Neil Young über den Klang heutiger Musik: »It’s worse than a 78 rpm record.«

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Neil Young

Neil Young | Foto: Andrea Barsanti

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Neil Young motzt

Mit 66 Jahren und nach 33 Alben – das letzte war »Le Noise« von 2010 – teilt Young uns mit, dass er es schwer ertragen könne, Musik in der verlustreich komprimierten Form zu hören, wie sie heutzutage oft konsumiert wird. »I’m finding that I have a little bit of trouble with the quality of the sound of music today. I don’t like it. It just makes me angry. Not the quality of the music, but we’re in the 21st century and we have the worst sound that we’ve ever had.« Young holt gleich zum Rundumschlag aus (»It’s worse than a 78 [rpm record].«) und fragt sich, wie es nur dazu kommen konnte. Später wirft er in den Raum, dass MP3-Dateien nur fünf Prozent der ursprünglichen Daten von einem Master-File enthielten:

Neil Young

Neil Young | Foto: Andrea Barsanti

»If you’re an artist and you created something and you knew the master was 100 percent great, but the consumer got 5 percent, would you be feeling good? I like to point that out to artists. That’s why people listen to music differently today. It’s all about the bottom and the beat driving everything, and that’s because in the resolution of the music, there’s nothing else you can really hear. The warmth and the depth at the high end is gone.«

Du könntest jetzt »Neil wer?« fragen oder zurecht darauf hinweisen, dass in China gerade ein Sack Reis umgefallen ist. Ich möchte ihm den Gefallen tun, ihn ernst zu nehmen und erwidern, dass der Mann entweder noch nie etwas von FLAC & Co. gehört hat oder diese längst ausgereifte, von immer mehr Geräten unterstützte Technologie hochauflösender bzw. verlustfrei komprimierter Audiodateien in seiner Polemik ignoriert.

Jeder halbwegs an Musik interessierte Mensch stößt früher oder später auf Klangqualitäten jenseits von 128 kb/s. Und diejenigen, denen es egal ist, haben eben keine Schmerzen dabei, wenn sie immer nur mit stark verlustbehaftet komprimierten Files abgespeist werden. Ja, es gibt es viele, die sich nicht darum scheren, doch daraus abzuleiten, dass gerade deswegen bassorientierte Musik heute so beliebt sei, ist absurd. Für mich klingt das eher nach Verbitterung und erinnert an die stockschwingenden Rentner der 1950er Jahre mit ihrer Tiraden gegen Rock and Roll, teuflische Beat-Musik und die Verrohung der Sitten.

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Lesermeinungen (36)

zu 'Neil Young über den Klang heutiger Musik: »It’s worse than a 78 rpm record.«'

  • Jürgen Bromant   25. Jan 2012   09:40 UhrAntworten

    Ich glaube Neil Young verwechselt bzw. vermischt da etwas. Die heutige Musik leidet vielmehr unter dem momentan grassierenden Loudness War als unter der angeblich schlechten Klangqualität. Selbst ausgebildete Tonmeister können ab 256kbs den Unterschied zum Master nicht mehr hören.

  • plancton   25. Jan 2012   09:14 UhrAntworten

    ich hab unlängst eine Neil Young Platte auf Vinyl gehört (auf einer tollen audiophilen Anlage um tausende Euro) und die Tonqualität war so ziemlich das grauenhafteste was meine Ohren je über sich ergehen lassen mussten. Absolut trashige Aufnahme, verzerrt, miserabel gemischt. Ich bin ja kein Neil Young Fan aber bei meiner Bemerkung dass der Sound ganz und gar nicht audiophil klingt wurde mir vopm Besitzer der Platte und der tollen teuren Anlage gesagt dass alle Neil Young Platten so miserabel aufgenommen wurden und schrottig klingen (und die Super-Anlage da halt leider auch nichts mehr retten klann). Dass gerade der Verursacher solcher Klangsünden nun über "die heutige" Klangqualität stänkert ist schon witzig ;-)

  • Rock on!   25. Jan 2012   09:22 UhrAntworten

    Wer es nicht mehr mit seiner Musik in die Medien schafft, muss nur etwas idiotisches sagen, um doch noch gefeatured zu werden ;)

  • polyaural   25. Jan 2012   11:30 UhrAntworten

    Auf etwa 10% (und nicht 5%) sind die Dateien komprimiert, wenn sie in MP3 umgewandelt werden. Das sagt aber nichts über die Klangqualität aus. Der Apple-Lossles-Codec komprimiert auf etwa 50%, ohne das in der Ausgabe auch nur 1 Bit Unterschied zum Original besteht. Das ist in etwa wie ZIP-Komprimierung, da unterscheidet sich das ausgepackte Dokument nicht von der Ausgangsdatei.

