AKG C3000 Testbericht

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AKG C3000 Testbericht

Warum dieses Großmembran-Kondensatormikrofon für Einsteiger und fortgeschrittene Musiker sowie Podcaster, Streaming-Freunde & Co. taugt, erfährst Du im AKG C3000 Testbericht auf delamar.


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Was ist es?

Das AKG C3000 ist ein günstiges Großmembran-Kondensatormikrofon, das zur Aufnahme von Stimmen und Instrumenten aller Art geeignet sein möchte. Als fest eingestellte Richtcharakteristik wurde die Niere gewählt, um Schall von den Seiten und insbesondere Hintergrundgeräusche von hinten weitestgehend auszublenden.

Ein Hochpassfilter lässt sich zuschalten, um Trittschall oder den Nahbesprechungseffekt (Bassverstärkung bei geringen Abständen zur Schallquelle) abzuschwächen. Weiterhin ist eine Vordämpfung des Pegels schaltbar, um sehr laute Klänge wie Blasinstrumente, Drums oder Gitarrenverstärker ohne nennenswerte Verzerrungen aufnehmen zu können.

Mitgeliefert wird eine Mikrofonspinne zur elastischen Aufhängung und damit zur Dämpfung von Schwingungen, die über das Mikrofonstativ übertragen werden.

Beim AKG C3000 Testbericht liegt der aktuelle Straßenpreis dieses Studiomikrofons im deutschen Musikalienfachhandel bei 144,- Euro (inkl. MwSt. & Versandkosten).

 

AKG C3000 Testbericht

Mikrofonspinne

Die mitgelieferte Mikrofonspinne aus Kunststoff hält, was sie verspricht. So reduziert sie Körperschall zur Genüge und das darin verschraubte C3000 hält felsenfest. So gediegen wie etwa die Metallspinne beim dreifach so teuren Sennheiser MK4 wirkt sie freilich nicht, doch bin ich sehr zuversichtlich, was ihre Langlebigkeit betrifft.

AKG C3000 Testbericht

Richtcharakteristik

Die wichtigste Richtcharakteristik für die intentionierte Zielgruppe ist zweifellos die Niere, also entschied man sich auch bei diesem Studiomikrofon dafür. Hier werden Klänge von den Seiten abgeschwächt und jene von hinten bleiben fast komplett stumm in den Aufnahmen.

Praktisch, um Nebengeräuschen keine Chance zu lassen, sondern ausschließlich deine Stimme oder das Instrument einzufangen. Das funktioniert hier gut und es gibt nur unwesentliche Timbre-Änderungen bei leicht seitlicher Besprechung.

Pad & Schalldruckpegel

Zwei Einstellungen lassen sich am Mikrofon selbst tätigen – schalte die Vordämpfung (-10 dB) zu, um laute Klangquellen wie beispielsweise Gitarrenverstärker oder Bläser verzerrungsfrei aufnehmen zu können. Bei eingeschalteter Dämpfung sollen bis zu 150 dB laute Klangquellen möglich sein. Zum Vergleich: ein Presslufthammer entwickelt einen Pegel von etwa 100 dB.

Hochpassfilter

Aktiviere den Hochpassfilter für einen schlankeren Sound mit reduziertem Bassanteil. Das ist praktisch beim zu ausgeprägtem Nahbesprechungseffekt oder wenn der Rapper mal wieder lautstark mit den Füßen den Takt auf den Boden klopft. Auch tieffrequente Störgeräusche lassen sich damit besser in den Griff bekommen.

Der Filter greift mit einer Güte von 6 dB pro Oktave recht sanft ein. Allerdings liegt die Grenzfrequenz bei 500 Hz etwas zu hoch für meinen Geschmack.

Klang

Das AKG C3000 punktet mit sehr guter Sprachverständlichkeit. Die leichte Verstärkung der oberen Mitten bei ~3,5 Kilohertz und der deutliche Höhen-Boost bei ~12 Kilohertz machen Vocals im Mix sofort durchsetzungsfähig und sind charakteristisch für seinen Klang.

AKG C3000 Testbericht

Der Frequenzgang des AKG C3000 verläuft ruhig bis hin zu einer subtilen Mitten und einer deutlicheren Höhenanhebung.

Sie verleihen weiterhin diesem Kondensatormikrofon eine gewisse »Süße«, die (je nach Stimme) auch mal in eine gewisse Härte umschlägt. Auf den zweiten Blick fällt auf, dass es im Gegenzug etwas an »Körperfülle« in den Mitten vermissen lässt.

Die Detailfreudigkeit ist richtig gut für ein so günstiges Modell. Für die hohe Auflösung zeichnet nicht zuletzt die respektable Impulsfestigkeit verantwortlich, dank der Transienten hinreichend zackig erklingen. Prima für Drums und Akustikgitarren.

Sibilanten

Als Sibilanten werden Zischlaute in Gesang und Sprache bezeichnet. Gerade bei einem so präsenzbetonten Studiomikrofon wie diesem rücken Sibilanten gerne mal stärker in den Vordergrund und wirken schnell etwas zu schneidend.

