Warum sich niemand um deine Musik schert: Optik schlägt Akustik

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Taylor Swift

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Face it: Optik schlägt Akustik

Eine in der Fachzeitschrift PNAS veröffentlichte Studie des Forschers Chia-Jung Tsay (Link siehe unten) dokumentiert einen Befund, den viele wohl schon selbst getroffen haben – wie Du bei einem Auftritt aussiehst, ist wichtiger als dein musikalischer Schneid. »Die Menschen beteuern durchweg, dass der Klang die wichtigste Information für ihre Beurteilung einer musikalischen Darbietung sei. Doch die Resultate zeigen, dass Menschen in ihrer Einschätzung von Musik viel stärker von visuellen Reizen dominiert werden«. Ob oder inwiefern die damit schon verratene Quintessenz der Studie eine Binsenweisheit ist oder nicht, sei dahingestellt. Das in meinen Augen unterstreichenswerte Resultat der Studie ist dieses:

Taylor Swift

Foto: Jana Zills @ Flickr

Bei sieben Experimenten wurden den Probanden jeweils einmal nur Audio, dann nur Video und dann beide Medientypen kombiniert vorgespielt. Das Ergebnis? Menschen tippen zuverlässig die Gewinner von Livemusik-Wettbewerben, nachdem sie lediglich das stumme Video gesehen haben. Doch können weder musikalische Neulinge noch professionelle Musiker den Gewinner allein aufgrund der Audioinformationen prognostizieren.

Fakt: »The dominance of visual information emerges to the degree that it is overweighted relative to auditory information, even when sound is consciously valued as the core domain content.«

» Sight over sound in the judgment of music performance

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Lesermeinungen (18)

zu 'Warum sich niemand um deine Musik schert: Optik schlägt Akustik'

  • Alex Delius   28. Aug 2013   13:50 UhrAntworten

    Video killed the radio star...

  • Jürgen Bromant   28. Aug 2013   13:53 UhrAntworten

    Optik schlägt Akustik - ein Trend, dem wir, als Vollblutmusiker, geschlossen entgegenarbeiten sollten!

    • Skellington   29. Aug 2013   15:26 UhrAntworten

      Ja gut. Aber wie?

      • Axel Christel   22. Sep 2014   11:30 Uhr

        Na bestimmt nicht indem man, wie viele Musiker, auf der Bühne besch...eiden aussieht und gute Musik macht.
        Der Optikwahn ist kein Trend sondern ein biologisches Phänomen was von der Industrie ausgenutzt wird, weil sie es eben erkannt hat. Da gibt es nur aufspringen oder bleiben lassen.
        Aber was ist so schlimm daran? Es gibt auch Musiker die gut sind und sich hervorragend präsentieren!

  • Niiru Ownas’h   28. Aug 2013   13:59 UhrAntworten

    Das ist leider wahr, jedoch glaube ich, dass es genreabhängig ist. Im Pop/Kommerz/Mainstream hat die Optik sicherlich größere Auswirkungen auf die Karriere, als z.B. im Jazz.

  • Daikatsu   28. Aug 2013   14:54 UhrAntworten

    Hm also live muss ich sagen ist die Performance schon sehr wichtig. Das zählt ja auch zur Optik oder? Denn Musiker die sich bewegen, mit dem Publikum interagieren und kp Gitarrenspins bringen von mir aus oder sich wild über die Bühne bewegen kommen einfach viel "besser" und professioneller rüber als welche die dies nicht tun. Das Auge isst, riecht und hört überall mit, ist leider so XD. Nur mal als Beispiel Rammstein, die sind vor allem wegen ihrer Pyro-Bühnenshow live sehr beliebt und sehenswert, sowie die ganzen Keyboarder-Mobbing Einlagen. Das hat zwar herzlich wenig mit der Musik direkt zu tun, ist aber trotzdem ein entscheidender Faktor.
    Die Musik muss aber trotdem gut sein! Wenn die nicht stimmt ist das Drumherum nur Verschleirung und bringt nichts.