    Und zu Neil Youngs guten Zeiten hatten die Leute üblicherweise Plattenspieler mit Lautsprecher im Deckel, Mono-Casettenrecorder und andere üble Abspielgeräte, die allesamt rauschen wie die Niagarafälle. Alles Dinge, die grässlicher klingen als eine MP3-Datei. Nur wenige der damaligen Zeitgenossen haben sich an der HiFi-DIN45500-Klirrfaktor<0,01%-Welle beteiligt.

    Ich will MP3 hier nicht schön reden, aber 78RPM-Schallplatten habe ich mal gehört. Die klingen in etwa so gut wie ein dünner Popsong auf einem Handy abgespielt, bei Regen und Sturm, und Schluckauf …

  • Dominik   25. Jan 2012   12:32 UhrAntworten

    Ich möchte gar bezweifeln, dass manch ein "einflussreicher Songwriter" aus der guten alten Zeit einen Unterschied selbst bei 128kbs hört.

    Ansonsten sehe ich das genau so wie Jürgen. Was NY nennt, ist definitiv Klangästhetik und hat nix mit Datenreduktion zu tun.

  • Rudbert   25. Jan 2012   11:50 UhrAntworten

    Schwund ist überall, ob in der Soundqualität, im Geldbeutel, der Größe der Aufnahmetechnik, dem Wissen darum, dem Urteilsvermögen. Einjeder hat seine eigene Wahrheit. Wenn Neil Young die Kompressionen hört, dann ist das doch ersteinmal nichts schlechtes, selbst wenn der Rest der Welt (Tonmeister eingeschlossen) den Unterschied nicht wahrnimmt, nicht einmal messen kann. Das kann unter Umständen ein Fluch für ihn sein. Ich empfinde es somit als Segen denn Unterschied nicht hören zu müssen. :) Ich ertappe mich mittlerweile des Öfteren , dass ich mir eine Platte aus den 80'ern auflege und es total genieße den Lautstärkeregler benutzen zu müssen um die Musik anzupassen. Ich entdecke Dynamiken und Tiefenstaffelungen, die mir in modernen Produktionen einfach nicht auffallen wollen. DAS höre ich und ist ein Teil meines subjektiven Hörens.

    • Carlos San Segundo (delamar)   25. Jan 2012   11:56 UhrAntworten

      Hör dir mal Alben von Chesky Records an...aktuell und klanglich der Hammer :)

  • vanhold   25. Jan 2012   13:23 UhrAntworten

    Na ja, da hat wohl jemand seine Neil Young Lesson nicht richtig gelernt. Wenn N.Y. ein Album trashig aufnimmt, dann kann man diesem Mann wohl glauben, dass es ihm recht ist, wenn der Höhrer den Trash so hört wie es vom Künstler gedacht war. Das es FLAC und Konsorten gibt, ändert allerdings nichts an der Tatsache das der Grossteil der Leute heutzutage Musik in der schlechtesten Qualität aller Zeiten konsumiert. Ein Handy ist nunmal keine Hifi-Anlage und ein iPod ebensowenig!

  • Nico   25. Jan 2012   14:20 UhrAntworten

    Hier gings weniger um Flac sondern um

    "It’s all about the bottom and the beat driving everything"

  • Jürgen Bromant   25. Jan 2012   15:22 UhrAntworten

    Naja, ob mein alter Walkman für 50DM von Kaufhauf, den ich bis in die späten 90er benutzte, so viel besser als ein Ipod, auf dem ein 320kb File läuft, war, wage ich zu bezweifeln. Aber immerhin hatte er viel analoge Bandsättigung! ;-))

  • Sebastian   25. Jan 2012   16:36 UhrAntworten

    ich glaube er mag einfach die aktuelle Musik nicht und verwechselt Klangqualität mit Geschmack.

    Ich mag z.B. den schrulligen Sechziger Sound überhaupt nicht ... ( ich meine nicht die Qualität der Aufnahme an sich)

  • Burger   25. Jan 2012   17:49 UhrAntworten

    "Selbst ausgebildete Tonmeister können ab 256kbs den Unterschied zum Master nicht mehr hören."

