Songs schreiben 1: Songwriting Tutorial zum Komponieren lernen

Songs schreiben leicht gemacht: Songwriting Tutorial zum Komponieren lernen

Die Frage “Kann das Songs schreiben gelernt werden?” ist wohl eine der strittigsten unter Musikern. Viele Songwriter beharren darauf, dass eigene Lieder schreiben eine Kunst und kein Handwerk sei. Ja, Songs schreiben ist eine Kunst. Ja, Songs schreiben ist ein Handwerk. Ich bin seit jeher der Meinung, dass die Welt nicht schwarz und weiss ist, sondern eine Menge Graustufen für uns bietet.

Ich würde zustimmen, dass ein Mensch, der kein musikalisches Verständnis jeglicher Art hat, auch mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht in der Lage sein wird, eigene Lieder schreiben zu können. Zumindest mal nicht im herkömmlichen Sinn mit Melodie, Harmonien, Text und emotionalem Tiefgang. Nichtsdestotrotz hat wahrscheinlich schon Jeder mal eine willkürliche Melodie auf der Strasse vor sich hin gepfiffen – und damit einen eigenen Song in seiner minimalistischen Form, einer Melodie, geschrieben.

 

Songwriting – Kunst oder Handwerk?

Ein weiterer Streitpunkt ist bisweilen auch eine etwas andere Perspektive der Gegenüberstellung von Kunst und Handwerk: Viele Musiker geben sich der romantischen Vorstellung hin, dass gute Lieder nur dann entstehen, wenn der Song irgendwie plötzlich “da” ist, aus einer Eingebung oder einem Traum heraus – einfach dann, wenn der Song nach 10 Minuten fertig geschrieben ist. Sozusagen aus einem kreativen Moment magisch entstanden.

Natürlich mag es Songs geben, die auf genau diese Weise entstanden sind (oder von denen der Songwriter behauptet, es wäre so gewesen). Die Vielzahl aller erfolgreichen Songs dort draussen wurden aber ganz gezielt und in harter, dedizierter Arbeit komponiert. Die Literatur zum Thema Songwriting ist in dieser Hinsicht sehr aufschlussreich, siehe auch links. Für mich ist das Lieder schreiben eher so wie das Autofahren: Es wird wesentlich einfacher, wenn dir ein Fahrschullehrer Tipps gibt, worauf Du achten kannst und welche die typischen Stolperfallen sind.

Ich würde dennoch auch zustimmen, dass ein angeborenes Talent zum Lieder schreiben dich sehr, sehr weit bringen kann. Und auch dafür hat es zahlreiche Beispiele gegeben (und gibt es noch). Aber wer die Regeln der Musik brechen möchte, der sollte im Vorfeld gelernt haben, welche diese sind. Das gilt zumindest dann, wenn Du möchtest, dass deine Musik auch von einem Publikum (gerne) gehört wird. Denn dann musst Du wissen, warum Menschen genre bestimmte Musikrichtungen hören.

Wenn Du zu den Musikern gehörst, die fest daran glauben, dass Songs schreiben eine nicht erlernbare Kunst ist, kannst Du jetzt getrost aufhören, diesen Artikel zu lesen. Wenn nicht, lies weiter, es erwarten dich einige wichtigen Grundlagen, die dir das Songs schreiben leicht machen werden.

 

Was macht einen Song aus? – Songs schreiben leicht gemacht

Der berühmte Komponist Claude Debussy hat mal gesagt: “Musik ist die Stille zwischen den Noten.” Und recht hat er. Was einen guten Song ausmacht, darüber könnten wir hier herzlich lange streiten. Und vielleicht wird das auch so kommen, denn ich werde hier meine eigene Meinung dazu kundtun: Ein guter Song ist einer, der sein Publikum mit seiner Botschaft emotional erreicht.

Sei es die oberflächliche Popnummer von Bohlen aus dem Radio, die tausende Hörer in gute Stimmung versetzt, der Schlager, der ein ganzes Festzelt auf dem Oktoberfest zum Toben bringt, das Jazzstück, das das schweigsame Publikum intellektuell berührt, oder die 16-minütige Komplex-Metal-Nummer, über dessen Aufbau und Komplexität wochenlang gerätselt wird. Sie alle erreichen ihr Publikum und machen damit einen guten Song aus.

Aber bleiben wir noch ein bisschen bei den Grundlagen zum Songs schreiben. Bevor wir uns überhaupt Sorgen über die Qualität eines Lieds machen, müssen wir das Handwerkszeug zum Lieder schreiben kennen lernen. Aus welchen Bestandteilen setzt sich eine fertige Komposition zusammen? Und für den Rahmen dieser Artikelserie bin ich auf folgende Aufstellung gekommen:

Die Idee und die Muse
Ein Lied beginnt mit einer Idee, die aus einer Laune oder einer Stimmung heraus entsteht. Mit der nötigen Inspiration ausgestattet geht es dann los beim Song schreiben.

Melodie
Diese ist in vielen Musikrichtungen das Herzstück eines Liedes. Sie ist es, die wir auf der Strasse vor uns hinpfeifen, die zum Ohrwurm wird. In vielen Musikgenres wird die Melodie von den Vocals gesungen.

Harmonien
Harmonien sind das musikalische Fundament eines jeden Musikstücks. Sie unterstützen die Melodie und sorgen für Bewegung, Veränderung und Spannung.

Rhythmus
Dieser ist ein weiterer Stützpfeiler für Musik. Melodie und Harmonien nutzen einen Rhythmus, um die Bewegung zu erzeugen. In moderner Musik ist der Rhythmus wieder zunehmend wichtiger geworden.

Struktur / Form
Die Songstruktur bildet sich oftmals aus den Teilen Intro, Strophe, Chorus, Bridge und Outro. Ganz simple Songs kommen auch mit nur einem Teil aus.

Songtext
Wenn Melodie, Harmonie und Rhythmus 50% eines Songs sind, dann gehören die restlichen 50% dem Songtext. Worte sind Kommunikationsmittel Nummer eins unter Menschen und sie spielen eine wichtige Rolle in guten Songs.