Sollte deine Stimme also generell zu lauten Zischlauten neigen, solltest Du das Modell unbedingt vorher selbst an testen. Im Zweifelsfall könntest Du dem entgegenwirken, indem Du leicht seitlich an der Kapselmitte vorbeisprichst/-singst.

Grundrauschen

Gemessen an der Preisklasse geht das Grundrauschen absolut in Ordnung. Auch leise oder stille Passagen sowie die Mischung mehrerer Aufnahmen dieses Mikrofons fördern in der Praxis kaum einmal ein Rauschen zutage.

Off-Axis

Besprichst Du das AKG C3000 nicht von vorne (direkt auf das AKG-Logo), sondern etwa in einem 45-Grad-Winkel von links/rechts, bleibt das Klangbild weitgehend erhalten im Vergleich zum On-Axis-Sound. Du genießt also ausreichend Bewegungsfreiheit bei der Performance.


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GUT

AKG C3000 Testbericht am 21.06.2016

Produkt:      AKG C3000
Hersteller:  

Preis:  144,00 Euro
UVP:    219,00 Euro

Kurzfazit

Einfaches und erschwingliches Großmembran-Kondensatormikrofon mit Nierencharakteristik. Wenn Du Homerecording betreibst, durchsetzungsfähige Vocals aufnehmen willst und wenig ausgeben möchtest, musst Du das AKG C3000 testen. Für dein Geld bekommst Du ein sehr respektables Studiomikrofon, das auch hohe Schalldrücke verkraftet.

Für wen

Einsteiger und Fortgeschrittene für Musik, Podcast oder Video.

Wichtige Merkmale
  • Großmembran-Kondensatormikrofon
  • Richtcharakteristik: Niere
  • Phantomspeisung: 9-52 Volt
  • Empfindlichkeit: 25 mV/Pa (-32 dBV)
  • Übertragungsbereich: 20 – 20.000 Hz
  • Max. Schalldruckpegel: 140/150 dB (0,5% Klirr)
  • Eigenrauschen: 14 dB(A)
  • Signal-Rausch-Abstand: 80 dB(A)
  • Vorabschwächung: -10 dB schaltbar
  • Hochpassfilter: 6 dB/Okt. @ 500 Hz schaltbar
  • Maße: 53 x 162 mm
  • Gewicht: 320 g

 


Lesermeinungen (4)

zu 'AKG C3000 Testbericht: Erschwingliches Studiomikrofon für Vocals & mehr'

  • Hirade   22. Jun 2016   10:50 UhrAntworten

    Ich habe das C3000 aus der ersten Serie (zylindrische Form), und setze es im professionellen Studio sehr gerne ein. Gerade bei tieferen warmen Frauenstimmen ist es sehr gut geeignet, und wirft das U87 oftmals in den Schatten.
    Weiss nicht ob das mit der heutigen Version vergleichbar ist, das alte ist aber in jedem Fall eine Kaufempfehlung, auch für Profis!

    • Carlos San Segundo (delamar)   22. Jun 2016   10:56 UhrAntworten

      Hallo Hirade,

      vielen Dank für dein Feedback.

      Ich hatte das alte C3000B (das meinst Du wohl?) ebenfalls - gegen das U87ai kann es nicht anstinken. Das muss es auch gar nicht - wir sprechen hier von Faktor 10-20 in den Kosten.
      Für das Geld ist es ein gutes Mikrofon und die neue Version gefällt mir etwas besser als die alte.

      Wobei ich selbst die hier getestete Version auch nicht so ausgiebig gehört habe.

      Herzliche Grüße
      Carlos

      • Hirade   22. Jun 2016   14:23 Uhr

        Hab nachgeschaut, ist sogar der etwas kleinere Bruder C2000B. Naja, was bedeutet "kommt gegen das U87 nicht an", Grundrauschen, Auflösung, Linearität, max. Schallpegel usw.?
        Bei uns gibt es 1 Kriterium, ob bei Hardware oder Plugins: was klingt für diesen Sänger, dieses (akustische) Instrument, diesen Song usw. besser - das ist dann natürlich sehr subjektiv. Wir nehmen pre Records mit mindestens 2 unterschiedlichen Mics auf, und entscheiden dann zusammen mit dem Kunden was besser passt. Bei Mid Side gibt's dann 2 Gewinner ;)
        Da ist es tatsächlich so, dass das AKG ab und an dem U87 bevorzugt wird, und zwar vom Kunden und dem Techniker.
        Ich wollte mit meiner Aussage nur aufzeigen, dass der Ton und nicht der Preis ein Mic ausmacht, und teuer nicht automatisch besser ist. Aber das wissen wir sicher alle.

        Gruss
        Roman Hirade

      • Carlos San Segundo (delamar)   22. Jun 2016   17:03 Uhr

        Hallo Roman,

        ich gebe dir vollkommen recht: nicht auf den Preis, sondern auf das Matching von Mikro/Sänger.
        Mit praktisch jedem Mikrofon kann amtlich produziert werden.

        In Sachen Auflösung hat das U87ai die Nase vorn, zudem ist es flacher - etwas, das ich jederzeit bevorzugen würde.

        Am Ende ist nur die Performance wichtig :)

        Herzliche Grüße
        Carlos

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