AKG D7 Testbericht

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AKG D7 Testbericht

Erfahre im AKG D7 Testbericht, wie sich dieses fortgeschrittene dynamische Mikrofon schlägt


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Was ist es?

Das AKG D7 ist ein dynamisches Mikrofon mit der Richtcharakteristik Superniere. Es will als Gesangsmikrofon auf der Bühne und im Proberaum punkten. Doch auch im Studio könnte es als fortgeschrittener Dynamiker mit präsenten Höhen eine gute Figur abgeben.

Im deutschen Musikalienhandel ist dieses Mikro zum Straßenpreis von 167,- Euro (inkl. MwSt. & Versandkosten) erhältlich.

 

AKG D7 Testbericht

Lieferumfang und Verarbeitung

Mitgeliefert werden eine kleine, gepolsterte Transporttasche (länglich wie eine Stifttasche für Schüler), eine Mikrofonklammer und einen dünnen Windschutzüberzug. In der Klammer steckt bereits ein Reduziergewinde (5/8″ → 3/8″) für die in Europa üblichen Mikrofonstative.

Wie man erwarten durfte, ist das AKG D7 sehr gut verarbeitet. Nach dem Abschrauben des Mikrofonkopfs kommt das Innenleben zum Vorschein – hier ist alles sauber verlötet und verlegt. Unseren stellenweise ruppigen Praxistext überstand der Prüfling klaglos. Das lässt darauf schließen, dass Du viele Jahre Freude an diesem Mikrofon haben wirst.

Handhabung & Griffgeräusche des AKG D7

Die Griffform ist minimal kegelförmig und der Schwerpunkt befindet sich ziemlich genau in der Mitte. So liegt das AKG D7 gut in meiner Hand. Das Gewicht von 335 Gramm ist vergleichsweise hoch (vergleiche etwa die 278 g aus dem Shure Beta 58A Testbericht). Gerade bei längeren Konzerten könnte sich das bemerkbar machen.

Die Griffgeräusche fallen dezent aus. Sie schleichen sich eigentlich nur dann ein, wenn Du von der einen auf die andere Hand wechselst oder sehr energisch mit den Fingern spielst. Ergo: Mit nur ein wenig Disziplin sind Handgeräusche in der Praxis kein Thema.

Klang des AKG D7

Beispiele für Gesang & Sprache



Empfindlichkeit

Praktisch jeder Vorverstärker an Mischpulten, portablen PA-Anlagen und Co. wird dem AKG D7 ein lautes Signal entlocken – dieses Mikrofon gibt es ein erfreulich kräftiges Signal aus. Die Empfindlichkeit liegt etwa auf dem Niveau des erwähnten Mitbewerbers von Shure. Bei meinen Tests mit einem Audio Interface waren selbst bei leisen Passagen +40 dB genug, bei lauteren Passagen gab es sogar schon Übersteuerungen. Fein!

Richtcharakteristik – Feedback & Off-Axis-Verhalten

Dank Supernierencharakteristik gibt es einen vergleichsweise engen »Korridor«, in dem der Sound ideal abgenommen wird. So wird Feedback gut vermieden. Seitlich auftreffende Klänge werden stark abgemildert und es entstehen so gut wie nie Rückkopplungen mit den Bühnenmonitoren.

Du solltest aber bedenken, dass dein Bewegungsspielraum als Sängerin oder Sänger etwas geringer ist als bei Mikrofonen mit normaler Nierencharakteristik. Ab ca. 30 Grad links oder rechts von der vorgesehenen Einsprechachse wird die Klangverfärbung (dumpfer und bassärmer) schon recht deutlich.

Frequenzgang

Der Klang ist klar, vergleichsweise »hell« (höhenbetont) für ein dynamisches Mikrofon und dadurch sehr sprachverständlich. Etwa 4 bis 14 kHz gibt es eine Anhebung, also über einen großen Teil der Mitten und einen noch größeren Teil der Höhen hinweg. Dieser Akzent ist recht deutlich ausgeprägt, er liegt gut 5 Dezibel über dem Durchschnittspegel und sorgt für eine entsprechende Sprachverständlichkeit.

AKG D7 Testbericht

Das AKG D7 un Diagrammen: Frequenzgang und Richtcharakteristik

Gleichzeitig ist der Sound weniger »warm« als bei einigen Klassikern in Sachen aus der Kategorie der dynamischen Gesangsmikrofone. Wer einen etwas kuscheligeren, matteren Sound wünscht, kann das per EQ erledigen.

Der schon erwähnte direkte Mitbewerber Shure Beta 58A ist qualitativ und von der Klangfarbe her täuschend ähnlich. Das AKG D7 ist lediglich um einen Hauch präsenter.

Kurzfazit: Weibliche Vocals und männliche, die sich in höheren Lagen abspielen, könnten sich nach einem wärmeren Sound sehnen. Allen anderen dürfte die klare, helle Klangcharakteristik des AKG D7 sehr zusagen.

Nahbesprechungseffekt

Der Nahbesprechungseffekt ist gut dosierbar, da er moderat ausgeprägt ist. Ab 10 cm wird die Bassanhebung recht deutlich und sehr dicht am Mund ist der Klang entsprechend kräftig, aber nicht extrem bassbetont.

Plosive, Atem und Windgeräusche

Bei impulsiven Lauten wie »p«, »b« und »t« – den sogenannten Plosiven – tritt ein pegelstarkes »Plopp« zu hören. Da sind andere Gesangsmikrofone für die Bühne milder. Hier ist eine Testaufnahme:


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GUT

AKG D7 Testbericht am 23.11.2016

Produkt:      AKG D7
Hersteller:  

Preis:  167,00 Euro
UVP:    249,00 Euro

Kurzfazit

Fortschrittliches dynamisches Gesangsmikrofon mit der Richtcharakteristik Superniere. Das hier getestete Handmikrofon für Bühne, Proberaum, aber auch das Studio überzeugt in den meisten Disziplinen. Der ungewöhnlich breite Übertragungsbereich, die hohe Empfindlichkeit, die erstklassige Verarbeitung und der Schutz vor Feedback sind sehr starke Argumente. Etwas leichter könnte es sein, Popgeräusche können recht intensiv werden und die Konkurrenz schläft nicht.

Für wen

(Semi-)Profis und Fortgeschrittene auf der Bühne, im Proberaum oder im Studio.

Wichtige Merkmale
  • Dynamisches Gesangsmikrofon
  • Richtcharakteristik: Superniere
  • Übertragungsbereich: 70 Hz - 20 kHz
  • Empfindlichkeit: 2,6 mV/Pa (-52 dBV)
  • Max. Schalldruck: 3% THD @ 156 dB SPL / 1% THD @ 147 dB SPL
  • Äquivalentschalldruckpegel: 18 dB(A)
  • Signal-Rausch-Abstand: 76 dB(A)
  • Impedanz: ≤600 Ω
  • Lastimpedanz: 2.000 Ω
  • Anschluss: 3-polige XLR-Steckverbindung, vergoldete Pins
  • Maße: 185 x 51 mm
  • Gewicht: 335 g
  • Gepolstertes Softcase, Mikrofonklammer SA 61 und Ersatzwindschutz liegen bei

 


Lesermeinungen (1)

zu 'AKG D7 Testbericht: Dynamisches Gesangsmikrofon für gehobene Ansprüche'

  • Mick   25. Nov 2016   14:43 UhrAntworten

    Man hätte noch was im Vergleich zum AKG D5 schreiben können...

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