AKG C7 Testbericht

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AKG C7 Testbericht

Im AKG C7 Testbericht erfährst Du, wie sich dieses Kondensatormikrofon auf der Bühne schlägt


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Was ist es?

Das AKG C7 ist ein Kondensatormikrofon mit der Richtcharakteristik Superniere, das vornehmlich für die Bühne und den Proberaum konzipiert wurde. So hat es einen Handgriff wie die typischen Gesangsmikros, die sonst eher als dynamische Mikrofone ausgelegt sind. Dank Kondensatortechnik und entsprechend breitem Übertragungsbereich ist es potentiell auch für das Studio geeignet.

Dieses Gesangsmikrofon ist zum Straßenpreis von 230,- Euro (inkl. MwSt. & Versandkosten) im deutschen Musikalienfachhandel zu haben.

 

AKG C7 Testbericht

Lieferumfang und Verarbeitung

Im Lieferumfang steckt eine sehr kompakte, gepolsterte Tasche. Von der Form her erinnert sie an eine Stifttasche für Schüler. Außerdem findet sich eine Mikrofonklammer, in der ab Werk bereits ein Reduziergewinde (5/8″ → 3/8″) steckt.

AKG C7 Testbericht

Für das AKG C7 liegt unter anderem eine praktische kleine Tasche im Lieferumfang bereit

Verarbeitungstechnisch lässt AKG nichts anbrennen – Korpus und Korb sind von exzellenter Fertigungsqualität. Nach dem Abschrauben des Kopfes kommt eine fein gearbeitete Kapsel ans Licht.

Als Bühnenwerkzeug dürfte es etwas widerstandsfähiger sein als Kondensatormikrofone für den reinen Studiogebrauch. Für den AKG C7 Testbericht auf delamar habe ich es jedoch unterlassen, damit einen Nagel einzuschlagen. Moderate Rempler und Stöße hat das gute Stück jedenfalls vollkommen klanglos überstanden.

Handhabung & Griffgeräusche

Das Gesangsmikrofon liegt gut in meiner Hand – die Griffform ist ganz leicht kegelförmig, zudem liegt der Schwerpunkt fast genau in der Mitte. Das Gewicht liegt mit 317 Gramm über dem Durchschnitt, ist für mich aber noch ausreichend leicht.

Klasse: Die Handgeräusche sind quasi nichtexistent. Auch wenn Du beim Auftritt mit vollem Einsatz dabei bist. Selbst wenn Du es wie im hier unten eingebundenen Klangbeispiel darauf anlegst, ist praktisch nichts zu hören – verdammt gut!

Klang des AKG C7

Beispiele für Gesang & Sprache



Empfindlichkeit

Mit fast jedem Mischpult und jeder PA-Anlage wirst Du dem AKG C7 ein lautes Signal entlocken können. Denn die Empfindlichkeit ist sehr hoch – sehr viele günstige und/oder ältere dynamische Mikrofone spucken nur mit deutlich mehr als +40 dB am Vorverstärker vernünftige Pegel aus. Hier reicht dieser Wert vollkommen aus.

Richtcharakteristik – Feedback & Off-Axis-Verhalten

Die Supernierencharakteristik führt dazu, dass seitlich auftreffende Klänge nur sehr gedämpft oder gar nicht eingefangen. Das bedeutet auf der Bühne, dass Du weitestgehend vor Rückkopplungen (Feedback) mit den Bühnenmonitoren gefeit bist.

Durch den vergleichsweise engen Bereich, in dem der Sound laut (und mit vollen Bässen/Höhen) abgenommen wird, hast Du nicht ganz so viel Bewegungsfreiheit wie bei einer Nierencharakteristik. Hier wird die Klangänderung schon ab einer Abweichung von etwa 20 Grad deutlich – er wird vor allem bassärmer. Doch daran kann man sich schnell gewöhnen oder gar damit arbeiten.

Frequenzgang

Der Übertragungsbereich ist noch etwas breiter als selbst bei den edelsten Dynamikern wie dem Shure KSM8 [Testbericht] – Bässe sind einen Tick kräftiger, doch vor allem sind die Höhen kristallklar.