    Verzeihung, sir. aber: WTF? Dieses statement ärgert mich.
    1. Jeder kann sich "ausgebildeter Tonmeister" nennen. Der Begriff ist nicht geschützt. es sei denn, man schreibt "diplom" davor.
    2. Jeder der sich Tonmeister nennt sollte den unterschied hören. Ich bin selber kein ausgebildeter Tonmeister, aber ich höre den unterschied - von master zu 320kbps. weniger glänzendes high-end, detailverlust und - achtet mal auf snares und tiefenstaffelung.
    ganz Deutlich! natürlich auf entsprechenden wiedergabesystemen und nicht aufm iphone-speaker...

    Was Young sagt stimmt. auch wenn es sehr schwarz ausgemalt ist.
    Grade das Statement mit Beat-Orientierter musik. es geht um bass und drive, was ja auch schön ist. #
    aber: Wer hat denn heutzutage noch ne geile Anlage und freut sich "wie klar denn die mitten sind". hauptsache et dröhnt.
    Für mich persönlich auch zweischneidig... ich mags teilweise sehr, was mp3-komprimierung mit den drums macht, hätte ich ne UAD, ich würde den frauenhofer benutzen.

    das mit den 5 %... i dont know. die metapher ist doch sehr pessimistisch.

    Den Vergleich der stockschwingenden Opis in den 50ern ist total doof... auch wenn es sicher stimmt, dass Neil Young nicht mehr so young ist: Er ist nicht irgend ein random typ, der sich "über die Jugend von heute" beschwert! Es handelt sich hier um ein Statement von jemandem, der Ahnung von dem hat was er tut, sehr sicher, was geleistet hat, und es SICHER nicht nötig hat, nochmal in den Medien "aufzutauchen".

    ach ja: chesky records: obernerds, grossartige aufnahmen die die raushaun!!

    Alles in allem, was sollen wir diskutieren?
    neil young kotzt ab. hmmm.
    musik klingt auf mp3 nicht so schön wie auf platte... hmmmmmm....

  • Roland   25. Jan 2012   18:19 UhrAntworten

    Ach, das ist alles nur eine Generationsfrage. Viele Musiker aus den 60er/70er Jahren schwören auf den natürlichen, analogen Sound der damaligen Technik, und verteufeln alles Digitale. Bei vielen Nachwuchsmusikern von heute ist das genau umgekehrt. Als Musiker aus den 80ern, kann ich dazu nur sagen, dass beide recht haben.

  • Jürgen Bromant   25. Jan 2012   20:17 UhrAntworten

    @Burger Natürlich ist "Tonmeister" kein Ausbildungsberuf im klassischen Sinne, aber es gibt Messungen wonach ab 256kb die Kapazitäten des geschulten (!) menschlichen Ohres ausgeschöpft sind. Bei ungeschulten Höhrern liegt diese Schwelle sogar unter 200kb. Lies Dir mal den Wikipedia Eintrag zum Begriff "Mp3" durch, dort sind diese Statistiken auch erwähnt.
    Glaub' mir, das meiste von dem Hifi-Geschwätz ist Humbug.
    Es gibt bekanntlich sogar Menschen, die sich Lautsprecherkabel für 2000€ pro Stück kaufen.

  • plancton   25. Jan 2012   21:39 UhrAntworten

    @ Jürgen haha, jaaaaa die 2000 Euro Kabel...lol...diese Anti Hifi Voodoo Seite brint Audiophile regelrecht auf die Palme:
    elektronikinfo.de/audio/kauf.htm

    von der Seite auch das Zitat: "Die Zeitschrift c't führte Ende 2001 einen Vergleichstest zwischen CD und dem unter High-End-Anhängern verpönten MP3-Format mit unterschiedlichen Komprimierungsraten durch, ebenfalls im einfachen Blindtest. Beim MP3-Format werden die Audiodaten verlustbehaftet (!) sehr stark komprimiert, was nach High-End-Ansicht grauenhaft klingt. Tatsächlich kam außer bei übermäßig starker Kompression nur einer der Hörer in der Erkennungswahrscheinlichkeit geringfügig über den Wert hinaus, den man durch Würfeln erreicht. Aber auch dieser Proband, ein Toningenieur, konnte zwar manchmal Unterschiede hören aber nicht zuordnen, ob CD oder MP3 besser klingt. Da bei MP3 aus elektrotechnischer Sicht klangliche Einflüsse eher zu erwarten als auszuschließen sind, zeigt das Ergebnis einmal mehr, wie unsensibel das menschliche Ohr und die nachfolgende Verarbeitungskette im Gehirn tatsächlich ist. Das Ergebnis eines weiteren Vergleichstests Mitte 2002 mit unterschiedlichen Komprimierungsmethoden im Vergleich zur CD kam zu sehr ähnlichen Ergebnissen.

