10 Songwriting Tipps für den Durchbruch

Für den Durchbruch: 10 Songwriting Tipps

Auf den folgenden Zeilen erfährst Du, welche Denkanstöße Du dir selbst geben kannst, um im Songwriting den nächsten Schritt zu machen. Es sind Tipps, bei denen es vor allem darum geht, aus welcher Perspektive, mit welcher Offenheit für Neues und wie zielgerichtet Du an das Songwriting herangehst. Oft fehlt nur ein freundlicher Schubser in die richtige Richtung, um den Knoten zu lösen – und genau dafür haben wir diese Auflistung für dich. Und sei es nur als Erinnerung, bei welchen Dingen sich Musiker und Texter immer wieder mal selbst hinterfragen sollten.

Songs schreiben leicht gemacht - Songwriting Tutorial

1. Arbeite ständig an Deinen Songwriting-Skills

Das kann ganz gezielt geschehen, indem Du dir entsprechende Fachbücher kaufst; fürs Erste kannst Du auch schauen, ob Du dir das Buch leihen kannst. Zudem gibt es auch auf delamar konkrete Ratschläge wie die in unserem Songwriting Tutorial von Michael Schymik – es lohnt sich!

2. Kenne Dein Publikum, schreibe zielgerichtet

Nur sehr populäre Künstler können es sich leisten, einmal eine völlig unerwartete Zielgruppe anzusprechen, die vorher niemand auf der Rechnung hatte. In der Regel ist es so, dass Du dich an einer bestimmten Sicht auf die Dinge, einem gewissen Humor (oder tiefster Ernsthaftigkeit) und einer Sprache bedienen solltest, der sich auch der Durchschnitt deiner (zu erwartenden) Hörer bedient.

3. Inspiration bekommst Du nicht im stillen Kämmerlein

Es dürfte nur wenige Menschen geben, die ihre Texte und Songideen quasi aus dem Nichts schöpfen und dabei so gut wie keine Einflüsse durch ihre aktuellen Lebensumstände verarbeiten. In aller Regel sprudelt die Inspiration aus vielen unterschiedlichen Erfahrungen, die Du Tag für Tag machst. Das heißt natürlich noch nicht, dass automatisch die großartigsten Songs aus deiner Feder fließen, wenn Du ein bewegtes Leben führst, doch wird so zumindest beständig der Anstoß für Neues gegeben.

4. Für jeden Part in einem Song sollte es einen triftigen Grund geben

Ausgenommen von trocken-minimaler elektronischer Musik, sphärischer Meditationsmusik und dergleichen profitiert jeder Song davon, dass in seinem Verlauf eine stimmige Geschichte erzählt wird. Die verschiedenen Parts sollten aufeinander aufbauen und eine schlüssige Dramaturgie ergeben, bei der die musikalischen Mittel mit der jeweiligen Aussage im Textpart harmonieren.

5. Versuche nicht jede neue Idee noch in den Song zu packen

Zu viele Zutaten verderben den Brei, jedenfalls in fast allen Fällen. Setze textliche Akzente und musikalische Mittel sparsam und in vollem Bewusstsein, so dass jeder einzelne Aspekt seine Bedeutsamkeit erhält, »atmen« kann und seine Wirkung voll entfalten kann. Konzentriere dich auf das, was Du beherrschst und lasse nicht all deine Songs zur Experimentierküche verkommen.

6. Schreibe nicht immer nur für dieselbe Musikrichtung

Das mag nicht einfach sein, schließlich hat jeder von uns in einer bestimmten Phase des Lebens sein Steckenpferd – manchmal auch ein ganzes Leben lang. Dennoch kann es sehr gewinnbringend sein, wenn Du dich in anderen Musikrichtungen und damit womöglich völlig anderen Ausdrucksformen, Tempi, Rhythmen, textlichen Aussagen und Stimmungen hingibst – die Erfahrungen, die Du in verschiedenen Genres machst, führen sehr oft zur gegenseitigen Befruchtung!