Arrangement
Mit dem Arrangement kommen wir eigentlich schon in den Bereich der Musikproduktion. Hier werden Rhythmus, Harmonien und Melodie mit unterschiedlichen Instrumenten versehen, um eine gewisse Stimmungen und Spannung zu erzeugen.

KISS
Nein, nicht die Band. Hier geht es um eine der wichtigsten Regeln in der Musik: Keep it simple & stupid.

Aktives Zuhören
Wenn wir in dieser Reihe von selber Songs schreiben lernen sprechen, dann gehört das aktive Zuhören zu den wichtigsten Faktoren. Mit aktivem Zuhören kannst Du schneller Songs schreiben lernen.

Songs schreiben leicht gemacht – Ausblick

Ich stelle fest, dass ein Songwriting Tutorial nicht mit einem einzigen Artikel getan ist und habe deswegen beschlossen, das Thema Songs schreiben leicht gemacht als Serie fortzusetzen. In den nächsten Teilen wird es dann um die oben beschriebenen Punkte gehen und Du wirst dort weitere Informationen bekommen, wie Du deine eigenen Lieder schreiben kannst.

Bis dahin: Schreib mir deine Meinung zum Songwriting, der Kunst und dem Handwerk in die Kommentare!

Lesermeinungen (38)

zu 'Songs schreiben 1: Songwriting Tutorial zum Komponieren lernen'

  • jacktheguitarman
    26. Sep 2010 | 18:18 Uhr Antworten

    Handwerk oder Kunst – tcha, ich vermute, wenn etwas wirklich großartiges bei rauskommen soll, gehört die Kunst ohnehin immer zum Handwerk dazu. Denn bei dem Überschuss an guter Musik, die so existiert, brauch man ja Leute, die das Handwerk bereits 100%ig beherrschen und dann noch was oben drauf setzen. Meine Meinung.
    Und ich finde, das Keep-It-Simple-and-Stupid-Prinzip funktioniert da auch nicht immer. Ganz zu schweigen davon, dass Leute wirklich auch komplizierte Musik verstehen, wenn die Musik einfach Aufmerksamkeit bekommt (z.B. Konzert oder bewusst angehörte CD) und nicht nur so nebenbei dudelt (z.B. Radio im Einkaufszentrum).

  • DJ CeeJay
    27. Sep 2010 | 10:50 Uhr Antworten

    Okay, der Artikel hat mir weitergeholfen :) vielen Dank dafür!

    War das jetzt quasi eine indirekte Antwort auf meine Email?

    LG

    DJ CeeJay

  • Jusdiz
    27. Sep 2010 | 11:27 Uhr Antworten

    Ich finde auch das ein guter Song von Herz zu Herz geht und eine bestimmte Stimmung anspricht. Ob wir ein Lied gut finden hängt ja auch nicht selten davon ab ob wir uns in der Stimmung befinden auf die der Track abzielt. Obwohl man sich auch wieder die Frage stellen könnte ob ein wirklich gutes Lied einen nicht in die Stimmung führen kann. Meiner Meinung nach sollte ein Song aber eine bestimmte Gefühlsrichtung ausdrücken und nicht vor sich hin jodeln. Es ist egal ob ein aggressiver Metaltrack, ein deepes Klavier auf einen Hip Hop Beat oder ein melodischer Mike Oldfield Song es hat alles was für sich und letztendlich bleibt es immer Geschmackssache. Aber genau das ist auch das schöne an Musik. Und Scheuklappen finde ich bei Kunst völlig überflüssig!

    LG

  • PhoeniX
    27. Sep 2010 | 16:19 Uhr Antworten

    Ich mach jetzt seit 2 Jahren Hip Hop und immer wenn ich einen Song schreibe muss ich daran denken was für einen SCHROTT wir in der Schule im Musikunterricht machen… wenn ich am Klavier irgendwas spiel dann mach ich mir doch keine Gedanken darüber ob das jetzt eine übermäßige Quarte oder eine verminderte Quinte oder sonst was ist …. und von Noten halt ich auch nicht viel, wenn ich eine Idee hab dann nehm ich das auf und schreib keine Noten… macht das vielleicht jemand von euch? Nur weil die das vor 300 Jahren nicht konnten heißt das doch nicht dass wir das nicht dürfen^^
    Und wir machen da ein haufen Klassik usw… was ist denn mit z.B. mit Popmusik?? Das ist die Musik die am meisten gehört wird … darüber hab ich in der Schule noch kein Wort gehört!! Auch nicht über Reggae, Hip Hop, Blues, Gospel, R&B usw… ich hab zwar nichts gegen E-Musik aber die tun so als gäbs nix anderes. Den Musikunterricht in der Schule kann man echt vergessen, da lernt man nichts was man zum Musikmachen wirklich braucht!!
    Super Artikel übrigens!

    • Philip
      06. Jun 2013 | 22:29 Uhr Antworten

      Ich halte den gymnasialen Musikunterricht, wenn er so wäre, wie du es schilderst, für absolut hervorragend! Wer selbst Musik mit einem klassischen Instrument macht, der wird schnell Komponisten wie Brahms oder Tchaikovsky zu schätzen wissen! Wer diese Musik kennt und genügend musikalisches Verständnis und ein offenes Ohr für diese Werke hat, wird sich schon bald mit Popmusik nicht mehr zufrieden geben. Wer Pop über Werke der Klassik oder Romantik stellt, der versteht diese Stücke nicht und genau dabei soll der Musikunterricht helfen. Schlimm genug, dass viele das Verstehen dieser Musik nicht gelernt haben, denn es ist Bildung und ein Teil unserer Kultur.

      • P.Chris
        09. Okt 2014 | 21:02 Uhr

        Da kann ich mich Philip nur anschließen.

        Die klassische Musik bietet einem die größte Freiheit.
        Jedwede Stimmung, Emotionen von enthusiastischer Heiterkeit bis hin zur klagendsten Traurigkeit, diverse Tempi von rasend schnell bis hin zum letzten geschlagenen Herzschlag in einem einzigen Werk (Song) zu vereinigen und dies entweder mit einem einzigen Instrument oder ganzen “Bataillonen” von Ensembles und im Wechselspiel dessen.
        Kein anderes Musikgenre bietet einem diese freiheitliche Möglichkeit, sich künstlerisch vollends auszutoben und sich dabei auch noch an einem kunterbunten Haufen verschiedenster Stilistiken zu bedienen.