Ebenso wird deutlich, dass der Frequenzgang wesentlich ruhiger verläuft – der Sound ist noch ein gutes Stück neutraler als bei jedem dynamischen Gesangsmikrofon. Es findet sich lediglich eine schmalbandige Anhebung bei exakt 10 kHz. Die kommt mir gelegen, liefert sie doch einen kleinen Boost in Sachen Sprachverständlichkeit und Luft.

Gerade der weite Übertragungsbereich und die Neutralität sorgen dafür, dass das AKG C7 wie kaum ein anderes Handmikrofon studiotauglich ist. Zumindest hat es das Potential, mit den meisten Klangquellen ohne auf Anhieb und ohne große EQ-Eingriffe gut klingen.

AKG C7 Testbericht

Wichtige eigenheiten des AKG C7 graphisch dargestellt: Frequenzgang und Polardiagramm (Richtcharakteristik)

So ist der Sound weniger »warm« als bei einigen Klassikern in Sachen aus der Kategorie der dynamischen Gesangsmikrofone. Wer einen etwas kuscheligeren, matteren Sound wünscht, muss per EQ Hand erledigen. Der umgekehrte Fall ist weitaus weniger praxistauglich – ein höhenarmes Mikrofon kann man durch EQ-Boosts nur in geringem Maße höhenreicher klingen lassen.

Nahbesprechungseffekt

Für ein Mikrofon mit so starker Richtwirkung ist der Nahbesprechungseffekt normal ausgeprägt. Im Vergleich zu Mikrofonen mit Kugelcharakteristik tritt der Bass also spätestens in einem Abstand von 10 cm stark hervor. Obwohl der Nahbesprechungseffekt bei einer Superniere stärker als bei einer normalen Nierencharakteristik ist, konnte ich in der Praxis sehr gut damit umgehen.

Plosive, Atem und Windgeräusche

Laute, die mit starkem Atemausstoß einhergehen, nimmt das AKG C7 leider nicht ganz so souverän auf, wie ich es mir gewünscht hätte. Will heißen, dass diese sogenannten Plosive (vor allem »b«, »p« und »t«) recht stark überbetont werden und mit entsprechend hohen Pegelspitzen einhergehen. Im AKG C7 Testbericht auf delamar ist das für mich die einzig nennenswerte Blöße.


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SEHR GUT

AKG C7 Testbericht am 18.10.2016

Produkt:      AKG C7
Hersteller:  

Preis:  230,00 Euro
UVP:    279,00 Euro

Kurzfazit

Hochwertiges Handmikrofon mit Kondensatortechnik und Supernierencharakteristik. Dieses Gesangsmikrofon gibt auf der Bühne, im Proberaum, aber gerade auch im Studio eine sehr gute Figur ab. Dafür zeichnen der sehr breite Übertragungsbereich und die Neutralität (mit leichtem 10-kHz-Boost für Sprachverständlichkeit) verantwortlich. Verarbeitung und Handling sind exzellent, Griffgeräusche gibt es praktisch gar nicht. Die Popgeräusche und Plosive dürften etwas milder ausfallen.

Für wen

Profis auf der Bühne, im Proberaum oder im Studio.

Wichtige Merkmale
  • Kondensatormikrofon
  • Richtcharakteristik: Superniere
  • Übertragungsbereich: 20 Hz - 20 kHz
  • Empfindlichkeit: 4 mV/Pa
  • Max. Schalldruck: 1% THD @ 150 dB SPL
  • Äquivalentschalldruckpegel: 21 dB(A)
  • Signal-Rausch-Abstand: 73 dB(A) re 1 Pa (96 dB SPL)
  • Impedanz: ≤600 Ω
  • Lastimpedanz: ≥2.000 Ω
  • Anschluss: 3-polige XLR-Steckverbindung, vergoldete Pins
  • Abmessungen: 185 x 51 mm
  • Gewicht: 317 g
  • Gepolstertes Softcase und Mikrofonklammer SA 61 liegen bei

 


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