Audio-Technica AT2031 Testbericht


Was ist es?

Beim Audio-Technica AT2031 handelt es sich um ein Mikrofon, das sich für die Aufnahme von Saiteninstrumenten wie Akustikgitarre, Geige, Cello, Harfe oder Klavier eignen soll. Technisch ist es als Kondensatormikrofon mit Kleinmembran ausgelegt und benötigt daher eine externe Phantomspeisung mit 48 Volt.

Die 20er-Serie des Herstellers ist für den Einsatz in bescheidenen Tonstudios, also für Produzenten aus dem Bereich Homerecording ausgelegt und so ist auch dieses Modell für knapp 170,- Euro im Fachhandel erhältlich.

Audio-Technica AT2031 Testbericht

Kleinmembraner für Saiteninstrumente: Unser Audio-Technica AT2031 Testbericht

 

Audio-Technica AT2031 Testbericht

Erster Eindruck

Viel auszupacken gibt es nicht – in der uns gelieferten bedruckten Schachtel befinden sich das Mikrofon in Schaumstoff gehüllt, eine Tragetasche aus Kunstleder, eine passende Mikrofonklemme sowie ein Windschutz für das Kondensatormikrofon. Ein zusammengefaltetes Blatt setzt den Käufer über die Garantiebedingungen in Kenntnis und ein weiteres Blatt im DIN-A4-Format trägt die wichtigsten Eckdaten zu diesem Gerät zusammen.

Die Verarbeitung des Audio-Technica AT2031 ist sauber, es hinterlässt trotz des geringen Preises einen wertigen Eindruck. Wie für Kleinmembraner üblich, weist es eine zylindrische Bauweise auf: Der Durchmesser beträgt etwa zwei, die Länge etwas mehr als 14 Zentimeter. Das Gehäuse ist weitestgehend aus Metall und verschraubt.

Die gelieferte Mikrofonklemme ist hingegen aus Kunststoff gefertigt und kommt mit einem ebenso aus Kunststoff gefertigten Reduziergewinde von 3/8“ auf 5/8“ – passend für die hiesigen Mikrofonständer.

 

Details

Generell sind Kleinmembrankondensatormikrofone bestens für die Aufnahme von Saiteninstrumenten geeignet. Sie weisen einerseits weniger tiefe Frequenzen als ihre großen Brüder auf, andererseits können sie in der Regel aber mit brillanteren Höhen punkten.

Das Audio-Technica AT2031 hat laut beiliegender Anleitung eine fest aufgeladene Rückplatte – ganz ähnlich wie bei Elektret-Kondensatormikrofonen. Im Gegensatz zu diesen muss aber dieses Modell dennoch mit einer Phantomspeisung von 48 Volt versorgt werden, vermutlich um die Membran damit aufzuladen.

Mit an Bord ist ein schaltbarer Trittschallfilter, der bei 150 Hz einsetzt und 6 dB pro Oktave absenkt. Da der Schalter in das Gehäuse eingelassen ist, wird ein Stift, ein Streichholz, eine Büroklammer oder Ähnliches benötigt, um diesen zu betätigen. Auf der einen Seite kann das nervig erscheinen, dafür verstellt sich im Eifer des Gefechts auch nichts ungewollter Weise.

Die Richtcharakteristik wird vom Hersteller mit Niere angegeben, was sich auch mit unseren Tests deckt und für geringere Umgebungsgeräusche bei den Aufnahmen sorgt. Das Audio-Technica AT2031 soll Schalldruckpegel von bis zu bis zu 141 dB vertragen können – eine Angabe, die wir nicht nachgeprüft haben.

 

Klang

Das Eigenrauschen des Mikrofons konnten wir in unseren Tests überhaupt nicht hören, da waren schon die Umgebungsgeräusche lauter. Klanglich darfst Du für den geforderten Preis natürlich keine Wunder erwarten, aber doch einen guten und soliden Klang.

Und den kann das Audio-Technica AT2031 dann auch bieten. So ab etwa 5 kHz beginnt eine hörbare Anhebung der Höhen, die von einem zu schüchtern wirkendem Low-End begleitet wird. Insgesamt wird der Klang der Akustikgitarre zu dünn, so dass ich hier am Ende zu einem anderen Mikrofon greifen oder ein zweites Mikrofon für das Schallloch hinzufügen würde.

Bei der Aufnahme einer Geige dürfte der Frequenzgang des Kondensatormikrofons aber durchaus passen und die nötige Schärfe mitbringen.

 

Tendenz Schallloch:

Direkt Schallloch:

12-Bund Tendenz Schallloch:

12-Bund Direkt Schallloch:

Lesermeinungen (1)

zu 'Audio-Technica AT2031 Testbericht: Kleinmembran zum kleinen Preis'

  • Bernd C. Hoffmann
    02. Jun 2013 | 04:55 Uhr Antworten

    Der Test ist leider etwas dünn ausgefallen. Gitarre spielen ist weitaus mehr als ein paar einfache Akkorde in den unteren Lagen mit gleichem Pegel zu schrammeln. Die Tonbeispiele sagen insbesondere nichts über die qualitative Wiedergabefähigkeit von gitarristischer Modulationen aus; dafür sind die Beispiele leider gar nicht brauchbar. Es scheint als ob die meisten Studiobetreiber bei Gitarrenaufnahmen sich nur an solchen mit Stahlsaiten orientieren können. Aber warum nicht an Konzertgitarren eben mit Nylonsaiten oder auch Flamencogitarren? Steht bei ersterem das Einfangen eines farbenreichen Spiels im Vordergrund, ist es insbesondere bei letzterem ein deutlich impulsives, dynamisch betontes Spiel. Bei beidem, zumindest bei Konzertgitarren, ist doch die spektrale Authentizität mit ein paar typischen Möglichkeiten gefragt, die die Gitarre ganz einfach mit sich bringt. Die Klangbeispiele lassen hierüber leider nichts erahnen. Unterm Strich ist der Test äußerst unobjektiv. Sollten meine Erwartungen wirklich zu hoch sein? Ich mag es kaum glauben.

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