        Ich habe Mitte der 80`er in meiner Jugend mit 14 Jahren auch ursprünglich mal mit Hip-Hop und Synthie-Pop angefangen und den klassischen Musikunterricht an meiner Schule für überflüssig und meinem Weg als nicht dienlich empfunden, wenngleich ich schon als Kleinkind klassische Musik hörte und diese mochte.

        Mit 18 hatte es dann bei mir “Klick” gemacht als ich entdeckte, das mich der Kompositions- und vor allem künstlerische Prozess im Hip-Hop und Popmusik darin beschränkte, mich nicht in allen Wegen in einem Stück so auszudrücken wie ich es mir vorstellte, weil es rote Fäden und Limitierungen gab, die man in ihrer Struktur nicht einfach so durchbrechen dürfe.
        So schrieb ich mit 19 meine erste klassische Komposition und es war zumindest für mich so, als würde man plötzlich aus seinen 4 Wänden ausbrechen und einem die ganze Welt offen vor Augen liegt und landete mit der Zeit schließlich in der klassischen Filmmusik, die einem noch mehr Freiheiten und Kombinationen verschiedener Genre gewährte.

        Natürlich ist es dann auch des “Schrott” im Musikunterricht hinsichtlich einer beruflichen Perspektive sehr hilfreich, wenn man (sich) dann auch noch erklären kann, was man da musikalisch eigentlich macht oder andere einen auffordern, dies oder das mal so oder so zu spielen.
        Der schulische Musikunterricht ist halt das kleine 1×1, das ABC das man vermittelt bekommt. Das ist nun nicht jedermanns Sache (meine war es auch nie) aber es ist in der Schule doch einfacher zu erlernen, als sich Jahre später im Selbststudium noch einmal damit befassen zu müssen ;-)

  • jacktheguitarman
    27. Sep 2010 | 21:58 Uhr Antworten

    @PhoeniX:
    Ich kenn das. Musikunterricht zu Schulzeiten war bei mir echt der letzte Mist. Hatte viele Jahre auch Klavierunterricht, aber der Draht zum Songwriting kam bei mir erst, als ich zur Gitarre gegriffen hab und mein Lehrer mir Improvisation nahegelegt hat. Und das hat echt was bewirkt. Ich improvisiere nach wie vor, um neue Melodien und Gitarren-Riffs zu finden.
    Ich muss aber auch sagen, dass es mir nicht geschadet hat, dass ich mich nachträglich nochmal mit der großen Teilen der Musiktheorie beschäftigt habe, vor allem aus dem Jazz-Bereich.
    Ich meine, es gibt einfach Songs (und bei vielen Leuten sicher auch klassische Stücke), die einen einfach emotional packen und ich wollte wissen, wie die Komponisten das gemacht haben. Ich habe da bis heute nicht ausgelernt und hinter vielen Songs steckt da auch enorm viel Arbeit (weiß nicht, was für Künstler dir aus dem HipHop-Bereich besonders gefallen, aber wenn ich “Right now” von Fort Minor oder “How does it feel?” von Pharell Williams höre, hört man schon fast raus, dass da übelst am Arrangement und Songwriting gebastelt wurde… ok, FortMinor und Pharell ist jetzt vielleicht nicht maßgeblich für HipHop, aber originell, wie ich finde).

  • Carlos (delamar)
    28. Sep 2010 | 10:58 Uhr Antworten

    Das mit dem Musikunterricht ist überhaupt ein Problem, denn der geht vollkommen am Interesse der Schüler vorbei. Leider wird sich das auch nicht ändern, denn dann müssten Musiklehrer sich mit moderner Musik auseinandersetzen und das scheint zu viel verlangt.

    Nichtsdestotrotz kann es nicht schaden, zu wissen was eine Terz oder eine Quint ist oder wie die Harmonielehre funktioniert.

    • Jens Geilich
      05. Okt 2010 | 21:37 Uhr Antworten

      Lieber Carlos,
      das hat allerdings weniger was mit den einzelnen LehrerInnen zu tun als mit dem Lehrplan. Und der wird i.d.R. in den Kultusministerien verbrochen ;-) Die meisten MusiklehrerInnen die ich kenne, sind sehr “modern” unterwegs und zwar sowohl hinsichtlich ihres privaten Musikgeschmacks als auch hinsichtlich didaktischer Ideen für einen besseren Unterricht.
      An die beiden Vorredner: ich vertraue auf den Satz: nichts ist praktischer als eine gute Theorie … vorausgesetzt man weiß diese als ein Werkzeug zu nutzen und nicht als Selbstzweck!

      • Thomas “thommytulpe” Nimmesgern
        01. Jul 2011 | 01:39 Uhr

        Hallo!

        Jens hat da einen guten Einwand vorgetragen: Was im Unterricht ansteht, wird zu einem großen Teil halt im Lehrplan festgelegt, also vom Kultusministerium und letztlich über die Kultusministerkonferenz. Und letztere arbeitet manchmal doch etwas laaangsam…was auch seinen Grund hat – man kann sich das so vorstellen: Kultusminister kommen zusammen und lassen sich zeigen, dass der derzeitige Unterricht (der derzeitige Lehrplan, die derzeitige Klassenstruktur … ) nicht mehr funktioniert – also wird dann wissenschaftlich erforscht, woran es mangelt und wie man’s in der Schule besser machen könnte – anschließend trifft sich die Kutusministerkonferenz wieder, um diese Forschungsergebnisse zu besprechen und anhand derer Entscheidungen für zukünftige Lehrpläne (Lehrerausbildung, Schulstrukturen … ) zu fällen – und solche Änderungen wirken sich erst deutlich später aus.