7. Benutze nicht immer die gleichen Abläufe für Deine Songs

Spätestens, wenn Du bei den Tracks auf einem zusammenhängenden Album stets dieselbe Dramaturgie einsetzt, kommt beim Hörer irgendwann der Eindruck auf, dass Du immer nach Schema F verfährst. Das solltest Du gar nicht erst riskieren. Auch innerhalb eines eng gesteckten Genres gibt es zahlreiche Möglichkeiten, die Struktur eines Songs zu variieren – probiere, mal mehr, mal weniger stark zu experimentieren und zu sehen, was für den jeweiligen Song funktioniert.

8. Nimm Ideen anderer Musiker und vereine sie mit deinen eigenen

Es ist wahrlich keine Schande, sich etwas von anderen Musikern abzuschauen. Die Hauptsache ist, dass Du zu deinem eigenen Weg findest und durch etwas Erfahrung, Versuch und Irrtum sowie fortgeschrittene Spieltechniken irgendwann so weit bist, dass Du verschiedene Einflüsse anderer Künstler souverän verarbeiten, neu interpretieren und mit deiner eigenen Note versehen kannst.

9. Ziehe keine Schlussfolgerungen, bevor Du etwas ausprobiert hast

Wir haben uns wohl alle dabei ertappt, voreingenommen zu sein und auf unser Sicht der Dinge zu beharren, weil wir es uns darin bequem gemacht haben. Es ist manchmal wie der Sprung ins eiskalte Wasser – einfach machen und sehen, welche Erfahrungen Du daraus ziehen kannst. Probieren schadet nie.

10. Hab Spaß!

Vielleicht ist Spaß nicht immer das richtige Wort, Erfüllung ist wohl der umfassendere Ausdruck. Du wirst schnell merken, ob dich das Songwriting erfüllt, spätestens, nachdem Du dir die vorangegangenen Tipps zu Herzen genommen hast. ;)

 

Welche Tipps hast Du für das Songwriting?

 

Lesermeinungen (14)

zu '10 Songwriting Tipps für den Durchbruch'

  • Aristotelis Manakos
    03. Jan 2008 | 01:20 Uhr Antworten

    hübsche tipps, aber numero 2 würde ich nicht zustimmen, gutes songwriting ist für mich nicht, wenn man songs für andere schreibt, weil man weiß, hey, das gefällt dem, und das dem anderen, sondern wenn man es für sich schreibt… einen song soll das ziel verfolgen seine meinung kund zu tun, und seine gefühle zu beschreiben, und nicht die wünsche anderer zu beschreiben … wenn man lieder nur für das publikum schreibt ist man ganz einfach fake, und musik, die nicht echt ist, ist schlecht … gruß ari

  • carlos (delamar)
    03. Jan 2008 | 14:02 Uhr Antworten

    Es geht nicht einfach darum, immer etwas zu schreiben, dass den anderen gefällt. Aber vielleicht können wir uns darauf einigen, dass die meisten von uns Musikern ein Publikum benötigen oder zumindest gerne hätten.

    Und dann wäre es doch sinnlos am Publikum vorbeizuschreiben?

  • Funatyc
    31. Jan 2008 | 12:43 Uhr Antworten

    Hallo,

    es gibt ein günstiges und wie ich finde interessantes Buch von PPV Medien zum Thema Songwriting bzw. Produktion. Das Buch heisst “Song Production Guide” und kostet 24 € mit CD. Im Buch werden Arbeitsweise von bekannten producern erklärt. Habe mir das Buch auch heute bestellt. Vielleicht ist es für den einen oder anderen Einsteigerproduzenten bzw. Songwriter interessant. Hier noch ein Auszug der Beschreibung:
    “Der Song Production Guide zeigt, wie führende Produzenten arbeiten: Harold Faltermeyer, Peter Ries, Moses Pelham, Martin Haas, Michael Herberger, Matthias Hoffmann, Corni Bartels, Jan Beiling, Reinhard Besser stehen jeder für eine ganz bestimmte Herangehensweise an einen Song. Dieses Buch macht nachvollziehbar, wie die Profis arbeiten und worauf es bei einer Top-Produktion ankommt.

