjektiver und leider nicht objektiver Testbericht….Schade!!
24. Jan 2012 | 13:12 Uhr
» Der M-50 liefert meiner Meinung nach eine detaillierte räumliche Abbildung. «
Und meiner Beobachtung nach nicht ganz so tief gestaffelt wie etwa beim AKG 271 MK II oder beim beyerdynamic DT 770 PRO. Wie ich schon schrieb – es geht hier um kleine Nuancen. Letztendlich muss sich jeder selbst ein Urteil bilden. Der mittlere der drei Sätze, die Sie zitierten, ist wirklich etwas schwammig. Ich sollte die zwei eben genannten zwei Konkurrenzmodelle als Vergleichsobjekte erwähnen, oder? Wird gleich gemacht…
» der M50 punktet durch einen sauberen druckvollen Bass [...] «
Sehr sauber sogar, volle Zustimmung! Druckvoll auch, aber schon etwas zu druckvoll, um noch Neutralität in Sachen Frequenzgang zu wahren.
08. Mai 2012 | 14:49 Uhr
Hallo bei delamar,
habe mir vor einigen Wochen einen neuen Verstärker geholt, den Denon AVR-1612, zusammen mit dem Lautsprecher-Set Teufel Consono 35 (ja ja, ich weiß, “Brüllwürfel”, wobei ich nicht enttäuscht bin), aber mir fehlten noch gute Kopfhörer. Habe mir zuerst die Sennheiser HD 518 geholt, wovon ich in fast allen Bereichen enttäuscht war (leise hören war ok, aber sobald man etwas aufdrehte, war alles verzerrt).
Diese Audio Technica haben mich richtig überrascht mit dem klaren und – zugegebenermaßen – recht starken Bass, aber da ich damit nicht abmischen will, sondern Musik höre, finde ich das nicht schlimm, und nicht so stark im Vordergrund, daß der Rest in den Hintergrund gerät. Meiner Meinung nach ein Super-Kopfhörer zum Musik-Hören. Den Verstärker hatte ich “gefüttert” mit verschiedener Qualität (iPod, Audio-CD, unkomprimierte Schallplattenaufnahmen, viele Musikrichtungen, Filme von DVD, BluRay etc.) und bei Musik ohne Veränderungen (kein EQ o.ä.) und war nirgends enttäuscht.
Ich kann ihn nur empfehlen ;-)
08. Mai 2012 | 19:32 Uhr
Also zum Musikhören würde ich generell eher auf einen offenen Kopfhörer zurückgreifen, die sind hierfür einfach besser. Ansonsten gibt es ja auch diverse andere geschlossene Kopfhörer, die klanglich zum Musikhören und beurteilen von Mixen besser geeignet sind und zudem auch noch etwas weniger kosten (siehe auch Fazit). Wenn Du aber glücklich mit diesen bist, dann freuen wir uns :)