        Mal als Beispiel: Die Kultusministerkonferenz legt beispielsweise fest, dass innerhalb der nächsten paar Jahre die Lehrerausbildung geändert werden solle.
        Die Lehrerausbildung an der Hochschule dauert sowieso einige Jahre, und eine solche Änderung beträfe sowieso erst die neuen Lehramtsstudenten – mit anderen Worten: Bis (in unserem Beispiel) Lehrer mit neuen Lehrmethoden an der Schule wirksam arbeiten, kann -von der Entscheidung der Kultusministerkonferenz über deren Umsetzung an den Hochschulen bis hin zur Wirkung an den Schulen vor Ort- im Extremfall ein ganzes Jahrzehnt vergehen. Huch… :-(

        Ich will damit folgendes sagen: Ich sehe das Problem nicht so sehr im einzelnen Lehrer vor Ort, sondern in der unflexiblen Gestaltung der “Schulumstände” – also beispielswise Lehrplan (und Lehrerausbildung), worauf die Lehrer schlichtweg keinen Einfluss haben.
        Dazu gehört auch, dass beispielsweise Unterrichtsstunden im Fach Musik gestrichen werden…es macht halt eienn Unterschied, ob es pro Woche drei Stunden oder eine Stunde Musikunterricht gibt. Auch da gilt: Das entscheiden nicht die Lehrer vor Ort, sondern die Kultusminister.

        Ich möchte an dieser Stelle eine Lanze für engagierte Lehrer brechen: So gibt es auch Musiklehrer, die Musik-AGs an ihren Schulen anbieten und damit Musik und Musikverständnis fördern.

        So gesehen, finde ich es nicht richtig, das Desinteresse mancher Schüler am Musikunterricht einseitig den Lehrern anzulasten.

    • Thomas “thommytulpe” Nimmesgern
      01. Jul 2011 | 02:16 Uhr Antworten

      Hallo!

      “Das mit dem Musikunterricht ist überhaupt ein Problem, denn der geht vollkommen am Interesse der Schüler vorbei. Leider wird sich das auch nicht ändern, denn dann müssten Musiklehrer sich mit moderner Musik auseinandersetzen und das scheint zu viel verlangt.”

      Zwei Dinge möcht’ ich dazu anmerken:
      — Woher kommt diese augenscheinliche Antipathie gegen praktisch alle Musiklehrer? Ich verstehe das Zitat so, dass hier Musiklehrer durch die Bank kritisiert werden und nicht einfach nur die schlechten Beispiele (die es halt -leider- in jedem Beruf gibt). Das sieht nach einem Rundumschlag aus, der womöglich auch die Falschen (sprich: auch engagierte Lehrer) trifft.
      — Mir kommt die grundsätzliche Frage in den Sinn, ob man im Musikunterricht vor allem das machen soll, was die Schüler interessiert. Bei 25 bis 30 Schüler in einer Klasse wird’s sowieso schwer bis unmöglich, einen gemeinsamen musikalischen Nenner zu finden. Außerdem finde ich es nicht sooo schlecht, den Schülern zu zeigen, dass es auch noch andere Kunst gibt – es gibt halt nicht nur Rihanna, Rammstein oder Radiohead, sondern auch Beethoven, Debussy, John Lee Hooker, Hindemith, Ramones (um nochmal ein “R” miteinzubringen :-) ) und und und. Die Schüler auch das zu zeigen, kann ihnen neue Horizonte eröffnen.

  • Saargeist
    28. Sep 2010 | 14:07 Uhr Antworten

    Was soll das mit dem KISS heißen? Ist das mit dem simple and stupid ernst gemeint?! schließlich gibt es auch hörer komplexer stücke, auch wenn man nicht unterstellen kann das sie die Musik ‘verstehen’, sie wissen sie doch zu schätzen. Es gibt nicht nur den hörer der simplen musik. Wie erfolgssicher ist es sich auf einfache Sachen zu konzentriern (a la Hol das Lasso raus), wo man doch zwangs Innovativtät Komplexität sucht? Ich meine die Frage auch empirisch. Ist es klüger eher auf die sogenannten ‘Dummen’ super eingängigen songs zu setzen, also auch ein Album voller sogenannter Hits zu kreieren oder sollte man nicht auch nachdenkliche songs von komplexer struktur erzeugen/einbauen. Das wurmt mich. Ich schreib persönlich viele eingängige Ohrwurm-Passagen in meinen Lieder. und habe das gefühl es könnte zu penentrant sein. Wenn ich dann komplex komponiere denk ich das mir die mögliche Hörerschaft entflieht. Ist es vernünftiger Auf Ohrwürmer zu setzten innerhalb eines 3 min oder wird der Ohrwurmteil belanglos wenn man einen 10 minüter schreibt. (siehe Klassik mit kurzen prägnanten Phasen.) Bitte Antwortet:…!

    • Carlos (delamar)
      28. Sep 2010 | 19:38 Uhr Antworten

      Hallo Saargeist.

      Es gibt keine “Lösung”. Jeder muss wissen, für wen die Musik bestimmt ist. Ein Publikum mit Fans von ProgRock wirst Du kaum mit einem einfachen Schlager beglücken können.

      Du musst für dich und deine Musik entscheiden, wohin Du damit gehen möchtest, wen Du erreichen möchtest. Allein an der Zielsetzung kannst Du den Erfolg deiner Musik messen.

      Abgesehen davon ist mir wichtig noch klarzustellen, dass “einfache Songs” meiner Ansicht und Erfahrung nach viel schwieriger zu schreiben sind als ein 15-minütiges Epos mit 30 unterschiedlichen Riffs, das sich einem erst nach dem 50. Mal hören erschliesst.