  • Michael   28. Aug 2013   14:54 UhrAntworten

    Ich stimme Niiru Ownas’h ganz zu und nehme an, dass das Alter der Zielgruppe eine ganz entscheidende Rolle für die Gewichtung der Optik bei Konzerten spielt - gerade junge Generationen scheinen wesentlich mehr Wert auf das Äußere zu legen. In den heutigen Medien wird dieses Image aber auch immer mehr gefördert.

  • hm   28. Aug 2013   15:04 UhrAntworten

    Bei EDM schert sich übrigens niemand wer dahinter steckt.

  • Maddin   28. Aug 2013   17:04 UhrAntworten

    Die Überschrift unterstellt uns, nicht gut auszusehen ^^

    • Felix Baarß (delamar)   28. Aug 2013   19:47 UhrAntworten

      Yo, kleiner schmutziger Kunstgriff - kann aber sowieso nicht stimmen, denn delamar-Leser sind die bezauberndsten Menschen überhaupt! ;)

  • Jürgen Bromant   28. Aug 2013   18:35 UhrAntworten

    Kommt drauf an. Es gab in der ersten Hälfte der 70er mal eine Zeit, in der die Outfits der Musiker immer schriller wurden: Es wurde sich geschminkt, Higheels getragen und Pomp & Circumstances mit erhobener Koksnase zelebriert.
    Bands und Künstler wie Elton John, Pink Floyd, David Bowie und andere "Glam Rocker" überboten sich gegenseitig mit modischen Entgleisungen.
    Am Ende bewegten sich nur noch übermenschliche, androgyne Aliens über die Bühnen der Pop-Welt. Mit den Fans im Publikum hatten sie nichts mehr gemein.
    1977 kam der Befreiungsschlag in Form von Punk Rock. Auf einmal gehörte die Musik wieder den Kids auf der Straße und die Leute auf der Bühne, waren mit denen, vor der Bühne, wieder identisch.

  • Yo Mars   28. Aug 2013   20:41 UhrAntworten

    ok, dann sollte ich wohl mehr geld in fitnessstudio und antifaltencremes investieren als in studioequipment ;-)

  • Dieter   29. Aug 2013   08:11 UhrAntworten

    Würde das Auge nicht ein ebenfalls entscheidender Faktor sein, könnte man statt auf Konzerte zu gehen auch nur Musik aus der Konserve hören. So ist das aber einer der wesentlichen Unterschiede. :-)

  • Marc   29. Aug 2013   08:36 UhrAntworten

    da habe ich ja Glück gehabt ;-)

  • Un Commerce   29. Aug 2013   12:19 UhrAntworten

    Zitat: "..ein Trend, dem wir, als Vollblutmusiker, geschlossen entgegenarbeiten sollten"
    Das ist löblich und auch ich stehe 100% dahinter aber dazu müsste man wohl die Evolutionsgeschichte der Menschheit rückgängig machen!!
    Sorry, aber Männer schauen halt erst einmal auf das äußere einer Sängerin (Frau) und leider sind dies auch die Hauptkunden beim Kauf in Sachen Musik. Wenn man sich bei YT und Co mal umschaut, so werden dort Videos vorrangig angeklickt die Frauen, Brüste, Po und Bein anzeigen ... alles andere ist zweitrangig! Leider .... !
    Fragt sich nur, was hier zählt! :D
    http://www.spiegel.de/video/luftgitarren-weltmeisterschaft-2013-in-oulu-sieger-eric-melin-usa-video-1291737.html

  • symphonicus   29. Aug 2013   14:14 UhrAntworten

    Das Auge hört mit - das war immer schon so.