    Dieser Guide wendet sich an alle, die ihre Musik mit Hilfe von Musiksoftware wie Cubase, Logic, Ableton etc. komponieren. Bei der Arbeit am Rechner geht es nicht nur um Harmonie und Melodie – hier spielen Arrangement, Instrumentierung, Groove, Sounds, Effekte und Mix eine gleichberechtigte Rolle.”

    Wenn ich mit dem Buch fertig bin werde ich auch miene Rezension dazu schreiben ob es sich auch wirklich lohnt die 24 € auszugeben.

    Viele Grüße

  • Olli
    14. Apr 2008 | 21:02 Uhr Antworten

    Für mich hat es sich immer als hilfreich erwiesen meine Ideen kurz aufzunehmen und ein paar Tage später nochmal anzuhören. Ein wenig Abstand kann die Euphorie über das wahnsinns Riff entweder bestätigen oder auch ziemlich ernüchternd sein.

  • Tobias
    12. Jul 2008 | 22:27 Uhr Antworten

    Auf jeden Fall die fertigen Texte erstmal ne Woche ruhen lassen und dann nochmal anschauen, bevor man sie irgendwem präsentiert. Manchmal schwebt man beim Schreiben auf ner Wolke und findet alles super was man geschrieben hat, eine Woche später jedoch hält man das Geschriebene selber für den größten Quatsch.

  • carlos (delamar)
    15. Jul 2008 | 11:25 Uhr Antworten

    Ich denke Abstand zu den eigenen Ideen zu gewinnen ist der einzige Weg, um nur annähernd objektiv zu bleiben

  • Plexi
    02. Jan 2009 | 21:16 Uhr Antworten

    Noch ne weitere Buchempfehlung, die sich für jeden lohnt, der sich mit dem Thema Songtexten, also dem reinen Schreiben von Texten, einmal (näher) befassen will, sollte unbedingt das Buch “Songtexte schreiben – Handwerk und Dramaturgie” von Masen Abu Dakn lesen.

    Selbst wenn man “nur mal so” ein bisschen textet, wird es einem immens helfen und man wird sich hinterher bzw. während man das Buch ließt häufiger fragen, wie man nur ohne all dieses Wissen jemals einen anständigen Text auf die Reihe bringen wollte.

    Zudem kostet es meine ich rund 20€ was für so ein Meisterwerk für das Schreiben eines lyrisch, metrisch und sonstwie einwandfreien Songtextes eindeutig nicht unangemessen ist. (Klar kann man auch hinterher noch Fehler machen, aber man wird sie auch leichter korrigieren können, bzw. überhaupt erst ihren Grund erkennen)

    Mit besten Wünschen (auch für das neue Jahr)
    Alex

  • Carlos (delamar)
    03. Jan 2009 | 12:52 Uhr Antworten

    Ja, das Buch ist wirklich empfehlenswert, vor allem die zitierten Texte und deren Analyse sind sehr spannend und hilfreich.

    Ich bin leider noch nicht dazu gekommen, eine kurze Rezension zu schreiben, aber ich werde das Buch mal zumindest kurz in einem Artikel vorstellen.

    Danke für die Erinnerung!