      Herzliche Grüße
      Carlos

  • PhoeniX
    28. Sep 2010 | 19:14 Uhr Antworten

    Schön dass ihr meiner Meinung seid ;-D
    @jacktheguitarman War bei mir ähnlich… hatte Jahre lang nach Noten gespielt, darauf hatte ich dann irgendwann kein Bock mehr und hab versucht was eigenes zu schreiben, und das ist schon ne ganz andere Klasse. Dabei lernt man ja auch viel “Theorie” automatisch, ohne sich durch haufenweise klassische Notenblätter und Fachbegriffe zu zwängen. Lerning by Doing find ich bei Musik viel besser, leider werden statt dessen ohne jegliche Vorahnung der meisten Schüler jahrhunderte alte klassische Stücke analysiert ;-D Nicht dass ich was gegen Klassik hätte aber die tun so als gäbs nix anderes als e-Musik.
    Wenn man wissen will wie bestimmte Songs geschrieben wurden, dann find ich raushören viiieeel effektiver als sie von Noten abzulesen. Wenn man allerdings von Anfang an nach Noten spielt, dann ist man leider irgendwann drauf angewiesen….. zumindest brauch ich auch bei einfacheren Songs zum raushören noch ziemlich lange.
    @Carlos Du sprichst mir aus der Seele ;-D Klar kann es nicht schaden, aber ich find man sollte zuerst die Zusammenhänge in den Harmonien usw. verstehen und dann vielleicht die Fachbegriffe. In der Schule wird verlangt, dass man weiß wie viele Halbtöne eine Quint sind, aber wie sie klingt, braucht man (erstmal) nicht wissen. Was nützt es wenn man die Theorie auswendig kann, aber nicht weiß was dahinter steckt? Das ist für die, die Musuk machen, nicht besonders sinnvoll… und für die die nix damit zu tun haben sowieso zum K***** xD
    @Saargeist Gibt ja viele gaaanz einfache Songs, die zwar erfolgreich waren, aber das sind dann die, die man irgendwann nicht mehr hören kann , bestes Beispiel: Who let the Dogs out (Idiontensong^^)
    Ich versuch deswegen, meine Musik nicht zuuu einfach zu halten. 6 Minuten Länge ist bei mir allerdings Obergrenze.

  • Patrick
    28. Sep 2010 | 19:24 Uhr Antworten

    Naja, ich finde, man braucht immer eine gute Idee, dann muss es fließen und dann kommt vielleicht was tolles bei raus… oder auch nicht. Mal so mal so. Aber meine Songs sind am besten geworden, wenn ich sie mehr oder weniger am Stück gemacht habe. Sonst is der Fluss weg und man bastelt mehr so rum.
    @Musikunterricht.
    Kommt imme auf den Lehrer und die Schule an. Bei mir in der Realschule sind auch jngere Musiklehrer die den Kindern schon eher die Blues Rock Pop Schiene beibringen, soweit es in den Lehrplan passt. Auch Arbeitsblätter über den E-Bass etc. sieht man da häufiger…

  • Frank
    29. Sep 2010 | 23:03 Uhr Antworten

    Carlos bitte beim Teil 2 Beispiel-Lyrics veröffentlichen ;)

  • Markus Fiedler
    01. Okt 2010 | 03:10 Uhr Antworten

    Es scheint so, dass ich bei dem Titel dieses Artikels andere Dinge erwarte, z.B. wie komponiere ich konkret etwas, statt desssen finde ich (wieder mal) wenig aussagekräftige allgemeine Aussagen.

    Zu Phoenix:
    Zum Thema Musiktheorie. Diese ist der Stützpfeiler von Kompositionen. Egal, ob man sich in ihr auskennt oder sämliche Notenkenntnisse und Kenntnisse der harmonischen Zusammenhänge verneint.
    Man arbeitet entweder wissend oder intuitiv mit Musiktheorie, wenn man ein gutes Stück komponiert hat. Leider ist es eher die Regel, dass Musiklehrer es im eng gesteckten Rahmenplankorsett einer Schule nicht schaffen, Schülern die Sinnhaftigkeit von Musiktheorie und Harmonielehre beizubringen. Es fehlen schlicht die praktischen Anwendungsbeispiele – oder wer hat hier in der Schule schon mal als Hausaufgabe in Pop oder Klassik komponiert ?

    Wenn ich weiß, was ich tue, bin ich schneller. Ganz einfach.
    Ich komponiere besser in kürzerer Zeit, weil ich mich nicht mit Standardproblemen herumschlagen muss, sondern gezielt Akkordzusammenhänge und Melodieverläufe finde. Denn für jede praktische Erarbeitung kann man eine theoretische Grundlage vorher erlernen.

    Und das wenige, was ich außerhalb meines Wissens über Musiktheorie mache, das ist ein kleiner Funke Genialität. So war es bei allen Komponisten und so wird es auch in Zukunft bleiben.
    Diejenigen die das Handwerk beherrschen, machen dauerhaft gute Musik, diejenigen die quasi musikalische Analphabeten sind, finden zwar als blinde Hühner auch zwischendurch gute Klänge, zeigen aber keine Kontinuität.

    Und bitte, ich meine hier mit Analphabeten nicht solche Komponisten wie Elton John, der erklärter Maßen keine Noten lesen kann, aber im kleinen Finger mehr Harmonieverständnis hat, als manch anderer “Komponist” im Kopf. Leider finde ich persönlich Elton John eher abstoßend, dennoch ein guter Musiker.

    Grüße, Markus

    • Carlos (delamar)
      01. Okt 2010 | 20:43 Uhr Antworten

      Es scheint auch so, dass Du weder Titel noch Artikel gelesen hast, z.B. so, dass Du bemerkst, dass es sich um den Anfang einer Artikelreihe handelt und nicht so destruktiv geplappert. Ab und zu mal den Schalter auf “Empfang” stellen.

  • Jusdiz
    04. Okt 2010 | 11:52 Uhr Antworten

    @Markus

    Ich finde bei Musik sollte es nicht um Zeit gehen. Natürlich ist mir bestens bekannt das man als ernsthafter Musiker der im Geschäft tätig ist zu bestimmten Zeiten auch Stücke einfach abliefern muss. Aber trotzdem widert mich der Gedanke immer wieder an das Musik wie am Fließband bahndelt wird. Genau das ist der Grund warum es so viele eintönige und total hirnlose Songs gibt.

    Desweiteren werden auf dieser Seite auch nicht professionelle Musiker mit Informationen versorgt. Ich denke dafür könnte man doch Verständnis haben. Und meiner Nach sind auf dieser Seite zwar Musiker aber wohl doch eher noch relativ unerfahrene.

    Eine Sache noch zu Harmonien und Noten. Natürlich ist Wissen darüber von Vorteil. Aber wie wäre es denn mit Ohren Nutzen!? Musik ist wohl eher nicht für Augen, oder!? Denkt mal an die Anfänge der Musik, kann mir nicht vorstellen das sofort Noten niedergeschrieben wurden. Als aller erstes nimmt man Musik mit den Ohren auf und solle auch hören können was passt und was nicht.
    Ich bin auch ein Verfechter des learning by doing. Nur so prägt sich gut was ein und musik wird nicht zum trockenen Thema sondern zu einem lebendigen Moment.