    Insgesamt kann man sagen, daß das menschliche Ohr nicht oder zumindest nur sehr schwer in der Lage ist, überhaupt Unterschiede wahrzunehmen, obwohl dies meßtechnisch sehr leicht gelingt. Dies ist selbst bei Musikern und Toningenieuren der Fall - also denjenigen Leuten, von denen man es am ehesten erwartet, weil sie ja die Basis in Form von CDs schaffen und am ehesten wissen sollten, wie sich Musik am Entstehungsort anhört. Wer sich vor diesem Hintergrund z.B. über Klangunterschiede von Verstärkern, CD-Spielern oder gar Kabeln unterhalten will, macht sich daher einfach lächerlich. "
    Ich persönlich bilde mir auch ein dass MP3 schlechter klingt als CD, hab aber noch nicht den Blindversuch gemacht. Das wär aber einmal interessant. Wissenschaftlich getestet hab ich allerdings den Vergleich zwischen dem Kassettenwalkman aus den 80ern und dem MP3 player. Da brauch ich gar kein Messgerät um festzustellen dasss nicht heute die Ära der schlechtesten Tonqualität im portablen Bereich herrscht ;-)

  • Jürgen Bromant   25. Jan 2012   23:33 UhrAntworten

    Youtube bringt mich auch regelmäßig zur Verzweiflung, wenn ich meine Lieder dort hochlade...
    Zu den Mp3s: Ich glaube das Format hat einfach einen so schlechten Ruf, weil die ersten Mp3s halt sehr schlecht waren.
    Als ich vor ca. 10-12 Jahren die ersten Mp3s auf dem Rechner hatte, die gerade mal eine Bitrate von lausigen 128kb hatten, fand ich, dass vor allem die Höhen sehr matschig klangen und die Bässe einwach nur ein dumpfes Grummeln von sich gaben. So ab 256kb kann man sich aber kaum noch beschweren, wie ich finde.
    Zum HiFi-Voodoo:
    Letztens bin ich beim Zappen zufällig bei einem Beitrag hängen geblieben, wo man ein 2000€ teures Cinchkabel mit einem 2€ teuren handelsüblichen Kabel aus dem Elektromarkt verglich. Das Ergebnis fiel vernichtend für das teure Kabel aus. Das übertragene Frequenzband war bei beiden Kabeln komplett identisch und auch Testhörer konnten die Kabel nicht voneinander unterscheiden.

  • Ramon Smith   25. Jan 2012   23:01 UhrAntworten

    Also wisst ihr - damals, als ich noch jung war...

    .. hat mein Musiklehrer in den 11. Klasse stolz davon berichtet wie er mit allen Fünft- und Sechstklässlern unserer Schule A/B Vergleiche gemacht hat und die Schüler den unterschied zwischen MP3 und CD hören. Leider weiß ich nicht wie stark die MP3s komprimiert waren.

    320kbs MP3s machen mir keine kopfschmerzen. Viele andere schon.
    Ganz schlimm: CD wird gerippt und danach in MP3 konvertiert. landet auf Youtube (wird nochmal komprimiert) und wird dort gerippt und in nen anderes MP3 konvertiert. Danach brennt sie jemand auf ne (Audio)CD und nimmt sie mit als Umbaupausenmusik für sein eigenes Konzert. Das schlimmste daran: Es war der Sänger aus MEINER Band. Peinlich peinlich. So unterschiede merkt jeder musikuninteressierte mit nem Logitech 2.1 System.
    Und jeder Musiker noch über n Handylautsprecher.

    Ich würde mich als äußerst audiophil beschreiebn. könnte ich, wüde ich nur in tollen masteringstudios rumhängen und musik hören. Aber es gibt mehr im Leben.
    Meine Musiksammlung besteht zum größten Teil auch aus MP3s. Auch wenn ich die noch nie alle gehört habe. Die wichtigsten Sachen hab ich aber auch auf CD und auf den Computern als FLAC.

