Songwriting im eigenen Tonstudio ohne die Inspiration zu verlieren

Songwriting im eigenen Tonstudio ohne die Inspiration zu verlieren

Eigentlich möchte ich mir selbst empfehlen, Songs nicht im Tonstudio zu schreiben. (Klar, die Rede ist vom eigenen Homerecording-Tonstudio. Alles andere wäre ja finanzieller Selbstmord.) Zu oft verliere ich mich in sonst in aufnahmetechnischen Details oder beginne, Klänge am Synthesizer zu optimieren, ohne zu wissen, was sie am Ende spielen sollen.

Tipps zum Songwriting im Tonstudio

Tipps zum Songwriting im Tonstudio

Nein, ein effektiverer Weg ist für die meisten von uns, sich vor ein Piano zu setzen oder die Gitarre zur Hand zu nehmen und einfach drauf los zu schreiben. Aber mit etwas Disziplin lässt sich das Songwriting auch an einer DAW (Digital Audio Workstation) hervorragend in die Tat umsetzen.

Der Trick dabei ist es, sich seinen Sequencer für die spezielle Anwendung Songwriting zu konfigurieren. Im Grunde genommen funktioniere ich mein Musikprogramm damit zu einem Instrument um.

 

Geschwindigkeit des Audio Computers

Die Inspiration kommt und geht, das kennst Du sicherlich. Der Trick ist es, sofort aufnahmebereit zu sein, wenn es soweit ist. Das bedeutet in erster Linie, dass dein Audio Computer sehr schnell das Betriebssystem sowie deinen Sequencer laden muss. Und das hinzubekommen ist keine leichte Aufgabe.

Die meisten Musiker nutzen nach wie vor die Windows-Plattform zum Musikmachen. Diese hat leider zum Nachteil, dass sie nach einigen Jahren Nutzung immer langsamer wird. Es gibt nicht viel, was Du hier tun kannst, aber hier sind einige Tipps. Am hilfreichsten ist ein Dual-Boot-System, bei dem Du eine der Installationen rein für das Musikmachen reservierst.

Diese braucht dann auch nicht ins Internet gehen, einen Antivirus und auf die Installation von Programmen, die nicht zum Songwriting und Recording notwendig sind, kannst Du verzichten.

Windows-Installationen können in Sachen Geschwindigkeit von einer regelmässigen Defragmentierung profitieren, wie schon in dem Artikel Latenz Probleme in den Griff bekommen beschrieben.

 

Eine Songwriting-Vorlage kreieren

In deiner DAW kannst Du dir eine Vorlage zum Songwriting erstellen. Diese braucht gar nicht viele Einstellungen und Spuren. Eine Spur, auf die Du deine Vocals bzw. deine Melodien einsingen kannst. Eine weitere Spur, um deine Gitarre oder sonstiges Instrument aufzunehmen und so weiter.

Es geht darum, dass – nachdem der Audio Computer und der Sequencer schnell gebootet sind – Du sofort loslegen kannst.

 

MIDI statt Audio

Viele Musiker begleiten sich beim Songwriting ja gerne mit einem Piano oder einem anderen Tasteninstrument. Auch wenn hier dein Flügel oder dein Stage-Piano den besten Klang überhaupt haben: Am Anfang im Kompositionsprozess ist es besser, einfach nur die MIDI-Noten aufzunehmen.

Im späteren Verlauf kann sich das als unheimlich zeitsparend erweisen. Beispielsweise wenn Du die Tonart des Musikstücks ändern möchtest. Natürlich gibt es mit der heutigen Technologie wie Time-Stretching und Pitch-Bearbeitung auch bei Audio noch Möglichkeiten das zu erledigen. Aber MIDI ist hier wesentlich unkomplizierter und damit ein echter Zeitfaktor.

 

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Lesermeinungen (5)

zu 'Songwriting im eigenen Tonstudio ohne die Inspiration zu verlieren'

  • docmidnite
    21. Jun 2010 | 11:58 Uhr Antworten

    Völlig d´áccord.
    Um dieses Problem aber gar nicht aufkommen zu lassen (PC hochfahren etc) tat es für mich lange ein billiges Cassetten-Diktiergerät, dann ein Zoom H2, jetzt bevorzugt das iPhone (oder andere Handys mit Sprachmemofunktion). Und das Handy hat man doch irgendwie immer griffbereit… Auch wenn kein Instrument zur Hand ist: Was draufgesummt, gelallt oder mündl. Arrangemtskizzen draufgesprochen sind auch flott. Für mich funzt das!

