Songwriting: 4 todsichere Wege, einen Song zu schreiben

Songwriting: 4 todsichere Wege, um Songs zu schreiben

Songwriting: 4 todsichere Wege, um Songs zu schreiben

Songwriting: 4 todsichere Wege, einen Song zu schreiben

Vielleicht ist es wichtig zu Beginn dieses Artikels noch darauf einzugehen, was ein Song überhaupt ist bzw. was einen Song überhaupt ausmacht. Wenn wir die ganz minimalistische Schiene fahren wollen, dann definiert sich ein Lied über lediglich zwei Elemente: Eine Melodie und die begleitenden Harmonien. Ohne Melode keine Musik, das liegt auf der Hand.

Wenn wir aber mehr auf kontemporane Musik eingehen wollen, müssen wir die Definition eines Songs etwas erweitern. Ein Lied in der heutigen Popmusik (um den grössten gemeinsamen Nenner zu nutzen) besteht aus vier unterschiedlichen Elementen: Melodie, Text, Harmonien und Rhythmus. Je nachdem ob es sich in dieser Betrachtung um HipHop oder House, Pop oder Heavy Metal handelt, haben diese vier Elemente unterschiedliche Gewichtung.

Im Dance werden die Lyrics oftmals auf ein oder zwei kurze Hooks reduziert, die Harmonien auf ein Minimum beschränkt, dafür aber der Rhythmus ganz nach vorne geschoben. Rock und Soul legen zwar viel Wert auf Rhythmus, vernachlässigen aber die anderen Elemente nicht zu dessen Gunsten.

Worauf ich hinaus will ist Folgendes: Es gibt nicht den einen Weg, um einen Song zu schreiben. Es gibt viele Wege und auf die vier wichtigsten, auf die, die todsicher funktionieren, davon handelt dieser Artikel.

 

Wie kann ich mit dem Song schreiben loslegen?

Nicht jeder hat gleiche Stärken. Dem Einen liegen die Lyrics gut, ein Anderer hat seine Skills eher im Rhythmischen. Wichtig für dich ist nur, deinen eigenen Weg zu finden. Den Weg, der für dich am besten, einfachsten, komfortabelsten, effektivsten oder erfolgreichsten funktioniert. Während ein John Lennon am Klavier sass und auf den Tasten herumspielte, um neue Songs zu komponieren, kam Paul McCartney der Song “Yesterday” im Traum…

 

Songwriting Weg 1: Beginne mit der Melodie und such dir dann die Harmonien

Vielleicht ist dies hier der klassische Weg, um neue Songs zu schreiben und vielleicht auch der vielversprechendste. Da ist die Melodie, die in Ruhe und für sich allein ausgearbeitet wird, bis sie zu einem echten Ohrwurm wird und für sich genommen funktioniert. Schliesslich ist es zumeist auch eben diese Melodie, die von Hinz und Kunz später auf der Strasse nachgesungen werden wird.

In der heutigen Musiklandschaft ist die Methode immer weiter in den Hintergrund gerückt, weswegen sich auch viele Hits nicht mehr richtig nachsingen lassen. Oftmals werden Melodien auch erst komponiert, nachdem die harmonische Struktur an einem Instrument festgelegt wurde. Das Ergebnis sind hier oftmals vernachlässigte, nicht bis zum Ende ausgearbeitete Melodien.

Im Gegenzug ist eine effektive Melodie auch dann noch schön anzuhören, wenn sie ohne Begleitung gespielt wird. Und wenn sie dann noch mit einem schönen Hook im Text kombiniert wird, ist die Kombination unschlagbar.

 

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Lesermeinungen (19)

zu 'Songwriting: 4 todsichere Wege, einen Song zu schreiben'

  • Jürgen
    08. Jul 2010 | 12:58 Uhr Antworten

    Es ist immer wieder erfrischend, hier Artikel zu lesen, die sich nicht damit beschäftigen, wieviele 100 Stimmern ein neuer Softsynth erzeugen kann oder wieviele 1000 Instanzen des neuen Hall-Wunder-Plugins sich öffnen lassen.