  • Destiney
    16. Nov 2009 | 20:49 Uhr Antworten

    Hallo….
    …ja ich bin 15 und schreibe super gerne songs. Ich finde diese tipps sehr hilfreich (danke!!). Und was ich bei meinen texten bemerkt habe, mir sind alle mitten in der nacht eingefallen da wach ich nachts auf und hab ideen ohne ende! also an alle habt immer ein notizbuck und stift bei euch das hilft wahnsinnig gut!! ;) und schreibt eure wahren gefühle nichts gespieltes ich hab mit dem schreiben angefangen weil ein kumpel gestorben ist und schreib seitdem zu jedem guten und schlechten ereignis etwas (also welche die einen auch bewegen!)…..und danke für die buchtipps!!!!!

  • docmidnite
    08. Jul 2011 | 15:37 Uhr Antworten

    Einen wichtigen Tipp hätte ich noch ( oder ich hab ihn bei all Euren Tipps schlicht überlesen):
    Co-writing!!!
    Fragt jemanden, der auch schreibt, wg. Text, chords, arrangement, melodylines etc. Ist unglaublich fruchtbar!!! Und macht Spaß, ist networking etc…

  • Jürgen Bromant
    05. Mrz 2013 | 12:02 Uhr Antworten

    Einige der Tipps finde ich brauchbar, andere weniger. Den Gedanken die Songs für ein Zielpublikum zu schreiben finde ich z.B. echt grausig. Dann endet man schnell wie ein Dieter Bohlen, der jährlich seinen DSDS-Hit abliefert.
    Dass man gewisse Regeln beachten muss, damit ein Lied interessant wird und beim Publikum auch so ankommt wie man es möchte, stimmt jedoch.
    Dennoch finde ich, dass immer die künstlerische Selbstverwirklichung im Vordergrund stehen sollte und der Song ohne eine persönliche Note des Autors nicht auskommt.
    Ich schreibe mittlerweile seit fast 15 Jahren Songs und bin am Anfang viel zu verkopft an die Sache herangegangen, indem ich krampfhaft versucht habe, alles “richtig” zu machen. Mittlerweile sehe ich das Songwriting jedoch gelassener und ich finde das merkt man meinen Liedern auch an.

  • Dimi
    05. Mrz 2013 | 19:56 Uhr Antworten

    Ich schreibe und arrangiere sehr gerne , nur ist mein Texteschreiben nicht so gut. Hab einen Kumpel der auf meinen Liedern Texte schreibt und es klappt ganz gut und ich kann daraus was gewinnen und mein Kumpel auch.

  • Hardy
    13. Apr 2013 | 14:28 Uhr Antworten

    Selbstverständlich muss man seinem Publikum Beachtung schenken!
    Zwar ist es richtig, dass man sich selbst treu bleiben und Dinge aus seiner eigenen Sicht schreiben sollte, aber wenn man z.B. total auf Delta-Blues steht, wird man man damit nicht unbedingt auf dem Schützenfest auftreten wollen.
    Von daher ist es durchaus sinnvoll, darüber nachzudenken, welche Elemente, die das Publikum wollen mit den eigenen Vorstellungen von Musik konform gehen.
    Das hat auch nichts mit Dieter Bohlen zu tun; jede Kunstform läuft mit dem Geschmack der Zeit (den üblichen Trends) mit, wenn sie erfolgversprechend sein soll.

  • Mark
    16. Apr 2014 | 13:22 Uhr Antworten

    Ich kann dazu nur meine Erfahrung einbringen. Meine Songs entstehen allesamt aus dem Bauch heraus. Dabei ist es mir egal, was dabei herauskommt (blues,Irish, country, ballade, englisch oder deutsch. Alles dabei. Mir ist es wichtig, mit meinen Songs Geschichten zu erzählen, bei dem der Zuhörer schon nach der ersten Zeile ein Bild im Kopf hat. Klar kann man jetzt sagen: Dann hast du keine Zielgruppe. Yupp, ich bin weder ein Partysänger, noch ein Country oder Bluesman. Ich hab von allem ein bischen und greife dabei Themen auf, die mich berühren.Inspiration gibt es ja an jeder Ecke.Bisher kommen meine songs auch ganz gut an…ohne das ich in eine Schublade muss.

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