  • Olaf
    22. Jun 2010 | 14:13 Uhr Antworten

    Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass die besten Ideen selten im Studio entstehen. Manchmal sitzt man stundenlang vor seinem “Klavier” und klimpert rum, ohne dass etwas interessantes entsteht. Dann steht man auf, um sich z.B. einen Kaffee zu kochen und spinnt im Kopf die Ideen weiter. Plötzlich hat man dann *den* genialen Einfall.

    Dann ist es zwar hilfreich, wenn man diese Idee in irgend einer Form festhalten kann, z.B. mit einem Diktiergerät (in welcher Form auch immer…). Ich habe so etwas allerdings noch nie benötigt und auch nie vermisst! Wenn eine Idee *wirklich* gut ist, kann man sie sich auch merken! Trainiert auch gleich ein wenig die grauen Zellen. Wenn man sie wieder vergisst, war sie am Ende vielleicht doch nicht so genial und es ist gar nicht so schlecht, dass man sie wieder vergessen hat. Manchmal reicht auch nur eine blasse Erinnerung an eine gute Idee, um sie dann später im Studio richtig auszuarbeiten. Manchmal entsteht dabei sogar noch etwas viel besseres….

  • Maik
    24. Jun 2010 | 02:04 Uhr Antworten

    Hi Olaf,
    so ganz kann ich deine Meinung nicht bestätigen. Ideen kann man so schnell vergessen… Es reicht schon, wenn die Idee noch frisch ist und du eine längere Zeit mit den Gedanken abschweifst und an ein anderes Lied denkst. Auf einmal bekommst du deine Melodie nicht mehr hin. Ist mir vor kurzem auch passiert. Zum Glück ist sie mir bei längerem Grübeln und spielen wieder eingefallen. Und ich glaube nicht, dass sie schlecht war, denn sie ist bei Freunden wirklich sehr gut angekommen.
    Aber mal zum Thema “Orte der Inspiration”
    Bei mir ist das die Dusche, Orte an denen ich eigentlich nicht in Tagträume versinken sollte ;) und der Schlaf. Mir sind wirklich schon einige Ideen beim schlafen eingefallen.

  • Olaf
    25. Jun 2010 | 14:42 Uhr Antworten

    Hallo Maik,

    wenn ich Dir einen wirklich guten Tipp geben darf, dann verabschiede Dich von dem Gedanken, dass Freunde als Berater und zur Beurteilung Deiner Musik geeignet sind! Nicht einmal die A&Rs der großen Plattenfirmen haben immer den richtigen Riecher und erkennen, was “gut” oder “schlecht” ist. Darüber hinaus wollen Freunde, wenn sie welche bleiben wollen, Dich auch nicht verletzen und werden Dir im Zweifelsfall, auch wenn sie etwas anderes behaupten, niemals die ganze Wahrheit sagen.

    Sich “seine” Melodien oder sonstigen Ideen zu merken ist nichts anderes als Training und Disziplin. Zwei Dinge, über die jeder Komponist/Musiker grundsätzlich verfügen sollte, meiner Überzeugung nach. Und manchmal ist es auch gar nicht so schlimm, wenn man nicht jedes Detail seiner Idee später am Klavier/im Studio noch im Ohr hat und umsetzen kann. Die ersten Ideen sind auch selten gleich die besten! Für mich sind musikalische Ideen wie guter Wein – sie brauchen Zeit zum Reifen!

  • Maik
    25. Jun 2010 | 15:06 Uhr Antworten

    hallo Olaf,
    da gebe ich dir vollkommen recht. Aber ich hoffe ja mal, dass ich nicht so schlecht bin, dass man mich anlügen muss. ;) Ich kann aber allgemein Reaktionen von anderen Menschen ganz gut einschätzen.
    Doch das war in diesem Fall garnicht nötig. enn sie wussten überhaupt nicht, dass das Lied von mir war.

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