    Und nein ich dneke nicht das Musik schreiben was mit großer Magie zu tun hat.

    LG

  • Markus Fiedler
    04. Okt 2010 | 12:39 Uhr Antworten

    Hallo Judiz, ich sehe Musik von der handwerklichen Seite. Denn zu allererst ist Musik Handwerk.
    Beim Handwerk zu sagen:”Ich lerne beim Machen, weil die alle mal vor grauer Vorzeit mit Steinen angefangen haben!” ist wirklich problematisch. Spätestens beim Einbau eines Gasherdes würde Dir der Hadwerk-Meister die Leviten lesen. Zurück zur Musik.
    Jeder arbeitet mit Versuch und Irrtum, die Frage ist, auf welcher Stufe.

    Wer das Handwerk nicht beherrscht, wird auch niemals die künstlerische Seite der Musik erreichen. Handwerk und Theorie kann man sich selbst erarbeiten, das dauert dann entsprechend länger. Oder, wie man so schon sagt “Read the f****** manual”. Dann gehts deutlich schneller.

    Zum Thema Hören ein kleines Harmonie-Beispiel:
    Selbstverständlich sollte man sich anhören, was man komponiert. Trotzdem wirst Du mir zustimmen, dass es deutlich einfacher und schneller geht, wenn man beispielsweise weiß, welche Akkordfolgen evtl noch Sinn machen und welche garantiert unsinnig sind.

    Von den 24 möglichen Grundakkorden in Dur und Moll die richtigen in der richtigen Reihenfolge zu finden ist bei vollkommener Umnachtung schon schwer genug. Wer dann nicht weiß, wie er mit Optionstönen umzugehen hat (die Zahlen über den Akkordbuchstaben), findet nie und nimmer die richtigen Akkordfolgen in annehmbarer Zeit. Und das betrifft eben auch gute Popmusik und nicht immer nur “Jazz”.
    Zeit IST ein Faktor, oder willst Du ein Jahr oder länger an einem Stück komponieren?

    Was ich sagen will, ist nicht, dass Ihr keine Musik machen sollt, wenn es mit der Theorie hapert. Macht Musik! Aber bitte lernt wo immer es geht auch die Theorie dazu, sonst entwickelt Ihr Euch nicht weiter.

    Viele Grüße, Markus

  • Jusdiz
    05. Okt 2010 | 12:36 Uhr Antworten

    Hi Markus,

    ich verneine nicht das Musik auch ein Handwerk ist und ich will dir deine Erfahrungen und dein Handwerk auch nicht streitig machen.

    Ich finde die verbitterte Art vieler Musiker nur, weil sie es so gelernt haben und wir nun andere Möglichkeiten haben ziemlich engstirnig. Wie du selber gesagt hast,”weil die alle mal vor grauer Vorzeit mit Steinen angefangen haben!” Ich denke Musik sollte auch etwas spielerisches und freies haben. Sei mir nicht böse aber nicht selten sind die durchgeplanten und berechnenden Musikstücke von sogenannten Profis langweilig und völlig belanglos. Halt schon tausend mal gehört.

    Zum Thema Zeit habe ich eine andere Einstellung. Ich habe ja schon geschrieben das im Bussiness Zeit natürlich ein Faktor ist. Und du dir nicht leisten kannst ewig nur rumzuprobieren. Aber doch nicht beim HOMErecording und basteln. Selbst wenn man ein Jahr für einen Song braucht heißt es nicht das es bei allen so sein muss und das es schlecht ist. Es gibt Dichter die ihre Werke zig mal umgeschrieben haben bevor der finale Entwurf entstand. Wenn sich Leute mehr Zeit nehmen würden hätten wir vielleicht auch nicht diese Wegwerfmusik. Denn eins ist für mich Fakt die Musikindustrie ist definitv auch Schuld an ihrer derzeitigen Situation.

    Und ja auch die Theorie sollte man nicht ganz ausser Acht lassen. Da bin ich ganz deiner Meinung. Zum Ziel kommst du 100pro schneller und vielleicht auch oft klanglich noch einen Tick besser. Aber ich denke das es eh jeder früher oder später tut um weiterzukommen. Aber jeder darf sein Tempo doch vorgeben. Und schließlich ist es auch alles eine Zeit- und Geldfrage. Ich finde es toll das Menschen die nicht das dicke Studiogeld haben heute musikmachen können. Find ich eine phantastische Entwicklung. Und jeder hat mal angefangen, ganz wichitg!!!

    Vergiss bitte nicht Musik ist AUCH etwas Individuelles und Kreatives. Und du kannst das Handwerk noch so gut beherrschen, wenn du kein Stil, kein Gefühl und keine Idee (oder Vision oder wie auch immer) hast, werden deine Sachen einfach schlecht sein.

    Die Leute die gerade anfangen sollen ja nicht gleich wieder demotiviert hier werden! ;) Aber ja auch Weiterentwicklung und das Lernen sollten nie vergessen werden. Aber ich denke wenn man es mit Herz und Seele verfolgt wird das ganz natürlich kommen. Und Delamar ist ja eine hervoragene Plattform um erste Schritte zu machen, sich Inspiration zu holen, sich auszutauschen und etwas zu lernen.

    Liebe Grüße

  • lilli
    04. Mrz 2011 | 21:48 Uhr Antworten

    mein song;;;;;;

    ich seh dich am himmel leuchten du bist mein stern ich seh dich fahren wie die blume am himmel
    wie der mond du bist eifach mein heerz

  • MangooBeats
    16. Mai 2012 | 20:47 Uhr Antworten

    Ich finde die Beiträge hier immer wieder sehr weiterführend und einleuchtend. Bin im Moment in der “Einsteigerphase”.
    Deshalb tausend Dank!