    Schließlich machen wir alle Musik, und darüber wird meines Erachtens nach viel zu wenig geschrieben/geredet/diskutiert.

    Sehr schöner Artikel, der den einen oder anderen Horizont zu eröffnen vermag.

    Jürgen

  • Alex la Gruener
    08. Jul 2010 | 13:29 Uhr Antworten

    Hallo Carlos.

    Schöner Artikel, sehr inspirierend…

    Danke.

  • BLACKSTEEZE
    08. Jul 2010 | 13:45 Uhr Antworten

    Carlos,

    Ich sage einfach Dan-ke-schööön :)

    Toller Bericht,

  • vanhold
    08. Jul 2010 | 13:48 Uhr Antworten

    Hallo Carlos,
    dein Artikel hat mich zum Nachdenken gebracht. Was mach ich eigentlich falsch, jetzt weiss ich es. Ich gehöre zu der Fraktion, die erst ein komplettes Backing mit Drums, Bass, Gitarren erzeugt, dann, nach dem Stil oder der Atmosphäre ein Titel gefunden, danach erst einen Text und Melodie. Ich werde das mal ändern müssen, oder häufiger einmal in eine andere Art zu komponieren wechseln.
    Danke für den Gedankenanstoss!

  • Jonathan
    09. Jul 2010 | 09:47 Uhr Antworten

    Hi!

    Also schöner Artikel, aber was hast du für ein Problem damit, wenn sich eine Melodie nur über eine Oktave erstreckt? Ich würde mal sagen, 90% aller Songs haben eine Melodie über nur eine Oktave, auch die, bei denen mit der Melodie begonnen wurde und diese den Schwerpunkt des Songs darstellt.

  • suckspeed
    09. Jul 2010 | 10:43 Uhr Antworten

    Moin Carlos,

    ich schließe mich meinen Vorrednern an. Es ist eigentlich alles so plausibel, dass man es wissen müsste und eigentlich ist das alles einem auch nicht fremd. Dennoch vernachlässigt man dies gerne und geht doch immer wieder seinen alten Weg und wundert sich immer wieder, warum es hier und da hakt. Als Trigger dafür, sich beim nächsten Song mal anders ans Songwriting zu machen, ist dieser Artikel sehr hilfreich gewesen. Ein netter Gedankenanstoß, den jeder hin und wieder mal braucht. :-)

    Viele Grüße

    suckspeed

  • finaltune
    12. Jul 2010 | 22:06 Uhr Antworten

    Danke dür diesen Artikel, er war sehr interessant. Ich habe auch oft das Problem mit der Harmonie anzufangen und dann die Melodie dazu zu finden.

    Mit der Melodie anzufangen, zumindest in melodischer Musik, macht viel mehr Sinn :)

  • Kev90
    15. Jul 2010 | 22:28 Uhr Antworten

    Super Artikel, ist immer wieder sinnvoll Zeit für deine Artikel zu investieren!!!…
    Meistens fange ich damit an mir erstmal ein Drumset fertig zustellen.
    Daraufhin mache ich die Melodie und dann erst den Loop bspw. Da die Drums ja auch mit der Melodie und evt. mit den Vocals harmonieren sollen. Und dann spiele ich auch eine schöne Harmonie ein.

  • marcelo
    24. Jan 2011 | 22:46 Uhr Antworten

    super toll !! alle deine tutorials und videos sind wannsinnige hilfe für musiker !!!!
    danke carlos
    marcelo

  • Lab Of Music
    17. Aug 2011 | 10:17 Uhr Antworten

    Hi

    Einfach klasse der Artikel! Ich produziere viele verschiedene Musikstile und habe eigentlich schon alle 4 ausprobiert.
    Welches der beste Weg ist, kann ich nicht sagen. Bei meinem letzten Song, hatte ich die Akkordfolge und die Melodie und hab dann den Rest drum herum gebastelt ;)

