AIR The Riser Testbericht

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AIR The Riser Testbericht

Hier ist der AIR The Riser Testbericht auf delamar


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Was ist es?

Mit AIR The Riser ist ein virtuelles Instrument für Windows & Mac OS X erschienen, das in seiner Konsequenz Neuland betritt: Es erzeugt Klänge, die sich als Übergänge in elektronischer Tanzmusik punktuell einstreuen lassen. Das Ziel ist es, Spannung zu erzeugen und ein dramatisches, bewegendes Moment in die Musik einfließen zu lassen.

Das Vokabular für die verschiedenen Arten dieser Klänge umfasst grundsätzlich die namensgebenden Rises (steigende Tonhöhe) und Falls (fallende Tonhöhe), aber auch Begriffe wie »Swells« (Anschwellendes) und (De-)Crescendo finden sich. 300 Presets sind an Bord.

 

AIR The Riser Testbericht

Erster Eindruck und grundlegende Klangerzeugung

Die einzelnen Bediensektionen auf dem Interface sind dank kontrastreicher Farbgebung gut unterscheidbar. Sehr hilfreich fand ich die links unten eingeblendeten Tipps, die bei Bedarf per Mausklick durchblättert werden können – das ist viel spielerischer, als im PDF-Handbuch zu kramen.

Die Grundstruktur: »Sweep« ist ein gewöhnlicher Oszillator (Wellenformvariante wählbar aus drei Sägezahnen und vier Rechtecken), »Noise« ist Rauschen (das Werkzeug der Wahl für einen »Swoosh«) und »Chord« ist ein weiterer unabhängiger Oszillator, der einen Akkord spielt (Dur, Moll etc. wählbar).

Es geht um Bewegung – um das Steigen, das Fallen. So gibt es für jeden grundlegenden Syntheseparameter in AIR The Riser eine Verlaufskurve. Damit bestimmst Du per Maus oder MIDI-Controller die Höhe des Start- und des Endpunktes sowie die Kurvenform.

Bei jedem dieser Parameter ist noch einer von zwei LFOs zuschaltbar (in beliebigen Intensitäten beider Richtungen), um diese Verlaufskurven zu modulieren. Alle Klänge sind temposynchron, das heißt die Verlaufskurven dauern stets ½, 1, 2, 4, 8, […] Takte im eingestellten Tempo.

Sehr sinnvoll: Mit einem Klick kannst Du die Start- und Endpunkte der Parameter vertauschen – aus einem ansteigenden, anschwellenden Sound wird ein abschwellender, fallender und umgekehrt.

Fortgeschrittenes

Um aufsehenerregende Sounds zu erzeugen, gibt es freilich auch Effekte. Der »Pumper« bildet das charakteristische Pumpen nach, wie es etwa Daft Punk schon seit jeher einsetzt, um die Bassdrum besser zur Geltung zu bringen und Tracks dynamischer zu gestalten. Delay und Reverb sorgen für Räumlichkeit, während Distortion den Sound über diverse Algorithmen anwärmt, zerstört oder wie durch einen Bit-Crusher gejagt klingen lässt. Alle Effekte sind durch die Reduzierung auf die wichtigsten Parameter einfach zu bedienen, lassen dennoch nichts vermissen und klingen gut.

Hochinteressant: Die Darstellungen mit Start- und Endpunkt plus variabler Kurvenform gibt es nicht nur für die Syntheseparameter, sondern auch für die Effektstärke im Verlauf des Klangs. Eine feine Idee, die der Effektsektion des AIR The Riser noch den letzten Kick gibt.

Schließlich sei auf den Zufallsgenerator hingewiesen, der sämtliche wichtigen Parameter durchwürfelt. Wenn Du man mal nicht weiter weißt und dich berieseln lassen möchtest, kommt das gerade recht.

Presets, Potential und Genres des AIR The Riser

Die Presets reizen das Potential dieses spezialisierten Synthies weitgehend aus. Das bleibt immer im Rahmen von EDM und verwandten Richtungen elektronischer Tanzmusik, auch für nicht mehr so frische Genres wie Trance und Goa eignen sich die Klänge des Plugins. Weiterhin würden viele Sounds bei einer Sample Library wohl im Ordner »FX« eingereiht – sie taugen zum punktuellen Vertonen von Film-, Fernseh- und Videoproduktionen sowie Hörspielen, Theateraufführungen und mehr.

So gut das Plugin seine Sache macht, der letzte Funke will bei mir nicht überspringen. Presets sollen begeistern und inspirieren, das gelingt allerdings nicht allen. Vielleicht musste AIR The Riser hierfür etwas klangliche Brillanz und Originalität an die Einfachheit der Bedienung und den niedrigen Preis hergeben. Die Flexibilität der Synthese ist auch der Bedienung zugute etwas enger, als sie mir als Freund von Techno, House und experimentellen Spielarten lieb wäre. Nun gut, um diese Genres geht es eben nicht wirklich bei den hier zuverlässig gelieferten musikalischen Übergängen.

Die Zahl der Voreinstellungen ist mit 300 Stück stattlich. Allerdings hat der Hersteller oft Preset X genommen, aus einem Rise einen Fall oder vice versa gemacht hat, bestenfalls noch minimale Änderungen vorgenommen und als Preset Y abgespeichert. Ein Trick, der die Zahl der Presets in die Höhe treibt und das Finden des richtigen Sounds in der Performance vereinfacht.


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GUT

AIR The Riser Testbericht am 04.01.2015

Produkt:      AIR The Riser
Hersteller:  

Preis:  ~73 Euro
UVP:    ~73 Euro

Kurzfazit

Synthesizer für Übergänge & FX Sounds. Das Plugin überzeugt mit seinen formbaren Verlaufskurven für die Parameter und schnell erstellten Übergangssounds.

Für wen

Einsteiger und fortgeschrittene Produzenten von EDM, Trance, Goa, Trap und mehr, die sehr schnell temposynchrone Übergänge erstellen wollen.

Wichtige Merkmale
  • Virtuelles Instrument für Übergangsklänge
  • Plugin für Windows & Mac OS X
  • Schnittstellen: VST, AU, AAX
  • 3 Oszillatoren
  • Alle wichtigen Parameter mit formbaren Kurven
  • Filter mit 22 Modi & Distortion
  • Delay, Reverb & rhythmischer Dynamikeffekt für »Pumpen«

 


Lesermeinungen (1)

zu 'AIR The Riser Testbericht: Virtuelles Instrument für musikalische Übergänge'

  • Wirgefuehl   05. Jan 2015   09:45 UhrAntworten

    Frohes Neues Jar, delamar! :)

    Interessanter Synthie von der Idee her. David Guetta hat ihn bestimmt schon :)

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