  • Ursula Neumann
    08. Nov 2012 | 10:08 Uhr Antworten

    Ich bin Sängerin und Lyrikerin, schreibe schon lange Songtexte, mache u.a. Musik-Kabarett. Jetzt möchte ich einen Schritt weiter gehen und auch die Melodien / Stücke selbst komponieren. Toll, dass es diese Seite gibt, ich starte jetzt mal und bin gespannt, wie ich vorankomme. Danke erst mal. Ursula

  • josephine lau
    19. Feb 2013 | 13:28 Uhr Antworten

    also ich liebe diese songs und ich würde echt selber gerne einen schreiben

  • Hardy
    13. Apr 2013 | 14:15 Uhr Antworten

    “KISS” ist ein typisches Missverständnis bei der Übersetzung. Es heißt nicht “Keep it simple AND stupid”, sondern, “Keep it simple, Stupid”. Also nicht “Lass es einfach und dumm” sondern “sei nicht so blöd, es komplizierter zu machen als nötig”.
    → da ist ein Unterschied ←
    Gemeint ist damit, dass ein Song mit einer zu vielschichtigen und einer zu sehr konstruierten Struktur die Gefahr birgt, nicht mehr eingängig zu sein.
    Z.B. hört man öfter Leute irgendwelche Rock/Pop/(von mir aus auch Schlager)melodien auf der Straße pfeifen als vielleicht “Take Five” (Wobei Take Five schon zu den eingängigeren – weil einfacheren – Jazznummern gehört).

  • MrC
    27. Okt 2013 | 22:47 Uhr Antworten

    Hi, bin gerade erst auf eure Seite gestoßen.
    Zur Frage, ob Songwriting Kunst oder Handwerk ist: die Inspiration, die Idee, die Muse – das ist sicherlich Kunst und nicht wirklich erlernbar. Ich kann Rahmenbedingungen dafür schaffen, aber die Idee oder das Gefühl erzwingen kann ich sicher nicht. – Die UMSETZUNG der Inspiration ist dann Handwerk.
    Ich denke da gerne an einen Bildhauer, der die Inspiration für ein wunderbares Werk hat. Wenn er nicht weiß, wie er Hammer und Meißel bedienen muss, wird er die Idee niemals umsetzen können …
    Das nur so als Gedankenanstoß.

  • mandy mandoline
    09. Jan 2014 | 11:26 Uhr Antworten

    wo ist teil II zum songwriting? alles nur bla bla auf solche grundsatzdiskussionen ob es ein handwerk ist oder eine kunst, lege ich überhaupt keinen wert.

    • Felix Baarß (delamar)
      09. Jan 2014 | 13:39 Uhr Antworten

      Oben rechts siehst Du das Inhaltsverzeichnis und darin einen Link zum zweiten Teil. Bitteschön, gern geschehen.

      • mandy mandoline
        10. Jan 2014 | 11:40 Uhr

        ja danke.

  • Astrid Helble
    25. Feb 2014 | 02:07 Uhr Antworten

    “Simple & stupid” – yep, liegt mir voll. Aber mit “keep it” bin ich nicht einverstanden. Alles Geniale ist im Kern einfach und naiv, um nicht zu sagen “blöd”. Dann entfaltet sich dieses Einfache, und schlagartig explodiert die Komplexität. Beispiel Mozart, DER POP(uläre)-Komponist schlechthin. Der Knackpunkt scheint mir darin zu liegen, dass du 1. den optimalen Zeitpunkt triffst, an dem du vom “simple&stupid” abhebst und 2. die Weichen für die Entfaltung optimal stellst. Ich denke nicht, dass das voll lernbar ist, aber ich könnte mir vorstellen, dass man sich in eine Zone hineinarbeiten kann, wo einem der totale Geistesblitz einfach ab und zu unwillkürlich passiert.

  • C.R.Sven
    05. Mrz 2014 | 11:25 Uhr Antworten

    Sorry,

    aber ohne eine Grundausbildung in Noten- und Akkordlehre sowie Komposition ist jeder Versuch eine anständige Komposition zu schreiben, auch wenn diese nur 3 Akkorde beinhaltet, so gut wie zum scheitern verurteilt.

    Die meisten Sachen, was man heute so im Radio hört,sind von Leuten nachgearbeitet, die was von Komposition verstehen. Auch wenn die Band die Grundidee hat, so ist die fertige Komposition ein Werk eines oder mehreren Komponisten. Es sei denn, in der Band befinden sich Leute, die tatsächlich Ahnung von der Materie haben. Wie z.B. der Bassist Michael Balzari (Flea) der Band Red Hot Chili Peppers.

    Ohne Wissen um die Materie, ist leider mehr als Geschramme und Gedudel nicht viel machbar.

    Darum: Der der Songs schreiben will, sei es Moderne Rockmusik, oder klassische Baladen, tut gut daran zuerst die Schulbank der Musikakademi zu drücken.

  • sandmann
    05. Mrz 2014 | 12:37 Uhr Antworten

    die Frage ist wieviel theorie von Nöten ist. es gibt auch naturelle songwriting. talent die melodie und akkordfolge zu hören und es zu wissen. theorie unterricht ist für sich wertlos. da die erkenntnis was andere musiker tun wichtiger ist als was die theorie sagt. geld für musikschule kauft mir nicht die intuition zu erkennen was funktioniert. ich sehe persönlich kein bedarf an m ehr theorie. ich denke manche leute brauchen mehr fokus. gute songs sind nicht immer anspruchsvoll. gute songs sind praktisch und eine theorie von effektivität gibt es nicht. es ist eine gradwanderung zwischen nötigem und mögichem. das lernst du in der schule nicht wenn songd für dich funktionieren. schreibe lieber mit einem menschen aus deinem klientel. der sagt dir wann etwas gut ist. denn als musiker definiert man sich oft über andere åsthetische massstäbe als der hörer. besonders wenn dieser aus der masse kommen soll. gute songs sind nur so gut wie der kunde es braucht. wer viel geld will schreibe für einfache leute….

    • C.R.Sven
      05. Mrz 2014 | 13:41 Uhr Antworten

      Theorie ist nötig um überhaupt zu verstehen warum und wieso Kompositionen (meistens von Anfänger und Semi-professionellen Musikern)einfach nur falsch sind….
      Ein Grund für fehlerhafte Komposition ist das nicht beachten von Tonarten, wahlloses mischen von Akkorden (dur, moll)und Vorzeichen (b,#) und Zusammensetzungen von Melodien, die jegliche Tonart missachten, sowie Akkorde, die zur eigentlichen Tonart falsche oder nicht “erlaubte” Noten beinhaltet. usw usw…

      Hab ich alles selber erlebt… und das Resultat war ernüchternd: Nach 7 Jahren Rockband : die Auflösung!
      Grund: Das Niveau konnte sich nicht steigern weil es an Musiktheorie-Wissen mangelte.