    Einer hier hat mal geschrieben, dass es nur darauf ankommt Musik zu machen, naja, wo er recht hat, hat er recht :)

    hier kann mein neuestes Werk angehört werden http://snd.sc/ptjmIY

    Peace
    LAB OF MUSIC

  • fr33
    26. Aug 2011 | 04:08 Uhr Antworten

    ich musste beim Lesen des Artikels bei Abschnitt zwei ein wenig lachen, da er praktisch meinen Leidensweg beschreibt, den mittlerweile ich langsam aber sicher verlasse. :D Als Gitarrist habe ich immer erst mit einem Riff oder einer Melodie begonnen und konnte mich dann schwer davon loesen bzw. das Thema fortfuehren. Oft hat das auch zu langweiligen, geradlinigen (ich moechte sagen “steifen”) und vorhersehbaren Songstrukturen gefuehrt. Bei mir hat es geholfen, mit den Drums zu beginnen und mir die Gitarren dazu nur grob zu denken. Airdrumming hilft dabei ungemein. Klingt bescheuert, ist aber so. Wenn man sich das Schlagzeug und dessen Aufbau halbwegs bildhaft analog zu seinem Airdrumming vorstellen kann, erzielt man sehr natuerliche Ergebnisse bei der Programmierung der Drums und kommt darueber hinaus auch deutlich schneller zu interessanten Songstrukturen. Nachdem ich diesen Weg – also mit den Drums zu beginnen – etwas trainiert hatte, war es “ganz ploetzlich” auch einfacher einen Song weiter zu bringen, auch wenn man erst die Melodie oder die Akkordfolge hat. Mittlerweile probiere ich deshalb auch alles mal aus und fange mal mit dem Bass, mal mit der Gitarre und mal mit den Drums an, je nach Laune.

  • Rüdiger Raidler
    18. Sep 2011 | 02:17 Uhr Antworten

    Oft, wenn ich unkonzentriert übe, entartet das Ganze in eine halbstündige Inprovisation. Dabei kommen aber die verschiedensten Ideen zusammen. So brauche ich mich nicht mehr hinzusetzen und mir etwas überlegen, sondern brauche mir nurnoch Gedanken über die Struktur, die Strophe, usw. machen. Das ist auch eine gute Methode.

  • Superkarl
    24. Nov 2011 | 10:48 Uhr Antworten

    Ich recorde schon fast 30 Jahre und kenne noch das Gefühl, unter welchem Druck man steht, wenn die analoge Bandmaschine läuft, das teure Band … Da habe ich zumindest gelernt, das Üben und spieltechnisch sauberes Handwerk unvermeidlich ist wenn es darum geht, “pro” zu klingen. Die hier angebotenen Tipps zur professionellen (nachvollziehbaren) Vorbereitung wie Stimmen der Instrumente, Kabel, Verschaltung, Pegel etc. und darüber hinaus eigene Betrachtung seiner Gesamtperformance ist super. Teilweise ist erschreckend deutlich dargestellt, welche Mankos einen selbst ausbremsen in seiner Kreativität (teils einfachste Dinge, die jetzt wo man es weiß schnell behoben/geändert werden können). Herr Segundo, sehr guter Mann.

  • michael
    02. Dez 2011 | 15:21 Uhr Antworten

    hallo, carlos.

    erst einmal ein dickes dankeschön dafür, dass du hier all dein wissen kostenlos mit uns teilst.

    obwohl mir dieser artikel bis zuletzt sehr gut geholfen hat, stehe ich nun vor einem großen problem:

    ich habe im herbst meine erste solo-ep veröffentlicht.
    daraufhin bekam ich vor einiger zeit das angebot unterbreitet, einen studioaufenthalt finanziert zu bekommen, der es mir ermöglichen sollte, professionelle aufnahmen machen zu können.

    und .. was soll ich sagen? seitdem kriege ich nichts mehr auf die reihe, das mich nur im ansatz für weniger als ein paar stunden zufrieden stellt. die termine sind auf mitte januar festgesetzt und besserung ist nicht in sicht. ich habe viel versucht, mir verschiedes angehört, aber letztendlich auch ein wenig das ziel vor den augen verloren. ich denke, es liegt auch am zeitdruck, das es momentan einfach nicht funktioniert mit dem songwriting.

    vielleicht hast du auch schon mal eine solche phase durchgemacht und den ein oder anderen hilfreichen tipp für mich. lyrisch komme ich ganz gut voran; von daher bezieht sich mein hilferuf auf den musikalischen teil.

    vielen dank im voraus,

    michael

  • Timo
    28. Feb 2012 | 22:53 Uhr Antworten

    Lustig, dass ich gerade jetzt über diesen Artikel gestolpert bin. Ich lese delamar ja schon länger und habe eigentlich nach einer Info zu Cubase gesucht. Aber gerade gestern habe ich selbst etwas zu diesem Thema geschrieben*.