    Was ich sagen will: Es gibt n Unterschied zwischen ner vernünftigen MP3 und dem, was sich viel zu viele Menschen jeden Tag geben. Den ganzen Tag. Den 3,99€ Knopf im Ohr ("geht nurnoch eine scheiß Seite!") usw ^^

  • plancton   26. Jan 2012   09:08 UhrAntworten

    tja...wer im Blindtest beweisen kann dass die Wunderkabel besser klingen kann sich immer noch eine Million Dollar bei James Randi abholen:

    http://gizmodo.com/305549/james-randi-offers-1-million-if-audiophiles-can-prove-7250-speaker-cables-are-better

  • Lukas   26. Jan 2012   14:46 UhrAntworten

    Ich muss sagen, dass ich persönlich viel MP3 Musik höre, weil mein MP3 Player relativ alt ist, aber ich Kaufe mir Musik immer auf CD. Nicht nur weil ich diese Form für beständiger halte, sondern auch wegen der hörbar besseren Qualität. Vielleicht stört sich Young auch am verschwinden der CD und ist deshalb so mies drauf ;) In dem Fall könnte ich ihn sogar verstehen.

  • Jürgen Bromant   26. Jan 2012   18:51 UhrAntworten

    Ich erinnere mich an eine Anekdote von Carlos aus dem Delamar Podcast, wo jemand behauptete die Mp3-Files würden anders klingen je nachdem auf welcher Festplatte sie gespeichert waren.
    Das ist dann wahrscheinlich schon Hifi-Voodoo für Fortgeschrittene, solche Experten hören auch das Gras wachsen und die Flöhe husten...

  • Dominik   26. Jan 2012   20:14 UhrAntworten

    Übrigens gibt es Festplatten, die 20 Jahre in Eichenfässern gelagert werden (sog. Barrique-Platten). Die klingen dann quasi wie Vinyl und kriegen durch die Lagerung auch Knackser.

    Vielleicht sollte Neil Young sowas mal probieren.

  • Jürgen Bromant   27. Jan 2012   01:20 UhrAntworten

    @Burger Das ist halt das Problem bei diesen Vergleichen - irgendwann kommt man in den Bereich wo es ans Psychoakustische geht und wo nur noch Nuancen zählen, wenn Du sagst, dass Du den Unterschied auch von guten Mp3s zum Master hörst, dann glaube ich Dir das aber.
    Ich bin irgendwann dazu übergegangen bei mir zu Hause Musik nur noch über die Monitorboxen meines Homestudios zu hören, bis mir das einfach zu stressig wurde. Ich kam mir so vor als würde ich ständig eine Zeitung mit der Lupe lesen. Bin dann (zumindest für den Hausgebrauch) doch wieder auf normale Hifi Boxen umgestiegen, weil ich die "Unfeinheiten" vermisst habe. ;-)

  • Burger   27. Jan 2012   00:35 UhrAntworten

    das wird jetzt n haufen text, aber es musste mal raus...

    @ Jürgen:
    Der wiki-artikel ist sehr interessant, habe auch die stelle gefunden die du meintest. 160 kbit bei ungeschultem ohr - könnte grade so sein, wäre aber nicht schön.
    die einzige quelle die ich zu dem thema gefunden habe war
    http://www.heise.de/ct/artikel/Kreuzverhoertest-287592.html dieser artikel hier. krass was die an an euqipment hatten. kann auch nix weiter gegen den artikel sagen, leider sieht man keine fotos über raumaufteilung, die hörer standen wohl nicht vollständig im sweet spot, waren die lautstärken gematched etc?... ich weiss nicht obdas verwertbare testbedingungen sind. ich glaube nen akademiker haut das nich vom sessel.