  • Mex   31. Aug 2013   04:09 UhrAntworten

    Wenn Du etwas verkaufen willst, gibt es heute nur noch zwei Wege:
    Entweder, Du ziehst dich aus (wobei Du bezüglich des Massengeschmacks dazu allerdings ein Mädel sein solltest- und vor allem die Stripshows der weiblichen "Superstar"-Zunft a la Riri und Gaga die exzessive "Latte" immer härter...äh, meine natürlich "höher"- *hust* legen wollen und es in Zukunft nur noch strippende Sängerin- oder singende Stripperin gibt / wie man es eben drehen&wenden möchte) geben wird.
    ODER... Du verplemperst keine Zeit mehr damit über musikalisch künstlerisch wertvolle Ansprüche und Talent nachzudenken und 25 Jahre deiner Lebenszeit damit zu opfern, um dich und deine Band zu perfektionieren... und machst heute einfach nur eine motivierend gute Show mit "irgendwas".
    Das "Zielpublikum" von Heute ist so dermaßen anspruchslos (was uns Musiker natürlich extrem weh tut),aber dafür kauft es auch den letzten (und quasi jeden) Sch***... Hauptsache, sie können dich damit irgendwie auf irgendeine Weise selbst darstellen.
    Identifikation mit der Musik ? Heute ? Fehlanzeige !
    Es geht nur noch um Selbstreflektion...entweder oben auf der Bühne (vor allem im Pop-Business) oder vor der Bühne nach dem Motto :"Ich habe coole Musik die auch alle anderen haben und ich bin 'ne genauso coolste Sa* auf Erden !"
    Aber einfacher kann es einem als Musiker heute (leider) schon gar nicht mehr gemacht werden.
    Hast Du dich nie gefragt, weswegen (Pop)"Stars" die ihre Musik genauso gut von irgendeiner Sampling-CD zusammengeklebt haben könnten, so erfolgreich sind ?
    Weil sie ihre Hits eben von Sampling-CD`s zusammenkleben, es schnell machen, den Markt bedienen und keinen Gedanken daran verlieren, ob es auch künstlerisch wertvoll ist... ist "Geld verdienen" künstlerisch wertvoll ???
    Für uns Musiker natürlich irgendwo schon, bzw. wollen wir unser Publikum von unserer Kunst überzeugen.... schön und gut, das kannst Du auch immer und immer wieder gerne versuchen und vlt. irgendwann mal mehr als 10 echte Fans haben... aber Geld damit verdienen und die Freundin damit zu beeindrucken, ob man ihr `n tolles Ständchen spielt oder mal zusammen in 'nen schicken Urlaub fliegt ???
    (Ja, das ist sch*** kommerziell gedacht, aber wenn Sie mit jemand anderem am Strand liegt, dann kannste auch so viele Ständchen spielen wie Du willst ;-)
    Als Musiker neigt man immer dazu, das wenn man Schuhverkäufer wäre, nur Schuhe zu verkaufen, die einem auch selbst passen. Damit macht man kein Geld, bzw. nur bei den paar Leuten, denen die Schuhe dann passen !
    Und genauso denkt man halt in der Musikindustrie... sch*** auf künstlerische Aspekte... Du gibst dem Publikum aus Mädels&Jungs jemanden, für den sie schwärmen oder nacheifern können. Punkt aus.
    Und dabei ist es gar nicht mal so wichtig, ob Du so gut singen kannst... dann siehst Du eben nur halbwegs gut aus... und wenn Du nicht so gut aussiehst, dann hast Du mit deiner Art&Show nur irgendeine Art von charismatischen Stil... es ist die Show (und die ist visuell) die die Massen bewegt !
    Oder glaubst Du wirklich das es heute jemanden auffällt, wie z.B. raffiniert virtuos verspielt Du ein Array etc. aufgebaut hast ?
    Mit der einen Methode, einfach nur die Massen bedienen zu können und auf jegliche künstlerische Ansprüche zu verzichten, wird man mit Sicherheit (leider) schnelleren Erfolg haben.
    Oder man schraubt seine Ansprüche von "Superstar-Träumereien" so weit zuück und konzentriert sich auf das, was man wirklich (gut) kann und wird sich finanziell vlt. immer nur so gerade über Wasser halten können...aber trotz allem zumindest glücklich und stolz, weil die eigene Musik EHRLICH(!) ist.

    • BlackSheepLabs   15. Aug 2014   18:34 UhrAntworten

      Meiner Erfahrung nach hast du recht,Mex. Und das fast mit Absolutheit.Ein gerüttelt Maß an Mainstream erleichtert das Business in aller Regel.Und Ehrliche oder wenigstens Echte Musik ohne Superstarambitionen gibts wie Sand am Meer.Meist machen die Musiker noch andres als ihrem "Hobby"zu frönen,nämlich hart in irgendwelchen Bread&butter Jobs zu buckeln.
      Gruß vom Weberknecht ausm Klanglabor.

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