    Aus meiner Perspektive fehlt noch der Hinweis darauf, dass man immer bereit sein sollte, Ideen festzuhalten – nicht nur mental, sondern auch technisch. So wie den Notizblock beim Texter sollte der Sänger oder Instrumentalist ein Aufnahmegerät dabei haben. Das kann ein Diktiergerät oder mobiler Recorder sein – oder heutzutage natürlich ein Smartphone, vorausgesetzt es hat ein einigermaßen gescheites Mikro und idealerweise genug Power für Mehrspuraufnahmen (wobei die Latenzen teilweise unterirdisch sind). Passende Apps gibt’s mit bis zu vier Spuren, Loops, Metronom und so weiter. So gut wie ein mobiler Recorder wird es zwar nie, aber um schnell eine Idee per Mehrspur-Summen festzuhalten ist diese Lösung ideal.

    tlab3000.wordpress.com/2012/02/27/frust-songideen-merken/

  • Moritz
    29. Feb 2012 | 11:49 Uhr Antworten

    Hey Carlos,
    Ist echt ein Hammer Artikel !!!
    Hab beim durchlesen sehr oft auch meine Gedankengänge
    erkannt und mich bestätigt gefühlt.
    Ich bin auf einer Art und weiße auch sehr kreativ beim schreiben und würde oft gerne mehr Sagen in wenigeren Worten, was mir aber persönlich schwer fällt. Das Kürzen von Worten, dabei blutet teilweiße mein Herz. Muss aber sein sonst würde es oft nicht auf den Takt passen… Ich wollte dich fragen ob es dafür nicht eine Art Tipp gibt sich dabei nicht zu verkünsteln in sachen Struktur bzw. den Rhytmus selbst auf viele Verse anzupassen ?
    Wäre dir echt dankbar

  • Trommel-Herbert
    16. Nov 2012 | 17:55 Uhr Antworten

    Hi Carlos,

    ich habe (nach 30 Jahren totaler “Sendepause”) wieder angefangen Musik zu machen. Jetzt, der “Zukunft” angekommen, bin ich von der gigantischen technischen Entwicklung begeistert. An dieser Stelle möchte ich mich sehr herzlich bei Dir und Deinem Team für die hervorragende Präsentation hier bedanken. Ich habe schon jede Menge gelernt und werde es weiterhin als fleißiger Nutzer Euren Seiten tun.

    Beste Grüße vom Trommel-Herbert
    PS: Auf meiner Weibseite ein kleines “Ständchen”
    für Euch als Dankeschön.

  • Deirdre
    26. Mrz 2013 | 22:29 Uhr Antworten

    Hallo Carlos,

    Vielen Dank für diesen coolen Artikel, er ist super hilfreich, vor allem weil ich schon viel zu lange überlege, einen eigenen Song zu schreiben, aber mit Noten hab ich es einfach nicht so…
    Wenn ich dann mal irgendwann einen Songtext aufgeschrieben habe, der mir gefällt und sogar eine Melodie dazu gefunden habe, vergesse ich die Melodie wieder!! :)

    Viele liebe Grüße

  • Alfred
    04. Jun 2013 | 11:58 Uhr Antworten

    Hi Carlos

    Ich beginne gerne mit der Melodie, manchmal kommt es auch vor das mir zuerst ein Text einfällt. Oft ist es auch der Fall, dass ich ein paar Takte am Kayboard einspiele die ich abspeichere und nach einiger Zeit wieder mal anhöre und die Takte weiterspinne :-) bis ein Song entsteht.

    Nette Grüße aus der Steiermark
    Alfred

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