    Für mich der entscheidende Punkt: ich höre den unterschied. meine freunde/bekannte mit denen ich mucke mache hören den unterschied.
    Tontechniker unter denen ich gelernt und für die ich gearbeitet habe hören den unterschied. DAS ist für mich genau so fakt die dass ein outro ans ende des songs gehört...

    natürlich rede ich hier von extrem geschulten ohren - man muss ja wissen auf was man achten muss beim hinhören... und das muss man erst mal gezeigt bekommen.

    bei mp3s würde ich sagen (und das ist ein reiner erfahrungswert), das meiste verrät das highend und die tiefenstaffelung - was sich durchaus "geiler" anhören kann/mehr spass macht, grade bei elektronischer musik.
    interessant: in den spitzenzeiten des loudness war wurde teilweise digitaler dreck in die cd mit reingemastert, damit genau DIESER dreck in der mp3 reduziert wird... klingt abgedroschen, aber wir fragen mal bob katz:
    http://www.youtube.com/watch?v=8EgamkLkXW8
    leider eine sehr un-audiophile soundquali, aber man bekommt denk ich den punkt.

    zum thema 2000-€ kabel kann ich nur sagen: humbug. selbst wenn es nen hörbaren unterschied gibt, für normalsterbliche anwendungsfälle rechtfertigt es nie den preis. wenn ich nicht wüsste wohin mit meinem ca$h, naja dann... aber das ist ja zum glück nicht der fall :)
    teure kabel (und ich red nicht von 2000 €, sondern im range 3m für 150 € oder so) machen bei leisen signalen wie mic- oder inst/hi-z nen riesen unterschied und sinn, aber nicht bei lautsprechern. und schon garnicht, wie gesagt, zu dem preis.

    ich höre gerne gute musik in guten räumen auf guten lautsprechern mit ner guten wiedergabequelle und nem guten signalfluss.
    ich würde mich nicht als audiophil bezeichnen, es zumindest mir nicht auf die stirn tätowieren. auch wenn ich gerne audiophile aufnahmen höre (chesky records...)

    Was ich sagen möchte ist: es will mir einfach nicht rein gehen dass alle sich auf irgendwelche fakten und zahlen berufen - neil young spricht von 5 %, ct von 90 %, wenn ich das mal so dreist aus dem artikel ableite... wenn man sich das mal auf der zunge zergehen lässt, sollte man merken dass auch hier - wie vielerorts - humbug mit nicht belegbaren zahlen betrieben wird.
    jeder der sich dafür interessiert sollte sich mal sein eigenes bild machen und mal gute musik in einem guten raum über gute lautsprecher auf einer guten wiedergabequelle mit gutem signalfluss hören...

    "Ach, es gibt immer Querulanten, die mit Statistiken etwas beweisen wollen. 14 Prozent aller Leute wissen das." Homer Simpson

    "Das schlimme an Zitaten aus dem Internet ist, dass man nie weiss woher sie stammen". Leonardo da Vinci

  • Ramon Smith   27. Jan 2012   01:23 UhrAntworten

    @ Burger:
    Gut gesagt. Kann ich nur unterschreiben.

    Zu der Sache mit den Zitaten:
    "Frage nicht, was dein Land für dich tun kann. Frage, was du für dein Land tun kannst!" - Kim Jong-il

  • Burger   27. Jan 2012   01:34 UhrAntworten

    da geb ich dir recht, gibt nichts besseres als einfach nur mal die musik zu hören. hab zuhause zum glück 4 kanäle am verstärker, deswegen ein 2tes paar magnat hifis :)

    peace.

  • Dominik   27. Jan 2012   10:01 UhrAntworten

    Was ich am interessantesten finde, ist, dass wir alle offensichtlich durchaus Neil Young brauchen. Denn sonst hätten wir hier nie eine so lebhafte Diskussion über Kabel und MP3s ans Laufen gekriegt!

    Merke: Wenn es mit der Musik vielleicht nicht mehr so klappt, muss man halt irgend etwas total idiotisches sagen und alle werden aufmerksam. So ähnlich wie im Jungle-Camp :-)

    • Carlos San Segundo (delamar)   27. Jan 2012   10:08 UhrAntworten

      Hehe, genau dasselbe mit der Musik und dem Klappen habe ich mir auch schon gedacht :)
      Wie kommt man am schnellsten in die Medien? Indem man etwas Dummes macht ;)

  • Jürgen Bromant   27. Jan 2012   11:28 UhrAntworten

    Naja, mir ist es egal ob er politischer Aktivist oder 'nur' der ehemalige Gitarrist von The Buffalo Springfield ist - das hat ja nichts damit zu tun ob seine Aussage stimmt oder nicht. Man kann doch mit jemandem mal nicht einer Meinung sein auch wenn man ihn ansonsten respektiert.