      Mittlerweile hab ich 3 Jahre Musiktheorie, Harmonie- und Akkordlehre hinter mir und muss zugeben, das meine damalige Band einfach nur Laienhafte zusammengebastelte Songs gespielt hat ( auch wenn manches gut klang, war es trotzdem falsch und hätte richtig komponiert um Welten besser geklungen!)
      Und wenn sich dann Musiker meistens Anfänger und Semi-Professionelle, die Meinungen oder Beratungen von anderen, die noch weniger Ahnung haben, zu Herzen nehmen, dann kann man auch direkt Aufgeben und besser was anderes aus seinem Leben machen.

      Wer Musik schreiben will lernt die ersten Schritte nur wenn er die Schulbank drückt.

      Alles andere ist laienhaft und geht nicht über ein halbherzig ausgeübtes Hobby hinaus.

      Musikalische Naturtalente gibt es; es sind meistens auch diese, die Musik studieren werden und sich nicht mit 0 8 15 Musik zufrieden geben. (Ich kenne einige… und alle haben die Schulbank gedrückt!)
      Von nichts kommt nichts. Das gilt in allen Bereichen; auch wenn es ums Geld geht.

  • sandmann
    07. Mrz 2014 | 13:43 Uhr Antworten

    ich will garnicht leugnen, das schulung was bringt. ich denke jedoch das die ästhetische wahrnehmung der leute nicht immer einheitlich ist und besonders im popmusikalischen kontext nur den niedrigsten nenner darstellt. deshalb findet sich interessante musik ausserhalb der popmusik wo die ansichten über gutes songwriting nur laienurteile sind und musik noch sehr mysteriös aber einfach/nicht fordernd sein soll. mein punkt war der, dass ich aus schulischer bildung nichts über gute musik sondern über in einem bestimten rahmen funktionierende musik lerne. ausserdem schliesst man die erkenntnis aus das du den besten song mit einer hackfresse nie performen wirst. die crux an guten songwriting liegt in einfachen strukturen. sowas lernt man bereits im netz…

    • C.R.Sven
      10. Mrz 2014 | 11:45 Uhr Antworten

      Gutes Songwriting liegt in der “richtigen Anwendung” einfacher Strukturen. Sowas lernt man nicht wirklich im Netz… Denn dort gibt es zu viele Seiten und viel zu viele Menschen die es besser wissen wollen.

      Das lernt man in der Musikschule, bei einem Lehrer, der sich mit Harmonien, Tonarten, Transkriptionen usw usw bestens auskennt.

      Warum viel Zeit mit nutzlosem Klimpern verschwenden, wenn man es auf kürzester Zeit erlernen kann…

      Natürlich, ist es jedem gegeben auf eigene Art uns Weise an die Sache ran zu gehen.
      Jeder muss für sich selber wissen, in wie fern er mit welchem Resultat zufrieden ist.
      Eine Erkenntnis bleibt bestehen und zwar diese, das durch mangelndes Wissen, das “Können” irgendwann auf der Strecke bleibt, und somit die Lust und den Drang, Musik zu schreiben oder zu spielen, ob es Klassik oder moderner Rock ist, nach und nach verloren gehen, bis hin zu dem Punkt, das man tatsächlich aufgibt.

      Das tolle am Unterricht ist, das man tatsächlich lernt, Musik zu verstehen (Aufbau, Melodie, Harmonie usw, usw…)
      und mit diesem neu erlangten Verständnis wird man feststellen, wie viel Potential man erlangt hat.

      Gib einem Laien und einem Dozenten 3 Akkorde,
      Beide Stücke werden um Welten auseinander liegen zum vorteil des Dozenten….

  • lil_Jeanny
    04. Apr 2014 | 22:17 Uhr Antworten

    Da ist ja schon sehr viel geschrieben und kommentiert worden.

    Ich persoenlich fand den Musikunterricht an der Schule in Massen (Eszett, keine Umlaute) sehr anregend und ich hoere auch heute noch gern klassisches Stuecke, aber auch genauso gern Pop Musik. Deutscher Hip Hop ist mir dagegen ein Graus, weil ich finde, da fehlt haeufig das melodische wie im englischen Stil. Ich habe schon seit der 9. Klasse mit dem Gedanken gespielt Songs zu schreiben, aber leider fehlte mir bisher das passende Gegenstueck (ich texte eher und singe.) Viele Punkte des Artikels machen Sinn, auch wenn ich noch einiges mehr im Hinterkopf habe, was ich aus eigener Erfahrung gelernt habe.

    Ich werde dennoch schauen, was sich sich seit dem ersten Beitrag getan hat, um dazu zu lernen. Danke.

  • Ohne Musik ist alles KACKE
    21. Sep 2014 | 17:04 Uhr Antworten

    Ich selbst stamme aus einer Musikbegeisterten Familie. Mein Vater war früher Schallplattenunterhalter (Neudeutsch: DJ).
    Mein Cousin spielt in einer regional bekannten Band, leitet eine private Musikschule und hat ein eigenes Tonstudio.
    Ich selbst habe mal Schlagzeug gespielt, mich dann später auf das Texten beschränkt. Ich muss ehrlich sagen das es wirklich eine Mischung aus Kunst und Handwerk ist! Man muss Interesse nicht nur an der Musik selbst haben. Man muss auch Interesse an politischen und gesellschaftlichen Ereignissen haben und auch emotionale Dinge verarbeiten können, auch auf die Gefahr hin manchmal zu viel von sich selbst preis zu geben. Das macht für mich immer noch einen großen teil des textens aus.

    Musikunterricht an unseren Schulen ist meiner Meinung nach nicht breit genug gestaffelt, aber die Klassische Musik ist ein teil unserer Kultur und gehört für mich dennoch mit in den Lehrplan, denn ohne sie gäbe es sicher die heutige Vielfältigkeit in der Musik nicht?

    Macht weiter so mit euren kreativen und anregenden Vorschlägen und Ideen. Denn das ist auch Inspiration.

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