  • vanhold   27. Jan 2012   10:54 UhrAntworten

    Manches artet ja hier echt in Neil Young Bashing aus. Habt ihr euch eigentlich mal mit der Person N.Y. befasst? Nicht nur mit dem Musiker, von dem ihr wahrscheinlich fast nichts kennt. Der Mann ist Erfinder, politisch aktiv ohne Bono-Jesus zu sein, Filmemacher und eben auch Musiker. Da sein letztes Album von 2011 ist, Neil Young demnächst auf Tournee geht, er schon vor 20 Jahren auf die Unzulänglichkeiten von CDs hingewiesen hat, ist es mir echt schleierhaft was manche hier so von sich geben. Alle keine Lust auf Recherche? Nee, dumme Kommentare sind da einfacher!

  • Dominik   27. Jan 2012   13:41 UhrAntworten

    @vanhold

    Ich mochte die Musik von N.Y. noch nie und nun macht er von sich mit zweifelhaften Aussagen reden. Mich inspiriert das nicht zur Recherche.

  • plancton   29. Jan 2012   00:13 UhrAntworten

    @vanhold
    was bitte haben denn die diversen Aktivitäten und Hobbies des Herrn Neil Young mit dem Thema Tonqualität zu tun? Filmemachen, Erfindertum und politischer Aktivismus zählen jedenfalls nicht als Qualifikaton fürs Tontechnikstudium...

  • polyaural   01. Feb 2012   12:13 UhrAntworten

    Nachtrag:

    „Young setzt sich seit Jahren für höhere Bitraten bei digitalen Musikformaten ein. So propagiert er etwa Lossless-Techniken bei Downloads. Er glaube, dass mit den aktuellen Kompressionssystemen "bis zu 95 Prozent der Audioinhalte weggeworfen" würden – eine Behauptung, die unter Audiofans allerdings heiß debattiert wird. Momentan gibt es zwischen Young und Apple laut Angaben des Künstlers keine weiteren Diskussionen.“

    Quelle: heise.de/mac-and-i/meldung/Musiker-Steve-Jobs-wollte-Tonqualitaet-bei-Downloads-verbessern-1426052.html

  • Holger   25. Feb 2012   17:11 UhrAntworten

    auch wenn ich selber nicht mitreden kann, (mit meinem Gehör). Aber Neil Young ist irgenwie unantastbar.
    Er hat Publissity überhaupt nicht nötig und wenn er(eher selten noch) Konzerte gibt, werden die kaum beworben und sind trotzdem gut besucht. Meist auch von anderen Rockmusikern, die sich den großen Alten noch mal anschauen wollen und sehen wie es geht.
    Da haben die Mixer von heute kaum mitzureden.

  • Dominik   28. Feb 2012   09:57 UhrAntworten

    @ Holger

    Das kann ja alles sein und sicher ist man bei Neil-Young-Konzerten dann auch ziemlich unter sich mit der Schelte gegen alles, was nach 1970 passiert ist. Aber mit der tontechnischen Kompetenz von Neil Young haben deine Argumente gar nichts zu tun.

  • Holger   02. Mrz 2012   20:19 UhrAntworten

    "Der Verstärker wird ferngesteuert mithilfe eines von Young erdachten Gerätes namens „Whizzer“, das die Verstärker-Potis mittels Elektromotoren bedient und so erlaubt, Einstellungs-Presets abzurufen.[11] An Effekten benutzt Young ein MXR Analog Delay, einen Mu-Tron Octave Divider, einen Boss BF-2 Flanger, ein Tube-Echoplex Bandecho und ein Alesis MicroVerb.[11] Die Effekte sind fest verdrahtet, um Verluste im Signalweg zu vermeiden."

    So ganz ohne Kompetenz, also?

    Bei Konzerten geht es übrigens um Musik. Ich denke wer Youngs Musik nicht mag, dem fehlt ein wenig Zugang. Er ist nicht umsonst einer der Einflussreichsten überhaupt, quer durch alle Genres.

  • Dominik   02. Mrz 2012   22:25 UhrAntworten

    @ Holger

    Es ging hier ursprünglich um fragwürdige Äußerungen von Neil Young, wie "von 100% kommen nur 5% an". Im Gegensatz zu Musikgeschmack (um den es im Artikel nicht ging) ist so etwas halbwegs quantifizierbar und in solchen Größenordnungen blanker Unsinn.

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